Sonntag, 30. Dezember 2012

Wieder da



Ein wenig fühlte es sich in den letzten Tagen (gefühlt Wochen) so an, als wäre ich weit weit weg gewesen. War ich aber nicht. Es war nur Weihnachten. Und Weihnachten bedeutete, zu faul für alles, sogar zu faul, um das Macbook hochzufahren, wozu gibt es andere Geräte mit denen frau von der Couch aus, ganz passiv und konsumierend im Internet rumsurfen kann. Also, seid gewiss, ich habe eure Weihnachtskleider gesehen und fand sie wunderschön. Aber kommentieren mit vollem Bauch ging irgendwie nicht.

Bei Frau Cat las ich eine Entschuldigung zum wenig-kommentieren und fragte mich, ob ich mich auch entschuldigen muß. Natürlich wäre es sehr viel netter, wenn ich überall meine positiven Gedanken zu dem Gesehenen dalassen würde, aber bloggen soll Spaß machen und in dem Moment, in dem ein Blog und die Kommentare zu sehr zur Verpflichtung wird, kann es passieren, dass frau auf gar nix mehr Lust hat. Das wäre auch blöd. Bei Herrn Spreeblick fand ich den Vorsatz, wieder mehr zu bloggen (statt nur noch schnellschnell zu twittern oder zu FBen) - lesen! Die Argumentation finde ich schlüssig und wertvoll, aber ich bin sowieso nur auf diesem Kanal. Soll jedeR das tun, was sie oder er am Besten kann. Ich blogge eben und welcher es gefällt, die liest es eben. Und ich kommentiere dann, wenn ich das richtige Gerät zur Hand habe. Aber wie gesagt, seid gewiss, ich lese bei euch und wenn mir ein Gedanke gefällt, denke ich ihn weiter und er taucht auch hier wieder auf. Irgendwann und irgendwie.





Im Weihnachtsendspurt habe ich zwei gestrickte Teile und ein gehäkeltes Geschenk nicht fertig bekommen, obwohl ich mir fast die Finger wundhäkelteundstrickte. Und obwohl ich "genügend Wolle dabei hatte, um die Feiertage zu überstehen, habe ich brav die Mütze für den Gatten und den Feuerwehr-Pullunder fertig gemacht. Der Sohn findet jetzt Polizei doof und steht auf Feuerwehr, obwohl er Busfahrer werden will, wenn er groß ist. Glücklicherweise findet er den Feuerwehr-Pullunder gut, denn ich hätte nicht wirklich gewußt, wie ich einen Busfahrer-Pullunder hätte stricken sollen. Die gestickte Feuerwehr ist übrigens von Dawanda. Dort, sowas zu kaufen, finde ich ideal, denn eine Stickmaschine wäre wirklich nix für mich. 





Falls einer die Mütze bekannt vorkommen sollte. Letztes Jahr hat der Gatte die gleiche bekommen. Jetzt besitzt er eine in anthrazit und eine Schwarze. Welch muntere Abwechslung ist nun möglich! Aber er findets gut. Und da ich zu faul war, die Neue zu fotografieren (schwarz funktioniert sowieso immer so schlecht), müsst ihr mit dem Bild vom letzten Jahr vorlieb nehmen. Stellt sie euch einfach schwarz vor und mit dünnerem Garn gestrickt. Na, sehr ihr den Unterschied? *g*



Das gehäkelte Tuch, das beim Häkeln immer den Namen meiner Freundin vor sich hinmurmelte, bekam schnellschnell am letzten Sonntag vor Weihnachten eine graue Borte angehäkelt, weil die blaue Wolle alle war. Aber das gefällt mir gar nicht! Also habe ich noch blaue Wolle nachbestellt und da es noch bis Ende des Jahres Alpaca-Wochen gibt und sich die Wolle so herrlich verhäkelt und verstrickt, habe ich gleich noch ein bißchen mehr bestellt. Ein kleines Weihnachtsgeschenk an mich sozusagen, wenn ich schon so selbstlos das Tuch, das eigentlich für mich war, verschenke und nun noch mal häkeln muß darf. Aber bevor ich das Tuch noch mal in graublau für mich stricke, wird die graue Kante aufgeribbelt und wenn Nachschub da ist, in blau weitergehäkelt.

Das der Nachschub für das Tuch noch nicht da ist, habe ich zwischenzeitlich schon mal  ein Tuch für mich in marineblauem Alpaca-Silk angefangen. Häkeln passte witzigerweise nicht zu der Farbe. Schon komisch: zu dem blaugrau finde ich es super, aber in dunkelblau sah es doof aus. Ich suchte nach einem ganz feinen, leichten, luftigem Strickmuster, probierte einige aus und landete bei dem Rüschenschal von Frau Allerleihrau, den ich schon vor längerer Zeit bewunderte. Dort fand ich auch den Link zur Anleitung. Es strickt sich ganz fantastisch, obwohl ich am Anfang, bei der verdrehten Wurst dachte, ich kapiere das Muster nie. Dabei ist es pipieinfach. Es sind nur 4 Reihen, die sich immer wiederholen. Super.



Nein, das ist kein ekliger Sepia, sondern der Rüschenschal nach zwei Abenden. Die Fotos sind schlecht. Die habe ich eben noch auf auf dem Küchenboden gemacht.... so sehen sie auch aus!


Und da ich zu Weihnachten eine ganz wundervolle Lampe geschenkt bekommen habe, die ich mir mehr als ein Jahr lang sehr sehr gewünscht habe, ist jetzt Stricken und Häkeln auch abends wieder ein Vergnügen, denn die Lampe ist verstellbar, so dass ich direktes Licht auf der Handarbeit habe. Hach, ich bin verliebt. 






Ihr merkt schon, ich bin wieder da und habe es auch in der Zwischenzeit nicht gelernt, mich kurz zu fassen. So isse halt! Als nächstes kommt morgen oder so noch ein Jahresrückblick auf die genähten Sachen, das hat mir letztes Jahr so gut gefallen, weil ich damals so wahnsinnig erstaunt über die Bilanz war. Außerdem habe ich auch noch vor, ganz tapfer den "misslungen"-Stapel zu sichten, um zu ergründen, wie viel und warum etwas schief gelaufen ist. Mal schauen, ob ich das "dieses Jahr" noch schaffe. Wenn nicht, dann wünsche ich euch jetzt schon mal einen guten Rutsch und ein ganz wundervolles Jahr 2013 und wir sehen uns dann am 2. Januar beim MMM mit dem "Lieblingskleidungsstück 2012". Ich bin gespannt!

Donnerstag, 20. Dezember 2012

Schon stolz

Hach, ein bißchen Stolz bin ich schon auf meine Filmchen. Müde und geschafft bin ich, aber jetzt auf einmal sehr entspannt. Die anderen Sachen auf der To-Do-Liste schaffe ich auch irgendwie. Und wenn nicht, dann ist das auch ok.

Der Film ist (drüben im MMM-Blog) online und es fühlt sich richtig an. Klar, machen wir uns zum Affen, aber es ist gut, so wie es ist - immerhin sind wir im mittleren Alter und können das mit Humor nehmen. Und die Vorstellung 20 Frauen eine Ausbildung verschafft zu haben, macht mich wirklich stolz und froh.

Irgendwie ist es nen gutes Gefühl, ein Projek gewuppt zu haben, was eigentlich ne Nummer zu groß war. Oder genauer gesagt, ein Projekt beendet zu haben, das erstmal eine bescheuerte Idee war, gegen das ich große Bedenken hatte und dann mehr Aufwand war, als Zeit und Know How zur Verfügung stand. Versprechen zu halten ist mir wichtig. Also haben wir es gemacht. Gemeinsam sind wir da durchgegangen: mit den Mädels, aber auch mit Herrn Crafteln, der mich dabei unterstützte. Vielen Dank.

Vielen Dank auch den tollen Kommentaren. Das sind wirklich schöne Geschenke!

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Fast fertig

So, der Film ist fertig. Endlich! Wenn ich heute abend noch mal etwas Zeit finde, gehe ich noch mal dran, denn ganz synchron sind Musik und Film noch nicht. Aber wenn nicht, dann nicht. Ich bin ja schließlich kein Profi.

Außerdem ist mir nach Mellenis Post klar geworden, dass ich wohl auch etwa Abstriche machen sollte. Was nicht geht, geht eben nicht. Immerhin sind die Pakete auf der Post. Das war ein großer Meilenstein. Jetzt arbeite ich eben Stück für Stück von der To-do-Liste weiter ab und schaue, wieviel geht.

Eines geht auf jeden Fall nicht: das Weihnachtskleid. Bye Bye Sew Along. Auch das Finale der Herzen nützt mir nichts, denn ich werde nicht in der Nähe meiner Nähmaschinen sein. Aber egal. Das Kleid liegt mir so am Herzen, dass ich es lieber in Ruhe nähe, statt jetzt huschhusch den Stoff zu versauen.

Was hilft ist Wiebkes mütterliche Frage: "Hast du denn auch genügend Wolle für die Feiertage?" Ja hab ich. Also alles gut!

Dieses Lied-Projekt hat viel Ressourcen gebunden. Wenn wir das vorher gewußt hätten, hätten wir es nicht gemacht. Aber jetzt ist es eben so. Außerdem war es auch ein Vergnügen, die in den letzten Monaten mehr und mehr geschätzten Frauen dauernd vor Augen zu haben. Live und in Farbe. Das war irgendwie auch cool. Kleider habe ich eigentlich ohnehin genug und 2013 ist auch noch ein Jahr! Also alles gut!

Habt ihr den Trailer im MMM-Blog schon entdeckt?

Montag, 17. Dezember 2012

Live vom Schnitt-Tisch



Damit der Blog nicht rostet, ein kleiner Livebericht von mir. Heute wird zugeschnitten! Heute geht es zwar nicht um das Weihnachtskleid und Rollschneider und Schneidematte liegen auch im Schrank, aber geschnitten wird trotzdem: das "Du spendes, wir singen"-Video der Me-Made-Mittwoch Spendenaktion. 

Die Idee, eine Spendenaktion zu machen, fand ich toll, ein Lied zu singen weniger. Bezüglich des Singens hatte ich alte Rampensau keine Bedenken, aber das Drumherum! Sieben Frauen aus vier Gegenden von Deutschland zusammenbringen? Und überhaupt, was für ein Lied. Wie kann man Urheberrechtsprobleme vermeiden? Ich hatte keine Lust,  blauäugig ran zu gehen, auch wenn es lustig war,  verrückte Mails zu schreiben, "Last Christmas" trällern zu üben und die dicken Kopfhörer rauszusuchen, um wie bei Band Aid und Konsorten auszusehen. Schwungvoll sollte das Lied sein aber eben auch verwendbar, ohne Urheberrechte zu verletzen. Gar nicht so leicht, das alles zu recherchieren, aber der Mann am GEMA-Telefon war sehr nett.

Zwischenzeitlich verfluchte ich die ganze Aktion. Ich Naivchen hatte "hier" geschriehen und versprochen, mich um die Technik zu kümmern. "Ich hab nen Mac" klingt zwar gut, heißt aber noch nicht, dass ich das Equipment bedienen kann. Glücklicherweise ist der Mac für Herrn Crafteln das, was für mich die Nähmaschine ist und zum ersten Mal kam das Midi-Modul fürs E-Piano zum Einsatz, dass ich vor zwei Jahren unterm Tannenbaum auspackte und mich ratlos fragte, wozu ich so etwas brauchen könnte. Jetzt brauchte ich es, denn um wirklich auf Nummer sicher zu gehen, habe ich die Musik, ohne Zuhilfenahme von Arrangements, mit meinen bescheidenen Improvisations- und Begleitungskünsten auf dem Klavier aufgenommen und einmal durch Garage-Band gejagt. Theoretisch hatte ich vor drei Jahren den Plan, Jazzklavier zu lernen, um an die unzähligen Klavierstunden in der Jugend anzuknüpfen. Praktisch wurde ich Kleider- und stoffsüchtig und das Klavier wird nur zum stümperhaften Kinderliederbegleiten genutzt. Aber egal, ich schrie leichtfertig "hier" und ich bin ne treue Seele, die zu ihrem Wort steht. Also spielte ich ein Playback zur Probe ein, machte noch eine "schöne Version" und die Damen nutzten das Probeding. Auch schön. Das ist ja sowieso nur Hintergrund.

Dann hatte ich schlaflose Nächte, wie ich Audio und Videomaterial trenne und wieder zusammenfüge, ich fragt mich, wie die Filme aus den anderen Regionen zu mir kommen und wie-wer-wo das Ganze hinterher hochgeladen wird. Nebenher tausende von Mails der Mitstreiterinnen in denen aber leider vergessen wurde die wichtige Frage "was ziehen wir an" zu klären. In den letzten Tagen trudelten dann  Filmchen über Filmchen in meiner Dropbox ein. Samstag sang ich meinen Part ein und der Vierjährige liess sich nicht lumpen ein paar Töne beizusteuern. Als ich am Sonntag dann Herrn Crafteln als Kameramann gewinnen konnte, schloss der Vierjährige allerdings die Tür, weil er das Fremdschämen nicht aushielt. Herrn Crafteln ging es ähnlich, aber er hatte ja versprochen zu helfen.

Und jetzt gehts los. Alle Filme und Tonspuren sind da. Jetzt kommt die Kunst. Ich bin schon sehr gespannt!

11.25 Uhr
Zum Einstieg bin ich jetzt dabei, das Videomaterial noch mal in Ruhe zu sichten und besonders Gelungenes in kleine Clips zu packen. Das ist gar nicht so leicht, weil ich immer so kichern muß. Ich weiß nicht, wie die Profis das machen, aber ich habe mir brav einen Zettel daneben gelegt, auf den ich schreibe, was in dem Film vorkommt, wer singt und was es Besonderes gibt. Ich finde, das ist ziemlich professionell.

11.49 Uhr
Habe ich alle? Verdammt, wo ist die Datei mit der Nasenflöte? Puh, da ist sie. Noch mal gut gegangen!

11.59 Uhr
So, der Schluß steht. Frau Kirsche kann einfach Schlußworte.

Der Anfang bereitet mir noch etwas sorgen. Die Mitte wird super, dafür habe ich genügend Material. Aber jetzt knurrt auch noch der Magen. Wie gut, dass ich gestern nen großen Topf Curry gekocht habe und nur warm machen muß! Irgendwie ist das doch mehr Arbeit, als ich dachte....

12.30 Uhr
Frisch gestärkt geht es weiter. Eine Freundin von mir, von der ich das Curry-Rezept habe, meinte letztens "mit einem großen Top Curry fühle ich mich immer so sicher für alle Gelegenheiten". Da hoffe ich doch mal, dass das auch aufs Filmeschneiden zutrifft. Vier Portionen für den Gefrierschrank, einer Portion für den Bauch, einer für den Kühlschrank für morgen und einem ausgeschlecktem Topf später, sitze ich mit nem Kaffee wieder vor dem Rechner.



13.22 Uhr
Ach Mensch, es ist so viel tolles Material und so schwierig, Szenen wegzulassen!

13.57 Uhr
Mir beginnt die Zeit davon zu laufen. Theoretisch müsste ich jetzt Schluß machen.... Heute abend weiter? Ach herrjee, ich hab nen Ohrwurm.

14.20 Uhr
Schluß jetzt! Hach schade, noch nicht fertig. Ist wie beim Nähen, dauert immer alles länger, als frau denkt!

Sonntag, 16. Dezember 2012

Nix Neues

Ich weiß, hier ist es still derzeit. Aber es gibt weder Zeit, etwas zu schreiben noch Interessantes zu verkünden, was nicht geheim wäre.

Das Weihnachtskleid ruht. Das Probekleid habe ich letztens mal mit Strumpfhosen und was drunter angehabt und ein paar Nadeln reingesteckt. Aber ich bin nicht dazu gekommen, was daran zu machen. Das werde ich auch heute nicht schaffen, denn ich muß Geschenke weiterhäkeln und - stricken. Also Tatort ohne Livebericht. Nicht traurig sein!

Ob ich diese Woche noch zu dem Weihnachtskleid komme, steht in den Sternen. Wenn nicht, ist es auch kein Weltuntergang, aber doch ein bißchen schade. Wir sehen uns spätestens bei der Spenden-Sing-Gala. Versprochen.

Dienstag, 11. Dezember 2012

Irgendwie gemein


Bildquelle: Drops

Irgendwie gemein. Da fange ich was an, um mich von der anstrengenden Strick-Geschenke-Produktion häkelnderweise auszuruhen und "endlich" mal wieder etwas für mich zu machen. Tu mich erst schwer mit dem Muster in Worten, finde dann das Bildchen und plötzlich alles ganz leicht, erfreue mich an der Weichheit des Garnes (Alpaca-Silk ist immer noch im Angebot!) und stelle dann fest, dass das Ding, was ich gerade mache, ganz laut und deutlich einen von mir abweichenden Namen sagt und also ein Geschenk werden will. Irgendwie gemein. Aber es fühlt sich so plausibel an, dass ich wohl nicht anders kann.

Samstag, 8. Dezember 2012

Ich bin sehr erstaunt

Ich bin wirklich sehr erstaunt über das Posting von "das Nuf" über "Frauen und Männer, die selber machen" und die dazu geschriebenen Kommentare. Muß es wirklich zwischen Frauen immer dieses "ich mach dieses und das was du machst ist TOTAL FALSCH"-Ding geben?

Ich bin alles andere als eine gute Hausfrau und Wohnungen dekorieren liegt mir nicht, dafür nähe ich viel lieber schöne Kleider.  Am Montag Nachmittag habe ich mit dem Sohn und seiner Patentante Hefe-Nikoläuse gebacken und wir hatten sehr viel Spaß. Da das eine so große Anzahl von Nikoläusen wurde, die wir unmöglich alle selbst aufessen konnten, haben wir seinen Kindergartenfreunden jeweils einen in eine Papiertüte gepackt und mitgebracht. Die Idee fand ich gut, denn einer meiner Werte, die ich dem Sohn vorlebe und predige ist, dass man Freundschaften auch pflegen muß.

Die Mütter der Kindergartenfreunde reagierten ähnlich wie die Damen vom oben genannten Posting. "Wozu ihr alles kommt, bei uns ist noch nicht mal....". Ich hatte den Eindruck, dass die Kinder die Schokolade "vom richtigen Nikolaus" dem trockenen Hefegebäck vorzogen und die Mütter eher genervt waren, von unserer Aktion. Ein Reinfall? Aber wir hatten am Mittwoch Nachmittag Spaß. Auch, weil ich eben freiberuflich in Teilzeit arbeite. Wann und wieviel, das geht eigentlich niemand was an. Darf ich das mit dem Spaß verraten?

Bei Suschna, über die ich den Nuf-Post fand, las ich eine interessante Replik. Aber ist das wirklich nötig?

Danke fürs Feedback zum Probekleid

Danke für die vielen Kommentare zum Probekleid! Vielen Dank!


Mir wurde noch mal deutlich, wie unterschiedlich die Geschmäcker sind und wie schwierig es deswegen ist, um Rat zu fragen. 

Klar ist aber, ich bin weder der Typ für "Stickis" noch für Gürtel, Ansteckblumen, Schals etc. Mit den "Stickis" und mir wird das wohl nichts mehr werden, höchstens mal auf Sommerröcken eine ganz "flotte" Applikation. 

Die Accessoires und ich sind ein schwierigeres Kapitel, finde ich sie doch nicht scheußlich, weiß ich aber, dass ich im Alltag sehr oft nicht daran denke, sie zu nutzen. Ein Kleid muß also etwas hermachen auch ohne zusätzliches Tamtam. Grundsätzlich mag ich es aber eher clean. Z. B. beim Polizeikleid wurden damals auch "Verschönerungsvorschläge" gemacht, die ich absolut unnötig finde, weil das Kleid genau so, für meinen Geschmack, richtig ist. 

Außerdem wurde mir klar, dass es wirklich sinnlos ist, auch ein Probekleid ohne das richtige Darunter und Dazu zu fotografieren. So "nackt" wird der Style nicht sichtbar und nur diejenigen, die mich besser können, können sich vorstellen "wie es gemeint ist".  


Ich ziehe folgende Schlüsse daraus:

  • Ich gebe dem Kleid noch mal ne fotografier-Chance mit Unterkleid, Strümpfen und Stiefeln.
  • Ich werde die Ärmel kürzen und enger machen. 
  • Ansonsten bleibt es, wie es ist bzw. wird noch gesäumt. 
  • Ich lasse mir die Vorfreude auf das marineblaue Weihnachtskleid nicht verderben.
Zum Thema Probekleider: ich bin nach wie vor kein großer Fan von wirklichen Probedingern, denn wirklich aussagekräftig sind sie nicht, weil sich jeder Stoff anders verhält. Probedinger müssen auch tragbar sein. Basta! Aber ne gute Lernerfahrung bezüglich Schnitt-Muster-Farbe-Stoffqualität-Passung war es schon!

Freitag, 7. Dezember 2012

Weihnachtskleid Sew-Along: Probekleid



Mit meinem Probekleid bin ich gar nicht glücklich. Es hat mir so dermaßen die Motivation verhagelt. Es fing schon beim Nähen an. Der Stoff sieht zwar irgendwie schön aus, aber eben nur irgendwie und für meine Verhältnisse fühlt er sich zu plastikmäßig an. Er nähte sich zwar super, aber es war immer ein komisches Gefühl an den Fingern. Die Reste habe ich dem Kindergarten mitgebracht, weil es ja ein bißchen an Tannengrün erinnert. Sollen sie damit basteln.

Der Stoff ist zwar ein Jersey, aber wirklich elastisch ist er nicht. So viel zum Thema Probekleidern. Der hässliche Sternchenjersey vom ersten Probenachthemddingsda ist eben elastisch, da fallen die Mankos des Schnittes sehr viel weniger auf. Blöde Binsenweisheit, nachdem jeder Stoff anders reagiert.


Könnt ihr sehen, was ich an dem Kleid nicht mag? Es ist ein dickes hässliches Nachthemd, es ist null und gar nicht sexy. Wisst ihr, was ich meine? Ein langweiliges olles Oma-Ding.

Also jetzt Butter bei die Fische. Was muß geändert werden, damit ich das Kleid mag. Mir fällt spontan ein:
  • Die Ärmel sind am Oberarm zu weit. 
  • Die Ärmellänge ist irgendwie unglücklich
  • Hinten ist es zu eng, besonders, wenn ich noch was drunter ziehen will. 
  • Vorne am Abnäher kann noch was weg. 
Was meint ihr? Noch Änderungsvorschläge? 



Ich weiß, ich weiß, die Fotos sind lieblos. Mit Strumpfhose und nem Unterkleid drunter würde das Ganze sicherlich noch mal anders aussehen. Aber ich war so enttäuscht, als ich das Kleid überzog und dann so schlecht gelaunt. 

Mehr von den anderen Weihnachtkleidnäherinnen findet ihr beim netterweise von Katharina organisierten Sew-Along in ihrem Blog.

Wie es bei mir weiter ging, also welche Schlüsse ich nach den Kommentaren am Freitag, an denen ich diesen Artikel veröffentlichte zog, lest ihr hier. Und vielleicht habe ich heute abend Lust, bei "Live vom Tatort" weiter daran zu basteln. Mal schaun. 

3. Bitte melde dich!

Heute gibt es keinen Stoff von mir, der eine neue Heimat sucht. Ich bin mit 1000erlei Dingen beschäftigt, so dass ich in der letzten Woche keine Ruhe fand, mit den komischen Kumpanen im Lager zu reden. Einmal, als ich meine dicken Stiefel suchte*, fand ich zwei Gesellen, die eigentlich für die Aktion vorgesehen waren und die wollten doch plötzlich doch Kleider werden. Wenn ich mal wieder Zeit habe, müssen wir das in Ruhe besprechen. Aber genau dafür darf die Aktion ja auch sein, dass neue Flammen der Liebe auflodern!

Was mir letzte Woche noch aufgefallen ist: mir ging es ja eigentlich ums Schenken, ihr machtet die Aktion eher zu einer Tausch-Runde. Grundsätzlich ist das ja in Ordnung und steht ja auch in den Spielregeln, aber ich frage mich schon, ob mir das gefällt. Ich werde darüber nachdenken. 

Das Verschenken, dieses "in den Wald rufen und darauf vertrauen, dass was Gutes geschieht" ist etwas, was mir sehr viel bedeutet. In schlechten Zeiten verliere ich manchmal den Glauben daran, aber ich versuche mich immer wieder daran zu erinnern, weil ich eigentlich eine hoffnungslose Optimistin bin, die so gerne daran glaubt, die Welt zu einer Besseren machen zu können.

*Beim Suchen fand ich übrigens den Stoff von Hartmut. Es ist mir ein Rätsel, warum ich den vorher nicht gesehen habe. Ich glaube, der war heimlich in Urlaub. Manchmal werden mir Stoffe unheimlich. 

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"Bitte melde dich" ist eine neue Aktion aus dem Hause crafteln, die gerne von Euch kopiert werden darf. In loser Reihenfolge, aber immer freitags, werde ich hier Stoffe einstellen, die mein Seelenheil und meine Lagerkapazitäten belasten, weil sie sich wie ein Fehlkauf anfühlen. Entweder habt ihr eine tolle Idee für mich, was ich mit diesem Stoff machen könnte, oder ihr schreit laut "hier" und nennt mir eure Idee, was ihr damit machen wollt. Je nach Stoff, schauen wir mal, wie wir uns einigen. 

Spielregeln: 

  • Stoffe, Schnitte, Kurzwaren und Schneiderzubehör sind ok. Der Schwerpunkt liegt auf den Stoffen. 
  • Kleider, auch wenn sie selbstgenäht sind, sind eine andere Aktion, die jemand anderes ins Leben rufen kann 
  • Es geht hier nicht ums Geldverdienen. Es geht ums Verschenken oder kleine Gegenleistungen. Wer verkaufen will, macht das im Auktionshaus oder im eigenen Blog ohne Verlinkung hier. 
  •  Wer etwas bei "Bitte melde dich" zeigt bzw. anbietet schreibt bitte eine kleine nette Geschichte zu dem Gegenstand (wie kam das Ding zu euch, was war der ursprüngliche Plan etc.) 


Blogs sind in meinen Augen dazu da, um Geschichten zu erzählen und Netzwerke zu knüpfen. Ich mag die Idee der Nachhaltigkeit bei der Aktion und den Unterhaltungswert und freue mich, wenn euch das ebenso geht. 

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Mittwoch, 5. Dezember 2012

Kein MMM aber herzlichen DANK!

Heute kein MMM für mich. Kind ist gibt vor krank zu sein. Aber ich trage heute sowieso das Kleid von letzter Woche, wieder mit Thermoleggins und ner Bermesenzer. Das ist schön muckelig, insbesondere, wenn ich dazu noch Armstulpen trage. Aber zu langweilig und dann doch zu aufwendig zum fotografieren. Stellt euch das einfach vor, ok?

Ich poste trotzdem, weil ich mich ganz herzlich für die vielen, vielen Spenden bei unserer MMM-Spendenaktion bedanken möchte. Das ist wirklich der Hammer, dass wir schon 8 Ausbildungen für Näherinnen in Marokko finanziert bekommen. Die Spendenaktion läuft noch weiter und ich bin gespannt, wieviele wir noch rocken! Vielen Dank fürs Mitmachen. Ich bin wirklich ganz beglückt, dass die MMM-Clique sich nicht nur für schöne Kleider interessiert, sondern eine Bewegung ist!

Wer hat noch nicht, wer will noch mal? Spenden geht ganz einfach. Einfach da drüber klicken ---->
und dann per Paypal, Kreditkarte oder Bankeinzug spenden!


Dienstag, 4. Dezember 2012

Winterpause für das Näh-Fragezeichen



Das Näh-Fragezeichen ist müde. Sehr müde. Das Näh-Fragezeichen braucht einen Winterschlaf. Ob es im Frühling wieder aus einer Höhle rauskriecht oder in wärmere Länder auswandert, werden wir sehen!

Danke fürs Mitmachen in den letzten Monaten!

Sonntag, 2. Dezember 2012

Live vom Tatort: Weihnachtskleid Sew Along: Teil 2 Jetzt geht los!

                                        das ist das Probeweihnachtskleidnachthemd

19.53 Uhr
Eigentlich hätte ich gerne heute nachmittag einen stolzen Post zum Sew Along geschrieben. Von wegen was ich alles erreicht hätte. Aber da gibts nicht viel zu vermelden, also werde ich jetzt live berichten, dass hoffentlich was geht.

Was bisher geschah:

  • Schnitt des Stokx-Kleid am letzten Sonntag und am Montag mit Hilfe eines anderen Stokx-Schnitt und einem Schnitt von Schnittquelle fast fertig vergrößert. Unsicherheit darüber, ob das, was ich mir so ausdachte, sinnvoll ist. 
  • Entscheidung: Probedings muß her. Probeoberteil oder Probenachthemd?
  • Wenn ohnehin ein Probedings genäht werden muß, dann kann ich ja danach entscheiden, ob es noch ein Probekleid gibt. Theoretisch neige ich aber dazu, den gemusterten Jaquardjersey zunächst nach dem Schnitt zu nähen, denn der braucht ja einen "geraden" Schnitt. Das Weihnachtskleid wird dann aber aus dem dunkelblauen Jersey, falls Probedings und Jaquard-Kleid dies zulassen. 
  • Der schwarze Romanit ist für meinen Notfallplan, das Knipkleid noch mal zu nähen. 
Also jetzt erstmal Schnitt fertig machen und dann Probedingsnachthemd zuschneiden. Der heutige Tatort passt ganz gut zum Plan. Das Ermittlerteam aus Halle finde ich so mittel. Als Hörspiel sind sie zu ertragen, ich mag ja Frau Thomalla nicht so gerne ansehen, mag aber den Kollegen. Der Tatort läuft  dann wie immer etwas verzögert dank Festplattenrekorder, nebenher. 

Und ihr so?

20.29 Uhr
Der Papierschnitt ist ausgeschnitten. Irgendwie bin ich froh, jetzt das heilige Packpapier zerschnitten zu haben, aber irgendwie fühle ich mich auch wie in den 80ern, als ich Rechtecke zusammen nähte und dann an der Figur absteckte. Hatte ich letzte Woche noch das Gefühl, ich verstehe einigermaßen was ich tue, so habe ich leider in den letzten Tagen vergessen, was ich mir alles (besonders montag nachmittag, als ich nicht darüber bloggte) so schlaues gedacht habe. Nachdem ich aber nun das Problem 7 Nächte lang mehr oder weniger bewußt bearbeitet habe, muß es jetzt zum nächsten Schritt übergeben, sonst wird das nie was. Also jetzt das Probedings zuschneiden.

20.55. Uhr
Ach Mist. Tatort, Zuschneiden und per Mailaustausch überlegen, wie wir das mit dem Singen für die MMM-Spendenaktion wuppen ist zu viel. Jetzt habe ich das Rückenteil statt des Vorderteiles im Bruch zugeschnitten. Ist zwar nur das Probenachthemd aber trotzdem ärgerlich.

21.30 Uhr
Es ist ein bißchen merkwürdig. Den Stoff, den ich jetzt für ein Probenachthemd zerschnitten habe, habe ich ursprüngliche mal als Jungsstoff gekauft. Jetzt ist es aber so, dass ich ziemlich schlecht im Shirt-Nähen bin und der Junge gar nicht so richtig scharf auf selbstgenähte Shirts ist. Deswegen stand dieser Stoff eigentlich in der Warteschlange für "Bitte melde dich". In Ermangelung eines anderen größeren Stück Jersey im Lager (der nicht für ein schönes Kleid vorgesehen ist), mußte nun also dieser Stoff ran und aufgrund dieser sehr persönlichen Gespräche im Zuge von "Bitte melde dich" merkte ich, wie es persönlich zwischen dem Stoff und mir wurde. Ich entwickelte sogar Aggressionen und liess ihn das spüren! Ob das der Ärger über den Fehlkauf war (4m für Jungsklamotten im Kindergartenalter, was hatte ich mir Weihnachten vor zwei Jahren irgendwann mitten in der Nacht dabei gedacht?) oder was war da zwischen uns los. Angst, dass das Probedings ganz furchtbar wird und meine Weihnachtskleidträume ins Wasser fallen?

Der Plan ist jetzt mit großem Stich zusammen nähen. Wenns dann noch ein Nachthemd werden sollte, dann wird irgendwann gekettelt, wenn nicht wird das, was übrig bleibt "Stoff" genannt und kommt in die Jungs-Jersey-Kiste zurück.

21.56 Uhr
Habe dann doch eben strickenderweise das Tatort-Finale gesehen. War ja schon nen bißchen spannend. Also auf Tator-Niveau. Ich vermute, dass meine Aggressionen auch von diesen aggressiven jungen Männern kamen. Irgendwie finde ich das furchtbar. Aber jetzt die Nähmaschine.

22.23 Uhr
Heijeijei, das ist ja skurril bei Jauch. Die Globalisierung nutzt uns allen, sagen die Unternehmensvertreter. Das sollen sie mal beweisen. Und wieviele springen zwischendurch über den Jordan?  Das ist aber die erste Sendung, dieser Reihe, die ich sinnvoll finde. Und obwohl dieses Singerei, die auf uns zu kommt, uns ziemlich Kopfzerbrechen bereitet, bin ich total stolz darauf, dass wir schon 6 Ausbildungen für Näherinnen in Marokko zusammen bekommen haben. Ich hoffe doch sehr, dass es noch mehr werden!

Keine Sorge: ich nähe nebenher.

22.52
Ich bin entzückt! Das Probenachthemd sitzt fast perfekt. An der hinteren Mitte kann im Hohlkreuz noch was weg und ich habe ja noch nicht Ärmel eingesetzt und den Kragen dran, aber ich gehe mal davon aus, dass die Ärmel von Schnittquelle funktionieren. Meine Schwierigkeit lag ja in den "verlegten" senkrechten Abnähern.

23.42. Uhr

Juchhuuuuu, mein Probekleidnachthemddingsbums ist soooo toll!

Hach, es ist so wunderbar. Ich bin so froh, dass es geklappt hat. Es klingt so simpel, aber es hat meine Gedanken mehr als eine Woche beschäftigt. Ich habe ein gut designtes Kleid vergrößert - ohne wirklich Ahnung davon zu haben, wie man das macht.

Mich hemmte der Respekt vor dem Design, ich hatte wirklich Schiß, einen zusätzlichen Brustabnäher einzubauen. Das klingt total bescheuert. Aber ich wollte es einfach nicht. Und jetzt bin ich hier innerlich am Jubeln, dass es so gut geklappt hat. Heute Nacht kann ich wirklich, so ganz richtig, von meinem Weihnachtskleid träumen. Hach, ich freu mich so! Gute Nacht!

0.13 Uhr
Ich kann nicht schlafen! Was soll ich nur für Schuhe zu dem Kleid anziehen?????  Und eigentlich war es ja auch fürs Büro. Der Ausschnitt ist dafür aber wohl doch etwas zu heiß. Mmmmmmmhhhhhh. Ist das alles aufregend schwierig.


Montag, 10.05 Uhr
Ich habe jetzt noch mal ein paar Fotos vom Probeweihnachtsnachthemd gemacht. Leider sieht man nicht viel, denn die senkrechten Abnäher - der Witz des Kleides, sind nur dort zu erahnen, wo die Sterne schlecht zu sehen sind. Aber vielleicht versteht ihr, wieso ich wegen des Stoffes aggressiv wurde?

Leider hat der Selbstauslöser auch nicht zu mir gesagt, dass die eine Ecke des Ausschnitts eingeklemmt ist. Der andere Witz des Kleides ist natürlich der Ausschnitt und man könnte ihn besser sehen, wäre die Ecke nicht eingeklappt. Ich frage mich gerade, ob er nicht doch ein wenig tief ist. Beim Weihnachtskleid wäre das für diesen Anlass natürlich schick aber für nen Bürokleid. Was meint ihr? 

Ansonsten bin ich einfach nur glücklich und zufrieden, dass der Schnitt nun fertig ist. Als nächstes nähe ich das gemusterte Jacquard-Jersey-Probekleid, das aber wirklich ein Alltagskleid werden soll. Für dieses werde ich den Ausschnitt probeweise verkleinern.

Oooooh wie peinlich! 
Ich habe den Rücklink zu Frau Sewing Addicted, die den Sew Along organisiert vergessen. Hier ist er nun! 

Samstag, 1. Dezember 2012

Me-Made-Mittwoch-Spendenaktion


                                                  Bildquelle: Betterplace.org

Letztens habe ich mich zum ersten Mal sagen hören: mein Hobby ist nähen! Ich bin selbst ein bißchen erschrocken, gehörte doch früher das Wort Hobby nicht zu meinem Wortschatz. "Hobby", so dachte ich früher, ist für diejenigen, die keinen tollen Beruf und sonst keinen Sinn im Leben haben und dann unendlich viel Geld in irgendeine Spinnerei investieren. So dachte ich! Und jetzt habe ich selbst ein Hobby, gebe dafür zugegebener Maßen eine Menge Geld aus und bin verdammt dankbar, dass Nähen für mich entdeckt zu haben, denn es gibt mir sehr viel.

Für andere kann Nähen noch sehr viel mehr sein, als ein Hobby. Es kann ein Beruf sein, um sich zu ernähren und vielleicht noch andere Familienmitglieder zu unterstützen. Es kann die Chance sein, auf eigenen Beinen zu stehen und ein selbstbestimmter Mensch zu sein. In Marokko ist das so und ich bin froh darüber, dass es Projekte gibt, die Frauen unterstützen, nähen zu lernen, um selbständig zu werden.

Eine Ausbildung zur Näherin kostet nur 200 Euro. Wir, von der MMM-Crew wollen ein Ausbildungs-Projekt in Marokko unterstützen und sammeln dafür Spenden, wohlwissend, dass wir alle Geld in unser Hobby investieren, was für andere existenziell sein könnte. An dieser Stelle können wir etwas abgegeben und da wir uns die Spendenplattform genau angeschaut haben, wissen wir, dass das Geld auch genau dorthin fliesst, wo wir es haben wollen.

Die Organisation des MMM ist eine Menge Arbeit. Ich mache das, weil ich es gut finde, Frauen zu unterstützen. Ich bin mir sicher, dass es das Leben insgesamt verbessert, wenn wir unseren Kopfkleiderschrank nach und nach verwirklichen und dadurch selbstsicherer durchs Leben gehen. Ich glaube, dass das eine neue Kraft entwickelt und gemeinsam sind wir noch stärker. In gewisser Weise hoffe ich, dass wir eine Bewegung sind. Wir tun etwas, wir zeigen, was wir tun und dadurch verbessern wir schon mal einen kleinen Teil der Welt.

Und jetzt hoffe ich, dass diese Bewegung stark, bewußt und großzügig genug ist, einen Teil der Kraft und Ressourcen Frauen, in einem anderen Teil der Welt, abzugeben.

Mehr Informationen zur Spendenaktion und zu dem Ziel unserer Spenden findet ihr auf dem MMM-Blog. 

Wie gehts? Bildchen unten (bzw. in der Sidebar) anklicken. Dann kommt ihr zu der Seite von betterplace.org wo ihr per Bankeinzug, Paypal oder Kreditkarte einen beliebigen Betrag spenden könnt.




P.S. Die Aktion heißt "Ihr spendet, wir singen", weil wir dazu verhaftet wurden, ein Ziel für die Spendenaktion festzulegen und nach Erreichung dieses Ziels zu singen. Nun ja, das war nicht unser Lieblingsbestandteil dieser Aktion. Egal. Ist ja für nen guten Zweck. Nach längerer Diskussion einigten wir uns auf 1000 Euro, d.h. 5 Ausbildungen. Ich hoffe doch sehr, dass wir dieses Ziel weit übertreffen!

PPS: Ihr findet die Aktion gut? Schreibt darüber in Eurem Blog und bindet das Spendentool in Eure Seite ein. Wir alle sind der MMM!

Quellcode für das Spendenwidget in Blogger (einfach bei Gagdgets oder im Posting unter HTML einfügen)

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Freitag, 30. November 2012

Bitte melde dich!

Wer hätte das gedacht, dass meine kleine Idee so viel Resonanz findet. Ich hatte gar nicht geplant, eine Aktion zu starten. Aber eines meiner Lieblingsmotti ist "Man sollte immer öfter den Quatsch ernst nehmen" - also ist das jetzt eine Aktion.

Ich werde nicht jedes Mal daran teilnehmen, aber ich werde euch freitags eine Linkliste zur Verfügung stellen, so lange die Aktion uns Spaß macht. Die Linkliste ist immer bis Sonntags zum Tatort geöffnet.


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"Bitte melde dich" ist eine neue Aktion aus dem Hause crafteln, die gerne von Euch kopiert werden darf.

In loser Reihenfolge, aber immer freitags, werde ich hier Stoffe einstellen, die mein Seelenheil und meine Lagerkapazitäten belasten, weil sie sich wie ein Fehlkauf anfühlen. Entweder habt ihr eine tolle Idee für mich, was ich mit diesem Stoff machen könnte, oder ihr schreit laut "hier" und nennt mir eure Idee, was ihr damit machen wollt. Je nach Stoff, bezahlt ihr entweder nur die Versandkosten oder aber einen kleinen Beitrag auf den wir uns einigen.

Spielregeln:
  • Stoffe, Schnitte, Kurzwaren und Schneiderzubehör sind ok. Der Schwerpunkt liegt auf den Stoffen.
  • Kleider, auch wenn sie selbstgenäht sind, sind eine andere Aktion, die jemand anderes ins Leben rufen kann
  • Es geht hier nicht ums Geldverdienen. Es geht ums Verschenken oder kleine Gegenleistungen. Wer verkaufen will, macht das im Auktionshaus oder im eigenen Blog ohne Verlinkung hier. 
  • Wer etwas bei "Bitte melde dich" zeigt bzw. anbietet schreibt bitte eine kleine nette Geschichte zu dem Gegenstand (wie kam das Ding zu euch, was war der ursprüngliche Plan etc.)

Blogs sind in meinen Augen dazu da, um Geschichten zu erzählen und Netzwerke zu knüpfen. Ich mag die Idee der Nachhaltigkeit bei der Aktion und den Unterhaltungswert und freue mich, wenn euch das ebenso geht.

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Heute gibts von meiner Seite aus nur zu vermelden, dass der hier,



,der letzte Woche in neues, liebevolles Zuhause suchte, an Frau Lila und Gelb verschickt wird, wenn sie mir ihre Adresse an meike HH at g m x  punkt de mailt. Es gab zwar noch andere potentielle Adoptivmütter, aber Frau Lila und Gelb hat einfach sehr schnell und laut "hier" gerufen, so dass ich davon ausgehen kann, dass sie dem Stoff was Gutes tut.


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Mittwoch, 28. November 2012

MMM - im Jutesack



Ich wusste es: erst nenne ich das Kleid Jutesack und dann ziehe ich es nicht mehr aus.

Zugegeben, es kratzt ein wenig und es ist nicht so ein feines Kleid wie das Rote, aber die Farbe ist gut und außerdem trag ich sowieso was drunter. Es gibt rote-Kleid-Tage und Tage, an denen ein rotes Kleid so ganz und gar nicht geht. Dafür gibt es jetzt das Blaue. Einziges Problem: blaue Strumpfhosen gehen dazu irgendwie gar nicht, weil die Farbe je nach Licht mal mittelknallblau mal petrol ist. Aber das ist nicht wirklich schlimm, weil sonst eigentlich alle Strumpfhosen aus dem Fundus zu dem Kleid passen.

Heute habe ich mich für schwarz als Kombinationsfarbe entschieden, weil das so einfach geht. Schwarze Strumpfhosen/Leggins habe ich genügend, ebenso wie schwarze Langarm-Shirts (das nächste Mal nehme ich eines mit rundem Ausschnitt). Dieses Outfit entspricht schon sehr meiner Vorstellung von Alltags-Kleid. Einfach in den Schrank greifen und irgendwelche Leggins/Shirts rausholen, warmes Kleid drüber, irgendwelche Stiefel dazu an und fertig. Kein Schnickschnack, schick und warm. Erstaunlicherweise wird mir in dem Kleid nicht ZU warm, denn 1. hat es keine Ärmel und 2. wärmt es eben an den relevanten Stellen ist aber ansonsten schön kurz. Und wenn es dann noch kälter wird, wird eben untenrum etwas mehr angezogen.




Langweilig, das gleiche Kleid noch mal zu nähen und zu tragen? Nö. Erstaunlicherweise nicht. Es ist eher entspannend, dass es ein "Ersatzkleid" gibt. Und da es so schnell genäht und Nr. 2 auch wirklich günstig war, erhält es von mir das "Prädikat wertvoll".

Einziges Manko des Kleides: es rutscht dank des großen Ausschnitts immer von den Kleiderbügeln. Lösungsvorschläge?

Schnittmuster: Kassak Texel von Schnittquelle zum Kleid verlängert (derzeit ist der Schnitt im Angebot)
Stoff: Walk vom Maybachufer
Materialkosten: 36 Euro (allerdings hätten 2.10 m gereicht, ich hatte aber 2,40 m gekauft) + Garn
Schwierigkeitsgrad: einfach
Passform: Besser. Dieses Mal habe ich komplett nach Anweisung gearbeitet, nur die Taillierung etwas rausgenommen (also mehr Stoff um die Taille rum, schließlich bin ich kein 16 mehr) und anschließend kleine Anpassungen an den Raglannähten. Achso ja und die Biesen am Rückenteil habe ich zur Hohlkreuzanpassung verlängert. Das klingt aufwendig - ist es aber nicht! Versprochen!
Werde ich noch mal machen? Aber klar doch! Im Moment kann ich mich nur noch nicht entscheiden, in welcher Farbe.

Über den Entstehungsprozess habe ich hier geschrieben.

Mehr wunderbare selbstgemachte Outfits an echten Frauen finde ihr hier mit der elektrisierenden Wiebke als gut gekleidete und locker plaudernden Gastgeberin.

Dienstag, 27. November 2012

Näh-Fragezeichen-Antwort



Und was macht ihr so mit Walkresten, fragte das Nähfragezeichen von letzter Woche - in der Hoffnung, dass ein paar flotte, günstige Weihnachtsgeschenkideen dabei rumkommen.

Also ich nähe bescheuerte Walkmützen, mit denen ich bekloppt aussehe. 



Wer noch bessere Ideen hat, kann noch eine Woche lang dort, beim Nähfragzeichen antworten bzw. im eigenen Blog und sich bei Mr. Linky verlinken. 

Montag, 26. November 2012

Nähen ist kein Ponyhof

Nach meinen Schnittanpassungsversuchen von gestern, habe ich es eben endlich geschafft, Frau Stokx telefonisch zu erreichen. Ich wollte diese Ponyhofformulierung schon immer mal benutzen, aber so schlimm ist es natürlich nicht. Ich habe nur nicht direkt danach gefragt, ob sie mir ein Schnittteil zeichnet. Das wäre zwar die schickste Lösung, aber so dreist bin ich dann doch nicht.

Stattdessen habe ich ihr erzählt, was ich gemacht habe und nachdem sie mir kompliziert etwas über Abnäherverlegung erzählte, was ich zwar nachvollziehen (aber wahrscheinlich nicht anwenden) konnte, meinte sie, ich solle doch einfach ein Probe-Oberteil nähen. Da hätte ich auch selbst drauf kommen können. Also ein Probeteil vor dem Probekleid. Puh!

Im Großen und Ganzen scheine ich auf dem richtigen Weg zu sein. Nur Umwege, Fleißarbeiten und Probeteile mag ich natürlich überhaupt nicht! Und Nachthemden nähen auch nicht. Ich sollte mir als Zuckerl das Versprechen geben, im Falle eines schönen Weihnachtskleides automatisch die Erlaubnis zu haben, eine ordentliche Portion Romanitjersey zu bestellen, um weitere Kleider nach dem Schnitt zu nähen.

Sonntag, 25. November 2012

Live vom .... Sew along



20.31 Uhr
Heute nix Tatort. Münster ist nix für mich. Frau kennt ja mit der Zeit ihre Pappenheimer. Außerdem würde ich viel lieber durch eure Weihnachtskleid-Träume surfen.

Würde deshalb, weil ich zwar Lust zum faulen Surfen hätte, mich aber dennoch lieber der herausfordernden Aufgabe widmen werde, das Stokx-Kleid zu vergrößern. Eigentlich kann das nicht so schwierig sein. Eigentlich müsste ich nur einen Oberteil Grundschnitt zeichnen bzw. einen gut passenden Schnitt suchen (gibt es sowas?) und mit dem zu kleinen Schnitt den ich habe, vergleichen. Aber so einfach ist das vermutlich nicht.

Für das Rückenteil funktioniert das, aber für das Vorderteil habe ich irgendwie keinen vergleichbaren Schnitt. MMmmhhh, da muß ich noch mal drüber nachdenken. Ich könnte ja damit beginnen, diesen Haufen Schnitte zu sortieren, die so unordentlich in dem "aktuell"-Fach liegen. Vielleicht ist da was dabei? Eigentlich dürfte ich ganz gut mit dem Rückenteil vom Knotenkleid fahren. Auch der eine T-Shirtschnitt aus der Ottobre war ganz ok.... Mal schaun.

Irgendwo hatte ich mal gesehen, wie das mit dem Verlegen von Abnähern geht. Ich erinnere mich an ein Bild, auf dem Abnäher sternförmig über den Oberkörper verteilt waren. Das sollte ich vielleicht auch noch suchen. Und dann habe ich noch das Buch "Sewing for Plus Sizes", da könnte auch noch was stehen. Es wird spannend.

20.59 Uhr
So, jetzt habe ich in dem amerikanischen Buch etwas übers Vergrößern gelesen, bei Frau Mema über ihre Erfahrungen mit dem Vergrößeren von "Dodos Kleid" und auch Frau Michou hat mir netterweise einen Kommentar geschrieben. Jetzt gehts nach der Theorie an die Konfrontation mit der Realität. Tisch aufräumen, Schnitt ausbreiten und schauen, wieviel gemacht werden muß. Uiiuiiuii.

21.39 Uhr
Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht, habe ich mir überlegt. Bei allen Schnitten von Frau Schnittquelle, die ich bisher nähte, wurde deutlich, dass Frau Schnittquelle etwas von ihrem Handwerk versteht. Das sagt Lindy auch. Also beschloss ich mich erstmal an den Ärmel, bzw. das Armloch und das Rückenteil zu machen. Ich zog das von mir bisher derart ungeliebte Kleid Pantou an, das so hässlich ist, dass ich es noch nicht mal fotografierte, fand es plötzlich gar nicht mehr so ganz arg schlimm und stelle fest, dass die Ärmel gut sitzen. Gesagt getan, Schnitt rausgesucht, Ärmel analog des Schnittquelleschnittes aufgemacht und Armloch am Rückenteil geändert. Dabei habe ich festgestellt, dass der Taillenverlauf der gleiche ist und ich über die hintere Mitte anpassen kann, da das Stokx-Kleid im Gegensatz zu dem Schnittquellekleid eine hintere Mittelnaht hat, um es auf Figur zu schneidern.

Eine Weile überlegte ich, ob ich den Halsausschnitt und damit den Kragen lassen analog zu dem Schnittquellekleid oder vergrößern sollte. Dann erinnerte ich mich daran, dass der Kragen für mehrere Größen bei Stokx gleich war und Frau Schnittquelle ihr Handwerk versteht. Also habe ich mich dafür entschieden, den Kragen ein kleines bißchen zu verbreitern. Allerdings nicht im gleichen Maße, wie ich in der hinteren Mitte Weite zugebe. Ich hätte sonst die Befürchtung, dass es hinten Absteht, wenn ich wieder Kopfschmerzen und nen "Witwenbuckel" habe.

Am Vorderteil wird es jetzt, "dank" des senkrechten Abnähers an der Schulter etwas schwieriger. Erst wusste ich nicht, wo ich das Armloch anlegen sollte, entdeckte dann aber bei beiden Schnitten eine eingezeichnete vordere Mitte. Dann legte ich an dieser vorderen Mitte und der Schulternaht an und malte erstmal mit Bleistift die Kontur. Jetzt muß ich nachdenken - schließlich will ich nicht einfach breiter machen, sondern mit einer FBA Platz für Busen schaffen. Und das möglichst ohne, dass ich einen zusätzlichen seitlichen Abnäher einfüge, sondern dass ich diese Mehrweite anschließend in den oberen Abnäher schiebe. Mmmmmmhhhh, nicht einfach. Schade, dass ich gerade nicht in Berlin bin!

21.52 Uhr
Irgendwie stehe ich auf dem Schlauch und komme mir vor, wie ein kleines Mädchen. Ich weiß, dass das mit Einschneiden und Auseinanderziehen geht, aber ich trau mich nicht und weiß nicht, wo. Das kleine Mädchen in mir will in Berlin anrufen und Bittebittehilfmir sagen.

22.07 Uhr
Das kleine Mädchen hat gesiegt. Das Tolle ist ja, dass ich die Option habe, bei Lindy anzurufen. Leider ist sie nicht zuhause. Gut für sie, schlecht für meine Ungeduld.

Ich neige dazu, sie morgen noch mal anzurufen und sie um ein paar Tipps zu bitten bzw. um eine Zeichnung des Vorderteils. Das ist zwar eine Kapitulation und ein sozusagen rausgeschmissener heutiger Abend, aber auf der anderen Seite muß ich mir ja auch gar nicht erst einbilden, ich wäre so clever wie sie mit vielen Jahren Erfahrung. Ich gehe also jetzt messen, um wieviel ich "obenrum hinten" verbreitert habe, damit klar ist, wieviel ich vorne mehr brauche.

Obwohl, da fällt mir ein: Der Stokx-Mantel hat doch einen Abnäher auf der Schulter, oder? Strike, hat er! Jetzt krame ich mal das Mantelschnittmuster raus und schaue, was mir das bringen kann. Aber es ist natürlich nicht so einfach, denn der Mantel hat "überhängende Schultern". Es wäre ja sonst auch zu leicht gewesen!

22.22 Uhr
Jipppiiaehhhhh, jippiaaahooooo! Jetzt habe ich zwar nix übers Abnäher machen und Verlegen gelernt, aber ich glaube, ich habs. Ich habe das fehlende Schulterstück vom Rückenteil kopiert und an das Mantelvorderteil rangeklebt. Dann habe ich das Mantelvorderteil an der vorderen Mitte gefaltet und am Kleiderschnitt so angelegt, dass die Schulter passt. Ich konnte deutlich sehen, dass die Abnäherspitze tiefer liegt und der Abnäher aufgeht. Genauso machte ich einen Bleistiftsstrich, maß, wieviel der Abnäher aufgeht und entdeckte, dass das genau der Verschiebung für das Schnittquelle Armloch entsprach. Wenn ich mich nicht täusche, müsste das jetzt genau so gehen.

Natürlich habe ich auch die Mantelärmel verglichen. Das haute natürlich nicht hin, weil ein Mantelärmel breiter ist, als ein Kleidärmel, aber ich denke, dass das schon gut passt mit dem Schnittquelle Armloch. Das lasse ich jetzt so.

Cool, ich habs! Noch ne Nacht drüber schlafen, dann schneide ich das Vorderteil aus und den Probestoff zu. Nur welchen? Den schwarzen oder den gemusterten?

22.29 Uhr
Stopp, stopp, stopp, so einfach ist das natürlich nicht. Ich ziehe jetzt noch mal das Polizeikleid an, dass ich nach dem Mantelschnitt genäht habe und kontrolliere, ob der Abnäher gut sitzt. Und dann muß ich doch noch mal das Schnittquelle Schnittmuster rausholen, weil das Armloch leicht im Winkel verschoben werden muß. Ich denke aber, das ist Finetuning. Das wird schon!

22.47 Uhr
So, ich mache jetzt Schluß für heute. Ganz so einfach, wie gedacht ist es doch nicht. Es ist eben ein Stokx. Als ich das Polizeikleid anhatte, sah ich zwar, dass die Abnäher super sind, entdeckte aber auch ein raffiniertes eingesetztes seitliches Vorderteil, dass ich vergessen hatte und dass ähnliche wie Prinzessnähte natürlich auch formgebend ist. Diese Erkenntnis hat einen Vor- und einen Nachteil: Der Nachteil ist, ich bin noch nicht fertig mit den Anpassungen, ein wenig Weite muß ich wohl dann unter der Brust wieder wegnehmen oder irgendwo ist noch etwas, was noch nicht ganz passt. Aber das werde ich morgen in einem Telefonat mit Lindy versuchen zu klären.

Der Vorteil ist, dass ich mal wieder ein hübsches Kleid in meinem Schrank entdeckte, das ich lange nicht anhatte. Wieso eigentlich? Es ist ein verdammt schickes Kleid, das Polizeikleid!

War doch ganz interessant heute - zumindest für mich. Wer hätte das gedacht. Zwischendurch hätte ich ja fast hingeschmissen. Und ihr so?

Weihnachtskleid-Sew-Along Teil1: Motivation und Linksammlung



25.11.2012 
Weihnachtskleid-Sew-Along 2012 Teil 1: Motivation und Link-Sammlung
Was mag ich anziehen, lieber ein Kleid oder ein schickes Hosenoutfit? / Wo kriege ich den Schnitt her? / Wer hat eine Idee für einen tollen Blusenstoff? / Ich weiss schon was ich nähe und zwar das hier. / Kennt jemand einen Schnitt für so etwas? / Ich habe einen tollen Schnitt gesehen, den muss ich Euch unbedingt zeigen. / Ich weiss noch garnicht was ich nähen soll.

Ich freu mich wirklich sehr auf das Finale *g*. Und aufs Nähen? Und aufs along sewen? Auch, natürlich! Ich bin ja wirklich kein Weihnachtsfan und Wohnung schmücken und so, aber so freue ich mich auch auf Weihnachten und schmücke das, was am wichtigsten ist: mich! Sehr gut. Vielen Dank für die Initiative und die Organisation des Sew Along, Katharina!

Oben stehen die diesjährigen Fragen. Ich beginne zumindest systematisch:

1. Was mag ich anziehen?
Definitiv ein Kleid. Hosen? Was war das noch mal? Aus winterdickem Jersey soll es sein. Bei uns gehts Weihnachten nicht so förmlich zu, aber essen gibts genug. Da ist Jersey einfach bewährt.

2. Wo bekomme ich den Schnitt her. 
Das ist nicht so schwierig, denn entweder nähe ich diesen Schnitt aus der Knip Mode 7/2012 noch mal.


Oder aber ich wage mich daran, den Stokx-Schnitt siehe Skizze (kein Link, weil unverkäuflich) zu vergrößern. Das wäre ein schlichtes Kleid mit Kragen und elegantem Ausschnitt.




Die Skizze ist natürlich total mies. Ich kann überhaupt nicht zeichnen und überhaupt sieht man überhaupt nicht, wie edel, raffiniert und wunderbar das Kleid war, dass ich im Laden gesehen habe; das Kleid, das mich drei Nächte in meinen Träumen verfolgte.... Aber egal, ihr müsst mir das einfach glauben, dass das Kleid ne Chance wert ist.

Natürlich wird das Kleid mit dem Kragen etwas aufwendiger, weil ich eben erstmal an den Schnitt ran muß. Auch wenn es ein schlichter Schnitt ist, habe ich da Respekt vor. Eigentlich ist es ne Art Grundschnitt mit einem nach oben verlegten Abnäher. Aber so einfach stelle ich mir das Ablegerverlegen und zu Beurteilen, ob den nun genügend Platz für die Brüste ist, nicht vor. Dieses 3-D-Denken ist nicht gerade meine Stärke. Gut, dass ich das Knip-Kleid sozusagen als Notfallplan habe.

Aber definitiv wird es ein Jersey-Kleid werden. Das ist zwar nicht ganz so schick, wie ein Kleid aus edlem Stoff mit rüschelndem Unterrock, aber für mein Leben zweckmäßig. Es soll sich an Weihnachten eignen, um mit dem Sohn auf dem Boden die Geschenke auszupacken und soll anschließend ein schickes Alltagskleid bzw. Bürokleid werden.

Ich habe drei Stoffe zur Auswahl die definitiv in den nächsten Wochen als Winter-Kleider vernäht werden sollen.

  • einen günstigen schwarzen "Romanitjersey". Nicht wirklich elastisch. Fällt aber ganz schön, schön schwer.
  • einen edlen dunkelblauen "Romanitjersey"
  • der gemusterte Jacquard-Jersey von Stoff und Stil, bei dem ich schon mal fragte, was ich aus dem zaubern könnte



Tüdelchen um den Romanitjersey, weil ich ehrlich gesagt immer noch keine Ahnung habe, was das wirklich ist. Es ist wohl ein Strickstoff mit Viskose + Polysomething + Elasthan und meine beiden Uni-Kandidaten sind irgendwie so etwas. Ich frage mich allerdings, ob sie sich wirklich ähnlich benehmen, wie ein Sommerjersey. Ganz so dehnbar sind sie jedenfalls nicht. Das wird spannend!

Jetzt komme ich mir vor wie ne Hütchenspielerin. Mein liebster Stoff von den 3en ist der Dunkelblaue. Beide Schnitte würde ich gerne machen. Der Plan wäre gut, zwei Stoffe zu nehmen, um den Schnitt, der vergrößert werden muß erstmal zu testen. D.h. Weihnachtskleid aus dem Blauen und einer der beiden anderen für das Probekleid. Aber welchen? Der vorläufige Plan war, den Schwarzen als Probekleid zu nähen, doch ich denke, der Gemusterte funktioniert nicht für den Knip-Schnitt. Also bliebe den gemusterten als Probekleid und den schwarzen assymmetrisch? Ich glaube, ich gehe noch ne Runde Hütchen bzw. "Bäumchen wechsel dich" spielen.

Falls ich totalen Frust bekomme und auf einmal etwas ganz anderes machen will, hätte ich noch zwei Alternativen.

  • Ich habe hier noch einen grauen Viscose-Walk, der weicher und dünner ist, als der Walk vom roten Kleid. Ob ich daraus also noch mal Schnittquelle Texel-Kleid mache, ist fraglich. Aber was dann?
  • Ich habe hier noch den neuen Vogue-Schnitt 8667. Ich zweifele aber, ob der graue, dünne, fließende Viscose-Walk dafür geeignet sein könnte. Oder aber einer der oben genannten Jerseys? 
Es ist gar nicht so einfach, sich zu entscheiden - aber genau diese Phase liebe ich bei Sew-Alongs und bin schon verdammt gespannt, was ihr euch ausgedacht habt.

Wer sonst noch so die Qual der Wahl genießt, findet ihr hier!

edit:
Mich hat die Sew-Along-Krankheit schon voll erwischt. Nachdem ich bei Frau Wiebke und Frau Katrin Dodos Kleid entdeckt habe, hat es sich wie von selbst bei Burda bestellt, obwohl es mir viel zu klein ist. Aber Dodo sah so toll aus und wenn Wiebke und Katrin es auch noch nähen..... Böser Link zum 1,99 Euro download :-) Das wird aber wohl eher ein Projekt für 2013. Wie wäre es, wenn wir dafür eine "Schnitt-Vergrößerungs-Gruppe" gründen?

Samstag, 24. November 2012

Unverhofftes Live-Näh-Bloggen


15.34 Uhr
Hach, ganz unverhofft bin ich gestern zu 47 Minuten Näh-Zeit gekommen und heute sind meine beiden Männer schon wieder unterwegs. Ich danke den schwedischen Möbelhäusern, dass sie so eine große Anziehungskraft auf den Gatten ausüben, so dass er einfach regelmäßig, mit fadenscheinigen Gründen, dort hinfahren muß. Soll er doch meinetwegen Glühbirnen kaufen...

Gestern habe ich schon die Biesen an dem roten-Walk-Kleid-Nachfolger-in-blau gemacht, jetzt kommt das Zusammennähen. Ich muß mich wohl bei dem roten Walk für das Wort "Wolldecke" entschuldigen, denn das dünne, zarte Gespinst unterscheidet sich doch schon arg von dem 15 Euro Walk vom Maybachufer, der fast ein bißchen an Jutesack statt an Wolldecke erinnert. Egal, schöne Farbe, Schnitt ist gut, Alltagskleider braucht die Frau.

16.09 Uhr
Zusammengenäht ist es. Der fehlende Zentimeter im Bruch tut dem Schnitt gut. Es passt besser. Ich muß nur die Biesen im Hohlkreuz etwas mehr abnähen und die vordere Raglannaht anpassen. Die wohlweislich etwas weniger schicke Taillenrundung stimmt so. Darauf noch ein Gummibärchen!

Das sind die Momente, in denen ich immer halbnackt nähe, weil ich ja ständig Anprobieren muß. Im Winter ist das ganz schön frostig. Schon krass, was frau für Opfer bringt.

16.38 Uhr
So, Anpassungen gemacht und wieder warm angezogen.

Walk ist glücklicherweise leicht zu nähen und dankbar. Vor lauter Anpassen habe ich doch noch ein wenig mehr tailliert, in der Annahme, dass sich, während ich mich schminke und der Mann unter der Dusche steht, die warme, feuchte Luft, das Kleid dann perfekt an meinen Körper modelliert. Sanduhr und so, ihr wisst schon.

So Gedanken habe ich beim Nähen. Das lenkt mich davon ab dauern zu denken "och Menno, ich habe gar keine Lust. Eigentlich ist Nähen voll doof. Wieso mache ich das eigentlich?" Ich glaube, mir fehlt das Gruppen-Nähen. Von-Klamotten-Träumen macht mir jetzt seit Monaten mehr Spaß als das Nähen an sich.

17.00 Uhr
Ich bin echt bescheuert! Statt mal auf einem Probestück auszuprobieren, ob der Zickzack richtig eingestellt ist und das Garn zum Stoff passt, nähe ich einfach drauf los. Statt nun einen unsichtbaren Saum zu haben, habe ich quasi eine gesticke, ungerade Ziernaht  3 cm oberhalb des Saumes! Mist! Nun gut, jetzt ist es unten so, dann muß ich es an Ärmeln und Ausschnitt auch noch so machen. Menno!

17.30 Uhr
So, der Jutesack ist fertig. Heute Abend muß ich nur noch die Fäden von den Biesen auf die linke Seite ziehen und verknoten. Das mache ich aber vor der Glotze. Der Gatte meint ja immer, dass man Samstag einen großen Film sehen muß (statt Babysitter und ausgehen - wir sind eben alt und spießig).

Am Schluß hatte ich wirklich so gar keine Lust mehr. Mir ist dann auch eingefallen wieso. Erstens mag ich keine Sachen sofort noch mal machen. Routine und Wiederholungen sind mir ein Graus. Auch wenn ich natürlich weiß, dass es lohnt, Dinge zu wiederholen, vor allen Dingen Gute. Aber so war ich schon immer: ich schmeiße den Effizienzgedanken über Bord und widme mich lieber neuen Projekten.

Zweitens habe ich das Kleid nicht deshalb als erstes aus den berliner Stoffen genäht, weil ich die größe Lust dazu hatte, sondern weil der Walk am meisten Platz wegnimmt. Ich wollte dem Gatten den Wind aus den Segeln nehmen, nach dem Motto "schau, ich habe doch ganz wenig in Berlin gekauft". So nen Walkberg, der rumliegt, macht sich da stets schlecht. Immerhin dafür war es gut, auch wenn mir derzeit mehr nach meinen Romantijerseys ist.

Aber ich sollte dem Jutesack nicht unrecht tun. Wahrscheinlich ziehe ich das Ding morgen an und bis Februar nicht mehr aus....

Noch grauenvoller ist allerdings die Mütze, die ich aus den Walkresten genäht habe. Wer hätte gedacht, dass ich in der Lage bin ganz unterschiedliche hässliche Mützen zu erzeugen. Ich bin wohl doch der Hut-Typ und sollte dem Projekt "Strickfilzen" langsam mal nachgehen. Ein Anleitungsheft habe ich schon.

So, jetzt Aufräumen und Kuchenbacken. Wir sehen uns morgen beim Tatort - vielleicht.


Juchhu, es gibt nen Weihnachtskleid-Sew-Along



Ist das nicht ne Wucht, dass wir wieder zusammen Weihnachtskleider nähen? Ich freue mich sehr, dass Katharina aka dickes paulinchen von sewing addicted uns nen Sew-Along spendiert. Wie Bolle freue ich mich auf das große Finale beim MMM. Das wird so toll und so glitzernd! Ich bin jetzt schon ganz aufgeregt.

Erst dachte ich "neee, da machstde nicht auch noch mit, du brauchst Bürokleider". Aber dann dachte ich "der arme Gatte, sieht mich so oft in Rumlümmelklamotten, dem könnte ich an Weihnachten doch mal ne besondere Freude mit nem besonderen Anblick machen". Außerdem hatte sich das Jersey-Weihnachtskleid vom letzten Jahr so dermaßen bewährt. Ich werde also ein besonders schickes Bürokleid nähen, es Weihnachtskleid nähen und an Weihnachten das erste mal (richtig) tragen. Juchhu.

Morgen gehts los. Die genauen Termine erfahrt ihr auf sewing addicted.

Freitag, 23. November 2012

Bitte melde dich!



Hallo, ich bin ein ungeliebter Stoff und mir fehlt der Sinn im Leben. Vielleicht kannst du mir helfen. Mein Frauchen hat mich nicht lieb. Sie sagt, ich wäre ein Fehlkauf und belaste sie nur. Diese Situation fühlt sich für uns beide nicht schön an, deswegen wusste ich mir keinen anderen Rat mehr, als mich an euch zu wenden.

Hat EineR vielleicht eine gute Idee, was ich werden könnte? Vielleicht könntet ihr mein Frauchen von der Sinnhaftigkeit meiner Existenz doch noch überzeugen? Oder ihr habt einen derart guten Vorschlag, womit ich doch noch einen Nutzen haben kann, dass sie ein Paket packt und mich an euch - einfach so - verschickt?

Ich bin ein Seersucker (und deswegen zwar zerknirscht aber zwangsläufig zerknittert) in Blautönen mit einem ganz zarten gelben Streifen. Mein Frauchen dachte mal, dass ich ein Retro-Sommerkleid werden könnte, aber sie traut sich nicht. Sie weigert sich auch standhaft, einen Schlafanzug aus mir zu nähen.  Ich bin 1,30 m x 3,80 m groß. Ich bin eigentlich viel hübscher als auf dem doofen Foto. Mich gibts umsonst gegen Versandkosten, für jemand, der mich lieb hat.

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"Bitte melde dich" ist eine neue Aktion aus dem Hause crafteln, die gerne von Euch kopiert werden darf.

In loser Reihenfolge, aber immer freitags, werde ich hier Stoffe einstellen, die mein Seelenheil und meine Lagerkapazitäten belasten, weil sie sich wie ein Fehlkauf anfühlen. Entweder habt ihr eine tolle Idee für mich, was ich mit diesem Stoff machen könnte, oder ihr schreit laut "hier" und nennt mir eure Idee, was ihr damit machen wollt. Je nach Stoff, bezahlt ihr entweder nur die Versandkosten oder aber einen kleinen Beitrag auf den wir uns einigen.


edit:
Super, schon Kommentare. Das wäre toll, wenn ganz viele so etwas, wann immer es passt, freitags machen. Dann kommt ein großer Stofftausch zustande, der sich bestimmt universell ausgleicht. Mir geht es wirklich nicht ums Verkaufen und Geld machen, sondern darum, dass ich diese Stoffe gerne abgebe, wenn jemand damit etwas Sinnvolles anstellt. Meiner Erfahrung nach kommt sowieso viel zurück, wenn man es in den Wald rein ruft.

edit2:
Catherine hat natürlich recht. Wir sammeln die einsamen Herzen und damit jeder sie findet spendiere ich ne Linksammlung (bis Sonntag abend geöffnet). Wer auch noch ne Schrankleiche hat, die eine neue Heimat braucht - tragt euch ein.

edit3:
Ich freue mich sehr über Euer Interesse und merke, dass das ne spontane Aktion, sprich nicht bis zum Ende durchgedacht ist. Also mache ich spontan weiter:

  • Stoffe, Schnitte, Kurzwaren und Schneiderzubehör sind ok. Der Schwerpunkt liegt auf den Stoffen.
  • Kleider, auch wenn sie selbstgenäht sind, sind eine andere Aktion, die jemand anderes ins Leben rufen kann
  • Es geht hier nicht ums Geldverdienen. Es geht ums Verschenken oder kleine Gegenleistungen. Wer verkaufen will, macht das im Auktionshaus oder im eigenen Blog ohne Verlinkung hier. 
  • Wer etwas bei "Bitte melde dich" zeigt bzw. anbietet schreibt bitte eine kleine nette Geschichte zu dem Gegenstand (wie kam das Ding zu euch, was war der ursprüngliche Plan etc.)

Blogs sind in meinen Augen dazu da, um Geschichten zu erzählen und Netzwerke zu knüpfen. Ich mag die Idee der Nachhaltigkeit bei der Aktion und den Unterhaltungswert und freue mich, wenn euch das ebenso geht.

Donnerstag, 22. November 2012

Fotos und so



In den letzten Tagen haben wir knapp 2000 Fotos von mir für eine Bewerbung gemacht. Auf jeden dieser Fotos sehe ich aus, als wolle ich den Job nicht haben, dabei ist das Gegenteil der Fall. Jetzt werden die meisten wahrscheinlich sagen ".meike, geh zu nem Profi" und ihr glaub nicht, wie oft ich schon darüber nachgedacht habe, dies zu tun. Allein die Fotos, die Profis von mir bisher gemacht haben waren auch nicht toll und vor allen Dingen nicht ich. Damit meine ich jetzt so 4x oder 10x knipsen Shootings. Ich hatte schon zweimal das Glück wirklich große Shootings mit ewig Zeit und hunderten von Bildern zu machen, bei denen ich wie eine (nervöse) Königin behandelt wurde. Die waren schon gut und sahen aus wie ich, aber diesem "ich geh mal zu nem Fotoladen und lass schnell Bewerbungsbilder machen" stehe ich skeptisch gegenüber, außerdem kann der Gatte eigentlich Fotografieren und hat ne gute Ausrüstung. Das Problem bin ich: Ich weiß einfach nicht, wie man seriös und trotzdem nett schaut. Das Rumhampeln vor dem Stativ für den MMM ist ein ganz anderes Kaliber!

Da fotografiere ich doch lieber mein Strickzeug. Derzeit stricke ich mal blau, weil mich das graue-zweit-Frühlingsjäckchen-Ärmel-stricken doch sehr langweilt.



So sah es Sonntag abend aus. Bündchen im Zug und dann ein Muster, dass ich aus einem Buch abgeschaut hatte. Echt retro - aber leider fast unsichtbar. Ich bin erstaunt, dass man auf dem Foto überhaupt etwas davon erkennt. "Made so quickly" aus A stitch in Time Vol.1 hätte es werden können, wenn die Wolle und die Nadeln etwas dicker gewesen und damit das Muster etwas spektakulärer gewesen wäre. Der Titel klang ja vielversprechend.

Aber jetzt sieht es so aus wie ganz oben zu sehen. Das Muster ist zwar ein bißchen.....mmmmhhhh merkwürdig..... ein bißchen opa-westen-mäßig, aber irgendwie gefällt es mir. Sogar dem Gatten gefiel es wohl ein bißchen, denn er fragte, ob ich so etwas auch in Form einer Mütze stricken könnte. Sieh an, sieh an. Natürlich kann ich das!

Das Muster ist auch retro. Es stammt aus dem von Catherine mal empfohlenen "Schachenmayrs Lehrbuch der Handarbeiten aus Wolle zweiter Band"*welches ich auch über das ZVAB gekauft habe und das sein Dasein in einer gut verschließbaren Plastikhülle verbringen muß, weil es so furchtbar stinkt. Aber es hat schöne Muster. Mein aktuelles heißt "Westenmuster VI" und somit ist es natürlich kein Wunder, dass es an Opas erinnert. Aber ich finde, es hat was und es ist leicht zu stricken**. Was es mal wird, weiß ich noch nicht. Jetzt stricke ich erstmal das Rückenteil, der Rest kommt später. Ich brauche etwas pullunderartiges auf jeden Fall ohne Ärmel oder mit kurzem Arm. Mal schauen, was es wird.

*Ich hätte gerne zu Catherines Beitrag verlinkt, aber ich finde ihn partout nicht.

** 1. Reihe: *4K, P* , 2. Reihe: *4P,K*, 3. Reihe: wie erste Reihe, 4. Reihe: K Geht fast ohne Hingucken, wenn der Körper auch ohne das Hirn bis 4 zählen kann und wenn man raus ist, sieht man sofort, wie es weitergeht. Prädikat empfehlenswert. Und für alle, die noch nicht na englischen Anleitungen gestrickt haben K=knit=rechts und P=purl=links.

Mittwoch, 21. November 2012

MMM - Like a Cowgirl


                                               Posen muß ich noch ein bißchen üben

Manchmal brauche ich erst einen Segen, bevor ich ein Kleidungsstück mag. Ich nähe etwas, was ganz anders ist, als der Rest meiner Garderobe "aus dem Leben vorher" und bin irritiert. Genauer gesagt ist mein Körper irritiert und fühlt sich irgendwie unwohl.

Genauso war es mit dem Karokleid, dass ich letztes Jahr nach dem Praktikum genäht (und im Februar schon mal beim MMM gezeigt) habe. Ich weiß, dass es ein toller Schnitt ist, ich liebe den Stoff und trotzdem fremdelte ich mit dem Kleid. Es ist sehr weit. Nicht nur unten rum. Weite Röcke finde ich immer noch sehr ungewohnt. Aber weit oben dann auch noch, geht irgendwie gar nicht. Da kommt sofort meine "Litfasssäulen-Angst". Ich möchte einfach nicht, wie ein riesiges kariertes Dingsbums aussehen.


                                                         
                                                         schon etwas besser


Ich nahm das Kleid mit nach Berlin, um es der gestrengen lieben Praktikumschefin zu zeigen und um sie zu fragen, wo ich es noch enger machen könnte. Aber nix da, sie sagte, sie freute sich sehr, mich in diesem Kleid "Stokx-by-Meike-Kleid" zu sehen und fand es ganz wunderbar. Klar wäre es ein bißchen weit, aber der Aufwand würde sich für ein paar Millimeter nicht lohnen. Da trug ich es zwei Tage lang in Berlin und siehe da, ich fühlte mich wohl darin.


                                         normalerweise lupfe ich nicht dauernd meinen Rock, 
                                        aber ich dachte, euch interessieren vielleicht die neuen 
                                        - in echt farblich genau dazu passenden Thermoleggins  

Lindy sagte "You remind me a bit to a cowgirl in that dress" und da fand ich, dass die rustikalen braunen Stiefel plötzlich gar nicht mehr so schlecht dazu passten. Letztes Jahr trug ich es mit feineren schwarzen Stiefeln und fühlte ich fremd. Aber jetzt habe ich das Gefühl, das Kleid ist endlich das geworden, was es eigentlich sein wollte: ein Alltagskleid. Ein verdammt bequemes Alltagskleid. Und ein bißchen schick ist es auch noch.



Schnitt: Stokx Blusenschnitt verlängert, unverkäuflich
Stoff: Wollstoff (vermutlich Wolle-Plastik) vom Maybachufer)
Material-Kosten: ca. 9 Euro, nicht eingerechnet die Knöpfen aus dem Bestand
Passform: ich glaube, mit etwas weniger Nahtzugabe wäre es perfekt
Schwierigkeitsgrad: mittel, aber durch die Karos muß frau beim Zuschnitt sehr aufpassen.
Werde ich es nochmal machen? Ich denke schon. Der Schnitt ist toll, auch wenn ich mit dem weiten Rock fremdele. Vielleicht mal als Bluse?

Mehr wunderbare Kleidung an echten Frauen (und Männern, das ist keine Provokation sondern eine Höflichkeit, falls Männer mitmachen) findet ihr auf dem MMM-Blog - heute mit der reizenden Gastgeberin Melleni im eleganten Retrokleid als Gastgeberin.


                                        so sieht das Kleid von hinten mit Hausschuhen aus

Dienstag, 20. November 2012

Berlin-Rückblick



Berlin war für mich mehr als das Bloggerinnentreffen. Wie immer hatte ich einen FreundInnen-Treff-Marathon mit wunderbaren Begegnungen. Es ist einfach fantastisch, dass Freundschaften Bestand haben, Bereichern und Erfreuen können, auch wenn viele Kilometer zwischen uns liegen. Egal, ob ich diejenigen traf, mit denen der virtuelle Kontakt rege ist, aber dafür die Freundschaft noch frisch oder die anderen, mit denen zwischen den Treffen (fast) nichts geschieht, die ich aber schon lange einen Platz in meinem Herzen habe. Natürlich habe ich auch Freundinnen in Hamburg, aber die Tage in Berlin waren ein Intensiv-Bad in Freundschaft, dass ich sehr genossen habe.

Wahrscheinlich war das der Grund, dass ich der großen Anzahl an Bloggerinnen eher zurückhaltend gegenüber stand. Na klar, gab es Gespräche. Es gab sogar sehr viele schöne Gespräche! Aber es waren einfach verdammt viele Menschen, so dass es mir wirklich hin und wieder vorkam, wie beim Speed-Dating.

Aber es war spannend. Ich habe mich sehr gefreut Köpfe zu entdecken, die ich nicht kannte, weil sie sonst abgeschnitten werden. Ich habe mich darüber gewundert gefreut, dass ganz oft ein Gefühl des Kennens besteht, obwohl man sich nur liest. Und ich habe mich gefreut Menschen, dreidimensional, in Action zu sehen, die "ganz normal wirken", obwohl sie wunderbare Kleider haben. Ganz so geflasht wie letztes Jahr war ich allerdings davon nicht mehr. Es ist schon krass, wie sehr ich mich an "echte Frauen in schönen Kleidern" im Laufe eines Jahres gewöhnt habe. Ganz besonders lustig fand ich es, Frauen an ihren Kleidern zu erkennen. Es ist schon ein skurriler toller Blick auf die Welt, den ich durchs Nähbloggen habe.



Ich glaube das ist genau der Punkt. Während ich letztes Jahr im Grunde drei Tage lang überrascht und entzückt war, was es dieses Jahr etwas zu viel und gleichzeitig etwas zu wenig für mich. Statt hier ein Gespräch und dort ein Gespräch würde ich lieber etwas mit Näh-Bloggerinnen machen. Ich stelle mir ein Wochenende in einem großen Haus vor mit vielen kleinen und großen Räumen. Hier wird genäht, dort wird ein Thema diskutiert, in einem anderen Raum werden Ideen gesammelt und getauscht, abends wird prunkvoll gefeiert und tagsüber kommt man sich beim Tun näher. Das würde mir Spaß machen! Aber das ist eine riesige Organisation, so etwas zu veranstalten! Ehrenamtlich wäre das wohl kaum zu schaffen, aber genau wie Frau yvonet schreibt, machte genau das den Reiz unserer Veranstaltung aus.

Frau Talentfreischön beschreibt die Begegnungen mit dem Wort "Wertschätzung". Das ist ein ganz wertvoller Aspekt der Veranstaltung und auch unserer virtuellen Begegnungen, der genau dieses kleine Lächeln und dieses warme Gefühl im Bauch auslöst. Meine Tage in Berlin waren angefüllt von Wertschätzung. Das gibt Kraft und gute Laune. Ich danke allen dafür (und ärgere mich immer noch, dass ich so abgerauscht bin, denn zu Wertschätzung, hätte auch ein richtiger Abschied gehört. Aber ich kann es nicht mehr rückgängig machen.)!


(Der Plan zum Stoff: zwei Walkkleider, zwei Winterjerseykleider, ein karierter Rock im schrägen Fadenlauf und ein Frühlings-Knotenkleid)

Ich bin dick beladen nach Hause gefahren, mit Gedanken, mit Eindrücken aber natürlich auch mit Stoffen, Schnitten,  Lesetipps, Leggins und sogar einem Glas Honig. Allein für den Facinator war ich nicht mutig genug. Ganz herzlichen Dank an Frau Kreuzberger Nähte, die mir ihr Ersatz-Modell lieh!

Am Maybachufer habe ich schöne Stoffe und unzählige Thermoleggins gekauft, mein Kopf schwirrt vor lauter Projektideen, weil ich so unglaublich viele tolle Kleider bewunderte (ich sage nur grau und in schrägen Fadenlauf, Frau Dodo, du hast mir den Kopf verdreht und verdammt noch mal, wieso haben wir es eigentlich nie geschafft, mal in Ruhe zu reden? ). Im Stokx-Atelier habe ich nicht nur mal wieder viel gelernt, sondern auch noch ein Kleid aus der aktuellen Kollektion gesehen, dass mir drei Nächte lang den Schlaf raubte. So etwas in der Art brauche ich auch! BRAUCHE! Wie gut, dass ich auch so einen Stoff, ööhmmm zwei Stoffe, im Gepäck habe, die nur noch auf eine freie Waschmaschine und einen freien Wäscheständer und auf Zuwendung von mir warten. Wann soll ich das nur alles nähen?