Freitag, 30. September 2011

Maßschnitt - faszinierende Idee



Das Passt-Fast-Kleid ist noch nicht fertig, da reitet mich schon wieder eine neue Idee. Ihr habt es vielleicht schon geahnt, als ich, ganz nebenbei das oben abgebildete Buch "Schnittkonstruktion in der Mode - Grundschnitte" von Teresa Gilewska erwähnte. Das Desaster mit dem stolz konstruiertem Peter-Pan-Kragen hat mich aber nicht davon abgehalten, weiter mit dem Buch herumzuprobieren.

Ausgangspunkt war die ausführliche und vor Allen Dingen ansprechende Buchbesprechung und die Idee von Frau Nahtzugabe, dass ich "ein schnelles Erfolgserlebnis brauche", während ich am Fluchen und Vergrößern von Onion 2012 war. Natürlich fand ich die Idee super und nahm den Prinzessinnenschnitt aus "Passt! - Selberschneidern nach Maß" von Jörg Schwanz, um schnell mit meinem Passt-Fast-Kleid starten. Hätte ich nicht so nen komisches Kleid mit Futter, Ärmeln und Kragen gemacht, sondern die eigentlich geplante Tweedversion, wäre es auch schon fertig. So schiebe ich diese Fitzelsachen, die mich jetzt noch vom Erfolg trennen Abend für Abend vor mich hin.

Aber das Thema "Maßschnitt" lässt mich nicht los. Einmal damit angefangen, frage ich mich, wieso man überhaupt Schnittmuster braucht? Das oben genannte Buch zeigt die Anfertigung eines Grundschnittes, die ich brav für ein Oberteil gemacht habe. (Das Teil sieht deswegen so merkwürdig aus, weil ich es nur bis zur Taille gezeichnet habe.)  Zu diesem Grundschnitt kann man dann modular Ärmel, Ausschnitt und Taschen anfügen und simsalabim fertig ist das Schnittmuster. Das Gleiche gilt auch für Röcke - das zeichne ich als nächstes. Wahrscheinlich sind Kleider letztlich nur zusammengefügte Ober- und Unterteile und Mäntel das Gleiche dann mit Weitenzugaben. Das ist doch theoretisch einfach! Ok, ok, ich kann verstehen, wenn man es gerne quick und dirty hat und lieber einen fertigen Schnitt abpaust und mit Schritt-für-Schritt-Anleitung umsetzt. Das ist sozusagen auf Nummer sicher.

Ich empfinde es aber mittlerweile eine Scheinsicherheit. Ok, man könnte den Sicherheitsfaktor erhöhen, in dem man das Papierschnittmuster mit den eigenen Maßen vergleicht und dann Änderungen daran anbringt. Wenn man das denn kann. aber letztlich ist es doch eine immense Enttäuschung, wenn man etwas näht und es nicht passt. Das Nähfragezeichen hatte uns letzte Woche verraten, dass Damenbekleidung nahezu immer angepasst werden muß. Ist das nicht enttäuschend? Für mich ja!

Warum also überhaupt mit fertigen Mehrgrößen-Schnitten arbeiten, statt mit Maßschnitten? Warum gibt es so wenige Angebote für Maßschnitte? Ich kann das gar nicht verstehen, denn eigentlich müsste das doch ganz einfach sein. Beim erstellen meines Maßschnitt-Oberteiles arbeitete ich mit meinen Körpermaßen und mit Berechnungsformeln. Hat man die Körpermaße, können mit Hilfe der Formeln und einem Computerprogramm, dass die Formeln kennt, eigentlich sehr schnell Maßschnitte ausgespuckt werden. Genau das macht ja auch das Passt-Buch. Da frage ich mich noch einmal: warum gibt es so wenig Angebote für Maßschnitte?

Der Markt für Maßschnitte ist doch riesig, denn erstens hat fast jede Frau ein "Figurproblem" und laut Nähfragezeichen müssen alle irgendwie irgendwas anpassen. Erst dachte ich, das wäre ein Problem für große Größen, aber das stimmt nicht. Kleine, Große, Dicke, Dünne berichten mir, dass sie nicht den Konfektionsgrößen entsprechen und bei Fertigschnitten etwas ändern müssen. Die Frage liegt doch nahe: Wieso gibt es so wenig Angebote für Maßschnitte?

Ein Problem habe ich mittlerweile identifiziert und vor mir haben das sicherlich auch schon andere. Ein Problem des Maßschnittes ist, dass keine Passformgarantie gegeben werden kann, wenn nicht perfekt gemessen wird. Aber das sollte doch die tollen Schnittkonstrukteure eigentlich nicht davon abhalten, Maßschnitte anzubieten. Wenn ich bedenke, wieviel besser das Passt-Fast-Kleid sitzt, obwohl ich so schlampig mit der Overlockmaschine gearbeitet habe....

Vor ein paar Jahren begann eine Freundin zu nähen und träumte dann von einer perfekten Hose. Sie besuchte einen Schnittmuster-Konstruktionskurs für den Hosenschnitt, aber ich weiß gar nicht, ob die Hose jemals fertig geworden ist. Da muß ich mal nachfragen! Gibt es die Einen, die irgendwann wie meine Freundin, die bewundernswerte Michou und ich bei diesem Thema landen und sich entweder darin verbeißen hingebungsvoll und mit Spaß an der Sache widmen oder irgendwann ob der Mühe aufgeben und die Anderen, die eben auch beim Nähen achselzuckend hinnehmen, dass die Welt nicht perfekt ist und man eben lernen muß, Änderungen zu machen?

Wie ist das bei Euch? Was meint ihr zu dem Thema? Habt ihr schon mal einen Maßschnitt probiert? Was würdet ihr dafür ausgeben? Welche Maßschnitt-AnbieterInnen kennt ihr? Findet ihr das Thema Maßschnitt nicht auch immens spannend?

Give-Box - Ham wa ooch



Zuerst bei Frau Nahtzugabe gesehen und das hamburger Ding gesucht. Als bekennende F*ceb**k-Ablehnerin ziemlich geärgert, dass es nur dort, und dazu auch dort nur sehr spärliche Informationen über die hamburger Give-Box gibt. Aber ich würde das Ding schon finden, dachte ich mir, schließlich finde ich die Idee gut: eine wetterfeste Verschenk-und-Tausch-Station, in der man nicht mehr geliebte Sachen ablegen und Schätze finden kann.

Crafteln weckt bei mir ja das Umweltbewußtsein. Auch wenn ich natürlich übelst stoffsüchtig bin, habe ich doch immer mehr das Gefühl, dass ich meine Fähigkeiten dazu nutzen sollte, Dinge umzuwandeln oder upcyclen, wie man neudeutsch sagt. In diesem Zusammenhang bin ich wieder zur Flohmarktgängerin geworden (auch ein typischer Fall von Blog-Lemmingismus) und schaue jedes Kleidungsstück dreimal auf neue Verwertungsmöglichkeiten an, bevor es in die Altkleidersammlung geht. Die Give-Box ist unkompliziert und kann, wenn sie an ganz vielen Standorten steht, normaler Teil des Alltags sein. Deswegen finde ich die Idee gut.

Gestern den Lieblingsspielplatz "Paulini" besucht und genau dort, in der Brigittenstraße am Paulinenplatz die Geschenkbox entdeckt, gefunden, bewundert und für Euch fotografiert. Der Sohn interessierte sich allerdings mehr für die Autos und Flugzeuge im genau gegenüberliegenden Modellbau-Laden. Männer!

Donnerstag, 29. September 2011

Meine Antwort auf das Nähfragezeichen Nr.7 vom 27. September 2011



Wieviel Kritik ist erlaubt?
Sagt Ihr anderen Nähwütigen Eure ehrliche Meinung oder schweigt Ihr lieber, wenn Euch ein Nähstück nicht gefällt oder es der Besitzerin nicht steht?

Na, das hätte ich mir ja denken können, dass wir eigentlich alle sehr ähnlich auf die Frage antworten. Konstruktive Kritik ja, sonst eher Schweigen, war der Tenor. Genauso halte ich es auch. 

Ich kommentiere dort, wo ich die Bloggerin und das Blog mag, dort, wo eine konkrete Frage gestellt wird, zu der mir eine Antwort einfällt, dort, wo ausdrücklich gesagt wird, dass die Bloggerin gerne lernen will. Und natürlich kommentiere ich überall dort, wo ich überrascht bin, etwas Neues sehe oder lerne und wo dieses "auch-haben-Gefühl" aufkommt. Ganz besonders gerne lese ich Tipps und Tricks rund um das Nähen bzw. Lern-Erfahrungen, dort bedanke ich mich gerne per Kommentar. 

Wirklich spannend wird es erst, wenn ich die Frage etwas weiterdenke, denn bisher ging es ja nur um meinen Impuls, meine Vorgehensweise und meine Handlungen. Was eigentlich spannend wäre, wäre die Frage: was wollen die jeweiligen Bloggerinnen? Braucht es vielleicht einen generellen Hinweis in der Sidebar oder über dem Kommentarfeld, was erwünscht ist, um qualitativ hochwertigeres Feedback zu bekommen, dass über applaudierende "Ooohs und Aaahs" hinaus geht? Oder schließt man damit überraschende Kommentare aus, auf die man sonst gar nicht gekommen wäre. Bloggt man, oder blogge ich, um die Komplimente zu bekommen, die ich vielleicht im "richtigen Leben" zu wenig bekomme?

Ich habe ehrlich gesagt wenig Ahnung davon, was ihr, die ich regelmäßig auf Euren Blogs besuche, wollt. Eigentlich mache ich mehr oder weniger das, was die anderen machen und was mir spontan einfällt. Also werde ich versuchen zu formulieren, was ich eigentlich will. 

Ganz oben steht für mich konstruktive Kritik. Dabei geht es mir darum, etwas zu lernen und auf "Gefahren" hingewiesen zu werden, die mir andere nicht so ehrlich sagen würden bzw. auch gar nicht so genau, mangels Fachkenntnisse, formulieren können. Also zum Beispiel, ob etwas unvorteilhaft ist. Ich weiß, zum Teil ist das Geschmackssache, aber grundsätzlich hoffe ich immer, dass Freundinnen und Kommentare mich darauf hinweisen, wenn ich gerade völlig schief liege. Das Lernen bezieht sich auf alles rund ums Nähen, also Schnittanpassungen, Techniken oder auch Fragen der Schnittmuster- oder Stoffauswahl. Bei mir sind solche Tipps immer sehr willkommen. 

Aber ganz ehrlich freue ich mich auch ganz schlicht über viele und nette Kommentare. Natürlich schaue ich auch auf die Statistik und lese sehr gerne Kommentare, dir mir einfach gut tun. Das gehört dazu. Deswegen muß ich mich manchmal ermahnen, mehr bei Euch anderen zu kommentieren, um mich zu revanchieren, statt durch Hunderte von Blogs schnellschnell über den RSS-Reader zu surfen. 

Bei Shiva fand ich den interessanten Gedanken, dass gezeigte Kleidungsstück mehr berühren, wenn sie angezogen gezeigt werden, statt auf dem Bügel/der Puppe/auf dem Tisch präsentiert werden. Manchmal bin ich richtig gehend genervt, wenn "nur Produktivität" gezeigt wird, denn manches scheinbar perfekte Kleidungsstück wird doch erst richtig spannend, wenn man es am Menschen sieht. Wenn dann noch von Problemen und Lösungen berichtet werden und wenn Fragen gestellt werden, dann bin ich interessiert dabei und versuche einen sinnvollen, netten und hilfreichen Kommentar zu verfassen.

Ich lese übrigens auch gerne die Kommentare in anderen Blogs. Dann klicke ich das Post aus dem RSS-Reader an und schaue, was die anderen dazu zu sagen haben. Das passiert allerdings nur bei Beiträgen, die konkrete Fragen gestellt haben oder so interessant/provokant sind, dass ich wirklich neugierig auf die Antworten der Anderen bin. 

Insgesamt schätze ich das Surfen durch viele Blogs, weil es einfach viele Anregungen gibt. Aber ganz besonders mag ich es, Bloggerinnen durch regelmäßiges Lesen auch der Kommentare bei anderen besser kennenzulernen und einschätzen zu können. Das fühlt sich schön an und ist gleichzeitig gut, um das Feedback zu den eigenen Fragen besser einschätzen zu können. Deswegen freue ich mich wirklich sehr auf das persönliche Kennenlernen in Berlin

Immi schrieb in ihrer Antwort zum Nähfragezeichen, dass die Näherei durch das Bloggen so sehr bereichert wird. Ja, das kann ich auch nur unterschreiben. ich wäre an mancher Stelle nicht dran geblieben, wenn es Euch und Eure Kommentare nicht gegeben hätte. Danke!


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Auch Lust, beim Nähfragezeichen mitzumachen? Antworten könnt ihr - eine ganze Woche lang - hier in den Kommentaren oder bei Euch im Blog - dann bitte das Bild mitnehmen, auf die Aktion verweisen und bei Mr. Linky bescheid sagen, wo wir Euch und Eure Antworten finden:





Mittwoch, 28. September 2011

Wir haben auch Markt, wir HamburgerInnen



Heute habe ich es endlich mal geschafft. Inspiriert von den Maybachmarkt-Käufen der Berlinerinnen, wollte ich seit Wochen mal Mittwochs zum Markt auf der Großen Bergstraße in Altona. Wie ich aus Vor-Näh-Zeiten weiß, gibt es dort auch Stoff. Aber genauer hatte ich da noch nie hingeschaut. Das sollte jetzt mal sein, schließlich war ich auf der Jagd nach einem billigen Wollstoff als Passt-Probekleid-Zwei, aber die letzten Wochen schaffte ich es einfach nicht, mal ein Stündchen für mich an einem Mittwoch abzuzwacken.

Es gab nur einen Stoffstand. Dieser war umringt von Frauen, viele mit Kopftuch. Es gab keinerlei schriftlichen Informationen bis auf vereinzelt herumstehende Preisschilder. Das ist aber wohl auch nicht nötig, scheinen doch die Stoffe weitesgehend aus Erdöl zu bestehen.

Eeeeiigentlich bin der Meinung, dass man, wenn man schon so viel Arbeit in ein Kleidungsstück reinsteckt, auch gutes Material kaufen sollte. Aber andererseits lerne ich gerade, dass viele Sachen einfach doch nciht so perfekt werden, wie man davon träumt. Da ist es vielleicht sinnvoller in der Kategorie "Probemodell" zu denken, auszuprobieren und zu lernen, sich daran freuen, wenn man es trotzdem mag, obwohl es aus Plastik ist und dann nochmal die "Edelversion" machen. Ich versuchs mal.



Ich habe richtig zugeschlagen - am 2, - Euro/Meter Teil des Standes, ich Luxusweibchen! In meine Tüte wanderten 3 Meter glitzernder brauner wollähnlicher Stoff. Am Stand nebenan gab es den passenden nahtverdeckten Reißverschluß (Angstgegner besiegt, dazu ein anderes mal mehr). Ich zögerte kurz, ob ich das farblich nur mäßig passende Futter für 50 Cent/Meter dazu nehmen sollte. Es hatte diesen Farbton wirklich fieser Strumpfhosen und ich stellte mir vor, wie es wohl wäre, in zwei Lagen Plastikfolie eingepackt zu sein. Da verzichtete ich lieber und gönnte mir ums Eck, zwischen Babymüttern und wahnsinnig coolen Menschen, einen Cappuccino und eine halbe Stunde Handmade Kultur. Ein gelungenes Heft!


Und diese Lampe will ich - wie wahrscheinlich alle - auch sofort machen! Die Anleitung dazu gibts in der neuen Ausgabe von Handmade-Kultur. Eigentlich hätte man da selbst drauf kommen, wie bei fast allen Craftel-Projekten. Aber egal, natürlich ist es schöner, wenn man es genau erklärt bekommt, wie ein Luftballon, eine Häkelnadel und etwas, von dem ich noch nicht weiß, was es ist (Stoffsteife) zu einem bezaubernden Lampenschirm werden.

MMM - Recycling-Probe-Altweibersommer-Outfit


Tja, das Fasst-Passt-Kleid und die lila Strickjacke sind nicht fertig geworden. Die Strickjacke sieht irgendwie merkwürdig aus, früher hätte ich gedämpft, heute scheint man das nicht mehr zu machen. Aber irgendwie müsste man das Ding schon in Form bringen - es ist schon zusammengenäht und die Ränder rollen sich. Wahrscheinlich hätte man es vorher spannen müssen.

Egal, jetzt ist erstmal MeMadeMittwoch und wunderschöner Altweibersommer. Ich mußte unbedingt noch mal etwas sommerliches Selbstgemachtes anziehen. Irgendetwas, was ich garantiert nicht im Winter anziehen werde. Aber morgens und abends ist es kühler, es muß also "mit etwas drüber gehen", ohne dass ich den ganzen Tag den Mantel mit mir herumschleppe.


Das Probeknotenkleid! Ich mag es, den Viscosestoff auf der Haut zu spüren. Ich hatte mal ausprobiert, das Kleid mit langärmeligem T-Shirt und Leggins drunter anzuziehen. Irgendwie funktionierte das zwar, aber es ist nicht dasselbe. Also noch mal "auf der Haut" - wer weiß, wieviele schöne Tage es dieses Jahr noch geben wird.

Ein klassisches MM-Mittwochs-Foto. Dienstags vergessen, zu fotografieren - Mittwochs schnell-schnell-komm-Gatte-ich-weiß-dass-du-los-mußt-aber-es-muß-sein. War ja nett, dass er noch fotografiert hat, aber wie immer fehlte der Zuppel-Kommentar von wegen die Strickjacke ist verrutscht, die man wohl dann doch nur von schwulen Männern bekommt. Aber mein Held war tapfer und hatte sogar Geduld, fürs Umziehen.




Nein, nein, so heute nicht! Zu warm und dann doch etwas zu viel Kittelschürze. Morgens und spätnachmittags mit recycelter Strickjacke und wenn es warm ist, mit dem Keira-Knightly-Recycling-Bolero und vielleicht.... vielleicht auf dem Spielplatz einfach so in der Sonne.



Ich weiß jetzt auch, wieso ihr meine Beine noch nicht kanntet: zum Fotografieren vor weißer Wand mit morgendlichem Sonnenlicht stehe ich immer auf der Bettkante, hinter mir die Kinderbücher. Da der Kopf meist sowieso ab muß, weil ich morgens noch kein strahlendes Lächeln für Euch habe, kommen schnipp schnapp auch unten meist die Beine ab. Abgesehen davon, dass ich natürlich sowieso nicht mit Straßenschuhen aufs Bett steigen würde.

Wer mehr übers Knotenkleid und meinen mühseligen Vergrößerungsprozess, der dann doch nicht nötig war, weil Knipmode mir eine großzügige 46 schenkte, in die ich auch hereinpasste, lesen mag, findet hier die Live-Berichterstattung vom Nähen sowie das Geheimnis des Knotens.

Apropos MeMade. Zur Zeit trage ich fast täglich das grüne Kleid, weil ich schon mit Wehmut auf die kälteren Tage blicke, an denen ich es nicht mehr anziehen kann. Solltet ihr in Ottensen einer Frau mit schickem grünen Kleid begegnen, fragt sie, ob sie Zeit für einen Kaffee hat. Mit großer Wahrscheinlichkeit bin ich das und sage ja.

Mehr wunderbare MMM-Outifits findet ihr hier




Und wie immer vielen Dank an Catherine für die Iniative und die Organisation.

Dienstag, 27. September 2011

Stricken - wo und mit wem?

Ich habe das Stricken und Häkeln wieder für mich entdeckt. Es macht mir zwar fürchterliche Verspannungen und Kopfschmerzen, aber man kann es eigentlich, theoretisch überall tun und bekommt kleine oder größere Erfolgserlebnisse. Ich finde es zwar absurd, dass man seinen Stoff erst erstellen muß, um ihn zusammen zu nähen, aber das Ergebnis ist ja auch ganz schön.

Theoretisch kann man es überall machen. Ich habe allerdings keine Ahnung wo, außer vor dem Fernseher und auf dem Spielplatz, wenn man keine Spielplatzverabredung hat und das Kind ausnahmsweise nicht schaukeln will oder im Wegrenn-Modus ist. Alle anderen Situationen sind schwierig. Ok, im Bus geht noch, auch wenn man dabei entweder schief angeschaut oder von Omis kommentiert und mit Strickgeschichten aus 6 Jahrzehnten konfrontiert wird.

Ich habe immer das Gefühl, dass es unhöflich ist, in Gesellschaft anderer Menschen zu handarbeiten. Merkwürdig, ich dachte früher wäre das üblich. Aber da saß man wahrscheinlich mit dem Licht einer Petroleumlampe in der Küche, weil das der einzig warme Ort des Hauses war. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie oft ich von LehrerInnen und Professoren (die gabs nur in männlich) gerügt wurde, weil ich, während ich andächtig dem Sermon lauschte, den sie erzählten, unter der Bank blind strickte. Jaja, so alt bin, so war das tatsächlich auch noch in den 80ern.

Heute bekomme ich nur noch vom Fernsehen Sermon erzählt, bei dem ich stricken darf. Wenn andere Leute mit mir reden wollen, sind sie hochgradig irritiert, wenn ich dabei das Strickzeug auspacke. Jings schreibt immer wieder in ihrem Blog "vom Stricken an anderen Orten", aber dabei geht es wohl immer um zwei Strickwütige, die sich einfach ein anderes Umfeld suchen, um neben dem anregenden Gespräch noch etwas zu produzieren. Ich meine dieses Gefühl, eine fast fertige Strickjacke zu haben und nicht voran zu kommen, weil es 1000 kleine Gelegenheiten am Tag gäbe, an denen ich zwei drei kurze Reihen stricken könnte, es aber nicht tue, weil ich das Gefühl habe, dass es nicht passt.

Das Näh-Fragezeichen Nummer 7


Heute gibt es eine Näh-Fragezeichenfrage aus den Kommentaren: heute von Philomena ohne Blog (korrigiere mich, falls ich falsch liege). Dieses Mal geht es weniger um das Nähen und mehr um das Bloggen. Aber das gehört für uns ja zusammen. 

Wieviel Kritik ist erlaubt?
Sagt Ihr anderen Nähwütigen Eure ehrliche Meinung oder schweigt Ihr lieber, wenn Euch ein Nähstück nicht gefällt oder es der Besitzerin nicht steht?


Habt Ihr auch Fragen für das Nähfragezeichen? Dann immer her damit an Naeh-Fragezeichen at gmx Punkt de.

Dankeschön für die Frage! Ich bin gespannt auf die hoffentlich zahlreichen Antworten.
Herzlichen Dank allen fürs Mitmachen letzte Woche!

Antworten könnt ihr - eine ganze Woche lang - hier in den Kommentaren oder bei Euch im Blog - dann bitte das Bild mitnehmen, auf die Aktion verweisen und bei Mr. Linky bescheid sagen, wo wir Euch und Eure Antworten finden:




Das waren die bisherigen Nähfragezeichen:

Dort findet Ihr auch den Weg zu den Antworten.

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So funktioniert das Nähfragezeichen:

Jeden Dienstag gibt es hier im Blog eine Frage (meist, mit erläuternden und ergänzenden Fragen) rund um das Nähen. Diese könnte Ihr entweder hier in den Kommentaren beantworten oder aber bei Euch im Blog.

Solltet Ihr bei Euch im Blog antworten, tragt den Link zu Eurem Antwortpost bitte auf der Mr. Linky-Liste ein, damit wir Euch finden. Wenn ihr bei Euch im Blog antwortet, hat das für Euch den Vorteil, dass Ihr Euere Beiträge, sozusagen als Tagebuch, leichter sammeln könnt. Dann nehmt Euch einfach das Bildchen mit dem Fragezeichen mit und sagt Mr. Linky bescheid.

Die Fragen kommen von uns allen. Wenn ihr Ideen für Fragen habt, schickt mir eine Mail an
Naeh-Fragezeichen at gmx Punkt de oder hinterlasst die Frage in den Kommentaren zum Nähfragezeichen. Ich bin sicher, so schnell werden uns die Fragen nicht ausgehen. Wenn ich eine Frage von Euch an einem Dienstag veröffentliche, wird sie selbstverständlich zu Eurem Blog verlinkt (es sei denn, ihr wollt das nicht).

Nochmal in aller Kürze die Teilnahmebedingungen

  • Immer Dienstags gibt es ein neues Näh-Fragezeichen. Die Frage sollte im Laufe der Woche beantwortet werden.
  • Die Antwort kannst du als Kommentar hinterlassen
  • Wenn du in Deinem Blog antworten willst, kopiere den Text der Frage und füge einen Link zum Näh-Fragezeichen dazu. Beantworte die Frage und hinterlasse einen kurzen Hinweis in den Kommentare beim Näh-Fragezeichen, damit die anderen Deine Antwort finden. 
  • Wenn du das Näh-Fragezeichen-Bild mitnehmen willst, speichere die Adresse des Bildes mit der rechten Maustaste und füge das Bild in Dein Antwort-Posting ein. 
  • Für die Teilnahme muß man sich nirgendwo registrieren
  • Du kannst teilnehmen, wann immer du willst. Es besteht keine regelmäßige Verpflichtung.
Ich freue mich, auf spannende Fragen und Antworten (immer her mit den Fragen!) und auf hoffentlich rege Teilnahme! Mitmachen kann man übrigens die ganze Woche und ach - eigentlich immer.

(Meine Antwort gibt es immer Donnerstags!)

Sonntag, 25. September 2011

Heute habe ich kein Foto für Euch

Aber ich sage mal wieder beglückt und ausdrücklich: Herzlichen Dank für Euere Kommentare!

Puh, da könnte man ja direkt eitel werden. Noch nie, habe ich so oft an einem Tag gehört oder gelesen, dass ich schöne Beine hätte. Ich glaube, das letzte mal, als ich diese Feststellung traf oder von irgendjemand anderem hörte, liegt ungefähr ein Jahrzehnt und ca. 20 kg weniger auf den Rippen zurück. Vielleicht sollte ich doch öfter hohe Schuhe tragen. Aber ich glaube, das ist nur was fürs abgeholt werden, ins Restaurant laufen, nachhause gefahren zu werden, sonst tun mir alle Knochen weh.  Aber 1000 Dank. You made my day!

Und überhaupt, danke für das viele positive Feedback in den letzten Tagen, zu meinen Themen und meiner Art zu Schreiben!

Jaaa, die Ärmel! Ich hatte einfach diesen wunderbaren Blusenstoff, nicht ausreichend Stoff und keine Lust, eine Bluse zu nähen. Hauskittel finde ich übrigens gut. Die Hauskittel-Idee ist nicht vom Tisch! Es hätte mich auch gewundert, wenn alle meinen Style gut gefunden hätten. Das war noch nie so und das ist gut so. Über "ohne Manschetten" werde ich mal nachdenken, weil sie doch sehr steif sind, aber eigentlich war dieser Schulmädchenlook gewünscht. Ich habs ja gerne ein bißchen ironisch.

Heute abend war ich hin und hergerissen, denn der Mittwoch naht in großen Schritten: Strickjacke fertig machen oder Kleid? Bei der Strickjacke ist der zweite Ärmel fast fertig, d.h. nur noch Zusammennähen, Fäden vernähen und umhäkeln. Und da ich dieses Video gesehen habe und die Fäden immer schön mit Spucke verfilzt habe, sind es nur sehr sehr wenige Fäden, juchhu! Am Kleid habe ich den Kragen abgetrennt, bin aber heute zu müde, darüber nachzudenken, wo und wie ich ihn schmaler mache. Schade, ich war so stolz darauf, schreiben zu können, dass "ich ihn konstruiert habe". Das fand ich immens cool. Dabei habe ich nur gemacht, was ich in dem aus der Bücherhalle ausgeliehenem Buch "Schnittkonstruktion in der Mode - Grundschnitte" gelesen hatte. Als ich das Kleid mit Kragen angezogen hatte, hatte ich das Gefühl, dass genau der hineinkonstruierte Zentimeter an der Schulter, den Kragen zum abheben brachte. Mist!

Nun gut. Ich fand es übrigens immens hilfreich von Euch zu lesen, dass Perfektion gar nicht nötig ist - um daraus zu lernen. Ich bin da ja eine merkwürdig zerrissene Persönlichkeit: auf der einen Seite eine hurtig arbeitende Schlampe und auf der anderen Seite gehemmt, durch allzugroße Perfektionswünsche. Ich werde also das Kleid erstmal so fertig machen, ja, noch an der Schulter schauen und mal was über Hohlkreuzanpassung lesen und probieren, aber ansonsten das Kleid erstmal fertig stellen. Denn dann kommt erstmal die Alltagsprobe und so gerne, wie ich heute mit Kleid gedreht habe und das Rascheln des Unterkleides genossen habe, bin ich doch noch ein wenig schüchtern, das Kleid auszuführen. Deswegen werde ich jetzt auch weiterstricken. Ich denke, die rustikale Jacke macht das Kleid für mich alltagstauglicher, um mich an das schicke Kleidertragen zu gewöhnen.

Weiter gehts mit Passt-Fast



Wahrscheinlich ist der Titel Programm. Obwohl es jetzt schon irgendwie wie ein Kleid ist, ist noch ne Menge zu tun.
  • Der Kragen muß nochmal gemacht werden, irgendwie schmaler an den Schultern
  • Das Futter an den RV genäht werden
  • kleine Änderungen an der Passform soweit möglich
  • Und natürlich der Saum.

Hier ein paar Fotos, um die Länge anzuschauen. Richtig lang kann ich es gar nicht machen, weil irgendwie mal wieder Saum der einzelnen Bahnen unterschiedlich lang ist. Merkwürdig.

Das ist die lange Version, wie oben, von hinten.



Es rächt sich natürlich auch, dass ich mit der Ovi drüber gebrettert bin, denn es gibt nix, was ich rauslassen könnte...

Und dann habe ich abgesteckt, so wie eine Bekannte am Freitag abend gepüstert hat.



Und von hinten



Auch wenn der Kragen nicht stimmt, verdammt, es total zuppelt und nicht überall perfekt ist, ich gar nicht so viel entscheiden kann mit der Länge. Irgendwie mag ich das Kleid! Es fühlt sich toll an!



Mein Mann fand es ohne die Ärmel und ohne den Kragen hübscher. Ich nicht. Aber das ist natürlich DER Grund, das Kleid noch mal in der zuerst angedachten Tweedversion - ordentlich - zu nähen.

(P.S. Die Schuhe, übrigens meine Hochzeitsschuhe, sind auf, weil ich mit dem A380 konkurrierte, der etwa zeitgleich über unser Haus fliegen sollte, da war die Aufmerksamkeit des Gatten doch etwas abgelenkt und ich mußte immer schnell schnell machen.)

Über Kommentare, Tipps, Anmerkungen und so bin ich natürlich - wie immer - immens dankbar! Vielen Dank für Gestern und überhaupt!

Samstag, 24. September 2011

Fragen zum Weitermachen



Heute poste ich schon ganz früh, denn ich hoffe, nachher noch Zeit zum Nähen zu finden. Da wäre es natürlich gut, wenn ich wüsste, wie ich weitermachen kann. Das ist die Crux bei dem Passt-Fasst-Kleid. Ohne Anleitung, muß ich mir alles selbst ausdenken und wenn man so wenig Erfahrungen im Kleid-nähen wie ich habe, ist das nicht so leicht. Das Bild stimmt nicht mehr. Die Ärmel sind dran, juchhu!


Bildquelle: Squeaky Swings Anleitung für einen Peter-Pan-Kragen

Was kommt als nächstes? Erst der nahtverdeckte Reißverschluß oder erst der Kragen?

Die Idee. Oben kommt ein Peter-Pan-Kragen dran, d.h. ein flacher Kragen. Den habe ich schon konstruiert. Außerdem wird das Kleid gefüttert. Diese drei Teile (Kleid, Futter und Kragen) müssen also irgendwie verbunden werden.

Da stellt sich gleich die nächste Frage: Wenn hinten ein Reißverschluß ist, wird dann der Kragen hinten geteilt? 

Theoretisch könnte ich ihn doch durchgehend machen, denn der Kopf kommt ja sowieso durch den großen Ausschnitt und der Reissverschluß ist doch nur für die Weite, damit ich mit dem Rest des Körpers ins Kleid komme. Ein durchgehender Kragen sähe doch eigentlich auch besser aus, oder?

Frage Nummer 3: Wie lang soll das Kleid werden?

Früher war ich ein "knapp-überm-Knie"-Typ. In letzter Zeit habe ich meist die Röcke "auf-dem-Knie" enden lassen. Laut Schnittmuster ist die Midi-Länge unter dem Knie. Was meint ihr?

Freitag, 23. September 2011

Meine Antwort auf das Nähfragezeichen Nr.6 vom 20. September 2011



TfTs (Teile für die Tonne) und UFOs (Unvollendete Objekte)
Produziert ihr manchmal TfTs oder UFOs? Und wenn ja, woran liegt es? Habt Ihr Strategien entwickelt, um das eine oder andere zu vermeiden? 

Natürlich ist die Frage nicht "einfach so" gestellt, sondern war sozusagen die Fortsetzung meines Posts vom Montag. Dort hatte ich mich schon gefragt, bzw. mit der Feststellung konfrontiert, warum ich manchmal so Schwierigkeiten habe, an etwas weiter zu arbeiten. Letztlich ist diese Herangehensweise typisch für mich. Zum Beispiel "fürchte" ich mich immer vor dem Steuererklärung-machen, weil die Erfahrung zeigt, dass ich, entgegen meiner Vorhaben nach dem letzten Mal, leider nicht ordentlicher geworden bin und es eine fürchterliche Sucherei wird. Nur ist es natürlich nicht nur bescheuert, seine Unterlagen nicht ordentlich abzuheften, es ist noch bescheuerter, sich bei dem, was man eigentlich mit Freude machen sollte, also dem Crafteln, sich in die Hose zu machen, weil man etwas Schlimmes befürchtet.

Vermutlich ist das einfach eine Typsache: es gibt die Draufgänger und Kniffler, die Schwierigkeiten lieben und Leute, die Schwierigkeiten eher scheuen. Dummerweise bin ich eine Mischung aus Beidem: ich bin mutig, habe hochtrabende Pläne und gehe unbekümmert auch zu große Projekte für mich an und gleichzeitig bin ich ein kleiner Schisshase, der am liebsten den Kopf in den Sand steckt, wenn es schwierig wird.


Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Wenns mal so einfach wäre! Aber ich habe die Hoffnung, dass ich durchs Nähen ein besserer Mensch werde. Ich bin total stolz auf die beiden Projekte (der Jeansmantel und das grüne Kleid) , die mich wirklich viel Schweiß, Angst und Mut gekostet haben, um dran zu bleiben. Ich hoffe, dass die Erinnerung an das Projekt, mir auch Mut zum Durchhalten für ganz andere Sachen gibt. Ich sollte mich immer mal daran erinnern, wenn ich sie trage.






Witzigerweise habe ich bisher nur UFOs und keine TfTs. Das ist wahrscheinlich Definitionssache, ab wann ein UFO eigentlich entsorgt gehört. Es gibt eine unfertige Fleecejacke, die mir einfach nicht mehr gefällt, weil sich durch den MMM einfach mein Geschmack geändert hat. Vielleicht sollte ich den rosa Fleece einfach einer Mädchenmutter schenken und mich nicht weiter mit dem Ding belasten. Und dann gibt es noch Sachen, die mir einfach nicht so gut stehen, wie zum Beispiel das bunte T-Shirt mit den Pfauen.


Falscher Stoff und irgendwie auch falscher Schnitt. Mit diesem Schnitt habe ich noch einen flutschigen pinken Viskosejersey zugeschnitten, der definitiv ein UFO ist und, wenn mir nichts besseres einfällt, wohl ein TFT wird.

Oder bei dem nächsten. Definitiv falscher Stoff und vor allen Dingen mag ich ja sowieso keine Jeans-mit-Shirt mehr. Also ist es fast egal.




Das sind Fehlversuche. Man kann sie anziehen und man kann daraus lernen, dass manche Sachen einfach nicht vorteilhaft sind. Wenn sich solche Projekte nicht häufen, finde ich sie aber nicht so schlimm.



Was mich mehr ärgert ist, wenn ich mich bei der Materialauswahl vertan habe. Wenn Stoff nicht die Qualität hat, die er haben müsste, im Vergleich zu der Arbeit, die man reingesteckt hat. Siehe oben. Das schöne Shirt ist schon total verwaschen, obwohl ich es höchstens 4 mal getragen habe. Und der türkise Cord knittert ohne Ende. Da der Rock auch noch "dreht" (ohne Reissverschluß und ohne Unterrock), trage ich ihn nur sehr ungerne, obwohl ich ihn schick finde.

Schlimm ist es, wenn man im Rausch Farben oder Muster gekauft hat - wie bei dem T-Shirt mit den Vögeln oder dem Flower-of-Hearts-Schrägband an dem türkisen Rock - die einfach nicht zu mir passen. Das ist einfach doof und dumm.



Zum Beispiel habe ich ein Problem mit diesem Blümchen-Stoff. Ich will unbedingt ein Ersatzkleid für das gekaufte Lieblingskleid, dass nach mehrjährigem häufigem Tragen an vielen Stellen dünn wird.


(Das ist das gekaufte Lieblingskleid)

Es soll eine Art Hauskleid sein, sehr bequem, einfach drüberziehen und fertig, ohne formende Unterwäsche drunter. Aber schick genug, um damit gut auszusehen, wenn Muddis und Kinder zum Spielen vorbei kommen und auch so, dass der Anblick dem Gatten mehr Freude macht, als eine Jogginghose.

Ich habe ewig nach einem Blümchenjersey gesucht und dann in Dänemark diesen gekauft, damit ich endlich einen Stoff für das dringende Projekt habe. Irgendwie habe ich den Stoff zähneknirschend gekauft, denn so richtig gut finde ich ihn nicht. Wenn ich mir vorstelle mit Onion 2007 daraus ein Kleid zu nähen, dann befürchte ich, dass es ein Nachthemd wird. Wenn ich es irgendwie anders nähe, befürchte ich, dass es trutschig wird. Wenn ich ein Knotenkleid nähe, muß ich war ordentliches drunter tragen.  Mir fällt einfach kein Detail ein, dass eine kleine ironische Brechung hereinbringt, die es dann zu einem richtigen Meike-Kleidungsstück macht. So lange, bis diese Idee Klarheit in meinen Kopf bringt, liegt der Stoff herum. Ich habe ihn jetzt mal auf einen Stuhl drapiert, damit ich ihn vor Augen habe, damit sich eine Idee formen kann - aber das ist natürlich auch keine Lösung! Habt ihr eine Idee?

Das zeigt eine neue Kategorie belastender Projekt, die noch in der Frage fehlen. Die  NRPs = nicht realisierte Projekte.  Das sind die Projekte, die das Stofflager so voll machen. Eigentlich sind es auch UFOs, denn die schlaflosen Nächte der Planung, sowie die meist nicht unbeträchtliche Investition in Stoff und Kurzwaren sind schon Teil des Projektes. Wenn ich ehrlich bin, dann ist nur der kleinste Teil meines Lagers Pünktchen und Vichys "die man immer braucht, auch für Geschenke" und der größte Teil sind die Resultate schlafloser Nächte, eben NRPs. In der Erstellung von NRPs bin ich richtig gut, aber ich vermute, ihr auch, wenn ich an Eure Stofflager so denke...

Hach, ich sollte schleunigst mein Passt-Fast-Kleid fertigstellen, um endlich das Frottekleid und das graue Onion 2007 zu vollenden, damit sie nicht mehr mein Gewissen belasten. Und vielleicht habt ihr ja noch eine Idee für den Blümchenstoff..... Es gibt so viel zu tun!

P.S. Der Post ist sowieso nur so lang geworden, weil ich mich gerade darum drücke, den Kragen für das Passt-Fast-Kleid zu konstruieren...

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Lust, beim Näh-Fragezeichen mit zu machen? Antworten könnt ihr - eine ganze Woche lang - hier in den Kommentaren oder bei Euch im Blog - dann bitte das Bild mitnehmen, auf die Aktion verweisen und bei Mr. Linky bescheid sagen, wo wir Euch und Eure Antworten finden:





Mittwoch, 21. September 2011

8 Antworten von mir bei DaWanda


Ausgerechnet! Ausgerechnet an dem Tag, an dem ich hier in heißen Dessous (harrrrharrrr) posiere, kommen mir neue Leute ins Haus.

Herzlich willkommen allen Besuchen, die über das Interview bei Dawanda und den MMM 
hier hereinschneien. Macht es Euch gemütlich!

Im Rahmen des DIY-September-Specials von Dawanda wurde ich netterweise um ein Interview gebeten und habe gerne geantwortet. Es war schön, das, was mir rund um das Crafteln wichtig ist, zusammen zu fassen und vorzustellen. Gute Fragen sind immer etwas Feines, um den eigenen Gedankensalat zu sortieren. Dankeschön!

Hier geht es zum Interview. Viel Spaß beim Lesen!

MMM - heute mal drunter und drüber



Für den heutigen Me-Made-Mittwoch, dem Tag, an dem man Selbstgemachtes trägt und zeigt, geht es bei mir drunter und drüber.

Das war ja schon länger Versprochen. Das Unterkleid: ungebügelt und schon mal nen Abend getragen. Genauer gesagt ist es der "Unterkleid-Prototyp", denn während des Zuschneidens dämmerte mir, dass "einmal die Höhe", wie die Expertin aus der Stoffabteilung im Altsterhaus riet, bei einem Luxusweib nur sehr knapp reichen könnte.

Nicht gleich aufgeben, es gibt noch nen hübsches Foto...

Da ich an dem Abend sowieso schlechte Laune hatte, weil beim Nähen vom Onion 2007 nix klappte und ich nen Knoten im Hirn hatte. (Ausgerechnet bei Onion 2007, was eigentlich pipieinfach ist, war wohl nen schlechter Tag), habe ich das Unterkleid als Prototyp definiert und lieblos mit der Ovi zusammengeschustert. Nur den Ausschnitt habe ich versucht sehr ordentlich zu arbeiten, denn das ist ja das, was man sieht.

Aber, es tut seinen Dienst und ich weiß jetzt, worauf ich achten muß, wenn ich in Serie gehe. Außerdem habe ich jetzt auch eine Quelle für elastischen Futterstoff in diversen Farben gefunden. Nachdem ich mehr oder weniger erfolglos das Netz durchforstet hatte, fragte ich einfach mal bei meinem skurrilen Kurzwarendealer Coban am Altonaer Bahnhof und sah zwei Regalreihen voll elastischem Futter. Wow! Nicht ganz so quietschbunt, wie ich erhofft hatte, aber zumindest verschiedene Farben. Wenn in meinem Leben wie durch ein Wunder ein paar freie Tage vom Himmel regnen, steht der Unterkleidproduktion in Serie nichts mehr im Weg. Haha.



Drunter hat es sich auch schon bewährt. Das gekaufte grün-weiße Wickelkleid trägt sich sehr viel ungehemmter mit Kleid darunter und das Knip-Knotenkleid finde ich gerade mit dem hochgeschlossenen Unterkleid und schwarzen Stiefeln, die mal wieder nicht mit auf dem Bild sind, richtig schick.

Ich mag es sehr, ein Unterkleid zu tragen, habe ich doch das Gefühl, dass alle Rundungen etwas mehr umschmeichelt werden. Gerade, wenn die Strumpfhosen kommen, (derzeit bin ich noch unverfroren), dann zeichnet sich auch oft der Strumphosenbund unvorteilhaft an der Taille ab. Ich hoffe, das wird dann auch durchs Unterkleid weggeschmeichelt. Und insgesamt fühlt sich der Jersey weniger nach Sportklamotte und damit luxuriöser an.

Schnitt: ein Unterhemd, ein uraltes Sommerkleidchen und die Stoffmaße zusammengedacht, ergaben den Schnitt.
Stoff: elastisches Viscosefutter - weniger elastisch, als man denkt.
Schwierigkeitsgrad: tendenziell einfach, wenn man mal nen Schnitt gebastelt hat.
würde ich noch mal machen: ja. Erstmal nen ordentlichen Schnitt mit ausreichend Stoff und dann nochmal ein richtiges schwarzes und dann mindestens eines in einer Knallfarbe.

Mehr MeMades findet ihr hier



und wie immer ganz herzlichen Dank an Catherine für die Initiative und die Organisation.

Dienstag, 20. September 2011

Das Näh-Fragezeichen Nummer 6


Ups, fast hätte ich das Näh-Fragezeichen vergessen. Besser spät als nie! Ihr könnt ja sowieso eine ganze Woche lang antworten. Ganz herzlichen Dank für die Antworten von letzter Woche!

TfTs (Teile für die Tonne) und UFOs (Unvollendete Objekte)
Produziert ihr manchmal TfTs oder UFOs? Und wenn ja, woran liegt es? Habt Ihr Strategien entwickelt, um das eine oder andere zu vermeiden? 

Antworten könnt ihr - eine ganze Woche lang - hier in den Kommentaren oder bei Euch im Blog - dann bitte das Bild mitnehmen, auf die Aktion verweisen und bei Mr. Linky bescheid sagen, wo wir Euch und Eure Antworten finden:




Ich bin schon sehr gespannt und freue mich wie immer auf Eure Antworten!

Habt Ihr Fragen für das Nähfragezeichen? Dann immer her damit an Naeh-Fragezeichen at gmx Punkt de.

Das waren die ersten Nähfragezeichen:

Dort findet Ihr auch den Weg zu den Antworten.

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So funktioniert das Nähfragezeichen:

Jeden Dienstag gibt es hier im Blog eine Frage (meist, mit erläuternden und ergänzenden Fragen) rund um das Nähen. Diese könnte Ihr entweder hier in den Kommentaren beantworten oder aber bei Euch im Blog.

Solltet Ihr bei Euch im Blog antworten, tragt den Link zu Eurem Antwortpost bitte auf der Mr. Linky-Liste ein, damit wir Euch finden. Wenn ihr bei Euch im Blog antwortet, hat das für Euch den Vorteil, dass Ihr Euere Beiträge, sozusagen als Tagebuch, leichter sammeln könnt. Dann nehmt Euch einfach das Bildchen mit dem Fragezeichen mit und sagt Mr. Linky bescheid.

Die Fragen kommen von uns allen. Wenn ihr Ideen für Fragen habt, schickt mir eine Mail an
Naeh-Fragezeichen at gmx Punkt de oder hinterlasst die Frage in den Kommentaren zum Nähfragezeichen. Ich bin sicher, so schnell werden uns die Fragen nicht ausgehen. Wenn ich eine Frage von Euch an einem Dienstag veröffentliche, wird sie selbstverständlich zu Eurem Blog verlinkt (es sei denn, ihr wollt das nicht).

Nochmal in aller Kürze die Teilnahmebedingungen

  • Immer Dienstags gibt es ein neues Näh-Fragezeichen. Die Frage sollte im Laufe der Woche beantwortet werden.
  • Die Antwort kannst du als Kommentar hinterlassen
  • Wenn du in Deinem Blog antworten willst, kopiere den Text der Frage und füge einen Link zum Näh-Fragezeichen dazu. Beantworte die Frage und hinterlasse einen kurzen Hinweis in den Kommentare beim Näh-Fragezeichen, damit die anderen Deine Antwort finden. 
  • Wenn du das Näh-Fragezeichen-Bild mitnehmen willst, speichere die Adresse des Bildes mit der rechten Maustaste und füge das Bild in Dein Antwort-Posting ein. 
  • Für die Teilnahme muß man sich nirgendwo registrieren
  • Du kannst teilnehmen, wann immer du willst. Es besteht keine regelmäßige Verpflichtung.
Ich freue mich, auf spannende Fragen und Antworten (immer her mit den Fragen!) und auf hoffentlich rege Teilnahme! Mitmachen kann man übrigens die ganze Woche und ach - eigentlich immer.



(Meine Antwort gibt es immer Donnerstags!)

Montag, 19. September 2011

Kein Fortschritt



Liegenlassen ist eigentlich tödlich für ein Näh-Projekt. Je länger etwas liegenbleibt, desto größer wächst die Unlust, daran weiter zu arbeiten.

Bei mir fängt Liegenlassen immer mit Angst an. Genauer gesagt Respekt. Ich weiß, jetzt kommt etwas, wo ich nicht weiterweiß, was ich noch nicht gemacht habe, was schon mal an diesem oder einem anderen Kleidungsstück misslungen ist.

Ich wundere mich oft über mangelnde Nähmotivation, habe ich doch sonst ständig die Sehnsucht noch dieses Projekt und das Projekt zu machen. Aber vielleicht bin ich einfach eine Träumerin.

Am Samstag habe ich die Nähmaschine nicht mehr angemacht. Es gab eigentlich keinen richtigen Grund dafür. Ich hatte den Tag genussvoll verdaddelt und am Ende des Tages nicht mehr viel Zeit zum Nähen. Dann räumte ich den ganzen Scheiß, der irgendwie immer auf dem Esstisch liegt auf, baute ich die Maschine auf und steckte die Manschetten an die Ärmel. Ich grübelte, wie es wohl gehen mag und bevor ich eine Lösung hatte, waren die Männer zurück und die freie Zeit vorbei.

Sonntags abends "darf" ich eigentlich nähen. Aber irgendwie war mir nicht danach. Zum einen bremste mich die Sicherheit, das Passt-Fast-Kleid sowieso nicht bis zum MMM fertig zu bekommen. Auf der anderen Seite lockte die Strickjacke (die ich trotz Fortschritten natürlich auch nicht bis Mittwoch fertigstellen werde). Ich glaube, es bremst auch noch die Walkjacke, an die ich eigentlich auch noch ran müsste, mir aber die Motivation bzw. eine Freundin oder eine Schneiderpuppe fehlt.

Aber es gibt zwei Lichtblicke: Der Gatte fiel nicht aus allen Wolken, als ich ihm von der Schneiderpuppenaktion erzählte. Er meinte nur, dass das silberne Band zu teuer wäre. Also werde ich mal schauen, wo ich das "nassklebende Papierband" bzw. "Vorsatzpapier" bekomme. Und dann ist mir noch eingefallen, dass ich für Mittwoch ja mal wieder das Knotenkleid  - dieses mal mit neuem Unterkleid! - anziehen könnte. Also alles gut. Ich werde das Passt-fast-Kleid also am Mittwoch oder Freitag beim Nähtreff weiter nähen und dieses Mal an den Püster denken. Und fleissig an der Strickjacke stricken, für oben drüber.

Sonntag, 18. September 2011

Mitbewohnerin gesucht...



Ich habe euch ja schon gestanden, dass ich oft von Schnitten, Stoffen und vom Nähen träume, aber heute Nacht liess mir etwas anderes keine Ruhe. Ich BRAUCHE eine Schneiderpuppe. Frau Nähnädelchen schwärmte gestern bei der Beantwortung des Näh-Fragezeichens von ihrer Puppe und fortan bewegte mich der Gedanke an silbernes Klebeband und der quasi unaufschiebbare Wunsch, so eine Puppe zu haben - obwohl ich eigentlich nicht weiß, wo die neue Mitbewohnerin, stehen soll.

Bei Burda gibts ne Anleitung dazu. Die kenne ich schon länger, aber der Platzmangel unserer Wohnung hielt mich bisher davon ab. Ganz abgesehen davon, dass ich keine Ahnung habe, wen ich für solch eine intime und verantwortungsvolle Tätigkeit ansprechen könnte. Schwierig. Es muß ja schließlich jemand sein, der eine nicht nur einwickelt, sondern anschließend nicht mit der Schere abhaut...



Bildquelle: Burdastyle

Aber es wäre schon verdammt cool, die Work-in-Progress-Sachen nicht einfach nur in der Tasche zu knüllen oder über dem Wohnzimmerstuhl als Deko abzulegen, sondern auf einer Puppe zu drapieren. Hach!

Links zum Thema:

"Denkste Puppe" bei der Hobbyschneiderin
auf englisch beim threadsmagazine.com

Samstag, 17. September 2011

Heute mal ganz lila



Irgendwie war mir vorhin so gar nicht nach nähen. Vom gemütlichen Bett verlagerte ich mich bequem aufs Sofa, um pädagogisch unwertvoll bei Couscous und Kaffee fernzusehen. War ja kein Kind da, für das ich vorbildlich sein mußte. Seit Tagen nahm ich mir vor, die Strickjacke


Bildquelle: http://www.garnstudio.com/lang/de/visoppskrift.php?d_nr=111&d_id=26&lang=de


soweit zu stricken, dass ich endlich sehen kann, ob sie passt. Das Passt-Fast-Kleid ist dazwischen gekommen, so dass ich leider nicht dazu kam. Dabei warte ich schon so lange! Dieses Rundumstricken erfordert Nerven. Man strickt die beiden Vorderteile und das Rückenteil auf einmal (das waren fast 300 Maschen!) und muß erst das Rückenteil fertig haben und ein Vorderteil, inklusive Kragen, um wenig genug Maschen auf der Nadel zu haben, um die Teile zusammenzustecken und anprobieren zu können. Zwischendurch hatte ich die wirklich große Befürchtungen, einen Sack zu stricken, wie ich das in den 80ern tat. Das war gar nicht so leicht, dranzubleiben!



Aber: Voilá, siehe oben. Schlechtes Bild, gute Jacke! Ab gesehen davon, dass das Ding viel zu warm für ne Drinnenstrickjacke ist, ist es nen gutes Ding und passt hervorragend. Mal schauen, wie sie fertig aussehen wird, und ob es mir gelingen wird, diesen aufrollenden unteren Rand in Form zu spannen (oder dämpfen, was meint ihr, es handelt sich um Schurwolle Drops Lima).

Aber ich glaube, ich packe jetzt doch noch mal die Nähmaschine aus, bevor die Männer kommen. Irgendwie habe ich schon Lust und lila isses ja auch.

Fortsetzung "Passt!"-Probekleid

Danke für die ausführlichen und sehr hilfreichen Kommentare zum Passt-Fast-Probekleid!

"Rauslassen" ist leider nicht, weil ich eiliger Trottel ja mit der Ovi genäht habe. Aber ich habe brav gebügelt und jetzt sieht es schon besser aus.

Das Futter habe ich auch ganz fürchterlich zusammengeschustert, aber egal, das ist drunter und passt. Das war wirklich verflixt. Ich habe es trotzig mit der Ovi versucht, von wegen, das wird schon, drüber isses ja auch nicht perfekt, verdrehe ein Teil des glitschigen Stoffes und nähe die falschen Nähte zusammen. Tja, beim Trennen mußte ich feststellen, dass ich noch ein Stück Stoff mitgefasst hatte und nun nen Loch im Rock - natürlich vorne - habe. Ich sage euch, das wird so ein cooles Kleid mit ner Applikation auf dem Futter. Das gibts nirgends zu kaufen.

Außerdem habe ich die Ärmelmanschetten gemacht und gestern abend beim Nähtreff gelernt, wie man einen Schlitz in den Ärmel macht. Wow, das ist cool und so einfach. Wenn ich bedenke, was ich für Schwierigkeiten beim grünen Kleid hatte, nur weil ich die beknackte Burda-Anleitung dazu nicht verstanden habe. (Aber ok, dadurch entstand die Idee mit dem türkisen Schrägband, was das Kleid jetzt so besonders macht.)

Wenn ich es jetzt, an meinem Mann- und Kindfreien Tag, nach einem erfolglosen Kinderflohmarktbesuch (war das ätzend da!) noch aus dem Bett schaffe.... gähhn.... dann werde ich mich mal den Schultern und dem Ärmeleinsetzen widmen. Dann gilt es noch den Kragen zu konstruieren und zu überlegen, wie ich Kleid, Kragen und Futter zusammen bekomme.

Leider habe ich gestern abend vergessen mit dem Püster den Rocksaum zu markieren....arrrgs! Schade, ich hatte gedacht, das Kleid wäre bis Mittwoch fertig.

Freitag, 16. September 2011

Passt! Fast!



In meiner Näh-Fragezeichen Antwort von gestern hatte ich ja schon erzählt, dass ich mich an einem Maßschnitt aus dem Buch "Passt!" probiere. Zuerst schwebte mir ein ärmelloses Tweedkleid, unter dass ich langarmige T-Shirts ziehen kann vor, dann war mir doch der Sinn nach einem Probekleid - dieses soll natürlich, wie immer, auch so schön werden, dass man es anziehen kann. Der lila Baumwoll-Leinen von Stoff und Stil wurde mal für ein Probekleid bestellt und der gemusterte Stoff, der zu dünn für eine Valeska ist (was ich ausgesprochen schade finde), wird jetzt dazu verwurstelt. Wie, das ist noch geheim, aber deswegen gibt es diese merkwürdigen horizontalen Streifen am Vorderteil, die verzierte Tascheneingriffe sind.


Bildquelle: Stoff und Stil

Aber wir wollten ja nicht über Tüdelut, sondern über Passform reden. Also zumindest ich. Ich würde sagen, die Idee mit dem Massschnitt ist gut und funktioniert, WENN man im Gegensatz zu mir, ordentlich mit Nahtzugaben arbeiten würde. Es ist nicht schlecht, aber nicht perfekt. Es könnte allerdings auch zum Teil daran liegen, dass mein Fotograf nicht sagt "jetzt zuppel doch erstmal noch hier und da am Kleid, bevor ich knippse". Aber nur zum Teil.



Ich fürchte, es liegt tatsächlich daran, dass ich die Nahtzugaben nur mit Augenmaß schneide und mich beim Nähen mit der Ovi nicht mehr daran erinnere, wie groß genau nochmal das Augenmaß war. Ich könnte mich echt in den Popo beißen, dass ich immer so unordentlich arbeite. Was ist denn das für nen Test, wenn ich rumschlampe?! Wissenschaft ist das nicht.




Aber egal, ich gehe da heute abend noch mal dran, denn ich denke, das Kleid wird gut. Und weil es mit rasanten Schritten auf den Herbst zugeht, wird es von oben bis unten gefüttert und bekommt Ärmel.

Und wieder habe ich das Reissverschlussproblem. Ein Grund, wieso ich keine Reissverschlüsse annähen kann ist, dass ich es nie mache. Ich habe das Kleid hinten zusammengesteckt und konnte so herein schlüpfen. Also neige ich wieder dazu, den RV einfach wegzulassen. Das kann aber eigentlich nicht sein, bei so einem taillierten Kleid aus nicht dehnbarem Stoff. Was meint ihr. Ich habe zu zaghaft am Rand genäht, deswegen ist es nicht eng genug, gell, und der RV müsste schon, oder?