... dann lieber doch nicht. Weil das Frottekleid nicht fertig wurde, werde ich heute meine bisher einzige für mich genähte Tasche spazieren führen. Ich nähte sie im ersten Nähkurs, im Februar letzten Jahres. Der Nähkurs hatte den Nachteil, dass die Nählehrerin nicht ständig verfügbar war (wie eben in allen Kursen) und man oft ganz schön lange warten mußte, bis sie an einer schwierigen Stelle weiterhelfen konnte. Da ich keine richtige Anfängerin war, weil ich als Teenie ja schon ein bißchen genäht hatte, suchte ich mir ein Pausenprojekt, das ich mit dem gleichen Garn nähen konnte, um die Wartezeiten zu überbrücken. So entstand diese Tasche zwischendurch.
Der Schal ist selbstgestrickt und meterlang. Bei einer ernsthaften Präsentation an einem Winter-MMM werde ich ihn mal messen und wiegen. Das Kleid ist gekauft, aber ich habe es enger genäht und die Träger gekürzt. Ich ärgere mich, dass es so teuer war, denn für den Alltag ist die Kombination aus weit ausgeschnitten aber zu langer Rock unpraktisch und nach zwei Wäschen ergraut der schwarze Stoff schon. Ich sollte Kleider nähen!
An den spackigen Schlaufen der Tasche sieht man, dass sie wirklich oft benutzt wird. Ich trau mich nicht recht, sie zu waschen, weil der rote Blumenstoff bei der schnellen Handwäsche vor dem nähen so fürchterlich ausblutete. Das ist ein Mist, denn ich mag die Kätzchen so gerne. Beide Stoffe sind von
Frau Tulpe und den einfachen und einfach praktischen Taschenschnitt gibt es bei
Frau Gretelies.
Mehr Me-Made-Outfits findet ihr hier
Und wie immer ganz herzlichen Dank an
Catherine für die Initiative und die Organisation!
Weil das jetzt nicht so ein wahnsinnig interessantes MMM-Projekt ist, will ich - auch zum Dank für Eure Hilfe in den letzten Wochen - noch ein wenig "liefern", was ich über das Nähen hinaus kann, nachdenken über das Nähen, und euch daran teilhaben zu lassen.
Der MMM ist für mich derzeit ganz fest mit dem Wort Pause verbunden. Catherines vorgeschlagene Sommerfrische, meine derzeitige Konzentration auf die Anliegen meiner Familie und damit nichts Fertiges zum Zeigen. Ich merke aber, wie es mir schwer fällt, eine Pause zu machen. Zu sehr mag ich diese bunte Welle an Besuchen und Gegenbesuchen, die der MMM wöchentlich auslöst. Aber warum ist mir der MMM so ans Herz gewachsen, warum fühlt er sich so wichtig an?
Eigentlich brauche ich den MMM gar nicht, denn mittlerweile trage ich sehr häufig Selbstgenähtes. Ich bin einfach ein im-Sommer-trägt-man-Röckchen-Typ und deswegen habe ich eigentlich bei 18 Grad aufwärts nur noch T-Shirt und Röckchen an. Unter 18 Grad schlupfe ich in Jeans mit irgendwas obendrüber. Deswegen ist seit letztem Sommer bei warmen Temperaturen eigentlich zu 80 Prozent Me-Made angesagt. Ich habe 3
Sommer-Valeska-Röcke, 2 etwas wärmere
Langeneß-Röcke und dann
das perfekte 18 -22 Grad-Kleid. Morgens, wenn es kühler ist, dann ziehe ich das
Recycling-Ding von letzter Woche über und wenn es regnet, trage ich den
Regenmantel. Einzig ein 30-Grad-Kleid fehlt noch. Da behelfe ich mich mit Kaufkleidcrn.
Wozu also einen MMM, wenn ich an den meisten Tagen sowieso Me-Made trage? Dazu fallen mir zwei Antworten ein - auf Eure Antworten, wäre ich aber auch gespannt, obwohl ich schon viele bei
Catherines Pausenankündigung gelesen habe.
- Sommer ist einfach. Sobald aber das herbstliche Schmuddelwetter kommt, werde ich wieder in Versuchung kommen (dauernd) Jeans zu tragen. Das muß nicht sein! Das soll nicht sein! Also brauche ich herbstliche Klamotten, die mich bei meiner Stilsuche unterstützen. Die Kleiderexperimente werden weitergehen und wenn schon Jeans, dann zumindest mit neuen Tuniken oder Blusen (mein noch ganz am Horizont verschwommenes neues Wunschprojekt). Wenn ich richtig gut bin, dann schaffe ich tatsächlich meinen Wunschwintermantel. Dann bin ich sowieso jeden Tag MMM.
- Ich freue mich, Euch zu sehen! Auch wenn ich nur in einem Bruchteil der Blogs kommentiere und dann auch oftmals nur langweilig zu lesende Bewunderung, so komme ich bei allen mindestens einmal, oft sogar mehrmals vorbei, lese ganz genau, was ihr schreibt, surfe durch Eure Blogs und schaue mir die Bilder an. Das ist so wunderbar. Das ist, wie im Café sitzen und die wunderschönen Frauen gehen nicht nur vorbei, sondern setzen sich kurz zu mir und erzählen wir etwas von sich und ihren Projekten. Ich sauge diese Inspiration in mir auf und beobachte, wie sie Woche für Woche wirkt. Wenn ich dann Bus fahre und durch Hamburg eile, merke ich, wieviel textile Langeweile mich umgibt. Natürlich achte ich mittlerweile auch bei Kaufklamotten an anderen Leuten auf Stoffe, Schnitte und Verarbeitung, aber es ist viel viel Hässliches, Langweiliges, Austauschbares und Liebloses unterwegs zu beobachten. Aber nicht bei Euch! Alles, das Besondere, aber auch jedes liebevoll genähte, heiß ersehnte und vorgestellte Basic inspiriert mich!
Manchmal, wenn Quatsch in der Glotze kommt, ich zu müde zum Nähen bin oder mir mal wieder schlaflos die Nacht um die Ohren haue, gönne ich es mir, ein ganzes, beim MMM entdecktes, Blog zu lesen. Dann surfe ich von vorne nach hinten und bestaune die Vielfalt und vor allem die Eure Entwicklung, stilistisch und das Können. Das ist so bezaubernd und macht so viel Mut!
Ich danke euch ganz herzlich dafür, dass es den MMM mit Euch gibt! Und ok, ihr habt Recht. Ich brauche auch eine Pause, damit es frisch und frei wieder herbstlich losgehen kann.
edit: Dieser MMM! Es hat mich nicht losgelassen, was ich ganz schnell ersurfte, statt geduldig auf heute Abend zu warten und brav zu arbeiten. Es kribbelte in den Fingern, die Ovi wurde aufgebaut und ...
schaut selbst.