Dienstag, 31. Mai 2011

Noch ne Pumphose



Nicht For-Me-Made, deswegen noch schnell heute vor dem immer so aufregenden MMM. Hach, ich freu mich schon auf Euere Sachen!

Der Kleine mahnte schon seit Februar eine lila Hose an. Nachdem Muddi immer nur für Muddi nähte, ging er vor zwei Wochen resolut an den Stoffschrank und holte lila und grüne Pünktchen raus. Eine gute Wahl - allerdings in der Kombination eher "naja", aber er bestand drauf. Also erbarmte ich mich letzten Mittwoch und nähte daraus eine Hose nach dem bewährten Schnitt, die meine Nähfreundinnen als "psychedelisch, clownesque und schon ganz schön wild" bezeichneten.



Nun ja, Pünktchen auf Pünktchen nähen war weniger schlimm, als ich es mir vorstellte und die pinke Zackenlitze und das pinke Garn beim shabby applizieren machte den Kleinen glücklich und ist noch so dezent, dass Familienmitglieder nicht befürchten müssen, dass der Kleine damit automatisch schwul wird. Das Foto ist mit dem Telefon gemacht - keine Ahnung, warum das grün so gelb aussieht. In echt ist es fast genauso wie das Shirt.

Der rosa Zipfel, der vorne unterm T-Shirt raushängt ist übrigens meine "Vorne-Markierung", die ich an alle seine Hosen nähe, damit er irgendwann und die ErzieherInnen im Kindergarten schon jetzt wissen, wo vorne ist. Achso und oben und unten sind grüne Bündchen - aber die sieht man erst, wenn der Junge noch ca. 5 cm gewachsen ist - auch ein Grund, warum ich diesen Hosenschnitt so liebe.

Ich finde lila für Jungs cool, auch wenn ich nicht wirklich sicher bin, ob ich diese Hose wirklich schön finde. Aber am Wichtigsten ist: Der Kleine liebt sie! Außerdem sind diese Hosen einfach toll zum Spielen und ich finde luftige Sommerhosen besser, als ständig diese eklige Kinder-Sonnencreme überall hinzuschmieren.

Freitag, 27. Mai 2011

Ich habe eine Idee!

Gestern fluchte ich noch über die Schnittvergrößerungen und grübelte über Frau Lucys vorsichtigen Vorschlag, ein Probeding zu nähen. So recht passte mir die Idee ja nicht, denn obwohl es natürlich theoretisch sinnvoll wäre, liegt es mir überhaupt nicht, etwas mühevoll zu crafteln, was man anschließend nicht nutzen kann.

Aber dann war es auf einmal sonnenklar. Es gibt noch eine Valeska aus einem Stoff vom schwedischen Möbelhaus (gezeigt am MMM am 11.5.) Von den dazugehörigen Stöffchen habe ich noch ein paar Meter. Ich könnte also das Oberteil probe-crafteln und wenns was wird, könnte das doch vielleicht ein kleidartiger Zweiteiler werden.

Na, wie findet ihr meine Idee, mich zum Probeteilchen zu motivieren? : -)

Donnerstag, 26. Mai 2011

Mist


Bildquelle: kreativ-stoffe.de
Modell: Knipmode spezial deutsch F/S 2011 Modell 103 Wickelkleid mit Taillenband

Knipp-Schnittheftchen gekauft, in Kleider-Schnitt verliebt und wieder davon geträumt, Traumstöffchen gefunden und gewaschen, Schnitt abgepaust und ausgeschnitten, vorgefreut, von wegen, "die paar Änderungen am Schnitt machen wir doch mit links", festgestellt, dass kein passendes Nähgarn da ist.

Soweit noch nicht so schlimm. ABER. Von wegen nur eine Größe größer machen. Obenrum fehlen mir zweistellige Zentimeter untenrum auch, aber das ist nicht das Problem. Die Schnittänderung ist nicht mal eben mit an-den-Nahtzugaben-jeweils-nen-guten-Zentimeter-zugeben getan. Theoretisch weiß ich wie es geht, von wegen an-der-richtigen-Stelle-auseinander-schneiden-und-Streifen-einfügen. Aber praktisch habe ich da schon Respekt vor!

Also wird bei Gelegenheit der Hemdblusenschnitt hervorgeholt und mit den verbreiterten Schnittteilen verglichen. Ich bin wirklich sehr gespannt, ob ich das hinbekomme. Eigentlich ist es "nur" logisches Denken, oder?

Stresstest



Ha, ob wohl das mögliche Wort des Jahres Leute auf mein Blog lockt, die vor Erstaunen umfallen, dass Leute ernsthaft über Genähtes schreiben und Bilder von nur wenig zerknittertem Stoff posten? *g*

Das grüne Kleid hat gestern den Stresstest bestanden. Ich habe es den ganzen Tag getragen und sogar abends nochmal angezogen, als ich wieder aus dem Haus zum Nähen ging. In Winterhude hatte ich das Gefühl, dass nur Menschen, die mich kennen das Kleid gut finden (oder waren es alles typische Hamburger, die nicht im Traum auf die Idee kommen, jemand Fremden ein Kompliment zu machen?). Auf St. Pauli wurde ich ständig angesprochen. Cool! Meine Lieblingsfrage: "Das ist doch bestimmt, so etwas sie ein Einzelstück. WOHER bekommt man so etwas?"

Vielen, vielen Dank für Eure Kommentare und Eure Meinungen zu Gürtel-oder-nicht. Frau Shivas salomonische Antwort "Also für den Cafébesuch in der City mit Gürtel und für den Spaziergang im Park ohne!" trifft es auf den Punkt, wobei ich Park durch Spielplatz ersetzen würde. Damit ist es wirklich ein super Outfit für Teilzeit-Muddis. Morgens schick arbeiten und dann puuuuuuh-Gürtel-aus-und-ab-auf-den-Spielplatz. Perfekt!

Den Praxistest hat es jetzt bestanden. Es war schnell getrocknet, leicht zu bügeln und wenig zerknittert im Laufe des Tages (siehe oben), obwohl ich lange im Auto saß, ich kann gut darin sitzen und wenn auch nicht wirklich klettern, doch zumindest weitesgehend die Arme bewegen. Jetzt denke ich über türkise Accessoires nach. Ne Kette könnte ich bieten und ne Häkelblume und natürlich türkise Schläppchen. Einen flattrigen Schal in türkis könnte ich mir auch vorstellen. Habe ich eigentlich ne türkise Tasche? Und warum nicht? Das sollte ich natürlich schnellstens ändern *g*.

Ach und danke Frau Catherine und Frau frisfris für die Optimierungsmöglichkeiten. Ich freue mich sehr über solche Kommentare, schließlich will ich doch lernen!

Mittwoch, 25. Mai 2011

MMM oder "in den OP, Schwester"



Hier ist es. Das Kleid. Nicht das Kleid meiner Träume, aber ich bin verdammt stolz und unglaublich gespannt, wie es sich im Laufe des Tages anfühlen wird. Zum ersten Mal ein MMM-Foto mit einem bisher noch ungetragenen, auf der letzten Minute fertiggestellten, brandneuem Kleidungsstück. Und ich werde den ganzen Tag unterwegs sein, es wird also ein "Härtetest" in allen Lebenslagen.



Ausgangspunkt war der Wunsch, mir diesen Sommer 3 sehr unterschiedliche Kleider zu nähen, um herauszufinden, ob ein Kleid "mein" Kleidungsstück ist und wenn ja, welcher Stil. Dieses Vorhaben basierte auf der Hypothese, dass man in einem Kleid immer weiblich und angezogen aussieht und außerdem morgens nicht lange darüber nachdenken muß, was man wie kombiniert. Außerdem vermutete ich, dass ein "durchgezogenes Kleidungsstück" meiner Figur, der irgendwie die Taille abhanden gekommen ist, schmeicheln könnte.







Einen Reißverschluß habe ich genommen, weil ich keine hübschen Knöpfe fand. Die Details mit dem türkisen Schrägband enstanden - wie so oft - beim Nähen. Hätte ich das vorher gewußt, hätte ich nach türkisen Knöpfen gesucht oder einen türkisen RV genommen. Ob ich es am Saum wirklich gut finde, weiß ich noch nicht, am Ärmel finde ich es klasse.



Lernerfahrungen

  • Pattentaschen sind prima, weil man weiß, wohin mit den Händen und gar nicht so schwer. Mache ich auf jeden Fall wieder.
  • Reissverschluß ist auch nicht so schlimm, wie ich befürchtete
  • Schnitt vorher genau lesen und überlegen, ob man manche Teile mit dem verwendeten Stoff wirklich doppeln sollte
  • Mittage Abnäher zum taillieren erst nach dem Einsetzen der Ärmel positionieren. 
  • mir jemand suchen, mit dem ich mal meine optimale Saumlänge herausfinde
  • Doch "heimlich" schon ein paar Tage vorher fotografieren. Mein Mann ist sowas von genervt, gerade...


Jetzt bin ich gespannt auf Eure Kommentare. Was meint Ihr? Und was gefällt Euch besser: mit oder ohne Gürtel? Welches Kleid folgt als nächstes? Ein Blümchen-Traum? Oder das Frottee-Strandkleid?

Zusammenfassung
Schnitt: Burda Plus F/S 2011Schnitt 405
Stoff: Baumwolle-Polyestermischung (ca. 60:40) vom Stoffmarkt
genäht: Mitte April bis Ende Mai 2011
Schwierigkeitsgrad: Pattentaschen sind leichter, als ich dachte, Burda besser, als ich dachte und Abnäher sind schwieriger, als ich dachte. Es ist aufwendig, für meine Verhältnisse, aber für den Uni-Stoff mag ich die aufwendigen Details
Passform: ohne Abnäher war es mir zu zackig, zu litfaßsäulenmäßig, mit Gürtel ist es mir zu bauschig. Mit etwas mehr Hingabe, hätte man die Ärmel besser machen können, aber insgesamt, war ich überrascht, wie gut es passt.
Werde ich nochmals machen: Nein. Eher nicht. Wenn ich nochmals so ein Kleid nähen würde, dann würde ich den Rock ausgestellter machen und einen Schnitt suchen, der mehr auf Figur geschnitten ist.

Mehr schicke MMM-Outifits findet ihr hier



Und wie immer ganz herzlichen Dank an Catherine für die Initiative und Organisation.

Dienstag, 24. Mai 2011

Sehen lernen

Unter der Dusche hatte ich heute morgen eine Idee. Der Post über die schönen Fotos hat etwas mit meinen Gedanken zum Stil-Suchen zu tun!

In den letzten Tagen saß ich immer wieder ein paar Minuten oder Stunden am Hemdblusenkleid. Am Wochenende war ich ziemlich enttäuscht, weil ich das Gefühl hatte, dass das Ding überhaupt nicht so aussieht, wie in meinen Träumen. Das ging mir bei dem Jeansmantel ja genauso. Da hatte ich wohl immer "heimlich" gedacht, ich sähe anders aus (natürlich schlanker) und sähe deswegen in dem Kleid anders (also ganz bezaubernd) aus?

In Ermangelung von Nähfreundinnen mit Zeit, zog ich Samstag Abend das fast fertige Kleid an und fragte meinen Mann, wie lang der Rocksaum sein sollte.  Er schaute und schwieg. Das war kein gutes Zeichen! Schließlich holte er die Kamera, fotografierte mich und sagte "schau selbst". Das tat ich natürlich sofort und fand alles furchtbar.

Gestern begradigte ich die Kreidelinie, las noch mal nach, wieviel Nahtzugabe die Burda vorschlug und schnitt beherzt das, was zuviel war ab. Außerdem trennte ich mal wieder rückwärtigen Abnäher auf, weil mit Ärmeln, auf einmal alles ganz furchtbar saß.

Merke: Abnäher zum Taillieren immer erst nach den Ärmeln stecken.

Huch! Die Länge war perfekt. Leider die Länge, die nun an Stoff übrig war, d.h. es blieb wieder nichts für den Saum übrig und die typische Meike-Lösung musste erneut gewählt werden: Schrängband.

Gestern war ich zum Mittagessen mit den Frauen aus meinem Netzwerk verabredet. Wir sind uns seit fast 10 Jahren "nützlich" und deswegen brachte ich dieses Mal ein Anliegen vor, dass nicht wirklich den Beruf zum Thema brachte. Ich bat darum, mir die Abnäher zu stecken. Die zwei Frauen kicherten und kamen mit in die Toilette in das Boudoir. Sie waren beeindruckt von meinen Nähkünsten und ich versöhnte mich ein wenig mit dem Kleid. Es ergab sich, dass der Sohn statt Spielplatz lieber Eis und Züge-schauen wollte. Wie praktisch, denn der Kurzwarenladen ist vis-a-vis vom Bahnhof.

Heute morgen unter der Dusche war mir auf einmal alles klar. Plötzlich verstand ich, dass wenn ich meinen eigenen Stil entwickeln will, ich lernen muß, mich wirklich zu sehen! Es geht darum, mich schön zu finden und gleichzeitig realistisch zu sehen. Das hat nichts  mit "sich selbst lieben lernen" zu tun, was ich nach wie vor für eine heroische aber sehr theoretische Idee halte. Es geht darum, sich realistisch zu sehen, ohne NUR auf die Mankos zu schauen, sondern einen realistischen Blick auf die Chancen zu entwickeln.

Die Idee mit den Fotos war deshalb ganz ausgezeichnet. Je häufiger ich mir die Fotos anschaue, desto mehr kann ich genauer hinschauen, statt vor Entsetzen in Schockstarre schnellstmöglich die Augen zu verschließen. Natürlich war es leichter, die Fotos anzuschauen, wo die Lösung (neu gesteckte Abnäher, Lob der Freundinnen und das Schrägband) schon da war. Mein Blick lenkte sich mehr auf die Chancen als auf die Risiken. Und jetzt bin ich verdammt gespannt, auf das hoffentlich bis morgen zum MMM fertige Hemdblusenkleid, was einen weiterer Meilenstein auf dem Weg meiner Suche nach Stil sein wird.

Montag, 23. Mai 2011

Pflichtlektüre

Ich bin ja ohnehin kritisch, was das stürmische Existenzgründen von CraftlerInnen anbelangt, weiß ich doch, dass es zum UnternehmerInnentum die richtige Mischung aus Leidenschaft, Realismus und Fleiss bedarf. Bisher zielten meine Fragen stets in Richtung Kalkulation - ich bin eben Ökonomin. Insofern bin ich glücklich über den Artikel "Trau Dich, aber mach Deine Hausaufgaben" von Anissa Stettner von dem wunderbaren Blog handmade 2.0, der noch mal ein Spektrum aufzeigt, dass mir nur am Rande bisher bewußt war. Danke Frau Zwonull! Und für alle, die sich craftelnd selbständig machen wollen: Lesen!

Sonntag, 22. Mai 2011

Selbstkritik


Bildquelle: Kiwi-Verlag

"Das ist ein kleines Problem beim Selbermachen: Man weiß, wie etwas entstanden ist,und entwickelt über die Zeit des Machens eine ganz konkrete Vorstellung vom Ergebnis. Deswegen ist die Wahrscheinlichkeit, anschließend von diesem Ergebnis enttäuscht zu sein, ziemlich hoch. Es ist eine Art Martha-Steward-Impuls, alles wirklich supertoll und wunderhübsch hinzukriegen zu wollen. Dabei wäre es wichtiger, den Rock'n'Roller in sich zuzulassen. Die Haltung zu entwickeln: Scheißegal, wie etwas wird, Hauptsache, man hat etwas Neues ausprobiert."

Ich lese gerade"Hab ich selbst gemacht - 356 Tag, 2 Hände,66 Projekte" von Susanne Klingner. Mehr dazu, ein anderes Mal. Aber an den oben zitierten Absatz mußte ich gestern dauernd denken, als ich nach 5 Stunden Arbeit an meinem Hemdblusenkleid, wirklich nur sehr mäßig mit dem fast fertigen Ding zufrieden war. Ich sage nur: die Abnäher müssen nochmal raus (obwohl ich den ganzen Mittwoch abend daran gesessen habe), weil mit Ärmeln dran, auf einmal alles ganz anders ist. Und der Kreide-Saum ist auch schief, obwohl er gepüstert ist....Aaargggsss!

Freitag, 20. Mai 2011

Neues Magazin: Handmade Kultur



Wart ihr genauso aufgeregt wie ich? Ich habe in den letzten Tagen gespannt auf das erste Magazin Handmade Kultur gewartet. Ich dachte zumindest, es wäre das erste und bin etwas irritiert, dass eine 7 darauf steht. Aber egal! Erst vor wenigen Wochen hatte ich das Portal Handmade Kultur, neu und damit noch recht jungfräulich, entdeckt und sofort die Chefredakteurin kontaktiert, weil ich unbedingt mitmachen wollte.

Und dann hielt ich vorgestern das Heft zum ersten Mal in den Händen. "DIN A 4, schick und sehr ansprechend," hauchte ich ehrfürchtig und fing an zu blättern. Leider hatte ich überhaupt keine Zeit und konnte nur mal schnell durchblättern und meine Texte suchen. Wow, tolles Layout, sympatische Gesichter, überraschende Themen! Ha, schon ziemlich weit vorne kam ich. Schick! Ich finde es immer wieder faszinierend, einen Text gelayoutet mit schicken Bildern drumherum zu sehen. Das sieht doch ganz anders aus, als in einem schnöden Textverarbeitungsprogramm. Mist, das alte Blog wird erwähnt, wo ich doch extra vor Erscheinen zu crafteln.de umgezogen war! Wie gut, dass mein Mann sich mit den Maschinen versteht und mir zeigte, wie die Umleitung geht. Also kommt nun auch hierher, wer nach liebchen-hamburg sucht. Gut.

Aber weiter im Text. Natürlich schmökerte ich beim ersten besten Zeitpunkt, als ich etwas Zeit und Ruhe fand und war begeistert. Tolle Anleitungen, sogar ein Schnittmuster für eine Tasche, spannende Geschichten über Menschen, die crafteln lieben und vor allen Dingen sehr unterschiedliche Dinge, die selbst gemacht werden. Wenn man in den Nähblogs unterwegs ist, sieht man zwar zu Ostern auch mal was gebasteltes, aber ansonsten hat man das Gefühl, dass die Welt eigentlich nur aus Stoffsüchtigen wie mir besteht. Wie schön, wenn man mal, so schick und liebevoll über den Tellerrand schauen kann, wie in Handmade-Kultur.

Mein Tipp: kaufen! Ich finde es toll und ihr bestimmt auch!
Und für alle, die ein Geschäft haben der Zusatztipp: Werben! Damit es noch viele Ausgaben des neuen Magazins geben wird.

Mittwoch, 18. Mai 2011

Gute Fotos braucht die Frau!

1000 Dank für Eure Kommentare zum Regenmantel, aber vor allen Dingen zu "crafteln". Ich war ganz schön unsicher, ob mein selbstgemachtes Wörtchen nicht total albern ist. Besonders gut gefällt mir die Assoziation von Lucy, dass es auch nach "durchwurschteln" klingt. Das passt ja wirklich gut - und in dem "durch" steckt auch das Durchhalten, auf das ich derzeit besonders stolz bin, weil es eigentlich nicht zu meinen Stärken gehört.

So, aber jetzt zu den Fotos.

Gaby schrieb als Kommentar zum letzten Post: "Was mir an Dir aber immer auffällt und sehr gut gefällt ist Deine durchweg fröhliche und positive Ausstrahlung auf den Fotos!"

Dankeschön! *knicks*. Nachdem ich letzte Woche über die Bemerkung von Frau Michouu den "enthaupteten Frauen in Nähblogs" nachgedacht hatte und für mich eine Lösung (nur Bilder mit Kopf, zu denen ich stehen kann, posten) gefunden hatte, beschäftig mich nun der Kommentar von Gaby. Es ist ja für Viele gar nicht so leicht, ein Bild von sich zu bekommen, zu dem sie stehen können. Das kenne ich noch sehr gut von mir von früher.

Ich verrate Euch ein paar Tricks dazu:

Mir half die Erfindung der digitalen Fotografie, ein professionelles Fotoshooting und die liebe meines Mannes dabei, wenigstens eine Hand voll schöner Fotos von mir zu haben, die ich gut finde. Auch wenn ich den Ansatz von Frau Liebesbotschaft nachvollziehbar finde, so fällt es mir schwer, Tipps wie "Liebe deinen Körper" von so einer perfekt scheinenden Frau anzunehmen. Ich merke, wie ich dann schnell borstig werde, wenn ich so etwas höre. Also keine Sorge, "lieben" müsst ihr euch nicht, um ein gutes Foto zu bekommen.

Irgendwo habe ich vor Jahren gelesen, dass man von Claudia Schiffer auch hunderte von Fotos machen muß, um ein Gutes zu bekommen. Jajaaa, dachte ich und konnte eine Woche vor meinem ersten professionellem Fotoshooting im Jahr 2003 nicht schlafen. Die zwei Stunden, die es dauerte, schwitzte ich wie verrückt, vor Verlegenheit. Aber: es gab ein gutes Foto. Und es gab hunderte schlimme Bilder!

Wenn man hunderte von Bildern macht, darf man auch auf einigen davon ausgesprochen doof aussehen. Deswegen hilft es, Quatsch zu machen. Grimassen steigern die Durchblutung und Quatsch lockert den Körper. Dann vergisst man auch die leidige Frage, wohin man mit den Händen soll. Mein kleines Geheimnis: ich stelle mir immer vor, dass ich wie Charlies Angels vor einer Windmaschine stehe (ich glaube, die haben den kompletten Film vor einer Windmaschine gedreht...) ..... aber nicht weiterverraten, das ist mir ein bißchen peinlich.



Frisch verliebt machte mein Mann dann auch ziemlich viele Fotos von mir. Frisch verliebt, wie ich war, akzeptierte ich das, obwohl ich mich schwer tat, die Ergebnisse anzuschauen. Huiii, ich fand sogar sexy Fotos! Kurz gesagt: ein liebevoller Blick hilft enorm, ein gutes Foto überhaupt erst zu entdecken. Da Frauen oft nicht so geübt sind, sich selbst mit liebevollen Augen zu betrachten, hilft der Blick eines Mannes oder einer Freundin.

Dann schaute ich mir Fotos von anderen an, die ich gut oder interessant fand und lernte etwas Wesentliches: es kommt auf den Bildausschnitt an! Gestern habe ich darauf nichts an den Fotos gemacht, denn ich wollte das Ladenschild der Glücksmarie mit auf dem Bild haben, weil ich den Laden so liebe, aber normalerweise würde ich einen anderen Bildausschnitt wählen. Ich habe keine Ahnung von Fotoberarbeitung, aber ich weiß, dass jeder Computer irgendwo ein Miniprogramm hat, um zumindest den Ausschnitt eines Fotos zu verändern. Beim Mac mache ich das mit iPhoto, aber ich habe es früher auch schon mit Windows gemacht, nur vergessen wie. Hieß das Programm "paint"?

Ein dezenter Hintergrund hilft bei Produktfotos, deswegen stehe ich oft bei der Präsentation meiner Nähsachen vor der weißen Wand. Leider stehe ich dort aber ziemlich verklemmt, weil wenig Platz zum Quatschmachen ist und morgens, wenn das Licht auch in der Wohnung ganz gut ist, wenig Zeit zum Fotografieren bleibt. Wenn ich unterwegs jemand überrede, ein MMM-Foto von mir zu machen, suche ich entweder einen schönen Hintergrund oder etwas Aussagekräftiges. Wenn ich mich vor dem Hintergrund nicht wohl fühle, weil ich z.B. zuviel von mir für das Internet, verrate, dann gibts auch kein schönes Foto. Und wenn zu viele Leute drumherum stehen, bin ich auch verklemmt. Also bin ich an schüchternen Tagen extrem wählerisch, was die Location anbelangt. Zum Glück (für den MMM), bin ich von Shooting zu Shooting weniger wählerisch.

Beim Zappen landeten wir gestern bei Frau Katzenberger. Huiiuiiiuiiiiii. Aber ihren Satz zum Thema Fotoshootings, wo sie sich anstellte, wie der letzte Mensch, "Männer sehen sowieso nie, wenn irgendwo nen Zeh raushängt", fand ich lustig. Seht ihr zum Beispiel, wie grau ich geworden bin auf dem Windfoto von gestern? Neee, oder? Nur ich kann nirgendwo anders hinsehen. Aber egal. Merkt euch einfach: Männer schauen woanders hin und Näherinnen auch!

Also Mädels, es ist wirklich nicht so schwer, nette Fotos zu bekommen, wenn man beginnt, bei den Shootings etwas Spaß zu haben. Ich würde mich sehr freuen, wenn euch diese Gedanken dazu helfen! Habe ich was vergessen?

Zusammenfassung

  • Macht mindestens 3x soviel Bilder, wie es Dir und der Fotografin/dem Fotografen normalerweise angemessen erscheint. 
  • Mach Quatsch - du bist ein Star!
  • Lasse am Anfang jemand anderen entscheiden, welches die besten Bilder einer Serie sind und triff Du dann die Entscheidung, welches Bild (aus dieser Auswahl), Dir am besten gefällt. 
  • Schneide mit einem Bildbearbeitungsprogramm das Bild so, wie es dir gefällt. 
  • Nutze einen dezenten Hintergrund, der dich zur Geltung bringt oder einen interessanten Hintergrund, der von Dir ablenkt. 

MMM und Herzlich Willkommen bei crafteln.de



Hallo und herzlich Willkommen in meinem neuen Blog-Zuhause!

"Liebchen-Hamburg" war der Anfang, doch in letzter Zeit fühlte ich mich dort nicht mehr wohl. Je mehr ich über das, was ich mit dem Nähen und dem Selbermachen verbinde, nachdachte, umso drängender wurde es für mich, ein Wort dafür zu finden, das mir leichter von der Hand geht als "DIY" (Diiiiii Eiiiii UuWeiiiii) oder "Handarbeiten". Irgendwann alberte ich herum und sagte "crafteln", fand es erst bescheuert und irgendwann ganz reizend. Mehr dazu hier.

Alle Beiträge von "Liebchen-Hamburg" und alle Kommentare sind mit auf crafteln.de umgezogen, nur leider die LeserInnen nicht. Natürlich würde ich mich sehr freuen, wenn ihr wieder Lust habt, meine LeserIn zu werden!

Aber jetzt zum Me-Made-Mittwoch, deswegen seit ihr doch heute hier!

Heute geht es um den Regenmantel. Als ich ihn vor Wochen fertig stellte, begann die Schönwetter-Phase. Ich konnte es kaum glauben, kaum hatte ich das Projekt, das ich schon im Herbst begonnen hatte fertig, schien Tag um Tag die Sonne. Das war natürlich schön, aber an Tagen, an denen ich Lust auf den Regenmantel hatte, habe ich ganz schön geschwitzt!



Und jetzt das Geständnis: mein Bild ist von gestern. Denn gestern führte ich bei stürmischem Aprilwetter das tolle Ding ganz stolz zum Laden-Geburtstag der Glücksmarie aus und Nina war so lieb, eine Fotosession mit mir zu machen. Damit es nicht den üblichen Mittwoch-Morgen-Stress gibt, schummele ich also diese Woche, aber ich gelobe, ihn auch heute durch die Gegend zu spazieren.

Wer mehr über das Regenmantelprojekt wissen will, schaut hier. Und wer Lust bekommt, einen Regenmantel zu nähen, dem sei ausdrücklich gesagt: Es ist ganz einfach und schnell, denn es ist ein wunderbares Material, das man nicht versäubern muß!

Schnitt: Johanna von Farbenmix
Stoff: Regenmantelstoff von Stoff und Stil
genäht: Oktober 2010, fertiggestellt April 2011
Schwierigkeitsgrad: Regenmantelstoff schneidet sich supereasy zu und näht sich schnell. Da der Mantel ohne Futter ist, ging es wirklich fix. Einziges Manko: Stecken geht nicht gut und Auftrennen auch nicht, denn jeder Stich macht ein Löchlein. An komplizierten Stellen klebte ich deshalb mit Stylefix, statt zu stecken.
werde ich nochmal machen: ich denke schon, jetzt kenne ich die Tücken eines Mantels. Allerdings bin ich auf der Suche nach einem anderen Mantelschnitt. Aber einen Regenmantel nähe ich ganz sicherlich noch einmal.

Mehr wundervolle genähte und gecraftelte Sachen gibt es hier:



Und wie immer ganz herzlichen Dank an Catherine für die Initiative und die Organisation

Dienstag, 17. Mai 2011

Herzlichen Glückwunsch, liebe Glücksmarie


Ganz herzlichen Glückwunsch meinem Lieblingsstoffladen und meiner Lieblingsstoffladen-guten-Seele-Gründerin-gute-Laune-macherin-Immer-für-ein-Schwätzchen-bei-dem-ich-viel-lerne-zur-Verfügung-Steherin-gute-Bücher-Emfpfehlerin-Herzblut-Nähfrauen-Schwestern. Danke, dass Du Deinen/Euren Traum wahr gemacht hast, liebe Nina und Sarah und Gratulation, dass derTraum nun schon ein ganzes Jahr so viele Leute glücklich macht!

Wer in Hamburg oder drumherum näht und die Glücksmarie nicht kennt, hat was verpasst. Entzückende Stoffe, entzückende Kindersachen und ganz reizende Damen, die einen Einkauf immer zum Vergnügen machen. Eine ganzer Monat wird gefeiert?! Unglaublich. Also, gibts keine Entschuldigung, sattelt die Pferde, verabschiedet Euch kurz von den Nähmaschinen und versprecht ihnen, ganz tolles Futter mitzubringen.

Ich hatte es gestern im Gefühl und deswegen gestern abend ganz viel vorgearbeitet, um heute Zeit zu haben, mein Pferd zu satteln, und persönlich zum Gratulieren zu kommen. Gleich gehts los!

Freitag, 13. Mai 2011

Rock oder Hose



Den Themenabend "Rock oder Hose" sah ich, als ich an der Hose für den Kleinen bastelte und anschließend endlich mal die Nähmaschine sauber machte. Mir war nicht so bewußt, dass Rock tragen feministisch sein könnte, obwohl ich eigentlich seit Jahren nichts anderes - allerdings in anderen Worten - behaupte. Was mir vor allen Dingen zu Denken gab, waren die Beiträge über junge Mädchen, die sich nicht trauen Röcke zu tragen, weil die sie umgebenen Jungmännchen unflätig darauf reagieren. Und dass das dann auch noch was mit Zuwanderung zutun hat, was man aber irgendwie auch nicht aussprechen darf, fand ich schon sehr interessant. Danke für den Tipp, Frau Michou loves vintage*

Diese Hose hatte ich letztes Jahr in Größe 80 genäht. Sie war eine Probehose, ein Testobjekt, was aber für Begeisterung bei meinem Sohn und den Spielplatzmuddis sorgte. Nachdem meine Nähfreundinnen alle wunderschöne Blümchenpumphosen für ihre Töchter in Serie nähten, war ich neidisch und versuchte mal ein Jungsmodell. Zunächst war ich skeptisch, aber sie ist wirklich toll und ich bin froh, dass ich sie in die nächste Größe rüberretten konnte. Jetzt trägt er mindestens 92, also mußte ich noch mal ran. Ich finde es zucker und freue mich schon auf die Anprobe.




Und nein, mein Kind hat nicht zwei unterschiedlich lange Beine. Ich wollte nur zeigen, dass man jetzt erstmal das Bündchen noch krempeln kann und dann die Hose hoffentlich noch lange passt.

Der Pumphosenschnitt ist mein Lieblingsschnittmuster und hat deswegen auch ein eigenes Label, unter dem ihr alle bisherigen Hosen nach dem Schnitt findet. Aber nachdem ich jetzt auch noch meine Jeans flickte, habe ich alle vernünftigen Sachen erledigt und sollte mal wieder an mein grünes Kleid. Nur heute bin ich leider viel zu müde.

Und sonst so?

Doof, dass Blogger zickte und mein letzter Beitrag weg ist!

Habt ihr diese Flip-Flop-Strapse gesehen? Muß ich machen!

* Leider kann ich bei Michou nicht kommentieren. Keine Ahnung, was der Trick ist. Nur mal so am Rande.

Donnerstag, 12. Mai 2011

Selbstschneidern von A-Z


Bildquelle: Amazon

Vielleicht hattet ihr es gestern, bei der Stofflagerpräsentation, schon entdeckt: Das Gütermann Näh-Lexikon. Auf der Suche nach der Brustabnäherlösung hatte ich es wiederentdeckt. Vor ziemlich genau einem Jahr, hatte es mir meine Mutter, aus ihrem Bücherschrank geschickt, als ich mich bei meiner ersten Tunika mit Brustabnähern quälte. Ich tat mich damals schwer damit und legte es beiseite.

Heute morgen griff ich es mir, als Bus-Lektüre und ich hätte fast das Aussteigen verpasst. Meine Güte, das ist ja spannend wie ein Krimi! Und großartige Zeichnungen und Sätze darin. Bei Gelegenheit fotografiere ich mal etwas und zeige es euch. Ich finde das heiße Cover verspricht schon Einiges.

Ich finde es total spannend, dass ich auf einmal ein "Hobby" habe. Früher habe ich das Wort "Hobby" nur mit spitzen Fingern angefasst. Das war für Leute, die ihren Beruf nicht mit Leidenschaft machen und deswegen in der Freizeit einen Ausgleich machen. Das fand ich total pfui, arrogantes Stück wie ich nun mal manchmal bin. Ist es nicht unsere Aufgabe, gemäß unseren Begabungen etwas der Welt beizusteuern? Ich dachte, dass das nur beruflich ginge. Nun ja, ich war jung. Jetzt bin ich älter, habe nach 15 Jahren Berufserfahrung und der Kinderpause nur begrenzt Lust auf "Leidenschaft im Job" und habe ein Hobby und finde es total spannend, staubtrockene Bücher zu lesen, um etwas zu lernen. Und jetzt, wo ich einige der Probleme schon mal hatte, die in dem Buch beschrieben sind, finde ich es spannend, ganz brav dort nach Lösungen zu suchen.

Hach, hatte ich schon erwähnt, dass ich mich auf die Overlock freue? Ich kann es kaum erwarten!

Mittwoch, 11. Mai 2011

Stofflager




Ohgottohgott, 11 Bilder. Das ist ja wie auf-die-Waage-gehen - erst da erkennt man das wahre Ausmaß der Zügellosigkeit. Aber Catherine hatte darum gebete, also gibt es einen kleinen Rundgang durch die verschwiegensten Ecken unserer Wohnung.


Das erste Bild zeigt das offizielle Stofflager. Oben Baumwollstoffe, unten Bündchen und die obligatorische Kiste mit den Fitzelchen für Applikationen.



Auf einem Stuhl am Esstisch liegen lieblos die Projekte-in-Arbeit und das Material, das ich häufig brauche und zu faul zum wegräumen bin. Unter dem Tisch liegt die Tasche, die ich immer zum Nähtreff mitnehme mit den Resten vom Jeansmantel und meist gefüllt mit Gummibärchen und Keksen und Schnittmustern und und und






Daneben steht eine Kiste mit Stoffen, die ich von meiner Mutter geschickt bekommen habe, die mir eigentlich nicht gefallen. Aber ich weiß nicht, wie ich sie entsorgen kann. Man könnte sie ja noch mal brauchen und überhaupt, sind Stoffe nicht auch Lebewesen, die man respektvoll behandeln soll?




Die Kiste mit den Jerseys unter den Zeitschriften und Nähbüchern sieht gar nicht so schlecht aus. Die Kiste darunter zeigt, dass man auch munter Nickys mit Schnittmustern mischen kann. So findet man die Schnittmuster schlechter, wenn man sie sucht.



Achnee, das ist ja die Kisten mit den Nickys. Was liegt wohl in der vorherigen Kiste unter den Schnittmustern? Die ausrangierten Jeans meines Mannes aus denen ich Hosen für den Kleinen nähen wollte?



Mein Mann liebt ja Kisten vom schwedischen Möbelhaus, deswegen gibt es auch noch diese Variante. Wenn sie voll ist, kann man ja noch oben was drauf legen, so lange noch Platz im Schrank bis zum nächsten Regalbrett ist.



Und dann gibts noch diese Kisten. Die sind doof, weil rund, deswegen nur für Jerseys, die nicht knittern.



Aus irgendeinem Grund, konnte ich die letzten zwei Bilder nicht hochladen. Aber die sind auch nicht so spektakulär. Nur noch ne Kleine Kiste, die hinter der Nähmaschine steht und das Vlieseline, Vlisofix, Wachstuch-Lager unter dem Bett : - )

Und wo stelle ich die Overlock hin? Das fragte mein Mann, nachdem ich gestern final meinen Wunsch äußerste (es wird die Brother 4234D). Ach, sagte ich, das ist kein Problem. In den nächsten Wochen schneide ich ganz viel Jersey zu und dann ist ja wieder ein Fach leer, wenn ich mit der Turbomaschine alles ganz schnell wegnähe....

Jetzt komme ich erstmal dazu ganz schnell zu Euren Schätzchen zu surfen - hach, ist das toll, wenn man nicht alleine ist. Wenn mein Mann das nächste Mal Bedenken wegen neusten Einkäufen anmeldet, dann zeige ich ihm Eure Bilder.

Me-Made-Mittwoch



Willkommen beim Me-Made-Mittwoch. Hereinspaziert, hereinspaziert.

Die MMM-Aktion ist toll. Mittlerweile bekomme ich sogar Spaß am Fotografieren. Mein Mann anscheinend auch. Heute morgen, fand er zwar alles wieder schrecklich-kurz-auf-knapp, aber als ich dann auf der Bettkante balancierte, um mein Röckchen vor der weißen Wand zu zeigen, muß ihm wohl gefallen haben, was er sah, denn er schoß ziemlich viele Fotos - einige davon, ohne Fokus auf den Rock. Das nehme ich mal als Kompliment und freue mich.

Frau Michou-loves-vintage schrieb letztens über "enthauptete Frauen in Nähblogs", das bewegte mich. Für mich ist folgende Lösung eine gute Lösung. Wenn ich ein Foto mit Kopf mag und wenn ich das Kleidungstück für mich stimmig finde, dann gibts auch mal nen Bild mit Kopf. Aber wenn es um Probleme geht oder ich so robotermäßig dastehe, dann lieber nicht, denn das Internet vergisst ja bekanntlich nix.

Aber ihr wollt ja sehen, was ich für mich genäht habe. Hier ist er, der letzte meiner zwei noch ungezeigten fertigen Valesken.




Das war der Proberock aus günstigem Stöffchen, ist aber mein Lieblingsrock. Obwohl das Bündchen ganz schrecklich angenäht ist, ist sitzt er einfach perfekt. Eines meiner wenigen Kleidungsstücke ohne Zuppeln.



Ich mag die "Applikationen auf den zweiten Blick", ich mag Röcke, zu denen ich schwarze T-Shirts anziehen kann und ich mag es, wenn mich Frauen auf der Straße ansprechen und mir erzählen, welche Tischdecken, Kissen oder Vorhänge sie aus dem Stoff zuhause haben. Und ich mag Schrägband.

Zusammenfassung:
Schnittmuster: Valeska von Farbenmix
Stoff: vom schwedischen Möbelhaus (die Vögelchen sind von dem anderen schwedischen Möbelhaussstoff ausgeschnitten)
Schwierigkeitsgrad: einfach und schnell
Passform: super-nach-Änderungen. Valeska ist einfach zu weit geschnitten, aber mit etwas Weite im Bruch wegnehmen (hier beim Probemodell mit einer Mittelnaht vorne und hinten) und zwei Abnähern vorne und zwei Abnähern hinten ist es super.
Werde ich noch mal machen: definitiv und in lila

Mehr Me-Made-Kunstwerke gibt es hier



Und wie immer herzlichen Dank an Catherine für die Initiative und die Organisation!

Was vergessen? Ja klar, die Stofflager! Eigentlich wollte ich das alles auf einmal machen MMM-Post, Stofflager und Blog-umziehen-mit-Verlosung, aber bevor nix klappt, fange ich mit MMM an und reiche zeitnah nach. Versprochen.

Dienstag, 10. Mai 2011

Overlock-Fortsetzung

Nach Euren Kommentaren habe ich das Gefühl, dass ich auch im Internet bestellen könnte. Einfädeln scheint immer ein wenig mühsam und wenn man es selten macht, kommt wohl auch nicht so schnell Routine auf - aber das heißt ja nicht, dass man es nicht lernen könnte.

Mit ner Nacht drüber schlafen, dachte ich, ich könnte mich für die Bernina entscheiden. Allerdings hatte ich Eines gestern übersehen: das günstige Internetangebot galt für die 700D und nicht für die 800 DL mit der Einfädelhilfe. Natürlich habe ich noch mal rumgesurft und nun eine attraktive Brother in der Preisklasse gefunden.

Brother 4234D - mit Differenzialtransport, Regulierung des Nähfußdrucks,Einfädler für beide Nadeln und Einfädelhilfe für den unteren Greifer. Für 499,- im Internet und für 399,- Euro, wenn man sie in England bestellt.

Das klingt doch ziemlich gut, oder? Ich weiß, die Bernina gelten als höherwertiger als die Brother - aber mit meiner Brother Nähmaschine bin ich doch auch zufrieden. Ist man nicht sowieso meist zufrieden mit dem Gewohnten?

Wenn ich mir allerdings die Bedienungsanleitung anschaue, verlässt mich schon ein bißchen der Mut. Aber es gibt auch noch ne DVD-Bedienungsanleitung dazu.

Montag, 9. Mai 2011

Overlock-Qual-der-Wahl

1000 Dank für Eure "Abnäher-Kommentare". Das macht Mut, morgen mal wieder daran zu gehen. Ich war schon ziemlich frustriert und überlegte schnelle Zwischenprojekte für Erfolgserlebnisse.

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Heute war ich im Nähmaschinenhaus, um mein Geburtstagsgeschenk aussuchen. Das ist gar nicht so leicht. Letztlich gab es nur zwei Maschinen, die in Frage kamen. Janome 8002D (369,- im Laden und 299,- im Internet) und die doppelt so teure Bernina 800 DL (699,- im Laden und 629,- im Internet). Die von Catherine genannte Brother scheint wohl sehr ähnliche der Janome zu sein. Wenn ich es richtig verstanden habe, dann ist die Bernina
  • leichter Einzufädeln als die Janome, allerdings auch nicht "leicht einzufädeln", denn das können nur die teuren
  • qualitativ besser, weil mehr Metall drin, als in den Billigen
  • sieht moderner aus
  • kann sie, was das Nähen betrifft, genau das Gleiche, wie die Janome
Sie hat mir natürlich besser gefallen, aber eitel, wie ich bin, dachte ich natürlich "hey, das Einfädeln, das kann ich-tolle-Kartoffel doch lernen", aber dann dachte ich an mein Erlebnis mit der EC-Karte. Vor ein paar Jahren bekam ich mal eine sehr leichte PIN zugeteilt: 3334. Ich ging zum Bankschalter und sagte "Diese PIN können sie auch jemand anders geben, ich könnte mir schon eine Schwierigere merken." Zurückgeben ging aber nicht. Zwei Wochen später stand ich ratlos vor dem Geldautomat und wußte nicht mehr, welche Ziffer 3x kommen sollte. War das peinlich, als ich die neue PIN beantragen mußte. 

Tja, und nun? Ich neige zu der Janome oder der Brother 1034d, die sie auch bestellen können, die ich aber nicht gesehen habe. Zu der Bernina gibts nen Jahr lang kostenlosen Rat, aber wenn ich die Janome nehmen würde und würde ne Einweisung brauchen, könnte ich die für 60 Euro/Stunde bekommen. Das wären dann immer noch nur 430 Euro im Vergleich zu 699 Euro. Mmmmmh, ich war immer für Fachhändler - eigentlich.

Bei Youtube habe ich eben ein Einfädelfilmchen für die Janome. Ist zwar spanisch, aber aussagekräftig. Schon cool, was es heutzutage gibt.

Nachdenklich macht mich aber Catherines Beitrag, die sagt, dass sie bei einem erneuten Kauf, eher eine Bernina nehmen würde - könntest Du bitte noch mal sagen, warum? Ich fotografiere morgen auch mal die Lager. Was ist der Plural von Lager? : - )

Sonntag, 8. Mai 2011

Abnäher - das kann doch nicht so schwer sein!



Ihr wolltet nen Krimi? Ich eigentlich nicht. Aber es wird wieder einer. *seufz*. Es ist ja auch Sonntag abend!

Ich brauche Eure Hilfe! Die Abnäher scheinen mir doch nicht wirklich gelungen.

Letzte Woche war ich mit meinem Hemdblusenkleid beim Abstecken. Meine Freundin ist auch begeisterte Ungelernte, aber während wir steckten, kam es mir eigentlich ganz gut vor. Dann hatte ich ein paar Tage keine Zeit zum Nähen und zwischenzeitlich sind ein paar Nadeln rausgefallen. Aber ich dachte, ich schaffe das schon und werde rechtzeitig zum nächsten Me-Made-Mittwoch fertig... Pustekuchen!

Schaut Euch doch mal bitte die Brustabnäher an. So waren sie vorher. Kann das sein, dass sie nun zu schief sind? Ich habe sie verlegt, weil nach Schnittmuster sahen sie auch merkwürdig aus. Sollte die Naht nicht waagrecht verlaufen? Allerdings habe ich in einem uraltem Nähbuch gelesen, dass bei großen Figuren, die Abnäher auch schräg sein können. Würdet ihr sie so lassen? Wo muß die Spitze hin? Doch eigentlich auf die Brustmitte, oder? Ich könnte wetten, dass das so war beim Stecken! (Die Stecknadeln oberhalb der Abnäher sind da, wo ich einen waagrechten Abnäher hinmachen würde, mit Kreide gelang es mir einfach nicht auf den Busen zu malen. Das war eine Slapsticknummer...)



Und dann die hinteren Abnäher. Sie waren im Schnitt nicht vorgesehen, aber da ich kein großer Fan von Gürteln bin, fand ich es hinten zu sackig. Kommt das beim Bügeln? Was macht sie so komisch? Ist es zu eng? Sind sie zu lang? Oder zu tief?



Der beste aller Ehemänner hat eben voll meinen Frust abbekommen und war trotzdem so nett, mich zu fotografieren. Jetzt hoffe ich auf Euch. Über Tipps und Links zu Anleitungen wäre ich sehr dankbar!

Und für den Me-Made-Mittwoch wünsche ich mir Sommerwetter, damit ich Euch den letzten Valeska zeigen kann, den ihr noch nicht kennt, bis das nächste MMM-Liebchen fertig ist.

Donnerstag, 5. Mai 2011

Kommentar-Antwort-Sammelpost

Es wäre zu schade, wenn das Feedback zu Euren wertvollen Kommentaren, in den Kommentaren verschwindet, also an dieser Stelle.

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Vielen Dank für die langsam nachtröpfelnden Antworten zu meinem "Vertrauen in Selbstgenähtes"- Post. Neben dem Nähen an sich, ist das das, was mich im Moment am meisten interessiert und fasziniert. Ich staune! Ich staune darüber, was mit mir passiert. Zuerst dachte ich "jetzt ist alles möglich, alles wird anders", dann zweifelte ich an meinen Fähigkeiten und bekomme von Euch viel Mut, zum Dranbleiben, und jetzt merke ich, wie es sogar gut ist, nicht zu schnell voran zu kommen, damit mein Selbst mit meinen neuen Klamotten Schritt halten kann.

Ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn ihr mit mir an dem Thema dran bleibt!

Dazu gehört auch das "Frotteekleid", denn irgendwie ist es mit Klamotten doch auch wie mit Düften. Durch die wechselnden Moden, kommen und gehen Kleidungsstücke, Farben, Schnitte, Stoffe und wir haben ganz intensive Erinnerungen an bestimmte Dinge. In den Läden bekommt man dann fast nur die aktuelle Mode zu kaufen, aber wenn man selbst näht, dann kann man sich diese Erinnerungen selbst beschaffen und an das Heute anpassen. Das finde ich einen ganz faszinierenden Gedanken.

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Da T-Shirt von gestern habe ich heute morgen noch mal schnell übergezogen, um den Kleinen in den Kindergarten zu bringen. Nach euren positiven Kommentaren, fühlte es sich anders an. Und dann dachte ich, dass es einfach noch nicht fertig ist. Man könnte die Bündchen in schwarz oder Pink machen und dann fehlt definitiv irgendwo noch ne Schleife. Mal schaun....

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Danke für die interessanten Antworten zu meiner Ovi-Frage. Meine erste Reaktion: puh, ich dachte, das mittlere Preissegment läge bei ca. 500 Euro. Ich fürchte, das, was ihr habt, gibts nicht zum Geburtstag. Meine hohe Kante ist derzeit so niedrig, dass ich auch nichts zum Geschenk dazulegen kann. Also läuft es dann wohl auf eine Anfängermaschine hinaus, so etwas, wie zum Beispiel die Brother 1034d. Ich gehe morgen mal ins Nähmaschinenhaus, ganz tapfer mit dem Budget im Blick, und schau mir diese Maschinen mal an. Letztes Jahr zum Geburtstag habe ich eine Brother innov-is 150 bekommen und fühlte mich schon außerordentlich reich beschenkt, doch mein Mann meinte, in einen ordentlichen Haushalt gehört auch eine ordentliche Nähmaschine. Mit der Maschine bin ich sehr zufrieden, auch wenn sie immer lauter wird. Für meine Freizeit-Näherei ist sie genau richtig. Also wird ne Ovi in der Unterliga wohl auch richtig sein. Und wenn Catherine damit auch göttliche Kleider näht, dann ist das doch nen gutes Vorbild. : -)

Sehr dankbar bin ich immer für Tipps, was unnötig ist oder eine Fehlüberlegung vor dem Kauf. Danke Frau Shiva für den Hinweis auf die Kombi-Modelle! Was heißt "Fäden absichern"? Sichert die Ovi nicht? Danke auch für den Hinweis mit der Stichplatte, Catherine. Danke auch für das Nutzungsverhältnis Nähmaschine - Overlock, Frau FrisFris. Falls mein Mann diskutieren will, brauche ich immer gute Argumente.

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Und dann ist mir aufgefallen, dass ich jetzt über 50 LeserInnen habe (ich glaube, es sind 2 Männer dabei, die wollen wir ja nicht unter den Tisch fallen lassen..). Ich freue mich sehr. Das muß gefeiert werden. Ich bin allerdings mittendrin im Blog-Umzug, der irgendwann nächste Woche stattfindet, wenn ich umgezogen bin, gibts dann eine Verlosung. Versprochen!

Mittwoch, 4. Mai 2011

Ich geh dann mal ...



.... zum stecken lassen. Wie gut, dass es hilfsbereite Freundinnen gibt.

Gestern abend habe ich noch weiter an dem Hemdblusenkleid rumgefrickelt. Man kann es eigentlich niemand erzählen, aber ich habe tatsächlich den ganzen Abend an dem Reißverschluß gesessen. Ab gesehen davon, dass ich bisher kaum RVs genäht hatte, mußte ich die Blenden für die Knöpfe wieder abtrennen und mir dann überlegen, wie man neue Blenden näht, so dass der RV nicht kratzt, also "unten was drunter" und dann dachte ich mir, dass "oben was drüber" ganz schick zu den Pattentaschen aussehen könnte. Eine Jeans meines Mannes brachte dann die entscheidenden Erkenntnisse. Von ihr stammte auch die Idee, die Nahtzugaben mit Schrägband einzufassen. Ich erinnerte mich an das Kleid von Frau Herrlichkeiten und meiner Bewunderung dafür, dass sie ALLE Nahtzugaben einfasste (und hier das tolle Ergebnis) und finde es jetzt toll mit meinen türkisen Hinguckerchen.

Reißverschluß statt Knöpfe finde ich mittlerweile richtig gut und ich könnte mir auch vorstellen, dass es sogar ohne das "oben was drüber" noch schicker ausgesehen hätte. Egal, jetzt isses dran. Ich hatte einfach keine wirklich tollen Knöpfe gefunden und irgendwie ist der RV auch unkonventioneller, das mag ich. Ebenso mag ich die Entscheidung, dieses Schulterdingsgedöns und das Gedöns auf der Brust wegzulassen, obwohl es schon zugeschnitten war.

Keine Sorge, es kommen aber noch Ärmel dran! Obwohl ich so nen "Arztkittel" auch nicht soo schlecht finde. Insgesamt gefällt mir das, was ich jetzt schon habe richtig gut. Es muß noch gesteckt werden, denn hinten bauscht es komisch, der Brustabnäher sitzt falsch und etwas mehr Taille wäre auch nicht schlecht. Außerdem ist es zu lang, da ich beim Messen die Passe übersehen hatte und auf Nummer sicher gehen wollte.  Und dann überlege ich noch, ob ich nen Gürtel mit Gürtelschlaufen mache - aber dann den Gürtel nur nach hinten binden, denn anders mag ich es nicht. Mal schaun.

Jedenfalls bin ich sehr zufrieden mit dem, was ich bisher sehen kann, liebe den Stoff und die Farbe und freue mich wie Bolle auf das Kleid. Ich glaube, das wird ein Liebchen!

Welche Overlock?

Nachdem ich im letzten Post erwähnte, dass ich mir eine Overlockmaschine wünsche, ist mir siedendheiß eingefallen, dass es keine 4 Wochen mehr zu meinem Geburtstag hin ist. Da braucht der beste aller Ehemänner aber schleunigst ein genaues Briefing. Er kann das Wort "Overlock" sowieso nicht mehr hören und ist wahrscheinlich froh, wenn das Ding endlich hier steht : - )

Über Tipps und Ratschläge zur Auswahl einer Ovi würde ich mich SEHR freuen.

Zielgerade ist das mittlere Preissegment. Nähfreundinnen hatten sich die Maschine von P*nny gekauft und mittlerweile weiß ich, dass es die gleiche Maschine für 20 Euro mehr bei Am*z*n gibt. Aus irgendeinem Grund misstraue ich aber solchen Angeboten. Meine Nähmaschine habe ich aus dem Nähmaschinenhaus und habe damit gute Erfahrungen (3x war ich da und mir wurde immer schnell und nett geholfen).

Habt ihr Lieblingsmodelle oder welche, die ihr überhaupt nicht empfehlen könnt? Was sollte ich dazu kaufen (welches Garn, das Overlockbuch aus dem Frech-Verlag, den ich eigentlich nicht reicher machen wollte).

Was macht ihr mit der Ovi? Wozu eignet sie sich besonders?

MMM



Trotz schlechter Laune, freue ich mich, dass heute Me-Made-Mittwoch ist. Ich finde es so wunderbar, Eure Werke zu sehen und freue mich auf heute abend, wenn ich Zeit, zum Surfen habe.

Mir gehen langsam die selbstgenähten Teile aus. Ich hätte zwar noch zwei Sommerröckchen zum zeigen, aber dafür ist es definitiv heute zu kalt. Passend zur Laune habe ich deswegen ein T-Shirt rausgesucht, das ich nicht mag.



Ich weiß nicht, welcher Teufel mich im Sommer auf dem Stoffmarkt geritten hat. Ich kaufte ziemlich viel Schrott. Da war dieser holländische Stand, an dem die Frauen so drängelten, weil alle Stoffe nur 6 Euro kosteten und dann stand ich da und wartete, um mich herum quietschten die Frauen begeistert, ob der Schätze und ich liess mich anstecken. Dieser merkwürdige Jersey wanderte in meine Tasche und noch andere, die wohl besser mal bei ebay eingestellt werden sollten.

Das ist mein erstes Zoela-Shirt. Zwei Erkenntnisse: selbst in der größten Größe ist es etwas eng, der Ausschnitt ist zu klein und insgesamt sieht es aus, wie ein Schlafanzug. Falls ich zum Geburtstag tatsächlich eine Overlock geschenkt bekäääääme, dann könnte ich mal darüber nachdenken, es unter der Brust abzuschneiden und mit schwarzem Jersey es als Nachthemd zu verlängern....

Erstaunlicherweise sieht es auf dem Foto nicht ganz so schlimm aus, wie ich mich darin fühle. Also passt das MMM-Liebchen heute ganz gut zu meiner Stimmung und zu meinen Gedanken von Gestern, bei denen es mal wieder um das ging, was mich rund um das Nähen beschäftigt.

Zusammenfassung:
Schnittmuster: Zoela von Farbenmix
Stoff: Jersey vom Stoffmarkt
Schwierigkeitsgrad: einfach und schnell
Passform: die nächsten zwei Zoelas waren besser, weil ich den Ausschnitt vergrößerte oder an Länge zugegeben habe
Werde ich nochmal machen: Kann sein, als Ausgangsschnitt ist dieses Raglanschnittmuster schon ok

Mehr Me-Made-Kunstwerke gibt es hier



Und wie immer herzlichen Dank an Catherine für die Initiative und die Organisation!

Dienstag, 3. Mai 2011

Übung macht die Meisterin

Ein Kommentar von Catherine zu meinem  "Vertrauens-Post"brachte mich sehr zum Nachdenken: 


"(es ist) auch ein bisschen eigenes Sehumgewöhnen weil die Selbstgemachten Sachen ja wirklich anders aussehen und sich oft auch anders anfühlen"


So banal, wie das sich erstmal liest, ist doch eine aufregende Erkenntnis dahinter, über die ich noch gar nicht nachgedacht hatte. Natürlich! 


Ich nähe, damit ich andere Dinge tragen kann, als die, die mir von den spärlichen Angeboten des Marktes in meiner Kleidergröße zugeteilt werden. Ich möchte mich neu erfinden und träume und träume. Ich träume mir eine neue Hülle für mein Selbst und behelfe mich notdürftig mit dem, was mir zur Verfügung steht: Schnitte, die auch nicht automatisch passen, Stoffe, die auch nur in begrenzter Auswahl zur Verfügung sehen und bei denen ich auch noch lernen muß, wie welche Qualität fällt, bleibt und zu welchem Schnittmuster macht. Und dann gibt es noch meine Fertigkeiten, die natürlich noch in den Kinderschuhen stecken, da ich erst ein Jahr richtig beim Nähen dabei bin. (Ganz zu schweigen von der Zeit, die fehlt, um die Träume so schnell wie geträumt zu verwirklichen und dem Frust, wenn es nicht schnell genug geht.)

Ich nehme also das Material, meine Fertigkeiten und meine Träume und erschaffe eine neue Hülle. Und dann bin ich erstaunt, wenn es sich komisch anfühlt. Eigentlich bescheuert! Es ist ANDERS. Erstmal ist es anders. Vielleicht nicht so perfekt, wie mein Traum, aber es ist erstmal anders und anders fühlt sich eben manchmal komisch an. 

Erst dachte ich, ich brauche eine neue Hülle für mein neues Selbst und jetzt merke ich, dass auch mein Selbst manchmal erst noch in die neuen Hüllen hereinwachsen muß!

Und während ich wachse, trainiere ich mit jedem Kleidungsstück mehr meine Fertigkeiten und mein Stilbewußtsein. So nähere ich mich Schritt für Schritt mir selber an. 

Danke, dass ihr mich auf dem Weg begleitet! Mich bewegen Eure Kommentare sehr. Es freut mich, dass mein Nachdenken über mein Tun, bei Euch auf fruchtbaren Boden fällt und mir mir weitere Anstöße zum Nachdenken gibt. Danke. Und ich bedanke mich auch für die Hoffnung, die ihr mir macht, dass die Fertigkeiten schon wachsen werden. Bestimmt! Ich bin ja nicht alleine!

Montag, 2. Mai 2011

"Üben" war ne super Idee



Dafür alleine schon ist bloggen toll! Danke, für den tollen und simplen Rat, Lucy, einfach mal ne Pattentasche mit einem Probestoff zu nähen!

Schon zwei Wochen lang hatte ich das Hemdblusen-Kleid zugeschnitten und mich einfach nicht an die Nähmaschine rangetraut. Gestern abend habe ich dann aus einem alten Vorhang meiner Mutter eine Probetasche genäht und anschließend wieder ein bißchen aufgetrennt, so dass ich reingreifen und genau nachschauen kann, wie es geht. Ich habe zwar immer noch nicht genau verstanden, wo man "schräg einschneiden" soll, bin aber mit dem Ergebnis sehr zufrieden.



Was ich total spannend finde: auf einmal schätze ich so etwas, wie eine simple Tasche total wert. Bei gekaufter Kleidung verschwendet man ja keinen Gedanken daran, ob irgendetwas aufwendig oder "mit Liebe" gemacht ist. Wenn ich etwas kaufe, dann achte ich auf die Farbe, das Muster, den Stoff, die Passform und die verfügbare Größe - in der Reihenfolge, wobei der letzte Punkt, letztlich immer das K.O.-Kriterium ist, ob ich etwas überhaupt anprobiere oder kaufe. Mit den Details gebe ich mich zufrieden, wenn überhaupt was ungefähr dem entspricht, was ich suche.

Und jetzt freue ich mich wie Bolle an meinen Pattentaschen!

Außerdem bilde ich mir ein, dass das Kleid so gut wie fertig ist. Das kennen wir ja schon vom Mantel. Fortsetzung folgt! Knöpfe habe ich immer noch nicht.

Sonntag, 1. Mai 2011

Vertrauen

Kennt ihr das auch? Oder bin nur ich ein bißchen merkwürdig. Mein Jeansmantel und ich haben ein Vertrauensproblem.

Ich war über Ostern froh, dass ich ihn nicht tragen mußte, weil es eben kein Mantelwetter war. Das hat sich nun geändert und ich musste ihn zwangsläufig erwählen. Hätte ich es nicht getan, wäre er irgendwie im Schrank auf Nimmerwiedersehen verschwunden. Und was passiert. Ich fühle mich unwohl. Ich zuppele an dem Mantel herum und mache ihn auf und zu und auf und zu und weiß nicht so recht, wie ich mich hinstellen soll, dass er nicht doof aussieht. Ich hänge ihn verschämt auf, damit niemand das zu kurze und schiefe Futter sieht und bin froh, wenn ich ihn aus habe. Doof!

Bei anderen genähten Kleidungsstücken ist das genauso. Ich überprüfe ständig den Sitz des Ausschnittes der Tunika, damit auch nix aus Versehen rausspringt, ich zuppele an dem Saum des Pullovers, den ich liebe. Ich rutsche an den Langeneß herum, dass Vorne auch vorn sitzt. .....

Obwohl ich weiß, dass ich beim Nähen immer versucht habe, mein Bestes zu geben, traue ich meinen Werken nicht. Ich traue ihnen weniger, als gekauften Kleidungstücken, die mir auch meist nur halb gefallen und bei denen ich bei der Passform Kompromisse machen mußte.

Vielleicht weiß ich bei den selbstgenähten Liebchen genauer, wo die Haken sind? Was stört unsere Beziehung? Liegt es daran, dass ich noch Anfängerin bin und im Nachhinein weiß, was man an diesem oder jenem Liebchen anders oder besser hätte machen können? Geht euch das auch so?