Montag, 28. Februar 2011

Work in progress



Zu clownesque?

Derzeit arbeite ich an einem Johanna-Übergangs-Mantel aus lila Jeans - für mich! Eigentlich sehne ich mich nach einem neuen Wintermantel, aber da ich letzte Woche Nähkurs hatte und Wollstoff so teuer ist, nahm ich günstigen Jeans, um den Schnitt noch einmal auszuprobieren und mit Hilfe der Kursleiterin für mich zu verändern. Also mal wieder ein Probestück. Aber natürlich will ich das Probestück auch anziehen.

Wie eigentlich immer, entsteht das Werk, während des Einkaufens und Arbeitens. Ich hatte eigentlich keine Vorstellungen, was ich will oder was ich suche. Zuerst sprang mich der elastische Jeans an und lila fand ich gar nicht so übel. Dann suchte ich ein Futter und landete bei dem roten-weiß-gepunktetem Futter - das Einzige, was nicht uni oder fies war. Die roten Ziernähte "kamen ganz von selbst" - ich mag einfach Ziernähte und hatte vergessen lila Garn zu kaufen, rot hatte ich immer noch viel, das Futter ist rot, da blieb es nur noch, den Zierstich auszusuchen. Außerdem mag ich ja diesen Bahnenschnitt, da können die Bahnen ruhig betont werden.

Und dann suchte ich nach schönen roten Knöpfen und fand keine. Mir hätten ja große rote Plastikknöpfe gefallen, aber das, was ich sah war entweder zu klein, zu hässlich oder viel zu teuer. Also kaufte ich Knöpfe zum Beziehen.

Und dann hatte ich auf einmal im Kopf, weitere Details mit roten Pünktchen zu machen. Die Belege, die man als Reversaufschlag sieht, den Kragen und an den Taschen was zu applizieren, wenn ich schon die Knöpfe - vielleicht - mit roten Pünktchenstoff beziehe. Und rot-weiß gepunktetes Schrägband habe ich auch noch.

Und jetzt habe ich Sorge, dass das doch irgendwie zu viel ist. Bin ich mal wieder buntschüchtern? Ich habe mal einfach auf dem Bett den halbfertigen Mantel (ja, die Ziernähte sind noch nicht überall) mit dem Pünktchenstoff dekoriert, um einen Eindruck zu bekommen. Mmmmh, finde ich das schön? Wie findet ihr das? Man darf ja nicht vergessen, dass ich über 40 bin und ne große Größe trage....

Alternativ könnte ich die Knöpfe auch mit Jeans (eventuell auch mit Zierstich) beziehen und vermutlich habe ich auch noch genügend Jeans für Revers und Kragen. Eigentlich hatte ich während des Nähens auch genau sowas im Kopf. Ein dunkler Bahnenmantel (macht schlank) mit ganz dezenten roten Details. Die eigentliche Idee war, irgendwo am unteren Saum oder auf den Taschen, von THOBI zwei Wörter sticken zu lassen. Aber bisher sind mir auch noch keine gescheiten Wörter eingefallen.

Was meint ihr?
Mutig-witzig-viel-Pünktchen oder schlicht-mit-Aha-beim-Blick-auf-Mini-Details-und-Futter?

Dienstag, 22. Februar 2011

Erinnerungen

Weil ich so viel übers Stricken las, ist mir auf einmal klar geworden, dass auch in meinem Leben das Selbermachen immer dazu gehörte. Wenn ich die "Handarbeiten" mal weiterfasse und nicht nur aufs Nähen schaue, finde ich eine fast kontinuierliche Linie. Allerdings habe ich das nicht sofort gesehen, weil ich es nicht als besonders, herausragend oder kreativ bewertete, sondern es als selbstverständlich betrachtete. Typisch!

Kindheit:

  • immer schon Musik gemacht, Flöten, Klavier, Chor
  • erste Handarbeitsversuche. Sticken im Handarbeitsunterricht in der Grundschule und Topflappen, die immer sehr gebügelt werden mußten, damit sie einigermaßen wenig wellig waren. 
  • und natürlich gebastelt. Meist mit großen Plänen lauter UFOs (unvollendete Objekte).
  • Meine Mutter hat auch genäht, gestrickt, gehäkelt, Makramee gemacht und gekocht. 
Jugend in den 80ern
  • Viel gestrickt. Meist weite Pullover. Ich erinnere mich an einen riesigen zartgelben Pullunder, der irgendwie feine Streifen hatten. Ich erinnere mich auch an einen wunderbaren Zopfpullover aus teurer Trachtenwolle in naturweiß (der nur schwer über den Kopf ging). 
  • Irre Kreationen genäht. Ich arbeitete damals in einer Stoffabteilung eines Kaufhauses. Samstagsvormittags gearbeitet und Stoff mit nach Hause gebracht, im Waschbecken gewaschen, trocken gebügelt, ein riesiges Kleidungstück genäht, hier was abgeschnitten dort, was zusammengerafft und genäht und abends beim Ausgehen ausgeführt - meist noch unfertig mit vielen Sicherheitsnadeln - wurde aber niemals fertig gestellt. Ich erinnere mich an eine geblümte Sommerhose und ein blau-weiß gestreiftes Jersey-Oberteil mit Frackschößen vorne, auf dass ich total Stolz war. 
  • Brot gebacken und gekocht für Freunde
erweiterte Jugend in den 90ern (Studium und berliner Zeit)
  • Anfang der 90er strickte ich einen irren Sommerpulli in blau, der aussah wie ein Strickzeug, d.h. es waren als Intarsien große pinke Maschen zu sehen und oben weiße Stricknadeln. Obwohl, glaube ich, alle Welt diesen Pullover hässlich fand, war ich irre stolz drauf, denn er war unglaublich viel Arbeit. 
  • Mitte - Ende der 90er machte ich Musik und schrieb Texte für die Lieder meiner Band
  • In dieser Zeit zog ich dauernd um und renovierte selbst. Ich fand Dinge auf der Straße und malte sie farbenfroh an. Lange Jahre begleitete mich ein giftgrüner Stuhl und eine rosa Kinderzimmerkommode.
2000er in Hamburg
  • Erstmal total Lähmung der Eigeninitative, weil ich versuchte Karriere zu machen.
  • Rückbesinnung aufs gesunde Kochen nach Diätversuchen
  • zwei Hosen genäht (für eine Freundin und mich) und kurz vor Vollendung festgestellt, dass die Nähmaschine kaputt ist. Aber es gibt ja Sicherheitsnadeln. Jahrelang danach wußte ich nicht, ob mein Vater es geschafft hatte, die Maschine zu reparieren oder nicht. Trotzdem ist sie mit umgezogen. 
  • Das Schreiben entdeckt.
  • Zwillings-Patenkinder bekommen und komplizierte Pullover mit Krönchen und Namen drin, vorne und hinten gestrickt. Jahrelang keine Nadeln in der Hand gehabt, aber ohne Zögern ein Vermögen für Wolle ausgegeben und das komplizierte Muster selbst ausgedacht.
  • In der festen Partnerschaft angefangen systematischer zu Kochen, jede Woche mindestens ein neues Rezept ausprobiert und dabei viel gelernt.
  • Den Balkon fast komplett mit der Kräutergärtnerei zugewuchert
  • Weihnachten 2009 Mutter und Schwiegermutter aufwändige Schals gestrickt.
  • 2010 das Nähen wieder entdeckt.
  • Neben dem Nähen diverse Sachen gehäkelt und gestrickt
  • Neueste Leidenschaft: Brot backen
Ich habe bestimmt noch ganz viele Projekte vergessen und werde die Liste erweitern, wenn mir noch was einfällt. 

Handarbeitsanarchismus

Kann sein, dass es nicht alle interessiert, was mich gerade aufwühlt und beschäftigt:das Drumherum ums Handarbeiten. Ist ja auch unverdauter Kram. Wer lieber was über meine selbstgemachten Sachen lesen und anschauen will, einfach ein bißchen nach unten scrollen. Gestern habe ich zwei Beiträge dazu gepostet, die anscheinend untergegangen sind.
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In Jinx Blog My Stash and I - the knitting anarchist,  habe ich mich gestern festgelesen. Ich überblättere zwar die Reiseberichte und auch die Stricksachen, aber ich finde es trotzdem total spannend. Schon lustig, in einem Strickblog die Stricksachen zu überblättern... Neben den gestern genannten Beiträgen mochte ich ihre Erläuterungen zum Guerilla-Stricken. Als ich in den letzten Monaten davon hörte, war ich fasziniert, aber so recht verstanden hatte ich es nicht. Aber wenn man das liest, ist es ganz einfach - einfach bezaubernd.

"Guerilla Knitting tut nichts dergleichen, sondern ist vordergründig völlig sinnfrei, da das, was bestrickt wird, das Strickstück nicht braucht, ebensowenig wie der Betrachter oder der, der es hergestellt hat. Doch bietet gerade ein bunter Lappen an einem Geländer, farbige Kordeln an Pfosten oder gestrickte Kieselsteine in Popfarben einen ungewohnten Anblick, der auch Menschen staunen lässt, die durch die immer extremer werdenden Massenmedien (die man auch Volksverdummung nennen kann) eigentlich schon alles gesehen haben. Es ist auch ein deutliche Absage an das Konzept, dass alles einen Sinn haben oder wenigstens Profit bringen muss. Vielleicht kann man auch sagen, dass es Kleinteilstrickerei für die unter uns ist, die nicht glauben, dass das Spenden gestrickter Socken die Welt verändert, sondern dass das nur die Gerechtigkeit kann. Doch da die einstweilen auf sich warten lässt, kann man die Welt zur Überbrückung wenigstens zu einem etwas lustigeren Ort machen.


Nicht zuletzt ist das Anbringen gestrickter Objekte im öffentlichen Raum auch eine Lektion im Loslassen: Man prökelt etwas irgendwo ran, idealerweise mit einem Etikett, das die Absicht dahinter kundtut (nicht in der freien Natur!), macht noch ein Foto … und geht einfach weg. Und zwar für immer. Man überlässt das Strickstück nicht nur den Elementen, sondern auch den Mitmenschen, die vielleicht so viel Gefallen an dem Teil finden, dass sie es mitnehmen oder deren Missfallen so erregt wird, dass sie es demolieren oder entfernen. Kurz gesagt, wer seinen Rottweiler daneben anbindet oder jeden Tag hinrennt, um zu sehen, ob der Lappen noch hängt, hat das Konzept nicht verstanden. Selbst wenn nur die wohlmeinendsten Menschen das Objekt bemerken, sorgen die Witterungseinflüsse dafür, dass das Teil nicht ewig hält, doch das ist Teil des Prozesses.Was bleibt, ist nur das Bild (wenn man nicht vergessen hat, eines zu machen)."



Zitat aus dem Blogpost Yarn Bombing auf My Stash and I, in dem das Buch "Yarn Bombing - The Art of Chrochet and Knit Graffiti" von Mandy Moore und Leanne Prain vorgestellt wird.

Ich hoffe, es ist ok, dass ich zwei so lange Absätze von Jinx zitiere. Aber mir fehlt gerade die Zeit, meine eigenen Worte zu finden und hier soll ja auch erstmal nur eine Sammlung von interessanten Dingen sein und keine Doktorarbeit ...

Montag, 21. Februar 2011

Rumgesurft

Ich bin mal wieder ein wenig durchs weite Netz gesurft, um dem Trend auf die Spur zu kommen. Folgendes fand ich interessant.


  • Die FAZ erkennt einen Trend und meine Mutter weißt mich auf den Artikel hin. Welcome to Bürgertum. Fein. Ich finds ok, wenns alle tun. 
  • Kreativ-Blogs haben mit der "anderen" BloggerInnenszene nix zu tun. Es gibt kaum Berührungspunkte schrieb Frau handmade2.0 in einem Gastbeitrag im Dawanda-Blog. Ich denke, das ist auch jetzt immer noch so. Bastelkram ist Frauenkram und die wirklich wahnsinnig wichtigen Dinge werden eben von den Herren diskutiert. Das nächste meine ich völlig ironiefrei: Sollen sie sich doch mit den anderen Dingen beschäftigen. 
  • Frau Jinx, the knittinganarchist, macht sich gute Gedanken über das Dahinter und das Drumherum zum Stricken. Zum Beispiel über Genderfragen, ob Stricken spießig ist und analysiert Begeisterungs-Wellen in DIY-Blogs. Ein spannendes Blog!
  • Über Frau Jinx habe ich auch erfahren, dass der Spiegel einen "Studententrend Handarbeit" entdeckt hat. Aha. Ich stelle mir gelackte BWLer-Affen mit Strickzeug vor und lese gleich mal den Artikel, in dem vermutlich nix neues steht. 

Ohgottohgottohgott

Die wunderbare THOBI von Bonbonwasser, mit der ich am Freitag Abend den amüsanten und erfolgreichen Nähspaß hatte, bietet mir an, auf mein ungeliebtes Langeneßröckchen was zu sticken. Achdujeeee und ich weiß nicht was!

Ein Wort wäre schön. Oder zwei.

Nur Kurzfassen liegt mir ja so ganz und gar nicht. Und dann sagte Wiebke noch so ungefähr, dass "Kunsthandwerk" so bäh wäre wie Kreidequietschen auf Tafeln und ich überlege seitdem die ganze Zeit, wie so was Cooles wie "crafting" und "DIY" auf Deutsch heißen könnte.

Achjeeachjeee, wo schon "Liebchen" nicht das gelbe vom Ei war, weil ich irgendwie davon abgekommen bin, meine "mit Liebe gemachten Dinge" Liebchen zu nennen. Hmmmmm.

So mag ich das



Das ist ein Projekt, wie ich es liebe. Donnerstags zugeschnitten, Freitag abend genäht, Sonntags getragen und für gut befunden.

Am Mittwoch machte ich ein wunderbares Interview mit der Glücksmarie und da ich zu Weihnachten einen Gutschein von meinen Schwiegereltern für Stoffe geschenkt bekommen hatte, mußte ich anschließend noch einkaufen. Die Hilco-Blümchen mußten einfach ins Einkaufskörbchen. Damit es nicht zu wild wird, ergänzte ich den grünen Sweatshirtstoff dazu. Kommentar meines Mannes "ach, hast den grünen Pullunder wiedermal an". Aaarrggssss. Aber der Sohn sagte "Schick, Mama!".

Der Schnitt ist eine verlängerterte Zoela. Ich überlege noch, ob ich noch eine Kreis oder Blumenapplikation drauf mache. (Inspiration waren nämlich die Tuniken von Lila-Lotta, von denen ich letztens bloggte und die mir nicht aus dem Kopf gingen). Aber ich weiß nicht so recht, ob so nen Halbkreis zwischen meinen großen Busen und dem Bündchen gequetscht, wirklich gut aussieht.

Doch es würde mir schon gut gefallen, aus den Restschnippselchen Stoff noch was zu machen. Da ich knapp kalkuliert hatte, kam ich nämlich fast genau hin mit dem Stoff. Das Shirt sollte verlängert werden, aber der Grüne reichte nicht, so entstand die Idee mit dem breiten Bund unten. Da das schick aussah, habe ich noch die grünen Bündchen an die Ärmel gezaubert. Das finde ich besonders toll, denn so wird die unschöne Naht verdeckt, die sich böse zuppelte, als ich nicht bemerkte, dass der Unterfaden fast leer war. Irgendwie wäre das toll, noch etwas zu applizieren und damit den Stoff komplett aufzubrauchen und mal nix aufzuheben. Oder wird Sweat auf Sweat vielleicht zu wulstig? Außerdemd weiß ich nicht, ob ich mich noch mal motivieren kann an das Ding ranzugehen, wenn es schon mal getragen ist. Es warten ja schon wieder einige Projekte und irgendwie ist fertig auch fertig. Mal sehen.

Am Samstag war ich im Nähkurs und habe wieder mal viel gelernt. Mir geht es ja hauptsächlich darum zu lernen, wie ich Schnitte anpasse, so dass sie mir richtig passen. Also habe ich mir mal wieder ein ehrgeiziges Projekt gesucht: ein Johanna-Mantel. Ich träume davon, mir für den nächsten Winter einen Wintermantel zu nähen, übe aber lieber noch mal, bevor ich teuren Wollstoff kaufe, zerschneide und das Ding passt dann nicht. Also habe ich günstigen Jeans erstanden und zaubere erst noch mal einen Übergangsmantel. Am nächsten Samstag geht es weiter und das ist auch gut so, denn bisher ist es eine "Weste ohne Ärmel, Futter und Kragen". Ich bin sehr gespannt, wie er wird, denn ich bin noch nicht entschlossen, wie "wild" ich ihn machen will. Fest steht nur, dass ich den lila Jeans mit einem rotweißgepunkteten Futter versehe und dass es rote Ziernähte gibt. Es ist total spannend zu sehen, wie sich so ein Projekt erst im Kopf und dann unter der Nähmaschine entwickelt.

Achso jajaaa, der Regenmantel-Johanna ist natürlich auch noch nicht fertig. Aber im Kurs habe ich jetzt eine Lösung gefunden. Entgegen dem ursprünglichen Plan, werde ich nicht in der Mitte, wo der Mantel zu eng ist, eine Stoffbahn einsetzen und knöpfen, sondern ich werde nach einem langen Reißverschluß suchen und ihn so schließen. Witzigerweise ist das genau so, wie Frau gutschigutschi einen hatte, der mir bei dem Frühstück so gut gefiel. Mangels Idee und wegen des kalten Wetters blieb das Projekt ja liegen, aber der Frühling wird schon irgendwann kommen und bis dahin ist der Regenmantel dann auch fertig. Jawohl!

Da fällt mir ein. Ich hatte schon mal ne Zoela genäht und als sie fertig war, ein Loch, knapp über dem Busen im Stoff entdeckt. Das ärgerte mich so, dass ich dieses Ufo (es fehlten nur noch die Säume) in die Ecke pfefferte und vergessen habe, in welche "Ecke". So ein Mist. Aber jetzt bin ich mit dem Schnitt wieder versöhnt.

Nähen fürs Kind



Ein paar Kleinigkeiten sind noch Nebenbei in den letzten Wochen entstanden und sind jetzt endlich fotografiert.

Schon ewig lag dieser "Längsgeteilt"-Nicky-Pullover aus dänischen Stöffchen von Stoff und Stil. Der Halsausschnitt war zu klein, als ich ihn aus Nicky nähte und die Bünchenware, die ich fand, passte immer nur so halb dazu. Ich habe dann mit dann doch irgendwann ein Herz gefasst, zur Schere gegriffen, altes Bündchen ab und Neues dran und seit dem wird der Pullover (trotz Flecken, wie man sieht) nur noch selten ausgezogen.

An Fastnacht gehen der Kleine und sein bester Kumpel als Feuerwehrmänner. Dazu kauften wir schwedische Shirts, ich häkelte zwei Feuerwehrautos nach dem Vorbild von Frau Ramtamtam. Auf den Rücken der Shirts kommt 112 (ja, bisher nur aufgebügelt, muß noch appliziert werden) und an die Jeanshosenbeine links und rechts zwei Reflektoren aus dem Fahrradfachhandel. Feuerwehrhelme haben sie schon und nen Stückchen Schlauch bekommen wir vielleicht aus dem Baumarkt oder von Opa. Voillá.



Eigentlich ist das ganz süß mit dem Auto aufm Shirt. Ich dachte erst, dass das zu doof wäre, mit so nem dicken Ding aufm dünnen T-Shirt und war immer auf der Suche nach nem "mittlerem" Pullunder - schließlich habe ich noch nen Krankenwagen und nen Postauto fertig.

Dienstag, 15. Februar 2011

Kunsthandwerk?

Meine Mutter sagte letztens, dass sie "solche Sachen" auch gemacht hat, als sie so alt war wie ich (oder als sie kleine Kinder hatte). Sie meinte damit wohl nähen, Makramee, neue Rezepte zum Backen und Kochen suchen etc. Hat diese Form des "Handwerkes" etwas mit einer bestimmten Lebensphase zu tun? Hat es was mit der Mutterschaft zu tun?

Machen wir eigentlich Kunsthandwerk? Wenn ich an Kunsthandwerk denke, dann denke ich an Gemeindebasare vor Weihnachten mit gehäkelten Topflappen. Ich weiß noch, wie ich vor ein paar Jahren das erste mal bei Holy Shit Shopping war und dachte "oh, das ist moderndes Kunsthandwerk". Wikipedia sagt:

 "Die Produkte des Kunsthandwerks sind in eigenständiger, handwerklicher Arbeit und nach eigenen Entwürfen gefertigte Unikate"

und weiter unten:

"Im Unterschied zu Designern, die vorwiegend Prototypen für Serien- und Massenproduktion entwerfen, handelt es sich bei Kunsthandwerk vorwiegend um Unikate und Kleinserien, die manuell angefertigt sind. Auch sind meist Gestalter und praktisch Ausführender (Hersteller) ein und dieselbe Person."

Ob der Unterschied von dem was ich tue und dem was andere tun der ist, dass ich es nicht professionell, ungelernt (was eine Berufsausbildung betrifft) und in meiner Freizeit tue, ohne damit auf Gelderwerb zu zielen? Was ist dann mit den ganzen Dawanda-Shops von Menschen, die Sachen in Kleinserien herstellen und das, was sie tun nicht gelernt haben. Was sind die dann? KunsthandwerkerInnen?

Ich finde es toll, Ergebnisse, die man Anfassen kann und auf die ich stolz sein kann, zu produzieren und ich liebe es, wenn ein Werk beim Machen entsteht - ich also im Vorfeld nur eine Idee davon habe, was und wie es wird und hinterher überrascht bin. Das könnte Kunsthandwerk sein, auch wenn der Begriff irgendwie verstaubt ist.

Aber genau das ist wahrscheinlich die Verbindung zu dem, was sich mit "Crafting Bewegung" oder "Teil von Third Wave Feminism" bezeichnet. Das Vergnügen, die Freude am Tun und die freiwillige Entscheidung, es überhaupt zu tun. Plastikmädchen schreibt dazu :

"Maureen McClarnon, die anlässlich des March for Women’s Lives für das Recht auf Abtreibung die Plattform knittersagainstbush.com ins Leben gerufen hatte, betont ebenfalls, dass Handarbeiten heute anders wahrgenommen würden, da nun nicht mehr aus einem wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Zwang heraus, sondern rein fürs Vergnügen gewerkelt würde."

Sonntag, 13. Februar 2011

Inspiration

Letztens habe ich den Amelia-Schnitt abgepaust, war aber unsicher, ob ich das Ding wirklich nähen will - obwohl ich mal so was ähnliches hatte und sehr liebte, aber da war ich auch 13 Jahre jünger. Eben sah ich bei Lila-Lotta diese wunderbare Taschenlösung (?). Ich vermute doch mal stark, dass das Taschen sind. Jedenfalls sieht es cool aus, insbedsondere mit dem Zickzackband, dass ich sonst noch nirgendwo schick fand. Ich mag ja rund.

Diese Idee, muß ich mir einfach merken, deswegen die Fotos von Lila-Lotta nun hier.



Bildquelle: Bilder nicht von mir, sondern von Lila-Lotta. Danke für die Inspiration.

Dienstag, 8. Februar 2011

Warten

Das Buch "Neue Maschen - Handarbeit als Aktivismus" erscheint ja irgendwie doch erst später. Jetzt habe ich aber die Seite der Herausgeberinnen, des critical crafting circles gefunden, auf dem das Konzept des Buches steht. Spannend!

Montag, 7. Februar 2011

Ungebügelt und ungeliebt



Hier ist er, der türkise Langeneß. Wie in der Überschrift erwähnt, hat er sich noch nicht in mein Herz gemogelt. Seit Freitagabend ist er fertig und ich hatte ihn noch nicht an. Das gibts sonst eigentlich nicht. Dabei hatte ich mich so auf ihn gefreut, seit dem ich im Sommer (!) den Babycord auf dem Stoffmarkt kaufte.

Ich habe irgendwie Probleme mit dem "Flower of Hearts"-Stoff. Ich sollte mir wirklich merken, dass ich eine Stoff-Angucker-und-Betatscherin bin und nicht im Internet bestellen sollte, obwohl ich das Internet ansonsten liebe. Irgendwie mag ich ihn einfach nicht. Das ist wirklich sehr schade, denn eigentlich mag ich die Kombination von rot und türkis und ich dachte, dass es eben praktisch wäre nen Meter von dem Stoff und ein paar Meter Schrägband davon zu haben. Aber irgendwie mag ich es nicht.

Eigentlich sollte auch gar kein Schrägband unten ran. Zur Abwechslung wollte ich mal was anderes machen - und habe zu knapp zugeschnitten. Mist. Das war schon mal die erste Enttäuschung. Und dann wollte ich zur Abwechslung mal nix auf den Rock applizieren. Aber jetzt sieht er so nackig aus, so gewollt und nicht gekonnt. Aber ich mag einfach nicht mit dem o.G. Stoff applizieren und irgendwie schon gar kein Herz. Oder doch? Hat jemand vielleicht ne Idee?

Ich hatte schon überlegt, was mir gefallen könnte. Irgendwie habe ich die Idee eines kleinen Schriftzuges - aber keine Stickmaschine. Ob ich sticken lernen sollte? Nicht, dass mir gerade drei Wörter einfallen würden, die einen Sinn geben und schick aussehen würden. Und jetzt sagt nicht Flower of Hearts! Ich habe schon bei den Velours geschaut, aber ich habe nur Pilze in rot und Pilze sind irgendwie vorbei....

Ach, ich weiß auch nicht. Vielleicht sollte ich ihn erstmal bügeln und anziehen.

Achsoo und die Mütze. Nun, die ist auch irgendwie total bescheuert geworden. Das ärgert mich noch viel mehr, denn ich Naivchen habe dafür einen meiner absoluten Lieblingsstoffe angeschnitten, von dem jetzt nur noch ein Restchen übrig ist. Ich dachte, ich häkele mal ne rote Blume und dann wirds schon. Wurde es aber nicht. Mal schaun, ob ich mich traue davon ein Bild zu machen...

Schneehose, endlich!



Endlich ist die langversprochene Schneehose fertig. Und ich dachte, dass wäre ein schnell-schnell-Projekt, weil das Material sowieso herumliegt.

Der Hintergedanke: Schneehose zu klein, kein Flohmarkttermin in Sicht, kein reduziertes schickes Exemplar gefunden, ebay leergeräubert.

Die Idee: wenn ich schon ne Matschhose nähe, dann sollte sie länger angezogen werden. Und wenn der Junge keine Matschhosen mag, könnte es daran liegen, dass er keine LATZhosen mag.

Die Lösung: Der geliebte Pumphosenschnitt, die Kam Snaps und der olle Fleecerest.

Das Höschen war schnell genäht. Die Bänderauswahl fiel leicht, weil ich sonst keines vorrätig hatte, was jungsmäßig und lang genug war. Zunächst war ich etwas irritiert ob der Farbkombination grün/hellblau, dann sind mir die gestickten Lederflicken von Thobi von dem Bastelideen-Blog Bonbonwasser eingefallen, die sie mir im Tausch gegen Glitzerdinger geschenkt hat.

Die Probleme: An die Kam Snaps (die Druckknöpfe) traute ich mich - zu Recht- nicht heran. Man war das ne Fummelei! Ich hätte mir, bevor ich die Bündchen annähe, überlegen sollen, wie ich die Futterhose reinknöpfen will....

Die schlauen Ideen: dunkelblaue Snaps vorne, hellblaue hinten, damit auch ne Kindergartentante leicht sehen kann, wierum die Futterhosen eingeknöpft werden muß. Vorne ne Schlaufe für was-weiß-ich oder damit man sieht, dass da vorne ist. An den Taschen kann man es nicht erkennen, weil ich zwei Gleiche statt zwei verschiedene zugeschnitten habe...

Jetzt bin ich sehr gespannt, ob der Sohn diese Hose akzeptiert. Feige, wie ich bin, werde ich dieses Problem wohl an die Erzieherinnen delegieren. Es ist immer so enttäuschend, wenn er was genähtes ablehnt, obwohl das zum Glück wirklich selten vorkommt.

Das Gute an der Hose: ich muß jetzt nicht auf Schnee hoffen, sondern darf weiter vom Frühling träumen. Auch wenn die Snaps verdammt schwer auf und zu gehen. Man kann das Futter ja rausnehmen!

Samstag, 5. Februar 2011

Bewegung

Ich "stolpere" immer wieder über den DIY-Trend. Gestern sah der Gatte "buten und binnen" und dort wurde über eine spannende Doktorarbeit berichtet.





"Stricken, Sticken, Häkeln, Nähen – Handarbeiten sind essentieller Bestandteil des bürgerlichen Frauenideals im 19. Jahrhundert. Bärbel Ehrmann-Köpke macht unter Berücksichtigung vielfältiger Quellen wie Ego-Dokumenten, nicht-amtlichem Schriftgut von Schulen und Frauenvereinen aus den Hansestädten Hamburg, Bremen und Lübeck sowie einschlägiger Forschungsliteratur die Bedeutung von Handarbeiten für die Etablierung bürgerlicher Lebenswelten im 19. Jahrhundert sichtbar.Untersucht werden die im Leben bürgerlicher Mädchen und Frauen allgegenwärtigen weiblichen Arbeiten im Spannungsfeld von „demonstrativem Müßiggang“ und „rastloser Tätigkeit“. Häusliche Handarbeiten waren repräsentativer und distinktiver Ausdruck einer erreichten ökonomischen und gesellschaftlichen Stellung, zugleich aber oftmals Mittel zum Zuerwerb durch textile Heimarbeit. In der höheren Mädchenbildung hatte der Handarbeitsunterricht daher einen hohen Stellenwert und war fest verknüpft mit erzieherischen und disziplinierenden Bestrebungen, oftmals verbunden mit gesundheitlichen Schädigungen, die von Haltungsschäden über Kurzsichtigkeit bis zu Nervenerkrankungen reichten. Mit zunehmendem ehrenamtlichen Engagement bürgerlicher Frauen im 2Wohltätigkeitssektor eroberten Handarbeiten schließlich auch einen Platz im sozialen, außerhäuslichen Bereich."


Verlagstext, Zitat und Bild von neuebuecher.de


In einem Artikel über sie im Weser Kurier steht auch noch die Mailadresse. Vielleicht ergibt sich ja mal ein Interview. 



Und eben entdeckte ich noch ein spannendes Blog. Frau Rauschmittel schreibt über "Making Stuff oder KaufDichGlücklich".  Bin aber nicht tätowiert und werde auch weiterhin darauf verzichten. Trotzdem ein lesenswerter Artikel.


Nachtrag: Auszüge aus der o.g. Doktorarbeit kann man hier nachlesen. Inhaltsverzeichnis und Einführung. 

schnell, windschief und trotzdem geliebt



Letzten Sonntag ergab es sich im Gespräch mit dem Sohn, dass eine Krone etwas feines wäre. Also setzte sich Mama kurzentschlossen hin, und "rotzte" eine Krone zusammen. Total schief genäht, die Zacken nicht einheitlich, die Meisten noch nicht mal spitz und dann noch mit dem Garn, dessen Spule so gratig ist, dass es sich ständig verhakt. (1000 m, ich bin einfach zu geizig, es zu entsorgen). Endlich eine Verwendung für das 80er Schätzchen in Glitzer, dass mir meine Mutter übergab, damit es nun bei mir rumliegt.

Der Langeneß ist fertig, aber noch nicht fotografiert. Passend dazu habe ich freihand eine Baskenmütze genäht, die aber noch irgendwie verändert werden muß... Nähen ist irgendwie einfach, aber zeitnah zu fotografieren ist nicht so mein Ding.

Dienstag, 1. Februar 2011

Püsterchen?



Wie wohl dieses Ding heißen mag? Ich nenne es "Püster". Es ist höhenverstellbar und püstert Kreidepulver. Ich nutzte es, um die Rocklänge für meinen Rocksaum rundum zu markieren.

Weiß jemand, wie so nen Ding professionell genannt wird?

Ich mußte feststellen, dass ich nicht nur ziemlich dreidimensional bin, sondern auch hinten etwas mehr Rock brauche als vorne. Wenn ich einen Rock also streng nach Schnitt nähe, dann sieht er merkwürdig aus und ich zupfe immer herum, damit er weniger merkwürdig aussieht.

Deswegen der Püster. Damit kann man die Rocklänge rundum markieren und bekommt nen geraden Rocksaum trotz Dreidimensionalität. Und da wir so nen Ding freitags beim Nähen nutzen dürfen, ich sowas aber nicht zuhause habe (wieso auch, man kann es sowieso leichter zu zweit bedienen), ist der andere Langeneß noch nicht fertig. Egal, dann eben am Freitag und aus dem Rest Cord noch ne Mütze?