Donnerstag, 10. November 2011

Meine Antwort auf das Nähfragezeichen Nr. 13 vom 8. November 2011



Mit welchem Material füttert ihr Kleidung?
Es ist Herbst. Die Zeit der luftigen Sommerröckchen ist definitiv erstmal vorbei. Also müssen wir Kleider, Röcke, Jacken füttern. Aber abgesehen davon, dass es zwar bei der Verarbeitung flutscht, heißt das noch nicht, dass alles wie geplant funktioniert. Beginnen wir mit der Frage: welches Futter bevorzugt ihr? (Viskose, Acetat, Plastik, Seide?) Welches Material hat welche Vorteile? Wo bekommt ihr das bevorzugte Futter und was kostet es?

Ich habe bisher elastisches Viskose-Futter gekauft und verarbeitet sowie unelastisches "Plastikfutter". Das elastische Futter ist wesentlich unelastischer, als ich mir das gewünscht hätte. Man merkt eigentlich kaum, dass es elastisch ist. Deswegen suche ich auch noch nach einer Alternative für Unterkleider und wundere mich, dass es so wunderbare Microfasersachen in der Wäscheabteilung gibt, aber eben nicht in der Stoffabteilung von Kaufhäusern. 

Für das Plastikfutter hatte ich mich (für den Jeansmantel und den Wintermantel) entschieden, weil es hübsche Pünktchen hatte und es die Viskose/Acetat nur in Uni oder spießigem Muster gab. Ich war jedesmal hin und hergerissen, ob ich mich nicht irgendwann ärgern würde, mich gegen das Naturmaterial entschieden zu haben. Beim Jeansmantel habe ich das noch nicht getan, obwohl ich ihn auch mal an einem warmen Tag anhatte und darin geschwitzt hatte. Es fühlte sich nicht so eingeschweißt an, wie z.B. im Regenmantel. 

Mit Seide zu füttern, finde ich eine herrliche Vorstellung, allerdings erscheint mir diese Idee, bei meinen Nähkünsten doch noch sehr weit weg. 

Ich habe auch schon öfters überlegt, mit schönen Baumwollstoffen zu füttern, so dass ein Mantel, wenn man ihn öffnet oder aufhängen lässt, innen ein schönes Überraschungsmuster hat, bin aber von dieser Idee stets wieder abgekommen, weil es beim Anziehen ja rutschen soll. Frau eben-Julia hat ihren Mantel  mit Baumwolle gefüttert und nur die Ärmel mit Flutschfutter und ich bin gespannt, ob es sich bewährt. Wenn das funktioniert, stehen einer ja die unendlichen Möglichkeiten offen.  

Mein erstes Kleid habe ich jetzt auch gefüttert (Passt-Fast) und finde das Geraschel des Viskose-Futters schön. Für die nächsten beiden Alltagskleider aus Woll-Gemisch habe ich mich aus finanziellen Gründen für Plastikfutter entschieden, weil der "Woll-"Stoff sonst weniger als das Futter gekostet hätte. Ich gebe zu, dass ich aber ein weniger gutes Gefühl dabei habe und gespannt bin, ob ich das gerne trage. 

Futter habe ich gekauft
  • im Kaufhaus für ca. 10 Euro/m (Viskose, elastisch und unelastisch)
  • bei Stoffe Mahler (Pünktchen-Plastik) für ca. 4 Euro/m
  • auf dem Maybachufer-Markt (Plastik) für 2 Euro/m



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Kommentare:

  1. Hallo Meike,
    Microfaserstoffe und Schnittmuster für Unterkleider, BH-Hemdchen u. ä. bekommst du bei verschiedenen Dessousstoff-Shops:
    www.sewy.de, www.kreative-dessous.de, www.elingeria.de, www.deine-dessous.de ..... oder mal g....eln.
    Allerdings sieht solche Stoffe nicht die günstigsten :-(.
    LG, Birgit C.

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  2. Mein Mantelfutter hat sich recht gut bewährt. Ich glaube rutschig für die Ärmel sollte man auf jeden Fall machen, da es durch die Bewegung leichter "schoppen" kann als beim Rumpf. Meine Schwester hat ganz leichte Reibungsstendenzen am Mantelteil hinten bemerkt, aber nur weil ich sie mit dem Thema genervt habe und zur absoluten Aufmerksamkeit gezwungen.;-)
    Mir selbst ist es beim Tragen nicht aufgefallen. Ich würde es beim nächsten Mantel in dieser Länge oder kürzer wieder so machen. Das Baumwollfutter ist alledings auch von glatterer Oberfläche (popeline). Ich denke "normaler" Baumwollwebstoff geht nur bei (kurzen) Jacken.
    Billiges Plastikfutter finde ich allgemein nicht so schön, verwende es aber auch ab und an bei Röcken- oder Rockteilen, die ich nur mit Strumpfhosen o.ä. trage. Sonst nehme ich lieber Acetat oder Viskose. Man merkt beim Futter ganz klar Qualitätsunterschiede, von Venezia gibt es wunderbare Futterstoffe, sind aber auch nicht ganz billig. Da ich aber ein geiziges Schneiderlein bin, gebe ich ganz unumwunden zu, dass ich meistens beim Futter spare und verwende, was sich so in meinem Lager befindet und dann halt rumprobiere.
    Viele Grüße
    Julia

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