Montag, 10. Oktober 2011

Projekt - (Fort)- Schritte

Mützen

Theoretisch, rein theoretisch, hätte ich jetzt ein fertiges Kleid, eine fertige Strickjacke und eine fertige Walkjacke und theoretisch, rein theoretisch wäre ich stolz wie Bolle und würde die selbstgemachten Sachen lieben.

Die Praxis sah in den letzten Tagen anders aus. Die Strickjacke mag ich nicht. Trotz Spannen und dämpfen. Ab gesehen davon, habe ich nichts, was ich dazu anziehen könnte oder wollte. Ich dachte ja, dass sie zum Kleid, was noch nicht fertig ist, gut aussehen würde. Tut sie aber nicht. Es ist ein dicker, schwerer Haufen wolle, bei dem einer an den Bronchien friert. Aber fertig ist sie. Mal schauen, wie sich unser Verhältnis in den nächsten Tagen entwickelt. Vielleicht zeige ich sie euch am Mittwoch.

Die Walkjacke habe ich komplett aufgetrennt, um sie - mit Nähten nach innen - noch einmal zusammen zu nähen. Wenn die Nähte innen liegen, dachte ich, könnte ich auch einfacher die Größe korrieren. Mein übliches Verfahren: groß nähen, selbst abstecken und Naht um Naht der Wunschpassform näher kommen. Donnerstag Nacht war ich mit Auftrennen fertig und vertauschte die Ärmel beim Annähen. Das Trennen geht weiter. Meine Vernunft sagt mir, dass die Walkjacke eine Herbstjacke ist. Aber irgendwie mag ich sie auch nicht.

Das Passt-Fast-Kleid wollte ich - mal wieder - gestern abend fertig nähen, nachdem ich den Freitag Abend damit verbrachte, den Saum möglichst auf eine Länge zu schneiden und Schrägband anzufertigen. Der Kragen ist bereits abgetrennt und ist der nächste Angstgegner. Ich habe ihm damit gedroht, dass ich ihn in den Müll werfen und Belege anbringen werde, wenn er sich weiter sträubt.

Gestern nachmittag auf dem Spielplatz war es aber so kalt, dass mir klar wurde, dass der Junge eine gescheite Übergangsmütze braucht. Der blöde Beanie rutscht immer in die Augen, obwohl ich auch bei diesem Teil wiederholt trennte, um das Bündchen verkürzt anzunähen. Also verbrachte ich den Abend mit Mütze nähen und Schlafanzug flicken (Schere, Dreijähriger, neuer Schlafanzug, rumspielen, aaarggs!). Die Anleitung für die Sturmhaube habe ich von Ottobre. Leider wird dort nicht verraten, wie man sie zweilagig herstellt, d.h. wo man verflixt noch mal, die verdammte Wendeöffnung hinmacht. Ihr ahnt schon was kommt. Ich trennte und fluchte und selbst mein im dreidimensionalem Denken besser geeigneter Mann fand keine Lösung. Ich habe dann das untere Bündchen nacheinander erst an die eine und dann an die andere Mütze genäht und die Wendeöffnung mies zusammengeschustert.

Anschließend habe ich das selbstgemachte Schrägband krumm und schief auf die linke Seite des Passt-Fast-Saums genäht, bis mir eingefallen ist, dass ich ja eigentlich den Saum versäubern müsste, bevor ich das Schrägband annähe.... also darf der Nahttrenner wieder ran.

Achso, und ein Teil des Ersatz-für-das-Blümchenkleid habe ich zugeschnitten. Mehr Zeit war nicht und seit dem war der Esstisch nicht mehr frei zum zuschneiden. Ich hasse, solche angefangenen Sachen. Wenigstens ein Arbeitsschritt sollte abgeschlossen sein.

Es ist total frustrierend. Aber wenigstens die Mütze ist schön geworden. Finde zumindest ich. Der Sohn mag sie nicht.

Kommentare:

  1. Ich finde die Mütze genial! Ich muss auch langsam mal anfangen, vor allem da man Mützen in 100-facher Ausführung braucht, weil ich tendiere dazu sie überall zu vergessen...

    Du musstest es aber auch gleich kompliziert machen mit Wendemütze, gell?

    LG, Kirsten

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  2. Oje, da scheint ja gar nichts mehr so richtig zu laufen, der Frust ist verständlich und nachvollziehbar. Vielleicht gönnst du dir und dem Nahttrenner mal 'ne Pause. Liebe Grüße!

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  3. Oje. Ich fühle mit dir. Jede kennt solche Tage (und, sie gehen auch wieder vorbei).

    Und zur Strickjacke findest du bestimmt im Frühling das passende Kleidungsstück, oder im Winter (bald), wenn man ohnehin etwas hochgeschlossener drunter rumläuft. Nur Geduld, das wird noch! Manchmal fehlt eben noch das passende Kleidungsstück dazu, das findet einen aber irgendwann ;)

    Das ist dir jetzt vermutlich kein Trost: meine Mutter hat mir mal eine solche Mütze gestrickt, und ich habe sie gehasst. Diese skimützenartigen Dinger mögen, glaube ich, viele Kinder nicht (weil man sich eingeschränkt fühlt). Vielleicht unter den Helm, später dann. Vielleicht kannst du sie mit jemandem gegen eine andere tauschen?

    Durchhalten.

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  4. Ohoh, das klingt echt heftig. Vielleicht holft es dir, dass es nach so einem Deseaster nur noch bergauf gehen kann.

    Viele liebe Grüße,
    Pauline

    PS.: die Mütze IST schön und der Juunior gewöhnt sich dran.

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  5. Zur Lebenserleichterung kann ich immerhin einwerfen, dass du den Kleidsaum nicht versäubern musst, wenn du ihn mit Schrägband einfassen willst. Durch das Schrägband ist er doch dann versäubert (oder habe ich irgendwas falsch verstanden, was du da vorhast), das wird nur unnötig dick, wenn man noch zusätzlich versäubert. Insofern hat der Nahttrenner erstmal Pause, und mit der Strickjacke würde ich auch erstmal abwarten, wie sich das entwickelt. Manchmal findet man doch noch zueinander, und wenn nicht kann man wenigstens aufribbeln und etwas schöneres stricken, dasgeht mit verschnittenem Stoff nicht.

    viele grüße und nur Mut! Lucy

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  6. Und ich dachte, meine Nahttrenner (einer im Näh-, einer im Wohnzimmer) wäre der einzige, der regelmäßig glüht ;-)

    Die Mütze ist übrigens klasse, Junior hat sich gefälligst dran zu gewöhnen!

    Liebe Grüße
    Petra

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  7. Prust - Mpfm - Lach - Kreisch ... nicht daß Du das falsch verstehst - ich habe vollstes Verständnis für deinen Frust! Ich kenn das alles nur zu gut aus eigener Erfahrung. Aber so wie Du das beschreibst - es treibt mir die Lachtränen in die Augen - und ich bin mit meinen eigenen Mißerfolgen wieder versöhnt!
    Und sei versichert - es kommen auch wieder andere Zeiten ;)
    Liebe Grüße
    Antje

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  8. Danke für Eure lieben Kommentare!

    Und vor allen Dingen vielen Dank für den Hinweis auf "Schrägband darf an unversäuberte Kante" - auch ohne Zickzack?

    Das Verrückte ist nur, dass ich bei mehreren Projekten eigentlich kurz vor der Vollendung stehe und das ja eigentlich auch toll ist. Vor allen Dingen in Hinblick auf das Großprojekt "Wintermante", was immer näher rückt und bisher nur in meinem Kopf existiert. Ach, da sollte ich gleich mal was zu schreiben...

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  9. Oh jeee, das hört sich ja an nach:
    "Ich dachte: Lächele, es könnte schlimmer kommen. Also lächelte ich und es KAM SCHLIMMER!!!"

    Moral von der Geschichte: Du hast es genau richtig gemacht! Grummele, schimpfe und fluche vor dich hin, dann kann es nur noch besser kommen!!!

    Und lass' dich nicht von deinem kleinen "Mützen-Verschmäher" verunsichern: SIE IST TOLL GEWORDEN!!! Er muss halt auch erst "eins mit ihr " werden... ;o)
    So wie du mit deiner Strickjacke: Das wird bestimmt noch!

    Ich musste so schmunzeln: Solche doofen Näh-Tage kenne ich auch zu gut. Wenn an solch einem Tag noch die Waschmaschine Zicken macht, entfleucht einem schon mal ein "Morgen bringe ich dich zum Schrott!!" UND? Sie funktioniert bis heute einwandfrei...

    Lass' dich nicht entmutigen und mach's wie der B.Elefant mit dem Blümchen: "Mach' mal Pause, tö-rö, 'ne kleine Pause. Danach geht alles spielend leicht!"

    In diesem Sinne: Gaaaanz liebe Tröste-Grüße,
    Stoff-Elfchen

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  10. Ja, wirklich: beim Einfassen mit Schrägband braucht man keinen Zickzack und keinen Overlockstich. Die Anleitung bei Farbenmix ist ganz gut, hier:
    http://www.farbenmix.de/de/schraegband-annaehen.html

    (bloß würde ich den Schrägstreifen nicht nur nach oben umklappen, sondern auch bügeln...)
    viele Grüße!

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