Donnerstag, 6. Oktober 2011

Meine Antwort auf das Nähfragezeichen Nr. 8 vom 4. Oktober 2011



Schnittmuster vor dem Stoffzuschnitt vorbereiten
Bevorzugt ihr Mehrgrößenschnitte auf Papier, E-Books oder Schnittmuster in Zeitschriften? Welche Tricks habt ihr, um den Umgang damit zu erleichtern? Verratet Ihr uns Material, das ihr (zum Kopieren) verwendet? Die nötigen Arbeitsschritte sowie Tipps und Tricks?

Tja, was bevorzuge ich? Grundsätzlich finde ich "einen Schnitt kaufen" irgendwie schöner, als eine Zeitschrift, die so eine Art Überraschungstüte ist. Wenn ich einen Schnitt kaufe, dann überlege ich mir ganz bewußt, was ich brauche bzw. was ich damit machen will. Einzelschnitte kaufe ich nicht auf Vorrat - es sei denn, ich stelle erst nach dem Kauf fest, wieviel ich diesen verdammten Schnitt vergrößern muß, bevor ich ihn benutzen kann.

Was ich allerdings sehr gerne mag, ist in Nähzeitschriften immer und immer wieder zu blättern. Dabei bin ich allerdings sehr oft verärgert darüber, dass man auf den Bildern kaum etwas erkennt und entsetzt darüber, wie hässlich manche Outfits sind, obwohl der Schnitt vielversprechend ist. Außedrem sind selbst die dicke-Frauen-Schnitte oft an Hungerhaken gezeigt, so dass es schon wieder schwierig ist, sich so einen Schnitt an einer kurvigen Frau vorzustellen. Es ist mir ein Rätsel, warum das so gehandhabt wird. Glücklicherweise habe ich die Knip Mode entdeckt. Auch wenn ich kein Wort holländisch spreche, ist es mir bei der Knip ein Genuß, die Bilder anzuschauen.

Tja, und die E-Books. Mit meiner verwunderten Frage nach der Faszination von Joanna habe ich mich ja etwas in die Nesseln gesetzt, so schien es mir. Ich bin wohl zu kurz dabei, um vorherige Wellen z.B. um Langeneß mitbekommen zu haben. Sicherlich hat auch der MMM, den Eindruck verstärkt. Und jetzt, jetzt juckt es mich in den Fingern, Amy zu bestellen. Nicht, weil ich den Schnitt so einmalig finde, sondern, weil es mich reizt, mal dezidiert erklärt zu bekommen, wie das mit dem Futter, dem Reißverschluß und so geht. Im Gegensatz zu kryptischen Burda- oder Ottobre-Anleitungen oder dänischen bzw. holländischen Schnitten ist es schon eine geniale Idee (von Farbenmix?), Fotoanleitungen zu machen. Bei E-Books nervt allerdings das Zusammenkleben. Erstaunlicherweise macht es meinem Mann aber weniger aus, wenn ich auf dem Fußboden sitze, um die unzähligen DIN A4 Seiten zusammenklebe, als knisternd Schnitte abzupausen.

Das leitet elegant über zum nächsten Teil der Frage. Ich pause mal mit dünnem Papier, mit dicker Bau-Folie und manchmal mit dünner, "richtiger" Nähpausfolie ab. Einfach, weil ich alles drei hier herum liegen habe und jedes Ding seine Vorteile hat. Das Schnittmusterpapier von Panduro auf der Rolle ist recht günstig und fühlt sich schön an. Außerdem kann man es gut falten und aufbewahren. Wenn ich zum Nähtreff gehe, dann habe ich immer ein Paket Schnittmusterfolie dabei. Das kann man gut transportieren. Alle Schnitte, an denen ich rumbastele bzw. die öfters nutzen will, pause ich auf Baufolie ab. Ich habe lange gebraucht, um herauzufinden, um welches Produkt es sich handelt, dass in zahlreichen Blogs angepriesen wird. Erst, als ich ein Muster hatte, fand ich es heraus. In der hintersten, dunkelsten und schmutzigsten Ecke des Baumarktes gibt es in der Abteilung Baustoffe Folie. 50 Meter auf schwerer Rolle. Unpraktisch in der Handhabung, weil sie auch noch doppellagig aufgerollt ist, aber genial, weil man gut durchschauen kann und sie trotzdem so stabil ist. Stabil genug, um sie zusammen zu kleben und das Teil anzuprobieren! Das ist genial!

Ich muß mich wirklich sehr konzentrieren, alle Passzeichen zu kopieren! Gerade beim Kopieren auf Zeitschriften, mit diversen Schnittteilen verschiedenster Kleidungsstücke auf einem Bogen, bin ich froh, wenn ich alle Teile habe. Dann hilft es mir, wenn neben der Schnitterklärung die benötigten Teile nochmal MIT Details abgebildet sind, damit ich diese noch suchen kann.

Nen Rädchen habe ich übrigens auch, aber ich habe keine Ahnung, was man damit macht. Einmal habe ich versucht, einen Schnitt damit vom Schnittbogen auf Packpapier zu übertragen, aber der Schnitt war anschließend perforiert, der Tisch ebenso und auf dem Packpapier sah man fast nix. Versuch gescheitert. Theoretisch weiß ich, dass man damit mit Hilfe von Kopierpapier Passzeichen überträgt, aber so richtig praktisch finde ich die Idee nicht, siehe oben. Wenn ich sie gefunden habe, kann ich das auch mit Kreide!

Für die Aufbewahrung von Schnittmustern habe ich noch keine gute Lösung. Zunächst startete ich damit, sie in Klarsichthüllen zu packen und in einem Ordner abzuheften. Aber oftmals sind diese Klarsichthüllen so dick gefüllt, dass der Ordner schnell voll ist und absurd unordentlich aussieht. Ich werde irgendwann auf Stehsammler ausweichen, wenn ich Platz finde, die Stehsammler irgendwo hin zu stellen. Derzeit schmeiße ich die unförmigen Klarsichthüllen in eine Kiste.

Ganz zum Schluß darf natürlich der Hinweis nicht fehlen, dass ich Pausen hasse! Ich kann es einfach nicht auf dem Boden machen, weil wir wenig Platz haben und mir dann alle Knochen weh tun. Der Esstisch reicht nur knapp und ich kann es einfach nicht leiden, dass der Weg zum Nähen so absurd lang ist und ich vorher noch mit klimpernden Augen den Gatten fragen muß, ob ich zur Abwechslung mal knistern darf. Ich finde es eine geniale Idee von Stoff und Stil, dass man den Schnitt in der eigenen Größe bestellen kann und ihn dann auf Vlies geliefert bekommt - theoretisch, denn bisher hat mich noch kein Schnittmuster angesprochen und praktisch müsste ich wahrscheinlich wieder so viel ändern, dass von dem Vlies sowieso kaum was übrig bleibt.

Ihr seht, ich träume immer noch vom Maßschnitt, der nach meinen Maßen erstellt und auf Papier zugeschickt wird (ich werde eure Quellen mal ausprobieren, danke für die Infos), da würde mich mir sogar die "Mühe" machen und ihn selbst ausschneiden.


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Kommentare:

  1. Hallo Meike,
    vielen Dank für deinen Kommentar! Zum Nahttrenner: den nutze ich nicht, da die vielen kleinen Fädchen, die dabei entstehen, mich einfach nur nerven! Stattdessen mache ich es so wie meine Nähkurslehrerinnen (Damenschneiderin bzw. Schnittkonstrukteurin): mit einer spitzen Schere öffne ich die falsche Naht und ribbel dann mit den Fingernägeln abwechselnd von der linken und der rechten Stoffseite die Naht auf und reiße dann längere Fadenteile ab. Dadurch erspare mir das nervige Absammeln der Fadenfitzelchen, die beim Arbeiten mit dem Nahttrenner entstehen würden. So, ich hoffe, meine Beschreibung war bildlich genug?
    Eileen

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  2. Hallo Meike,
    du wirst es kaum glauben - aber ich habe seit ich mit dem Nähen begann, das war in den frühen 70ern, bis vor noch gar nicht so langer Zeit ein Rädelchen benutzt. Das hatte ich so von meiner Mutter gelernt - sie ist Schneiderin. Wir haben immer ganz normales Zeitungspapier unter den Schnittmusterbogen gelegt und dann wurde der Schnitt gerädelt. Man konnte ohne Probleme mehrere Schnitte so von einem Bogen abnehmen. Dazu muß ich sagen daß die Schnittmusterbögen aus viel stabilerem Papier waren. Heute ist das Papier so dünn, daß der Bogen gleich kaputt ist. Und so benutze ich seit einiger Zeit Folie. Das mit der Baufolie kannte ich allerdings noch nicht - guter Tip - Danke!
    Liebe Grüße
    Antje

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  3. Da ich ja nun die Möglichkeit habe, mich in meinen "eigenen vier Wänden" ausgiebigst zum Nähfragezeichen äußern, habe ich das auch getan! ;-) Und habe mich seeehr zusammengerissen, ERST meinen Post zu verfassen und DANACH Deinen zu lesen, obwohl ich schon sehr gespannt war. Und diese Vorgehensweise war goldrichtig, sonst hätte ich bei den meisten Punkten nur noch schreiben können: "siehe Meike"...
    Danke für die Idee mit dem Nähfragezeichen! Ich find´s toll (und lehrreich)!
    Liebe Grüße
    Natalie

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  4. Hallo Meike!
    Habe auf Deine Nachfragen hin meinen Post nochmal ergänzt! Und heute Abend werde ich die Folienstärke herausfinden und dann nochmal hinzufügen!
    Liebe Grüße
    Natalie

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  5. Hallo nochmal!
    => mittelstarke Malerplane,12qm, Stärke 0,03mm

    Liebe Grüße
    Natalie

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  6. Hi,

    ich hätte auch am liebsten Maßschnitte schon ausgeschnitten auf Vlies, das wären für mich die perfekten Schnitte, keine Ahnung ob es das schon irgendwo gibt.

    Wg Amy, ich habe mir den Schnitt gekauft, weil ich Taschen und Kellerfalte gut finde, wenn es nur um die Futter und Reißverschlußanleitung geht da gibt es hier auch ne schöne Anleitung http://prachmais-diy.blogspot.com/

    Liebe Grüße
    Alisna

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  7. krass, du paust auf nem tisch ab?! da würd ich wohl noch wahnsinniger werden. ich mach das immer auf dem boden ABER wir haben Holzdielen. sehr alte. mit rillen dazwischen. da geht es ab und an "ratsch" und ich bin in einer rille samt schnittmusterbogen und pausapier versunken. toll.

    lg
    halitha

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  8. Du hast echt eine 50m Rolle gekauft und nun zu Hause? Nicht schlecht... Ich kaufe immer so kleine Pakte mit, mh, vielleicht 4 mal 5m oder so.
    DER Rock ist mir auch schon ins Auge gefallen! Er gefällt mir - nach der Pleite mit dem Retroröckchen - sehr gut und wäre eine echte Alternative. Und ich stehe auch auf Kriegsfuß mit dem Füttern - das ist ein guter Hinweis!
    Schönen Sonntag
    Melleni

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  9. Etwas spät diese Woche, aber ich hab mich noch mit rangehängt. ;-)

    LG Shiva

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