Donnerstag, 25. August 2011

Meine Antwort auf das Nähfragezeichen Nr. 2 vom 23.8.


Woher nehmt Ihr die Zeit zum Nähen?

Geht es Euch so, dass Ihr das Gefühl habt, von Ideen und Projekten überflutet zu sein und einfach nicht genug Zeit zum Nähen zu haben? Woher nehmt Ihr die Zeit? Worauf verzichtet Ihr? Wie plant Ihr Projekte - ziehen sich Projekte über mehrere Wochen hin oder werden sie an einem Tag fertig gestellt?

Jaaaa, genau so ist es: zu viele Ideen, zu wenig Zeit. 

Ist es wirklich die Zeit, die fehlt? Bei mir fehlt, bei aller Lust, auch oft der Antrieb. Es ist gar nicht so leicht, abends vom Sofa hochzukommen, den Gatten zu fragen, ob man im Wohnzimmer Krach machen darf, den Esstisch aufzuräumen, die Maschine(n) aufzubauen, Stoff, Zubehör und Werkzeug zusammen zu suchen und loszulegen. Ich glaube, oft scheitere ich auch an mir und meiner Bequemlichkeit und Rücksichtsnahme. Denn, wenn ich einmal angefangen habe, ist es ganz wunderbar. Eine versunkene Beschäftigung mit Ergebnis. 

Insofern ziehen sich Projekte bei mir auch weit aus länger hin, als gewünscht. Ich bin jedesmal erstaunt, wie lange es dauert, einen Schnitt abzupausen und zuzuschneiden. Meist habe ich danach schon gar keine Lust mehr, d.h. ein zweiter Anlauf ist unabdingbar. Bei komplizierteren Sachen als einem Sommerröckchen brauche ich dann Wochen, um das Teil an ca. 2 Abenden die Woche fertig zustellen. Deswegen brauche ich zwischendurch auch immer wieder Ein-Abend-Projekte. Ich hoffe, dass mit der Zeit mehr und mehr Schnitte für Basisteile meiner Garderobe zusammen kommen, die schnelle Erfolgserlebnisse versprechen (und halten). Derzeit plane ich eher Großprojekte und selten Wiederholungen, so dass die Herausforderung zwar hoch ist, aber die Lernkurve eher flach verläuft, weil das neu Probierte erst lange Zeit später wieder zum Einsatz kommt. 

Meine drei Rezepte zum Zeitgewinn. 
  1. An einem festen Abend in der Woche gehört das Wohnzimmer mir. Früher habe ich dort alleine Tatort geschaut (weil der Gatte immer nach 3 Minuten wußte wer der Mörder ist und dies natürlich dauernd verriet), jetzt nähe ich meistens. 
  2. Ein Näh-Kränzchen: Außerhalb der Schulferien nähe ich mit einer bunten Gruppe von  wechselnden Frauen einmal pro Woche. Da ich die Organisatorin und Schlüsselverwalterin bin, bin ich im Gegensatz zu den anderen jede Woche dabei - vielleicht bin ich auch einfach nur die Süchtigste bzw. die, die keine anderen Hobbys hat...
  3. Regelmäßig einen Nähkurs zu machen. Ich versuche immer zweimal im Jahr einen ein-Freitag-Abend-und-zwei-Samstage-Nähkurs zu machen. Das ist dann auch fest eingeplante reine Nähzeit. 
Was ich mir wirklich wünschen würde, wäre ein Nähzimmer oder zumindest eine eigene Ecke mit einem Tisch, auf dem ich die Maschinen stehen lassen könnte (von einem Zuschneidetisch wage ich gar nicht zu träumen...). Ich glaube, ich würde dann auch mal zwischendurch eine halbe Stunde (zur Belohnung, wenn ich ansonsten fleissig war) etwas machen, weil ich es ja auch liegen lassen könnte, ohne dass es jemand stört. Aber das ist ein Traum, der sich zumindest in naher Zukunft nicht realisieren wird. Nun ja, aber dafür habe ich ja mein Näh-Kränzchen und bin sehr dankbar, dass wir die Gelegenheit dazu haben!

Nachtrag:
Verzichte ich auf irgendetwas? Nun ja, auf Sport, könnte man sagen. Ich fände es toll, wieder Nia zu tanzen, weiß aber, dass es nur richtig Spaß macht, wenn ich zweimal die Woche tanze, um wenigstens etwas Kondition aufzubauen. Aber dafür nicht zum Nähkränzchen gehen zu dürfen, weil man mit Kind eben nicht ständig aufm Swutsch sein kann? Nee! Ich habe nicht das Gefühl, auf etwas zu verzichten, sondern eher, dass endlich ein Bedürfnis befriedigt wird, was lange unerkannt in mir schlummerte. 

Kommentare:

  1. Das Ideal wäre wohl die Kombination aus eigenem Nähzimmer und Nähkränzchen. Ersteres habe ich, aber was gäbe ich für ein nettes Nähkränzchen, bei dem man sich gegenseitig austauschen und helfen könnte...obwohl, unser virtuelles Nähkränzchen ja nun auch wirklich nicht zu verachten ist!

    Viele Grüße
    Gaby

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  2. Ich habe seit einiger Zeit eine Nähecke im Schlafzimmer. Am Anfang musste ich auch immer meine Nähmaschine im Wohnzimmer aufbauen, aber ich muss feststellen, dass das damals auch seine Vorteile hatte. Heute beschwert sich mein Mann immer, dass ich "mich in mein Nähzimmer verkrümel".
    Ein Nähkränzchen fände ich auch toll. In Berlin, anyone? ;)

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  3. Nach jahrelangem Nähen im Wohnzimmer habe ich jetzt ein klitzekleines Eckchen im Wohnzimmer. Es hilft, so kann ich auch mal zwischendurch ein paar Nähte machen. Aber insgesamt muss ich sagen, dass bei mir auch oft der Antrieb fehlt. Nach Arbeit im Büro, Hausarbeit und Kindern fehlt mir abends um halb 9 oft die Kraft, um mich noch an die Nähmaschine zu setzen. Mehr als eine Stunde schaffe ich dann auch nicht, dann ist es aus mit der Konzentration. Da würde ein Nähkränzchen schon sehr helfen, eins dass schon früh am Abend beginnt und mich um das Abendbrot machen, Vokabeln abhören etc. bringt :-)
    LG Rita

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