Freitag, 8. Juli 2011

MeMadeTagebuch: Tag 8

Heute habe ich zum ersten mal etwas Selbstgenähtes beim Kundentermin angehabt


  • das grüne Kleid mit gehäkelter Blumenbrosche sowie türkisen "String-Tangas-für-die-Füße" (also Sandälchen)
Mir fehlt eine türkise Tasche! 

Auf dem Hinweg fühlte ich mich total unsicher mit dem Kleid. Ich kann es gar nicht genauer beschreiben. Ich hatte Angst, dass ich zu sehr schwitzen würde, wenn es heißer als 22 Grad sein würde, ich hatte Angst, dass irgendwo ein Fädchen hängt, dass ich falsch angezogen wäre. Eigentlich irrsinige Ängste, denn zumindest die ersten beiden Punkte wären kein Weltuntergang. Ich war so nervös im Vorfeld, dass ich beim Bügeln das Eisen zu heiß stellte und genau über der Brust ein merkwürdiges Muster bügelte, von dem ich hysterisch annahm, dass das Plastik geschmolzen sei. Ich glaube, der Stoff hat in der Tat etwas gelitten, aber ich vermute, dass das niemand außer mir sieht. 

Während des Termines fühlte ich mich dann aber total klasse, stylisch und gut angezogen. Das lag auch an dem Kompliment zur Begrüßung von der Kollegin. Das konnte ich aber nicht ganz annehmen, weil ich ihr zur Begrüßung auch ein Kompliment machte, was mir spontan rausrutschte, weil sie wirklich gut aussah. 

Fazit: Insgesamt fühlte ich mich mit einem Kleid sehr "angezogen". In meinem Job tragen viele Frauen Hosenanzüge und das war mir im Sommer sowieso immer schon viel zu warm. Da ich es auch nicht so konventionell mag, habe ich schon immer versucht, diese Hosenanzugs-Konvention etwas schräger oder/und weiblicher umzusetzen. Mit dem Kleid war das eine gute Sache und ich hatte das Gefühl, sehr bei mir zu sein - es muß ja auch Vorteile haben, wenn man selbständig ist, dann hat man zumindest niemand, der einem vorschreibt, was man anziehen muß. Ich weiß, dass das Kleid auffällig ist und sicherlich nicht den Geschmack aller Welt trifft. Aber das ist bei meiner Arbeit auch der Fall und jede bekommt die Kunden, die sie verdient. Insofern war das Kleid eine gute Wahl. 

Ich wünschte mir, ich hätte noch mehr Kleider, die "angezogen" aussehen, ohne dabei unbequem zu sein, oder zu "anders-mutig" oder zu übertrieben-aufdringlich weiblich. Natürlich brauche ich auch "Freizeit-Kleider", die von allem ein bißchen mehr sein dürfen. Aber ein paar "Business-Uniformen" wären schon nicht schlecht. Oder zumindest noch eine oder zwei. Ich brauche mehr Kleider!

Kommentare:

  1. Das war dann doch ein toller Tag, schön! Deine Entwicklung zu beobachten finde ich sehr spannend.
    "Mir fehlt eine türkise Tasche!"
    Das dürfte doch nicht so ein Problem sein,näh dir eine. Geht ja auch in stylisch ;-)
    Und ich würde gern die "String-Tangas für-die-Füße" mal sehen, bitte.
    Schönes Wochenende!

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  2. Ich finde deine Beschreibungen/Gefühle interessant. Gestern stand ich auch mal wieder vor dem Kleiderschrank, habe überlegt was ich heute anziehen soll. Bei uns auf der Arbeit ist es unerträglich warm und stickig. Ich kann auch in kurzer Hose und Top arbeiten, wenn ich es tragen könnte. Bin zwar an der Front, aber im Tourismusbereich, direkt am Meer. (Manche Outfits der Gäste...öhmm)
    Nun gut...in meiner sehr weiten weißen Leinenhose und meiner genähten rosakarierten/rosigen Bluse fand ich mich schon prima. Nur heute kommen mir wieder Zweifel.
    Ich bin sonst selbstbewußt, aber manchmal kommt das Wiesehenmichanderedenken durch.
    Ich muss noch einmal in mich gehen.
    Schönes Wochenende
    Kirsten

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