Samstag, 30. Juli 2011

MeMadeTagebuch: Tag 30 - Fazit



Das hätte ich heute getragen, hätte ich das Haus verlassen, obwohl ich es gestern schon anhatte. Lieblingssachen kann ich tagelang anziehen. immer schnell abends waschen und lüften und dann wieder an, egal ob trocken oder noch ein bißchen feucht... Habt ihr es bemerkt? Ich habe ein T-Shirt zum Rock gefunden (die Aufhänger könnte ich noch abschneiden). Auf dem Bild sieht es gar nicht so perfekt aus, aber wenn ich das Shirt an den Rock halte, passen die Farben perfekt. Ein bißchen weiter könnte es sein, aber ich will nicht meckern, so ist das eben, wenn man Klamotten kauft....

Das ist jetzt der letzte MeMadeTagebuch-Eintrag, morgen komme ich ohnehin nicht dazu. Also kann ich auch jetzt schon mal einen Rückblick wagen.

Am meisten erstaunte mich, dass ich eigentlich fast jeden Tag etwas Selbstgemachtes trug. Zunächst schob ich es auf den Sommer. In der Tat fällt es mir bei sommerlichen Temperaturen leichter, Genähtes zu tragen. Röcke tragen sich schnell und ist es ein "ohne-Socken-Tag", fällt mir die Auswahl der Schuhe leichter. Dann wurde mir aber klar, dass es ein paar einfache Dinge gibt, die das tägliche MeMade erleichtern
  1. Wenn man einen Mantel oder eine Jacke näht, trägt man dieses Kleidungsstück bei passendem Wetter nahezu täglich.
  2. Gleiches gilt für eine Rumlümmel-Hose oder ein vergleichbares Kleidungsstück, das man gerne zuhause trägt. Weiter Ideen wären: Hauskleider, selbstgestricke Socken, eine Strickjacke.
  3. Selbstgemachte Accessoires, wie Ansteckblumen oder Schals sind schnell gemacht und können auch leicht zum Einsatz kommen, um ein gekauftes Outfit "persönlicher" zu machen. 
Aber eigentlich ging es mir ja gar nicht darum, unbedingt täglich etwas Selbstgemachtes zu tragen, sondern es ging mir wirklich nur darum, zu untersuchen, WAS ich für Kleidungsstücke wähle, warum und wie es mir damit ging. Da ich aber zum einen auf dem MeMade-Trip bin, ein Craftel-Blog schreibe, meine neuen Sachen besonders gerne trage und natürlich die Auswahl nicht ganz unbeeinflusst davon ist, dass ich sie hier präsentiere, ergab es sich natürlich, dass ich mich bemühte, möglichst viel Selbstgemachtes zu tragen. 

  1. Ganz klares Ergebnis des Monats war: Jeans sind nicht das, wofür ich sie hielt. Klar, sie sind irgendwie praktisch: scheinbar passt alles zu Jeans und natürlich sind sie auch nicht so schmutzanfällig. Aber immer, wenn ich Jeans (und T-Shirt) anhatte und mich irgendwo im Spiegel sah, fand ich mich scheußlich. Ganz abgesehen davon, ist ein Röckchen auch viel bequemer. 
  2. Auf einmal hatte ich eine unglaubliche Sehnsucht nach Kleidern. Ich weiß nicht, ob es die späten Wirkungen des Eindruckes von Catherines Blog waren oder ob es insgesamt am MMM lag. Auf einmal wunderte ich mich, wieso ich so eine unglaubliche Lust auf Kleider verspüre aber gleichzeitig so wenig Kleider auf der Straße sehe. 
  3. Es ist nicht damit getan, auf einmal mehr Röcke/Kleider zu tragen. Ich brauche dazu Accesoires. 
Im Laufe des Monats begann ich immer mehr Wünsche zu bekommen. Eine schier unendliche Liste wuchs in meinem Kopf, was ich alles unbedingt (ganz abgsehen von diversen Kleidern)  brauche:
  • SCHUHE. Ich brauche Schuhe, die zu Röcken/Kleidern gut aussehen, in denen ich aber auch laufen kann und die auch, ich wiederhole mich, spielplatztauglich sind. Glücklicherweise entdeckte ich schon letzten Winter DUO, wo man Stiefel mit großem Schaft kaufen kann und besitze schon ein paar tolle Stiefel. Was aber trage ich in der Übergangszeit?
  • MANTEL. Ich brauche definitiv einen Wintermantel, der über einen Rock oder über ein Kleid getragen wird. Da ich aber immer noch Tuniken-über-Hosen als Alternative sehe, brauche ich auch eine Jacke, denn ein ausgestellter Mantel sieht über Jeans ziemlich doof aus - zumindest mein Jeansmantel. 
  • TASCHEN. Ein Satz aus dem Tine Wittler-Stylingbuch hat sich mir im Gehirn eingebrannt. Sinngemäß lautet er: kein feminines Outfit sieht mit einem Messenger-Bag gut aus. Stimmt irgendwie. Da ich Taschen immer so voll packe, sehe ich immer aus, wie auf der Flucht. Ich muß darüber nachdenken, was ich wie mitnehmen will und ob nicht doch das eine oder andere "unpraktische" Täschchen mein Outfit optimieren würde. 
  • STRICKJACKEN/PULLOVER. Ich kann nur noch "Wickel" denken.... Mir ist klar geworden, dass ich verschiedene "Obendrübers" brauche, die figurnah sind. Ich trage schon seit Jahren Pullover aus der Schwangerschaftsabteilung, die länger und figurnah sind. Die sind gut, aber alles andere aus der Pulloverabteilung meines Schrankes werde ich entweder entsorgen oder irgendwie recyclen. Es ist mir ein Rätsel, wieso ich weder das optimale Schnittmuster noch das optimale Strickmuster für eine Traumjacke finde. Das kann doch eigentlich gar nicht so schwer sein!
  • UNTERKLEID Um mehr Röcke und Kleider zu tragen, brauche ich etwas für untendrunter, damit über Strumpfhosen nix krabbelt und es wärmer ist. Der Prototyp ist in Arbeit. Ich träume von einer ganzen "Unter-Garderobe" in diversen wilden Farben, statt nur eines praktischen "kleinen Schwarzen".
  • STRÜMPFE: Auch das wird nicht leicht werden. Bisher trug ich entweder schwarze Feinstrumpfhosen oder wenn ich etwas helleres trug, hautfarbene Feinstrumpfhosen. Das ist noch nicht das gelbe vom Ei. Ich habe wenig Ideen dazu, wie ich das noch optimieren kann. Das wird eines meiner neuen Beobachtungsprojekte. Leider ist aber auch nicht alles, was ich mir so vorstellen könnte leicht umzusetzen, weil mal wieder die Kleidergröße Schranken setzt. 
  • UNTERWÄSCHE Das ist endlich eine Abteilung, in der es wenig zu optimieren gibt. Ich habe einige "Quetschbodies", die unendlich wichtig für Jerseykleider sind. Da geht es eher darum, das vorhandene auch mal an Stelle des gemütlichen Lieblings-BHs und der gemütliche U-Hose anzuziehen. Ich merke, dass je öfter ich sie trage, ich das Schließen mit den Häkchen weniger merkwürdig finde. 
Ich weiß, das das alles nicht von Heute auf Morgen geht. Muß es ja auch nicht. Ich bin ja auch immer noch auf der Suche nach meinem eigenen Stil. Aber im Laufe des Monats merkte ich, dass es eben diese praktischen Aspekte der Stilsuche gibt und nicht nur das Erträumen von bestimmten Kleidungsstücken und der Umsetzung durch Nähen. 

Der Gatte hat einen Spielfilm mit Herrn Clooney angemacht. Dem werde ich mich jetzt widmen, aber das Nachdenken wird nicht aufhören!

Kommentare:

  1. Ein interessantes Fazit hast Du da gezogen. Kann ich alles sehr gut nachvollziehen. Wenn man einmal auf dem Kleider und Röcke Trip ist, verschwindet die ach so praktische Jeans ganz hinten im Schrank. Der letzte Winter war der erste den ich nahezu komplett hosenfrei rumgelaufen bin - und der war nicht gerade mild, wenn ich mich recht erinnere. Und siehe da: mit der richtigen Ausstattung - siehe deine Überlegungen in der Liste. Ergänzung meinerseits: eine schöne Woll-Unter-Überhose (in meinem Fall von Karstadt), mit der ist das kälteste Wetter kein Problem - ist es im Kleid/Rock WÄRMER als in Jeans. Und bequemer allemal.
    Und auch jetzt, bei diesem Sommerwetter mit Dauerregen komme ich nur höchst selten in Versuchung, Hose (z.B. Leinenhose) mit Sneakers zu tragen. Mit langer Leggings kann man auch bei diesem Wetter gut über die Runden kommen.

    Viel Spaß beim Weiterentwickeln eines neuen Stils. Es lohnt sich!

    Melleni

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  2. Deinen MM-Test und das Fazit finde ich sehr interessant. In einigen Punkten geht es mir ähnlich wie Dir. Die zu Kleidern und Röcken passenden Schuhe habe ich auch gebraucht und mir jetzt im Sale bei Zalando zwei schöne Paare gegönnt.
    Es ist wirklich so, dass ein Kleid/Rock noch keinen Sommer macht. Die Überlegungen gehen auch bei mir weiter. Was benötige ich unbedingt für meine Basis-Garderobe? Wobei ich Jeans auf keinen Fall verbannen möchte, aber sehr viel häufiger keine Jeans anziehen will.
    Ja, liebe Meike, es bleibt weiterhin spannend und ich lese gerne bei Dir weiter!

    Liebe Grüße
    Gaby

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  3. Oh wow - da hast du aber einiges an Fazit gezogen... Und einiges an Motivation höre ich auch heraus :-)
    Für die Übergangzeit gute Schuhe zu finden, die zu Röcken und Kleidern passen ist nicht so leicht. Ich würde mal bei Zalando zuschlagen... Einfach mal fünf oder sechs Paar bestellen und dann ganz gemütlich zu Hause ausprobieren, mit den verschiedenen Outfits kombinieren und vielleicht noch eine Freundin befragen - oder uns ;-) ... und dann alles was nichts war ganz umsonst (und völlig unkompliziert) zurückschicken.
    Dass du keine schönen Schnittmuster für eine Obendrüberlösung findest wundert mich auch... Oft erscheinen mir gerade die größeren Modelle in der Burda besonders schön... Aber das ist ja meistens so, dass man genau das will, was man nicht haben kann...
    lg Paula

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  4. Ja, ein interessantes Fazit, und das sind so mehr oder weniger auch meine Schlussfolgerungen (trage auch viel mehr Röcke als noch vor ein paar Jahren). Die Schuhfrage im Sommer ist auch bei mir immer das schwierigste: bequem und schön und vor allem nicht so schrecklich Füße-aufschürfend. Die Wollüber/unterhose, von der Melleni spricht, würde ich für den richtigen Winter auch empfehlen. Ich hab da seit Jahren eine Art Omaschlüpper aus dem Naturwarenversand aus Merinojersey, den trag ich bei Minustemperaturen noch über der Strumpfhose - und mein richtig langer Wollrock ist definitiv wärmer als jede normale Hose. Und die Unterkleidergarderobe in wilden Farben finde ich eine sehr gute Idee - das will ich jetzt auch haben.

    viele Grüße!
    Lucy

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  5. Danke für die Kommentare. Ja, ihr seht, es ist mehr ein Ausblick als ein Rückblick. Sehr hübsch finde ich das "warme Unterhosen-Geständnis". Dazu schreibe ich bei Gelegenheit mehr.

    Die Zalando-Idee finde ich auch sehr gut. Aber im Moment steht mir nicht der Sinn nach Einkaufen und nach Herbst. Ich tue einfach mal so, als ob jetzt der Sommer kommt und für Übermorgen ist er ja auch vorhergesagt.

    Mir wird auch mehr und mehr klar, dass die nächste Aktion wohl Schrank ausmisten ist. Wer weiß, was ich da noch alles finde...

    Tja und über Schnittempfehlungen für Strickjacken und Mäntel freue ich mich sehr, wenn ihr etwas für mich habt. Bei den großen Größen ist auch zum selbstnähen alles so sackig und alles was tailliert ist und nur bis 42 oder 44 geht, wäre sehr aufwendig zum vergrößern und damit auch sehr risikobehaftet. Also, wenn euch ein taillierter Wintermantelschnitt über dern Weg läuft oder eine Wickeljacke, immer her damit!

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  6. Hallo Meike,

    ich finde Deine Schlußfolgerung auch sehr interessant und kann nur zustimmend mit dem Kopf nicken. Ähnliche Erfahrungen habe ich im MeMadeMonat Februar gemacht. Bis zu diesem Zeitpunkt habe ich meine Jeans geliebt, aber mittlerweile mag ich sie gar nicht mehr so sehr, aber manchmal sind sie für mich noch unumgänglich (glaube ich zumindest), aber ich arbeite daran. Definitiv möchte ich auch mehr KLeider und Röcke tragen (eigentlich lieber Kleider, dann stellt sich die Oberteilfrage nämlich in den meißten Fällen nicht). Momentan habe ich einen richtigen Kleiderrausch und möchte nichts anderes mehr nähen.

    Also, nur weiter so!

    Ich habe übrigens erst damit angefangen über die Farben, die mir stehen nachzudenken (laut Farbberaterin bin ich ein ausgewogener Frühling-Herbst-Mischtyp, aber ich tendiere eher zu Herbst) und danach habe ich erst meinen Kleiderschrank aussortiert. Mittlerweile befinden sich größtenteils nur noch Farben darin, die mir 1. stehen und 2. die ich mag.Nur so am Rande.

    Viel Erfolg!

    Lieben Gruß
    Simone

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  7. Ein echt differenziertes Fazit. Ich hab noch ein wenig rückwärts gelesen, und bin glatt versucht, meine Garderobe und Kleidungsgewohnheiten auch mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Spontan würde ich nämlich sagen, dass ich von der anderen Kleidungsseite komme. Ich hab schon als kleines Mädchen und bis heute lieber Röcke, Kleider und Mäntel getragen. Aber ich habe mich für den Herbst für einen Hosenschnittkurs angemeldet!

    In puncto Mantelschnitt: Ich finde auch, dass die burda meist eine gute Quelle ist, auch für größere und manchmal auch Kurz- und Langgrößen.
    Ich weiß nicht, ob der Dir tailliert genug wäre, toll zu Röcken ist er allemal und außerdem bis 46: burda-Schnitt 7304.

    Viele Grüße
    Kate

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