Mittwoch, 18. Mai 2011

Gute Fotos braucht die Frau!

1000 Dank für Eure Kommentare zum Regenmantel, aber vor allen Dingen zu "crafteln". Ich war ganz schön unsicher, ob mein selbstgemachtes Wörtchen nicht total albern ist. Besonders gut gefällt mir die Assoziation von Lucy, dass es auch nach "durchwurschteln" klingt. Das passt ja wirklich gut - und in dem "durch" steckt auch das Durchhalten, auf das ich derzeit besonders stolz bin, weil es eigentlich nicht zu meinen Stärken gehört.

So, aber jetzt zu den Fotos.

Gaby schrieb als Kommentar zum letzten Post: "Was mir an Dir aber immer auffällt und sehr gut gefällt ist Deine durchweg fröhliche und positive Ausstrahlung auf den Fotos!"

Dankeschön! *knicks*. Nachdem ich letzte Woche über die Bemerkung von Frau Michouu den "enthaupteten Frauen in Nähblogs" nachgedacht hatte und für mich eine Lösung (nur Bilder mit Kopf, zu denen ich stehen kann, posten) gefunden hatte, beschäftig mich nun der Kommentar von Gaby. Es ist ja für Viele gar nicht so leicht, ein Bild von sich zu bekommen, zu dem sie stehen können. Das kenne ich noch sehr gut von mir von früher.

Ich verrate Euch ein paar Tricks dazu:

Mir half die Erfindung der digitalen Fotografie, ein professionelles Fotoshooting und die liebe meines Mannes dabei, wenigstens eine Hand voll schöner Fotos von mir zu haben, die ich gut finde. Auch wenn ich den Ansatz von Frau Liebesbotschaft nachvollziehbar finde, so fällt es mir schwer, Tipps wie "Liebe deinen Körper" von so einer perfekt scheinenden Frau anzunehmen. Ich merke, wie ich dann schnell borstig werde, wenn ich so etwas höre. Also keine Sorge, "lieben" müsst ihr euch nicht, um ein gutes Foto zu bekommen.

Irgendwo habe ich vor Jahren gelesen, dass man von Claudia Schiffer auch hunderte von Fotos machen muß, um ein Gutes zu bekommen. Jajaaa, dachte ich und konnte eine Woche vor meinem ersten professionellem Fotoshooting im Jahr 2003 nicht schlafen. Die zwei Stunden, die es dauerte, schwitzte ich wie verrückt, vor Verlegenheit. Aber: es gab ein gutes Foto. Und es gab hunderte schlimme Bilder!

Wenn man hunderte von Bildern macht, darf man auch auf einigen davon ausgesprochen doof aussehen. Deswegen hilft es, Quatsch zu machen. Grimassen steigern die Durchblutung und Quatsch lockert den Körper. Dann vergisst man auch die leidige Frage, wohin man mit den Händen soll. Mein kleines Geheimnis: ich stelle mir immer vor, dass ich wie Charlies Angels vor einer Windmaschine stehe (ich glaube, die haben den kompletten Film vor einer Windmaschine gedreht...) ..... aber nicht weiterverraten, das ist mir ein bißchen peinlich.



Frisch verliebt machte mein Mann dann auch ziemlich viele Fotos von mir. Frisch verliebt, wie ich war, akzeptierte ich das, obwohl ich mich schwer tat, die Ergebnisse anzuschauen. Huiii, ich fand sogar sexy Fotos! Kurz gesagt: ein liebevoller Blick hilft enorm, ein gutes Foto überhaupt erst zu entdecken. Da Frauen oft nicht so geübt sind, sich selbst mit liebevollen Augen zu betrachten, hilft der Blick eines Mannes oder einer Freundin.

Dann schaute ich mir Fotos von anderen an, die ich gut oder interessant fand und lernte etwas Wesentliches: es kommt auf den Bildausschnitt an! Gestern habe ich darauf nichts an den Fotos gemacht, denn ich wollte das Ladenschild der Glücksmarie mit auf dem Bild haben, weil ich den Laden so liebe, aber normalerweise würde ich einen anderen Bildausschnitt wählen. Ich habe keine Ahnung von Fotoberarbeitung, aber ich weiß, dass jeder Computer irgendwo ein Miniprogramm hat, um zumindest den Ausschnitt eines Fotos zu verändern. Beim Mac mache ich das mit iPhoto, aber ich habe es früher auch schon mit Windows gemacht, nur vergessen wie. Hieß das Programm "paint"?

Ein dezenter Hintergrund hilft bei Produktfotos, deswegen stehe ich oft bei der Präsentation meiner Nähsachen vor der weißen Wand. Leider stehe ich dort aber ziemlich verklemmt, weil wenig Platz zum Quatschmachen ist und morgens, wenn das Licht auch in der Wohnung ganz gut ist, wenig Zeit zum Fotografieren bleibt. Wenn ich unterwegs jemand überrede, ein MMM-Foto von mir zu machen, suche ich entweder einen schönen Hintergrund oder etwas Aussagekräftiges. Wenn ich mich vor dem Hintergrund nicht wohl fühle, weil ich z.B. zuviel von mir für das Internet, verrate, dann gibts auch kein schönes Foto. Und wenn zu viele Leute drumherum stehen, bin ich auch verklemmt. Also bin ich an schüchternen Tagen extrem wählerisch, was die Location anbelangt. Zum Glück (für den MMM), bin ich von Shooting zu Shooting weniger wählerisch.

Beim Zappen landeten wir gestern bei Frau Katzenberger. Huiiuiiiuiiiiii. Aber ihren Satz zum Thema Fotoshootings, wo sie sich anstellte, wie der letzte Mensch, "Männer sehen sowieso nie, wenn irgendwo nen Zeh raushängt", fand ich lustig. Seht ihr zum Beispiel, wie grau ich geworden bin auf dem Windfoto von gestern? Neee, oder? Nur ich kann nirgendwo anders hinsehen. Aber egal. Merkt euch einfach: Männer schauen woanders hin und Näherinnen auch!

Also Mädels, es ist wirklich nicht so schwer, nette Fotos zu bekommen, wenn man beginnt, bei den Shootings etwas Spaß zu haben. Ich würde mich sehr freuen, wenn euch diese Gedanken dazu helfen! Habe ich was vergessen?

Zusammenfassung

  • Macht mindestens 3x soviel Bilder, wie es Dir und der Fotografin/dem Fotografen normalerweise angemessen erscheint. 
  • Mach Quatsch - du bist ein Star!
  • Lasse am Anfang jemand anderen entscheiden, welches die besten Bilder einer Serie sind und triff Du dann die Entscheidung, welches Bild (aus dieser Auswahl), Dir am besten gefällt. 
  • Schneide mit einem Bildbearbeitungsprogramm das Bild so, wie es dir gefällt. 
  • Nutze einen dezenten Hintergrund, der dich zur Geltung bringt oder einen interessanten Hintergrund, der von Dir ablenkt. 

Kommentare:

  1. Liebe Meike , habe ja heute schon kommentiert,dass ich Deinen Mantel - und ja auch Dich so 100% Fröhlichkeit pur finde , und jetzt fühle ich mich sooo angesprochen , wir haben am WE unsere Tochter gebeten, Fotos von uns für eine Einladung zu machen . Es war genauso wie Du schreibst : ca 70 Fotos (mega Spass dabei) und 1 ! Foto welches man dann tatsächlich verwenden möchte
    Liebe Grüsse Dodo aka Dodosbeads bei Catherine

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  2. Deine neue Seite, der Titel etc. ist klasse. (Abgesehen davon wüsste ich gern mal eine deutsche Entsprechung für Craft, die nicht nach Basteln/Wurschteln klingt, mir fällt da schon lange nichts ein).
    Das mit den vielen Fotos, dem Hintergrund und den Ausschnitten kann ich nur bestätigen. (Ich mache das Beschneiden etc. ganz einfach mit der Windows-Fotogalerie). Mein Kopfproblem allerdings hängt nicht damit zusammen, dass ich mich nicht schön finde, sondern dass ich mich nicht komplett öffentlich machen möchte. Da muss man sich dann noch andere Lösungen suchen.

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  3. Ja, das Kopfproblem hat natürlich auch noch die Dimension, dass man die verschiedenen Leben damit verbindet, wenn man sich so zeigt. Meine Lösung ist, auf dem Blog nicht meinen Nachnamen zu verwenden. Allerdings, wer 1 und 1 zusammenzählt und mich "aus den anderen Leben kennt" oder aufmerksam durchs Land geht, findet sehr schnell raus, wer ich bin.

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  4. JA, du hast es toll beschrieben. Ich stimme dir in allem zu ....und es fällt mir doch schwer es umzusetzen. Vielleicht sollte ich wirklich mal 100 Fotos von mir machen lassen?
    Und ich werde übrigens auch "borstig" bei Joannas Tipps - schön, dass man sich irgendwo verstanden fühlt.
    LG
    A.

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