Dienstag, 22. Februar 2011

Handarbeitsanarchismus

Kann sein, dass es nicht alle interessiert, was mich gerade aufwühlt und beschäftigt:das Drumherum ums Handarbeiten. Ist ja auch unverdauter Kram. Wer lieber was über meine selbstgemachten Sachen lesen und anschauen will, einfach ein bißchen nach unten scrollen. Gestern habe ich zwei Beiträge dazu gepostet, die anscheinend untergegangen sind.
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In Jinx Blog My Stash and I - the knitting anarchist,  habe ich mich gestern festgelesen. Ich überblättere zwar die Reiseberichte und auch die Stricksachen, aber ich finde es trotzdem total spannend. Schon lustig, in einem Strickblog die Stricksachen zu überblättern... Neben den gestern genannten Beiträgen mochte ich ihre Erläuterungen zum Guerilla-Stricken. Als ich in den letzten Monaten davon hörte, war ich fasziniert, aber so recht verstanden hatte ich es nicht. Aber wenn man das liest, ist es ganz einfach - einfach bezaubernd.

"Guerilla Knitting tut nichts dergleichen, sondern ist vordergründig völlig sinnfrei, da das, was bestrickt wird, das Strickstück nicht braucht, ebensowenig wie der Betrachter oder der, der es hergestellt hat. Doch bietet gerade ein bunter Lappen an einem Geländer, farbige Kordeln an Pfosten oder gestrickte Kieselsteine in Popfarben einen ungewohnten Anblick, der auch Menschen staunen lässt, die durch die immer extremer werdenden Massenmedien (die man auch Volksverdummung nennen kann) eigentlich schon alles gesehen haben. Es ist auch ein deutliche Absage an das Konzept, dass alles einen Sinn haben oder wenigstens Profit bringen muss. Vielleicht kann man auch sagen, dass es Kleinteilstrickerei für die unter uns ist, die nicht glauben, dass das Spenden gestrickter Socken die Welt verändert, sondern dass das nur die Gerechtigkeit kann. Doch da die einstweilen auf sich warten lässt, kann man die Welt zur Überbrückung wenigstens zu einem etwas lustigeren Ort machen.


Nicht zuletzt ist das Anbringen gestrickter Objekte im öffentlichen Raum auch eine Lektion im Loslassen: Man prökelt etwas irgendwo ran, idealerweise mit einem Etikett, das die Absicht dahinter kundtut (nicht in der freien Natur!), macht noch ein Foto … und geht einfach weg. Und zwar für immer. Man überlässt das Strickstück nicht nur den Elementen, sondern auch den Mitmenschen, die vielleicht so viel Gefallen an dem Teil finden, dass sie es mitnehmen oder deren Missfallen so erregt wird, dass sie es demolieren oder entfernen. Kurz gesagt, wer seinen Rottweiler daneben anbindet oder jeden Tag hinrennt, um zu sehen, ob der Lappen noch hängt, hat das Konzept nicht verstanden. Selbst wenn nur die wohlmeinendsten Menschen das Objekt bemerken, sorgen die Witterungseinflüsse dafür, dass das Teil nicht ewig hält, doch das ist Teil des Prozesses.Was bleibt, ist nur das Bild (wenn man nicht vergessen hat, eines zu machen)."



Zitat aus dem Blogpost Yarn Bombing auf My Stash and I, in dem das Buch "Yarn Bombing - The Art of Chrochet and Knit Graffiti" von Mandy Moore und Leanne Prain vorgestellt wird.

Ich hoffe, es ist ok, dass ich zwei so lange Absätze von Jinx zitiere. Aber mir fehlt gerade die Zeit, meine eigenen Worte zu finden und hier soll ja auch erstmal nur eine Sammlung von interessanten Dingen sein und keine Doktorarbeit ...

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