Donnerstag, 29. September 2016

rums - im Waxirock und Knitterbluse



Oh, möge dieser Altweibersommer bitte niemals enden. Was mache ich nur, wenn ich endgültig das Gefühl bekomme, die ganze Welt läuft in gedeckten Winterfarben herum und meinen Waxirock nicht mehr anziehen kann? Dabei ist diese Kombination aus Waxirock und Knitterbluse derzeit mein Lieblingsoutfit. Ich fühle mich stark und unbesiegbar damit!



Der Waxirock ist ein Maxirock aus Waxprint und ist das Kleidungsstück meines Sommers 2016. Völlig spontan genäht und er wurde zum absoluten Liebling, obwohl ich Waxprintstoffe bis ca. eine Woche vor dem Nähen noch komplett scheußlich fand. Ich muss dringend einen Maxirock aus Jeans nähen. Vielleicht schafft dieser den bunten Liebling über die Wintermonate zu vertreten.

Schnitt: selbst gemacht, einfacher ausgestellter Rockschnitt mit vier Abnähern
Stoff: Waxprint



Und dann brachte mich meine Freundin Frau Nahtzugabe auf die Idee, die Knitterbluse einmal zum Waxirock zu probieren. Wie wunderbar! Die ärmellosen Shirts gehen jetzt tatsächlich nicht mehr, aber die Knitterbluse ist ein würdiger Ersatz und geht hervorragend als Partnerin zum Waxirock. Ein Hoch auf Freundinnen!






Schnitt: Knitterkleid/Knitterbluse aus der Kollektion stokx
Stoff: sehr leichter, günstiger Baumwollbatist - ungeknittert genäht und dann nach dem Waschen zusammengerollt und schick geknittert

Ich mag das neckische Schößchen im Rückenteil und die geschwungene Saumlinie sieht einfach toll aus.



Ach, ich liebe diese Kombination und hoffentlich schenkt mir der Spätsommer noch viele Tage, an denen ich sie gerne anziehe!



Verlinkt bei rums.

Mittwoch, 28. September 2016

MMM - FrauCrafteln gemütlich mit Tuch



Den heutigen Me Made Mittwoch verbringe ich dank krankem Kind im Home-Office im schlumpfigen Jerseykleid, barfuß doch mit wärmendem Tuch um die seit Tagen schmerzende rechte Schulter.

Irgendwie finde ich zur Zeit Kleider aus Webware angezogener als Jersey und die oft getragenen Ajaccios mit den halblangen Ärmeln werden mehr und mehr zu Hauskleidern. Schon interessant, wie sich die Kleidungsvorliebe ändert. Aber vielleicht liegt es auch daran, dass ich mit dem täglichen Gang ins Büro und das verstärkte Auftreten in der Öffentlichkeit eben auch meine Rolle immer mehr hin zur berufstätigen Frau statt zur Mutter-mit-Arbeit gewechselt ist. Vermutlich ist es da kein Wunder, dass sich der Kleidungsstil verändert.


Dabei will ich absolut nichts gegen Jerseykleider sagen: sie sind gemütlich, es gibt Viscosejersey in tollen erwachsenen Farben und Mustern und sie sind schnell und unkompliziert genäht. Eigentlich mag ich sie noch immer. Mich stört allerdings der große Ausschnitt, den ich im Berufsleben nicht angemessen finde. Das Kleid ist ein Ajaccio von der Schnittquelle und das habe ich schon öfters beim MMM gezeigt.

Aber eigentlich wollte ich euch sowieso das Tuch zeigen. Das Tuch ist schon seit Anfang Mai fertig und hatte mich zu meinem Vortrag in Berlin begleitet. Geplant war es als Sommertuch mit der Phantasie, es an kühlen Sommerabenden zart um die Schultern zu schlingen. Das war eine komische Vorstellung, denn wenn es kalt wurde, bin ich in der Regel einfach ins Haus gegangen oder habe etwas richtig warmes angezogen. Schon komisch, welche Vorstellungen ich manchmal habe.




Die Idee "Sommertuch" kam aufgrund der Materialwahl. Ich habe das Tuch aus einem Leinen-Viscose-Garn gestrickt und das fühlt sich im Gegensatz zu Wolle wirklich nach Sommer an. Aber natürlich ist es trotzdem zu warm, um es wirklich bei sommerlichen Temperaturen zu tragen. Doch jetzt, mit meiner seit Tagen schmerzenden Schulter, ist es genau richtig. Es ist eben ein Übergangsjahreszeitentuch und Übergangsjahreszeiten haben wir in unseren Breitengraden ja eigentlich genug.



Der Leinencharakter des Garnes war mir etwas zu "ökig", deswegen habe ich eine silberne Lurex-I-Cord angestrickt, die ich auch nach Monaten immer noch ganz wunderbar finde. Mit ihr begann mein sich durch den Sommer ziehender Silberfimmel, der immer noch nicht ganz vorbei ist - mal schauen, ob er auch über den Winter dauern wird.

Die "leuchtenden Reihen" zwischendrin sind keine Lurexreihen sondern Lochmuster. Ich weiß, meine Fotos nicht wirklich super....




Mir gefällt diese Abwechslung von glatt rechts und kraus rechts. Das schafft bei einem einfarbigen Tuch Abwechslung und Struktur. Und Abwechslung beim Stricken finde ich sowieso immer prima. Die Anleitung "Glacier Sweep" ist von Stephen West und diese habe ich wirklich sehr gerne gestrickt. Das Tuch strickt sich dank verkürzter Reihen sehr abwechslungsreich und obwohl ich sonst bei grauen Strickstücken sehr schnell in eine gelangweilte Trance verfalle, die es mir unmöglich macht, das Strickstück zu beenden (es wartet z.B. noch eine graue Strickjacke, die ich dringend gebrauchen könnte, unvollendet seit ungefähr 3 oder 4 Jahren auf mich), war das bei diesem Tuch absolut nicht der Fall. Ich war sogar entttäuscht, als ich fertig war. Die halbrunde Form betrachtete ich zunächst skeptisch, drapiert sich doch eine Bananenform sanfter um die Schultern. Aber für meinen derzeitigen die-malade-Schulter-wärmen-Zweck ist die Form sehr gut. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, das Tuch noch einmal aus einem ganz tollen Material zu stricken - nur welche Farbe? Ich überlege noch.

Auf dem Me Made Mittwoch-Blog ist Frau Buntekleider heute auch gemütlich eingemummelt, allerdings in genähter Strickjacke statt gestricktem Tuch. Bei so einer großen Jacke würde ich aber auch lieber nähen als stricken. Mal schauen, wer heute noch etwas gegen das Frösteln tun muß in dieser Übergangsjahreszeit. Ich freue mich schon drauf, die Beiträge der Me Made Mittwoch-Teilnehmerinnen anzuschauen.

Dienstag, 27. September 2016

Das Knitterkleid ganz ungeknittert

Foto: buntekleider


Das Knitterkleid wollte ich euch auch noch mal genauer vorstellen, so wie ich es bereits mit dem Partyrock getan habe. Ein bisschen Abwechslung im Blog schadet nicht, deswegen wollte ich damit noch ein bisschen warten. Doch jetzt habe ich den Post von Frau Buntekleider entdeckt und den solltet ihr euch unbedingt anschauen. Mein Post zum Knitterkleid kommt noch.

Warum der Blogbeitrag von Frau Buntekleider so genial ist? Weil sie das Knitterkleid ungeknittert genäht hat und mich und andere damit erst auf die Idee gebracht hat, es ihr gleich zu tun. Damit bekommt der Schnitt nicht nur zwei Variationen (Kleid und Bluse) sondern gleich vier Variationen, denn beide Kleidungsstücke gehen natürlich geknittert und ungeknittert.

Erinnert ihr euch an meinen Post zum "eleganten Sack", als ich versuchte ein sehr gerades, schlichtes Kleid zu nähen und daran scheiterte? Ich war so verzweifelt, aber dann zeigte mir Frau Buntekleider eine kleine Sneak Preview ihrer ungeknittertes-Knitterkleid-Kollektion und ich war begeistert. So ein japanisches Hängerchen wie ich es damals anstrebte, können nicht alle Frauen tragen, aber der stokx-Schnitt des Knitterkleides ist eben kein Hängerchen, sondern ein definiertes Kleid mit Form und Linien. Alle, die wie ich etwas mehr auf den Rippen haben, hilft diese Unterstützung.

Foto: buntekleider


Für mich ist Frau Buntekleider Queen-of-ungeknittertes-Knitterkleid. Ich bewundere ihre Kreativität und ihren Mut, einfach auszuprobieren. Einfach toll. Das ist so großartig, wenn Andere mutig und voller Tatendrang ganz neue Dinge aus den Schnitten schaffen. Ich bin so wahnsinnig gespannt darauf, was ich in den nächsten Wochen noch alles an Knitterkleidversionen und Knitterblusen bei euch zu sehen bekomme. Bitte schickt mir Links oder Fotos, damit ich diese Freude mit der Welt teilen kann.

Und wer von euch das Knitterkleid oder die Knitterbluse nun auch mal in ungeknittert ausprobieren möchte ein Tipp: ohne Knitter näht ihr den Schnitt eine Größe kleiner, denn die Mehrweite (Differenz zwischen Körpermaßen und Fertigmaßen siehe Masstabelle) für die Knitter braucht ihr dann ja nicht!

Montag, 26. September 2016

Gewinnerinnen der Tickes für die Maker Faire Berlin



Eben habe ich die Gewinnerinnen der Eintrittskarten für die Maker Faire Berlin ausgelost. Die Gewinnerinnen werden von mir per Mail benachrichtig. Viel Arbeit war das ja leider nicht - es tat mir leid, dass ich nicht vier Tickets zur Verfügung hatte. Aber vor Ort gibt es auch immer noch Eintrittskarten am jeweiligen Tag zu kaufen. 

Vielleicht sehen wir uns ja am Sonntag um 14.15 Uhr auf der Maker Faire zu meinem Vortrag "Sei Pippi und nicht Annika - schreibe ein DIY-Blog". 

Freitag, 23. September 2016

Einführungspreise bis Sonntag Abend




Im Schnittmusterkiosk gibt es die digitalen Schnittmuster für das Knitterkleid und den Partyrock noch bis Sonntag Abend zum Einführungspreis.

Donnerstag, 22. September 2016

Vortrag auf der Maker Faire am 2.10. in Berlin ---> Familien-Tickets zu gewinnen



Im Mai habe ich einen Vortrag auf der Maker Faire in Hannover über Nähblogs gehalten - ich freue mich sehr, auch für die Maker Faire am 2.10. in Berlin wieder eingeladen zu sein, um dort über DIY, Bloggen und Nähen zu sprechen.

Maker Faire? Ich hatte mir das Programm letztes Jahr mal angeschaut und gedacht "cool, da sind andere DIY-Nerds!", hatte aber gleichzeitig das Gefühl, dass ich als Frau mit meinen textilen Interessen nur bedingt Zielgruppe bin. Dieses Jahr scheint es allerdings mehr Makerinnen dort zu geben und es sind auch für mich interessante Themen sind zwischen allerlei Technikkram zu finden. In Berlin wird es eine 200 qm große Crafting-Area geben und ich habe auch schon gehört, dass es einen Workshop an gehackten Strickmaschinen geben wird. Spannend!

Das Programm ist eine bunte Mischung für die ganze Familie! Umso mehr freut es mich mein Thema dort vorstellen zu können und Frauen damit Aufmerksamkeit und Raum zu verschaffen.

Mein Vortrag heißt "Sei Pippi und nicht Annika - schreibe ein DIY-Blog" 

Wieder einmal geht es um den Zusammenhang zwischen Bloggen und dem Nähen, die Comunity, die ich aus der DIY-Blog-Szene nun mal am besten kenne. Ich bin der festen Überzeugung, dass das Internet die Handarbeiten nicht nur befördert hat, in dem es erklärt wie etwas funktioniert. Diese kostenlosen Anleitungen, (Video-)Tutorials und und und sind toll, aber mir ist wichtig darauf hinzuweisen, dass DIY-Bloggen und die Vernetzung und in der Community dem Hobby noch mal eine neue Qualität gibt. Ich erzähle von Selbstermächtigung und Frauenbild, der Kraft und dem neuen Selbstbewusstsein. Ich freue mich, wenn ihr kommt!

Mehr Informationen zur Maker Faire findet ihr hier.
Meinen Vortrag halte ich am Sonntag, den 2.10. um 14.15 Uhr auf der Bühne

Wer Eintrittskarten für die Maker Faire in Berlin gewinnen will, schreibt bitte bis zum 25. September um 23 Uhr einen Kommentar mit Mailadresse (schreibt "ät" in die Mitte, dann finden euch die Roboter nicht). Es gibt drei Familientickets für einen Tag für zwei Erwachsene und bis zu zwei Kindern (bis 15 Jahre) zu gewinnen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Ich lose die drei GewinnerInnen am 26.9. aus und diese bekommen Informationen zu den herunterladbaren Tickets per Mail. 

Dienstag, 20. September 2016

Lillestofffestival 2016




Zurück vom lillestofffestival 2016 versuche ich mal, meine vielen, vielen Eindrücke des vergangenen Wochenendes in Worte zu fassen. Ich war als Workshop-Leiterin eingeladen und zum ersten Mal auf dieser Veranstaltung mit Tradition. Und ich war geflasht!

Ich beginne mal mit den Zahlen. Knapp 1000 Frauen werden es wohl in Hannover, zu Gast bei der Firma lillestoff,  gewesen sein, um gemeinsam zu nähen, über das Nähen zu reden, sich zu treffen, sich kennenzulernen und etwas Neues zu lernen. Das muß man sich erst mal vorstellen! Es gab eine riesengroße Halle mit langen Reihen von Tischen, auf denen hunderte von Nähmaschinen aufgebaut wurden. Und viele Frauen reisten nicht nur mir einer Nähmaschine an!

Es gab einen zweiten sehr großen Raum, zwei Stockwerke höher, in dem die meisten der Workshops stattfanden. Auch als ich diesen Raum sah, blieb mir die Spucke weg. Die Dimensionen sind faszinierend - umso erstaunlicher, dass ich bis letzten Herbst gar nicht wusste, dass es diese Veranstaltung gibt!




In meinen Vorträgen über Nähblogs spreche ich oft von Nischen. Ich erzähle von Paralleluniversen, die wenig miteinander zu tun haben. So ein Paralleluniversum war die Welt von Lillestoff für mich. Na klar, kannte ich das Unternehmen, natürlich kenne ich die Stoffe, denn auch beim Me Made Mittwoch sehen wir immer wieder genähte Kleidungsstücke daraus. Aber meine Näh-Nische überschnitt sich nur wenig mit dieser Welt, vielleicht, weil wir uns nun schon so lange kennen, meine Nähfreundinnen und ich. Da wird frau schon mal bequem.

Die Nähbloggerinnenwelt ist mittlerweile so groß, dass es ganz natürlich ist, sich überschaubare Nischen zu suchen. Es ist doch viel schöner, wenn "man sich kennt" und das Gefühl hat, dazuzugehören. Also entstehen Grüppchen und Gruppen und oftmals auch der Eindruck, dass diese Nische wirklich überschaubar ist. Aber ist das wirklich so? Natürlich gibt es in jeder Nische Namen, die immer wieder auftauchen, Menschen, mit denen frau im Kontakt ist. Aber es gibt auch noch die unzähligen Leserinnen, die nur selten kommentieren und im Unsichtbaren bleiben. Nach dem Festival habe ich den Eindruck, dass genau diese Menschen möglicherweise die Schnittmengen zwischen den Nischen bilden.


der Weg zu meiner Workshop-Ecke - ganz hinten!


Genauer untersuchen konnte ich diese These auf dem Festival nicht, dazu war ich viel zu beschäftigt. Ich gab 3 Workshops zum Thema "Anpassen von Schnittmustern", ein Gruppencoaching und eine Lesung aus meinem Buch "Nählust statt Shoppingfrust". Gerade am ersten Festivaltag war ich nahezu pausenlos beschäftigt und habe von dem Großen und Ganzem wenig mitbekommen. Eigentlich war das auch schön, denn so reduzierte sich für mich die Zahl der Personen mit denen ich Kontakt hatte. Ich konzentrierte mich auf meine Workshopteilnehmerinnen und diejenigen, die mir bei der Lesung zustimmend zunickten. Bei diesen Menschen war es egal, aus welcher Nische sie kommen, uns einte das Interesse daran, Bekleidung für Erwachsene zu nähen und diese Fertigkeit zu verbessern. Ich war begeistert davon, wie viele sich auf die Materie einließen (immerhin war das Event so eine Art Klassenfahrt - wer hat da schon Lust auf anstrengenden Unterricht) und ich hatte das Gefühl, wirklich etwas geben zu können. Das war ganz wunderbar.

die eine, kleinere Seite der "Näh-Halle" - vor dem Ansturm

Die große Nähhalle war für mich dann eher Durchgangsstation, ähnlich wie ein Bahnhof, den eine nunmal durchqueren muß, wenn sie zum Zug will. So ganz ohne buntes Jerseyshirt fühlte ich  mich schon anders - obwohl ich auch bunte Shirts besitze, ein bisschen Werbung-Laufen für meine Schnittmuster musste ja sein. Ich befürchtete angestarrt zu werden oder dauernd um Selfies gefragt zu werden, weil frau mich aus dem Fernsehen kennt. Aber so war es nicht. Vielmehr wurde mir von den meisten Seiten aus freundlich zugelächelt, vermutlich mit dem Gefühl "irgendwoher kenne ich die Frau, nur ich komme nicht darauf...."

Lesung in kuscheligster Atmosphäre

Wahrscheinlich war es aber die Atmosphäre der gesamten Veranstaltung, die dieses nette und freundliche miteinander Umgehen erzeugte. Ich verstehe den Hype um das Festival - das ist eine besondere und eine besonders nette Veranstaltung! Das ist eine nette Veranstaltung, weil sie gut und liebevolle organisiert ist. Die Frauen (und Männer) von Lillestoff machen einen fantastischen Job. Alles funktioniert, alles ist schön, alles ist freundlich. Ich habe schon viele Veranstaltungen erlebt, niemals eine so freundliche in dieser Dimension! Hut ab! Das war wirklich toll!

So viele Begegnungen - z.B. mit Herrn Schneider

Was macht es da, dass der Kopf brummt, das so wahnsinnig viele Menschen an einem Ort sind, was macht es da, dass der Workshop nicht in einem abgetrennten Raum stattfindet. Es ist egal, denn es ist toll, Teil des Ganzen sein und dann gehört ein Brummschädel wahrscheinlich dazu. Glücklicherweise konnte ich mir gestern eine Auszeit nehmen und erst heute ging es mit dem Alltag weiter.



Ich war so erschöpft, weil ich im Vorfeld des Festivals so nervös wie selten vor einer Veranstaltung war. Ich wollte es gut machen. Ich hatte hohe Ansprüche an mich. Obwohl es eigentlich ein Wahnsinn ist, vier verschiedene Veranstaltungen innerhalb eines so kurzen Zeitraumes anzubieten und das auch noch jeweils mit einer neuen Gruppe von Teilnehmerinnen, hatte ich mich im Vorfeld bewusst dafür entschieden. Ich wollte einen direkten Vergleich haben, wie sich die Workshopinhalte ergänzen, was funktioniert und wo ich am Konzept noch etwas nachbessern muß.





Es war anstrengend, aber toll - ich weiß jetzt, was ich noch verändern möchte aber vor allen Dingen weiß ich nun sehr gut, was Nähfrauen wirklich brauchen und bei mir bekommen können. Das ist einfach toll und lohnt die große Anstrengung!




So ein Workshop zum Thema Schnittmuster anpassen ist kein nettes, gemeinsames Nähen, bei dem eine hinterher ein Ergebnis in den Händen hält, das sie am nächsten Tag anziehen kann. Es ist wie Schule und zuhause muß das Gelernte geübt und angewendet werden. Aber es ist möglich, so einen Workshop nett zu gestalten und das Erfolgserlebnis der Teilnehmenden kommt ganz sicher, wenn auch erst dann, wenn ich nicht dabei bin. Es freut mich, dass es Menschen gibt, die Probleme haben, für die ich die Lösung kenne. Das ist einfach toll!


Tolle Kolleginnen: rosa.pDana Lübke und Frau Nahtzugabe!

Ich war wahnsinnig gespannt auf das Festival und meine Erwartungen wurden mehr als erfüllt. Ich habe tolle Workshops gegeben, wunderbare Kolleginnen (besser) kennengelernt und ich bin begeistert davon, dass es so viele Frauen gibt, die nähen. Es ist schon toll, so viele davon auf einen Haufen zu sehen! 10000 Dank der Firma Lillestoff, dass ihr so eine Veranstaltung organisiert. Ihr habt das ganz wunderbar gemacht! Vielen Dank, dass ich dabei sein durfte!


Donnerstag, 15. September 2016

Der Partyrock




Nachdem ich euch schon etwas über das Label stokx, aus dem die Schnittmuster sind, erzählt habe, möchte ich euch heute den Partyrock vorstellen und wie es dazu kam, ihn für die Kollektion stokx für crafteln auszuwählen.

Der Party Rock aus der Kollektion stokx (designed by Lindy Stokes) ist ein schwungvoller Bahnenrock (in zwei möglichen Längen) mit Reißverschluss in der Seitennaht und raffiniertem Faltenwurf. Er zaubert eine Silhouette mit schlanker Taille, ganz ohne Petticoat. Im Alltag oder abends auf der Party, zum Fahrrad fahren und Tanzen, durch seine Weite bereitet der Rock ein schwungvolles Lebensgefühl.


Den Partyrock gibt es schon länger in der Kollektion stokx und genauso lange schmachtete ich ihn an. In leuchtendem, rotem, glänzendem Stoff war er im kombinierten Atelier und Verkaufsraum dekoriert - unmöglich, ihn zu übersehen. Ich war von diesem Faltenwurf bezaubert und auch von dem Material, das Lindy für das Schnittmuster ausgesucht hatte: ein glänzender, beschichteter Stoff. Doch es blieb beim Anschmachten, denn in meiner Größe gab es den Partyrock nicht.

Party Rock aus der Kollektion stokx


Als Lindy und ich über das Veröffentlichen von Schnittmustern für Hobbyschneiderinnen sprachen, schlug ich sofort den Partyrock vor. Den wollte ich haben! So etwas, hatte ich sonst noch nicht gesehen. Natürlich hatten wir Bedenken, ob dieser Schnitt auch auf größere Größen erweiterbar wäre, doch ich beschloss, dass wir es nie herausfinden würden, wenn ich es nicht ausprobierte.




Das Risiko erschien mir nicht sehr groß: warum sollte diese Rockform auch bei Frauen mit etwas mehr Volumen nicht funktionieren? Der Witz ist doch, dass der Rock in der Körpermitte nicht aufträgt und erst viel weiter unten zu seiner Weite aufspringt. Diese Verteilung der Proportionen empfinde ich als sehr vorteilhaft, lenkt sie den Blick doch vom Bauch weg und verschlankt optisch die Taille.





Meinen ersten Partyrock nähte ich aus Jeans. Das Material schien mir fest genug, dezent genug und "normal" genug zu sein, um das Konzept "Partyrock" in den Alltag zu übertragen. Ich war begeistert, denn der Faltenwurf kam auch in Jeans gut zur Geltung.




Aber was würde passieren, wenn ich den Partyrock aus Wollstoff nähen würde? Das habe ich getan und der Rock ist toll! (Aber leider noch nicht fotografiert.) Doch egal, schaut mal weiter, Frau Rehgeschwister hat ihn aus einem Wollstoff genäht, FrauVau aus einem gechinztem Popelin. Funktioniert! Baumwollköper bei Frau siebenhundertsachen und Frau dreihkah, Viscose-Leinen-Gemisch bei Frau Nahtzugabe und schimmernde leichte Baumwolle bei Frau Nahtzugabe5cm. Wahrscheinlich geht da noch viel, viel mehr!

Foto: http://rehgeschwister.blogspot.de

Genau diese Freiheit der Hobbyschneiderinnen, Material und Farbe nach ihrem Gusto zu wählen, faszinierte Lindy an der Idee, ihre Schnittmuster dieser Zielgruppe zur Verfügung zu stellen. Was für Röcke würden entstehen? Wie würden die Frauen sie kombinieren? Wer fertige Kleidungsstücke verkauft kann nicht unendlich viele Variationen eines Werkes im Shop vorrätig halten. Für crafteln.de gibt es den Partyrock sogar in zwei verschiedenen Längen! Für eine Kollektion wird die beste Variante gewählt - was wäre aber die beste Variante für die jeweilige Frau, die sich ihren Partyrock ganz nach ihren Wünschen nähen kann?

Foto:nahtzugabe5cm.blogspot.com

Die Probenäherinnen und ich fanden heraus, das der Partyrock alles mögliche kann. Zunächst dachten wir, dass nur relativ steifes Material dem Faltenwurf gerecht werden würde, aber dann stellten wir fest, dass die unterschiedlichsten Stoffqualitäten schöne Partyröcke machten. Und was ist mit Muster? Wieso haben wir eigentlich noch gar keinen gemusterten Partyrock gesehen. Ja, die Falten, die kommen natürlich in uni besonders gut zur Geltung, aber ich weiß, dass es auch lohnt, Muster zu probieren. Ich bin sicher, dass da noch mehr geht und sehr gespannt, auf eure Werke!

Foto: nahtzugabe.blogspot.com


Neben der Optik, dem interessanten Faltendetail fasziniert mich am Partyrock die Tatsache, dass es ein Bahnenrock ist. Kleidungsstücke mit Teilungsnähten sind gut anzupassen und genau das ist der Partyrock auch. Dort, wo an anderen Röcken Abnäher sind, hat der Partyrock Nähte und wenn die Näherin ihren Rock auf links dreht und ihn dann anzieht, kann sie ihn genau so auf Figur abstecken, wie sie es möchte. Der angeschnittene Bund macht es ihr dabei leicht, denn das Abstecken kann so in einem Schritt erfolgen. In der Anleitung gibt es ein Tutorial dazu - ein Foto-Tutorial zum Nähen des Partyrocks wird es in Kürze hier auf dem Blog geben. Wie fändet ihr einen Sew Along?

Foto: siebenhundertsachen.wordpress.com

Jeder Schnitt hat ein Detail, das diesen Schnitt besonders macht und damit beim Nähen eine kleine Herausforderung darstellt. Beim Partyrock sind das die Falten: So viele Linien auf dem Schnittbogen! Wir haben uns Mühe gegeben, die Anleitung so zu schreiben, dass auch diese Hürde leicht zu nehmen ist. Das durchdachte Design machte es uns leicht: wenn die Falten richtig gelegt sind, ergibt sich eine glatte Kante - so kann jede Näherin sofort sehen, das alles stimmt, was sie gemacht hat.

Fotos: FrauVau.blogspot.de


Apropos "wir" - Frau Nahtzugabe hat die Anleitung geschrieben und die Grafiken sind aus dem Hause Crafteln. Wie ihr euch schon denken könnt, konnte ich keine bessere Frau für die Anleitung finden, als Frau Nahtzugabe: ich kenne keine erfahrene Näherin, die gleichermaßen für Präzision und für klare Ausdrucksweise steht. Während ich schon mal huschhusch etwas zusammennähe, hat Frau Nahtzugabe den strengen Blick aufs Detail und die Zusammenhänge und fasst das anschließend in Worte, die wirklich jede verstehen kann. Es ist so toll, dass sie die Anleitungen schrieb und mir in den vergangenen Monaten mit Rat und Tat zur Seite stand, um das Projekt zu realisieren.





Die Grafikerin sind von mir vorbereitet und wurden anschließend von einem Profi noch einmal schick gemacht. Schon bei der Arbeit zu meinem Buch merkte ich, dass es sehr schwierig ist, jemand der nicht näht, zu erläutern, was die wichtige Botschaft des Bildes ist und welche Details unbedingt erkennbar und welche zu vernachlässigen sind. Schließlich blieb mir nichts anderes übrig, als selbst zeichnen und ein Grafikprogramm bedienen zu lernen. Doch ich merkte schnell, dass diese intensive Beschäftigung mit den Schnittmustern noch mal auf ganz anderer Ebene, eben auch eine besondere Qualität möglich macht.


Foto: dreikah.de (Richard Heinen)


Sind die Falten genäht, geht die Fertigstellung des Partyrocks ganz schnell: einfach die Bahnen zusammenfügen, den Reißverschluss einnähen und den Beleg umklappen. Auch der Beleg wird auf eine, den meisten Hobbynäherinnen wahrscheinlich bisher unbekannte Art und Weise befestigt - ich werde es bei angeschnittenen Belegen niemals mehr anders machen! Genau das sind Feinheiten der stokx-Schnittmuster, die es auch für erfahrene Näherinnen reizvoll macht, sie auszuprobieren, um etwas Neues zu lernen. 


Foto: nahtzugabe.blogspot.com


Der Rock ist im Original mit Schrägband sichtbar gesäumt, die meisten Probenäherinnen bevorzugten es, das Schrägband von außen unsichtbar zu verstürzen - beides ist möglich. Da der Rock eine wirklich große Saumweite hat, ist das Säumen mit Schrägband eine wunderbare Möglichkeit relativ zügig und ordentlich einen mit der Maschine genähten Saum zu nähen, damit die Trägerin möglichst schnell ihren Partyrock anziehen und sich damit drehen kann.


Foto: dreikah (Richard Heinen)


Der Schnittmusterkiosk wird Schnittmuster für zwei Level bieten: "Erfolgserlebnis" und "Meisterklasse". Ich habe lange darüber nachgedacht und fand diese zwei Bezeichnungen eigentlich sehr schön. Nur was ist der Partyrock? Ist es ein "Erfolgserlebnis", weil er sich eigentlich recht flott nähen lässt oder ist es schon "Meisterklasse", weil die raffinierten Falten doch etwas Gehirnschmalz brauchen? Ich finde, es ist ein Erfolgserlebnis mit dem gewissen Extra - ganz frische Näh-Anfängerinnen werden den Partyrock möglicherweise nur mit Hilfe nähen können, aber viel Näherfahrung braucht es nicht, denn die Anleitung führt Schritt für Schritt zum Ziel.

In den letzten Wochen haben schon einige Nähbloggerinnen den Partyrock genäht. Ihre Eindrücke zum Schnittmuster und dem fertigen Rock findet ihr auf ihren Blogs:





Hier ist er nun, der Partyrock. Ein digitales Schnittmuster aus dem Hause Crafteln, erhältlich im Schnittmusterkiosk. Macht was draus!


Montag, 12. September 2016

Vorstellung: Die Designerin Melinda Stokes und ihr Label stokx


stokx logo


Schnittmuster auf shop.crafteln.de sind ausgewählte Stücke aus den Kollektionen erfahrener ModedesignerInnen. Wir starten mit Schnitten aus dem Label stokx - denn diese Schnitte sind richtig gut! 

Atelier und Shop von stokx in Berlin


Die Idee, Schnittmuster zu verkaufen entstand bei meinem Praktikum, dass ich zu Beginn des Jahres 2012 bei meiner Freundin Lindy in ihrem Atelier in Berlin machte. Ich war dankbar dafür, mir Kleidungsstücke aus ihrer Kollektion nähen zu dürfen, aber vor allen Dingen war ich begeistert, wie gut das ging. Jahrelang schmachtete ich schon ihre Designs an und dann lud sie mich ein, hinter die Kulissen zu schauen. Das war einfach großartig und wenn ihr dem obigen Link folgt, könnt ihr lesen, was ich damals erlebte.

FrauCrafteln - glücklich mit halbfertigem stokx-Kleid

Im Praktikum nähte ich ein Kleid und einen Mantel, zwei sehr geliebte Kleidungsstücke, die quasi direkt aus meinem Kopfkleiderschrank entsprungen waren und wirkliche Lieblinge meiner Garderobe wurden - und ich hatte sie genäht! Ok, jedes Kleidungsstück hatte raffinierte Details, die nicht ganz einfach zu nähen waren, aber es war so wunderbar zu sehen, wie sich die Teile quasi von selbst zusammenfügten, weil die Passzeichen so clever gesetzt sind. Da die Kollektion stokx nicht bis zu meiner Kleidergröße geht, gradierte mir damals Lindy die Schnitte und zum ersten Mal konnte ich am eigenen Leib erfahren, wie großartig sich stokx-Kleidungstücke anfühlen, wenn frau sie trägt! Ich war so begeistert! Fortan überlegten Lindy und ich, immer wenn wir uns trafen, ob und wie es möglich wäre, ihre Designs Hobbynäherinnen anzubieten.

Mittlerweile trage ich fast täglich ein Kleidungsstück, das ich mir nach den Schnittmustern von Lindy genäht habe - ich bin glücklich, dass wir mit dem Schnittmusterkiosk eine Plattform geschaffen haben, es noch viel mehr Frauen mit den stokx-Schnittmustern zu ermöglichen sich in ihrer Kleidung schön und gut zu fühlen.


Melinda Stokes


Warum ich so begeistert vom stokx-Design bin


 „Menschen müssen die Hände frei haben und sich bewegen können“  sagt Lindy Stokes, die australische Modedesignerin, die seit 20 Jahren in Berlin das Label stokx betreibt. Ihre Designs sind elegante Umsetzungen dieser Philosophie. Bei stokx gibt es Kleidungsstücke mit Bewegungsfreiheit, zeitloses, klares Design für den Alltag und Taschen. Bei stokx gibt es große Taschen, in die wirklich etwas hineinpasst, Taschen, aus denen nichts herauskullert, Taschen in Kleidungsstücken und Taschen, die als Accessoire am Körper getragen werden. Lindy Stokes sorgt dafür, dass wir das tun können, was wir wollen und dabei gut aussehen.

stokx Kleidungsstücke sind Hülle, Schutz und Schmuck für den Körper, sie bieten Eleganz und Qualität für den Alltag. stokx Kleidung ist schick, doch man schont sie nicht. Du trägst es jeden Tag, Jahr um Jahr, denn es kommt nicht aus der Mode. Es ist schöne Kleidung, die einfach funktioniert. Die Trägerin merkt sie kaum, denn sie engen nicht ein, sie machen die Bewegungen des Alltags mit, sie passen sich an. Jede Naht sitzt am richtigen Platz und jedes Detail hat seine Funktion. Nichts drückt und zwängt, denn die Kleidung ist bequem ohne formlos zu sein. Andere bemerken das Besondere, sie nehmen war, das alles stimmt. Das Kleidungsstück und der Mensch passen zusammen. Es passt. Es funktioniert. Es sieht gut aus.




stokx-Design für Frauen ist weiblich im besten Sinne. Es zeichnet die weiblichen Formen nach und gibt ihnen Raum. Es betont Rundungen ohne zu entblößen. Als Frau ein Kleidungsstück von stokx zu tragen, macht stark und schön, denn ich sehe gut aus und nichts behindert mich. Ich kann mich hinsetzen, wie ich will, ich kann springen und laufen, ich kann Radfahren und tanzen, ich kann Arbeiten und Faulenzen und wenn ich es will, kann ich damit auch einen Kopfstand machen. Alles ist möglich, wenn ich stokx trage.

Kleidungsstücke aus der Kollektion stokx sind aus besonderen Stoffen realisiert und in Deutschland gefertigt. Lindy Stokes ist immer auf der Suche nach den perfekten Materialien Robuste, funktionale Stoffe machen besondere Kleidungsstücke möglich, die ihre Philosophie konsequent umsetzen. Sorgfältig ausgewählte Farben, die nicht aus der Mode kommen und Stoffe, die etwas aushalten, sind ein guter Grund, stokx-Kleidung jahrelang zu tragen und zu lieben.





Lindy Stokes ist erst zufrieden, wenn alles stimmt. Sie tüftelt so lange an Schnitt und Material herum, bis es funktioniert. Das merke ich beim Tragen und beim Nähen. Wenn ich Kleidungsstücke nach ihren Schnittmustern nähe, bin ich begeistert wie durchdacht das Ganze ist. Ein Teil fügt sich ins andere - es ist eine Freude, das Kleidungsstück zusammen zu setzen.

Deswegen gibt es jetzt stokx-Design auf eine ganz neue Art: Näh dir dein Lieblingsstück mit einem Schnittmuster aus der stokx-Kollektion. Du wählst die Farbe, den Stoff, das Muster, das zu dir passt. Du bekommst ein Schnittmuster, das gar nicht so schwer zu nähen, ist, weil es gut durchdacht ist. Es funktioniert. Alle für crafteln ausgewählten Schnittmuster haben eine ausführliche Entwicklungsphase hinter sich und sind bewährte Stücke aus der stokx-Kollektion. Macht was daraus!

stokx Atelier und Shop in Berlin


 Lust auf stokx-Design, aber keine Zeit zum Nähen? Dann schauen Sie bei stokx - dort gibt es auch tolle Herrenmode!



Sonntag, 11. September 2016

Hinter den Kulissen

Heute ist ein wunderbar ruhiger Sonntag - ich habe sogar genäht! Ich dachte, ich nehme mir mal Zeit, um ein wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern und euch hinter die Kulissen blicken zu lassen. Und weil mir dieser "Blick hinter die Kulissen" so gut gefällt, führe ich das gleich mal als neue Serie/Katergorie hier im Blog ein.

Meine Güte, war das eine Aufregung letzter Woche mit der Eröffnung des Schnittmusterkiosk! Da arbeitest du viele Monate an einem Projekt und hast auf einmal das Gefühl, es wäre fertig, das Baby könnte nun zur Welt kommen - und plötzlich hatte ich die Hosen voll. Ich musste mich richtig gehend zwingen, den Passwortschutz des Shops aufzuheben, den wir zum testen, testen und nochmal testen eingerichtet hatten. Erst wollte ich nur ein paar Menschen von dem Start des Schnittmusterverkaufs erzählen, um weiter unter echten Bedingungen zu testen. Aber wem sollte ich das erzählen und wenn ja wie? Ich fand es dann eine tolle Idee, für die Nähnerds, für unsere Community, eine Art Vorverkauf über twitter zu verkünden und als die ersten Bestellungen unproblematisch durch gingen, beschloss ich, am Donnerstag ernst zu machen und verkündete die gute Nachricht auf allen Kanälen.

Was dann kam, wisst ihr ja: nachmittags hatte ich plötzlich Zweifel, ob alle Bestellungen korrekt ausgeliefert wären und als sich meine Zweifel bestätigten und auch ein erneutes Versenden nicht funktionierte, musste ich den Laden erst einmal für ein paar Stunden dicht machen, bis der Provider den Fehler behoben hatte. Ich sage euch, das waren furchtbare Stunden. Ich redete mir gut zu, dass es doch viel schlimmere Dinge auf der Welt gibt, als ein geschlossener Schnittmusterkiosk - aber das gleich wenige Stunden nach Eröffnung, war mir schon sehr peinlich.

Und trotzdem waren die letzten Tage gute Tage: es war so toll zu erleben, wie sehr ihr euch über die Eröffnung des Schnittmusterkiosk und die Schnitte gefreut und sie auch schon fleissig bestellt habt. Ich habe tolle Rückmeldungen bekommen und wunderbar nette Unterstützung, auf der Suche nach dem Fehler im System. Und meine Probenäherinnen, die ich sehr intuitiv fragte, ob sie Lust hätten, mal etwas auszuprobieren, sind doch klasse, oder? Ich muss mir ständig ihre Beiträge noch mal anschauen, weil ich so gerührt bin, wie gut ihnen und euch die Schnittmuster gefallen. Ihr seid die Besten! Ich freue mich sehr, dass das, was ich mir in meinen Träumen erhofft habe, anscheinend nun Realität wird. Dank Euch!

Doch glücklicherweise ist jetzt wieder Alltag eingekehrt. Es scheint alles zu laufen und wir sind schon an den nächsten Dingen dran. Der Mantelschnitt aus der Kollektion stokx, der als nächstes veröffentlicht werden soll macht schöne Fortschritte. Mein Probemodell ist endlich fertig und auch die anderen Probenäherinnen nutzten das schöne Wetter, um Gas zu geben. Ich bin wieder sehr verliebt in das stokx-Design, wenn ich auch mit meinem champagnerfarbenem Modell etwas fremdele. Ich hätte vielleicht doch eine dunklere Farbe wählen sollen, die nicht ganz so durchsichtig ist.  So ein Mist! Ich hoffe, der Mantel und ich werden noch Freundinnen, denn der Schnitt ist wirklich große klasse. Ich frage mich die ganze Zeit, ob ich nicht noch dringend einen bunt karierten Mantel brauche, aber ich weiß schon, dass ich um diesen zu nähen, frühestens im November Zeit haben werde.

Im September und Oktober bin ich viel unterwegs. Vor mir liegen noch diverse Workshops und Lesungen sowie ein Vortrag auf der Maker Faire in Berlin. Die Termine könnt ihr der Veranstaltungsseite entnehmen. Die Reiserei startet schon am Freitag, wenn ich mich Richtung Hannover aufmache, um zum Lillestofffestivel zu fahren. Ich freue mich sehr darauf und bin wahnsinnig neugierig, wie es wohl sein wird mit hunderten nähverrückten Frauen ein Wochenende zu verbringen. Für meine Workshops auf dem Festival muß ich noch ein bisschen was vorbereiten - aber immerhin weiß ich schon, was ich anziehe :-)

Zurück vom Festival werde ich dann mit Hochdruck an den zwei weiteren Schnitten arbeiten: der oben bereits erwähnte Walkmantel und der Kleidschnitt vom Vortragskleid, auf den ihr alle wartet, weil ich ja nun schon verschiedene Versionen nähte und auf dem Blog zeigte, z.B. hier und hier. Es sind "nur noch" die Grafiken zu machen, aber das ist noch ein gutes Stückchen Arbeit. Ich liebe ja die stokx-Schnitte, weil die Schnittteile mit den diversen Passzeichen sehr selbsterklärend sind, aber jedes Stück aus der stokx-Kollektion hat eine raffinierte aber auch kniffelige Stelle - da geht es ohne gute Grafiken nicht. Und überhaupt sind Grafiken in Schnittmustern ja toll, es lohnt die Mühe auf sich zu nehmen, auch wenn es die Veröffentlichung eines Schnittmusters etwas verzögert.

Ab gesehen davon, dass ich euch die Schnittmuster und das Label stokx noch mal genauer vorstellen wollte, habe ich auch vor, Sew Alongs zu den Schnitten anzubieten. Wenn wir gemeinsam nähen, kann ich euch noch Fotos zeigen, die die Grundlage für die Grafiken sind und vielleicht noch das eine oder andere genauer erklären, was euch das Nähen einfacher macht. Wenn ich eines in den letzten Wochen gelernt habe, ist es besser nicht Termine zu verkünden, die später nicht eingehalten werden können, deswegen belasse ich es jetzt mit der Ankündigung und bitte euch um etwas Geduld - früher oder später, ihr wisst schon.

Jedenfalls bin ich froh, dass ich nun so weit bin. Es ist toll, wie ihr euch über die Schnittmuster gefreut habt und wie ihr mit mit Retweets, Likes und Weitersagen unterstützt. Das freut mich wirklich sehr und ich möchte euch dafür ganz herzlich Danke sagen. Das macht Lust, auch weiterhin Energie in das Projekt Schnittmusterkiosk zu stecken. Ich kann es kaum erwarten, eure Werke zu sehen!