Samstag, 23. Juli 2016

Unterstützung, ja gerne!





Das ist der Partyrock! Seit Donnerstag ist das Geheimnis gelüftet. FrauVau zeigte das erste Stück aus der Schnittekollektion, die es am dem 22.August hier über crafteln.de zu kaufen gibt. Einen ausführlichen Bericht und mehr Bilder gibt es bei FrauVau im Blog. 

Ich habe mich sehr über Eure positiven Reaktionen auf die Ankündigung der Schnittmuster und den #Partyrock gefreut. Das ist wirklich toll etwas zu machen, das auf positive Resonanz stößt! Es freut mich wahnsinnig, dass euch der erste, der ausgewählten Schnitte gefällt und ihr sehr neugierig auf das was folgt seid. Es wird einfach toll werden, diese Schnitte an den unterschiedlichsten Frauen zu sehen!

Auf twitter wurde mir auch Hilfe angeboten - das ist ja großartig! Deswegen habe ich mir überlegt, wie ihr mir helfen könnt, die Schnittmuster so erfolgreich zu machen, dass es über die bis jetzt geplanten und vorbereiteten vier Schnittmuster tatsächlich mehr wird. Es wäre einfach toll, wenn ich unter dem Motto "designer pattern for every.body" tatsächlich in den nächsten Jahren kontinuierlich immer wieder neue Schnittmuster und Designerinnen ertrüffeln könnte und handwerklich ausgefuchste Schnitte für alle Körperformen uns Hobbynäherinnen mit guten Anleitungen zur Verfügung stellen könnte!

1. Teilt die Neuigkeiten
Ich freue mich immer sehr, wenn meine Tweets retweetet und Facebooknachrichten geteilt werden. Likes, Herzchen, Sternchen oder wie diese "gefällt mir"-Dinger auch immer heißen sind toll, bedeuten aber nicht zwangsläufig, dass die frohe Botschaft geteilt wird. Deswegen wäre es super, wenn ihr Ankündigungen etc. aktiv teilt. Auch wenn ihr denkt "ach, die FrauCrafteln hat viele Follower" - ich bin mir sicher, jede von euch kennt Menschen, die ich nicht kenne. Deswegen freut mich jedes Retweeten und Teilen!

2. Schafft Vernetzung
Wenn es die Schnittmuster gibt und ihr sie genäht habt, verlinkt zu meiner Seite. Da der Shop neu eröffnet wird, hat er zunächst ein mieses Suchmaschinenranking. Je mehr Links von außen auf die Schnittmuster führen, umso bekannter werden sie, weil sie in den Suchmaschinen besser gelistet werden. Sagt mir Bescheid, wenn ihr mich etwas geschrieben habt, dann verlinke ich euch auch gerne! Nutzt die Hashtags, die ich vorgebe und die korrekten Produktnamen. Alles das nützt mir und ich freue mich darüber!

3. Nutzt eure Connections
Die eine oder andere kennt bestimmt Multiplikatoren, denen sie von meinem Projekt erzählen könnte. Journalistinnen, die sich für DIY oder Body Acceptance interessieren und die Möglichkeit haben, darüber zu berichten, Prominente, die selbst nähen, Bloggerinnen mit großer Reichweite oder Menschen, die Veranstaltungen organisieren, bei denen ich einen Vortrag, einen Workshop oder eine Lesung halten kann. Erzählt diesen Menschen von meinem Projekt. Ich stelle euch gerne Informationsmaterial zu Verfügung, aber nichts ist so überzeugend, wie eine persönliche Geschichte, wie ihr sie erzählt. Das wäre wirklich toll, wenn ihr mir Strippen ziehen könntet!

4. Gebt mir Feedback
Gebt mir per Mail oder mit dem Kontaktformular in der rechten Sidebar Feedback - sowohl über die Schnitte und die Anleitungen als auch über das, was ich darüber berichte. Helft mir zu lernen, was ich noch verbessern könnte. Nicht jeder Wunsch kann erfüllt und nicht jedes Feedback im nächsten Schritt umgesetzt werden, das ist immer eine Kosten-Nutzen-Entscheidung oder eine Frage der Realisierbarkeit, aber wer so nah an dem Projekt dran ist wie ich, wird irgendwann betriebsblind. Deswegen freue ich mich über jedes Feedback!

4. Bringt eure Talente ein
Vielleicht könnt ihr etwas, was das Projekt noch brauchen könnte? Etwas, worauf ich noch nicht gekommen bin oder aus Kostengründen noch zögerte? Vielleicht seid ihr Korrekturlese-Genies oder seid ein Gespann aus Modell und Fotografin, die tolle Designbeispielfotos machen können, vielleicht könnt ihr in andere Sprachen übersetzen oder oder oder. Vielleicht könnt ihr Dinge, die dem Projekt noch einmal eine neue tolle Richtung geben können? Ich bin gespannt, davon zu erfahren, und werde gründlich darüber nachdenken, ob es passt und wenn ja wann.

Bitte habt Verständnis dafür, dass nicht alle von Euch Designbeispiele im Vorfeld nähen können, ich nicht jede Dienstleistung, die toll wäre beauftragen und auch nicht jede Mail in aller Ausführlichkeit beantworten kann. An dem Projekt sind schon sehr viele Menschen beteiligt (dazu bei Gelegenheit mehr) und der Kommunikationsaufwand ist nicht unbeträchtlich. Aber ich lese alles, jeden Bericht, jede Verlinkung, jedes Foto und glaubt mir, ich freue mich wie Bolle über Eure Unterstützung!

Die Schnittmuster sind ein tolles Projekt, an das ich glaube. Ich freue mich darauf, gute Schnittmuster in die Hobbyschneiderinnen-Welt zu bringen, die funktionieren, schöne, gut passende Kleidungsstücke ermöglichen und das für möglichst viele Körperformen. Bis zum 22.8. ist noch viel zu tun, aber ich freue mich jetzt schon darauf, was ihr aus den Schnitten zaubern werdet!

Dienstag, 19. Juli 2016

Am 22. August geht es mit den Schnittmuster auf crafteln.de los!




Wer mir auf Instagram oder twitter folgt, hat schon ein bisschen hinter die Kulissen schauten können, denn hin und wieder muß ich einfach ein bisschen über den Fortschritt der Schnittmuster berichten. Jetzt ist es fast soweit und ich freue mich, euch zu verkünden, dass es am 22.8. losgeht. *klopfaufHolz*. Ich freue mich schon wie Bolle darauf, euch zu zeigen, woran ich ein Jahr lang gewerkelt habe. 

Dienstag, 12. Juli 2016

Auf den Nadeln im Juli



Bei der Aktion „Auf den Nadeln“ auf dem Maschenfein-Blog wollte ich schon länger wieder mitmachen. Im April war ich das letzte mal dabei. Damals hatte ich noch das eine graue Tuch auf den Nadeln, das wenige Tage darauf fertig war und sogar noch eine Glitzerkante spendiert bekam. Seitdem stehe ich extrem auf Silber und Glitzer und bin selbst über mich und meine aktuelle Vorliebe für Tussiaccessoires verwundert. Das Tuch hat eine halbrunde Form und trägt sich deswegen etwas ungewohnt. Ich mag es aber sehr, ich mag das Muster, ich mag die grau-silber-Kombination und es hat irre Spaß gemacht, zu stricken.

Tuch noch ungespannt


Anleitung: Stephen West - Glacier Sweep
Wolle: Leinen Viskose  und  Glitzersilber

Seit März quälte ich mich an Garter Goodness (auch Stephen West) mit Lace-Garn und das habe ich jetzt beiseite gelegt. Ich bin zwar ungefähr im letzten Viertel, aber mir gefällt das Tuch nicht. Das Garn sieht blöd aus in kraus rechts gestrickt und die Farben sprechen mich auch nicht an in dieser Kombination. Doofes Projekt. Hier hatte ich schon mal was darüber geschrieben.




Der Lanade Super-Sale findet jedes Jahr kurz vor meinem Geburtstag statt und ich schrieb eine ausführliche Wunschliste, die ich von meinem Mann netterweise erfüllt bekam. Ich konnte mich partout nicht entscheiden, aus welchen Farben des Brushed Alpaca Silk ich Vertice Unite stricken sollte. Die Zeichnungen, die ich dafür machte, brachten mich auch nicht weiter.




Also wünschte ich mir einfach von allen schönen Farben zwei Knäul, so dass ich Material für etwas mehr als zwei Tücher hätte und beschloss, erst wenn die Wolle da ist, weiter zu überlegen. Das war allerdings auch nicht leichter, weil ich ständig alles umräumte und mir trotzdem ständig grau oder pink fehlte, weil ich das Gefühl hatte, das genau diese Farben in jeder Farbkombination vorzukommen hätte. Irgendwann hatte ich die theoretischen Überlegungen satt und fing einfach mit einer Farbkombination an, die ich nur so mittel finde.





Die Tücher, die ich bisher nach dem Muster sah, fand ich ausgebreitet auch immer nur so mittelschön, aber am Hals dann doch toll. Also beschloss ich meine Zweifel (und die negativen Kommentare des Gatten zu überhören) und stricke seit Mitte Juni einfach drauf los. Das Muster zu stricken macht Spaß und mit den 4er Nadeln geht es auch flott voran und das zweite Tuch kann ich dann ja immer noch „in schön“ stricken und dann habe ich ja auch noch Material für ein Fringed, auf das ich mich wirklich sehr freue. Diese Wolle ist mir aber für die derzeitigen Temperaturen dann eindeutig zu dick und flauschig, aber es ist ja auch schön, wenn frau etwas hat, auf das sie sich freuen kann.

Apropos freuen, auf das Buch von Frau Maschenfein freue ich mich auch sehr, denn ich könnte ja durchaus mal was von einer netten Designerin stricken, statt immer nur von Herrn West.


Montag, 11. Juli 2016

Workshops auch in Hamburg

Immer wieder werde ich gefragt, ob ich auch Workshops in Hamburg gebe. Aber ja! Workshops und Coachings begleiten mich mein ganzes Berufsleben und ich mache sie immer noch sehr gerne. Bisher habe ich maßgeblich beruflichen Bereich beraten und unterrichtet, aber in den letzten Monaten sind Angebote, die mit den Inhalten dieses Blogs, dem Thema Schnitte anpassen und meinem aktuellen Buch "Nählust statt Shoppingfrust" zu tun haben, dazugekommen. Hier hatte ich schon mal darüber berichtet.

Für diese Workshops kann man mich, genauso wie für Lesungen, buchen und wenn es mir irgendwie möglich ist, reise ich gerne durch die Republik für Veranstaltungen. Aber noch schöner ist es für mich, auch in Hamburg, in meinen eigenen Räumen, Veranstaltungen durchzuführen. In Hamburg Altona, nahe des ÖPNV-Knotenpunktes Altonaer Bahnhofs und interessanter Weise dennoch meistens mit Parkplätzen in der Nähe, gibt es im Herbst Veranstaltungen von und mit mir. Informationen und Termine gibt es auf der neuen Workshop-Seite hier im Blog.

Mittwoch, 6. Juli 2016

Stilwechsel

In den letzten Tagen habe ich mir immer wieder Gedanken darüber gemacht, wie Stilwechsel passieren, woher meine merkwürdige neue Vorliebe für Maxiröcke kommt und warum ich plötzlich auch noch Waxprints toll finde. Ich habe keine Theorie, doch ein paar Ideen dazu.

Dass wir Näherinnen nicht gewappnet gegen Moden sind, sehe ich jeden Mittwoch wieder. Auch in unseren Kreisen gibt es Moden, die manchmal, aber nicht zwangsläufig, an die aktuelle Mode gekoppelt sind. Eine oder mehrere Frauen entdecken etwas für sich, philosophieren darüber auf dem Blog oder bei twitter, nähen etwas, andere sehen es, nähen es nach und mit der Zeit hat frau das Gefühl, überall nur noch bestimmte Sachen zu sehen. Manchmal gibt es Menschen, die so begeistert sind, dass sie besonders viel über ein Thema bloggen, wiederholt Kleidungsstücke nähen, die derzeitige Lieblinge sind, manchmal sind es sogar Verlinkungsaktionen oder Sew Alongs, die entstehen.

Mein aktuelles Beispiel sind die Waxprints. Noch im letzten Jahr dachte ich "Waxprints, ich? Nee, auf keinen Fall!" und konnte die Begeisterung für diese Farben und Muster partout nicht verstehen. Irgendwann vor ein paar Wochen kam ein latentes Gefühl von "früher oder später kriegen sie mich" und letzte Woche kaufte ich einen Waxprint, den ich gar nicht erwarten kann, zu vernähen. Das Thema war schon mal vor 1 oder 2 Jahren in meinen Kreisen aktuell und zum Bloggerinnentreffen im November war es wieder da. Aber es brauchte erst Karins Waxprint-Verlinkungsaktion und die diversen Kleidungsstücke beim Me Made Mittwoch, die bei mir das Begehren auslösten. Mittlerweile sehe ich Waxprints und denke an Frauen mit prachtvollen Hintern und wogendem Gang und möchte auch meinen Rock nähen und so durch die Gegend schweben. Und dann frage ich mich, ob das alles gar kein Zufall ist, ob das mit meiner Wahrnehmung von Frauenkörper und dem Thema Body Acceptance zu tun hat oder ob es am Ende doch nur die Kollektion von Lena Hoschek mit ihren Waxprints ist. Wahrscheinlich ist es ein Potpourri und alles ist wahr!

Unabhängig davon, wenn auch nicht ganz, passierte das mit den Maxiröcken bei mir. Es war nicht so, dass ich wirklich vor hatte, meinen Stil zu ändern. Ich nähe nur nach dem Lustprinzip und habe überhaupt keinen Plan. Ich habe auch wenig Lust, vernünftig zu nähen, auch wenn ich schon vor Monaten feststellte, dass ich unbedingt einfarbige Shirts brauche, weil die, die ich habe nicht mehr schön sind. Ich lasse mich treiben von den Eindrücken, die ich beim Durchsehen der Blogs und im Strassenbild gewinne und dann finde ich entweder zufällig einen Stoff, der zu meinem Begehren passt oder ich gehe bewusst auf die Suche danach. Aber einen Plan gibt es nicht und schon gar keinen Strategischen oder Langfristigen. Rückblickend ist das alles ganz logisch, warum ich bei dem Wunsch landete, einen Waxirock, einen Maxirock aus Waxprintstoffen zu nähen, aber währenddessen hatte ich das Gefühl, dass es einfach passiert. Das Jahr 2015 hatte zwei Ereignisse für mich parat, die ich unmittelbar mit geblümten Hemdblusenkleidern verbinde und die keine guten Gefühle in mir auslösten. Es ist nicht so, dass ich nun keine geblümten Hemdblusenkleider mehr mag, im Gegenteil, meine genähten Werke finde ich schön - aber ich habe keine Lust, sie anzuziehen. Obwohl ich kein großer Fan von Silvester bin, hatte ich doch zum Jahreswechsel das Gefühl, dass etwas Neues beginnt. Gleichzeitig trug in den Winter über fast nur und mit Vorliebe grau und schwarz. Dann kaufte ich Hosen, nähte aus Versehen einen Maxirock und mag mich in einem Rock mit Gummibund! Alles sehr seltsam. Aber nicht seltsam, wenn ich überlege, dass ich dabei bin, Altes loswerden und viel Neues zu beginnen. Andere Frauen gehen einfach zum Friseur.

Durch das Fotografieren für den Me Made Mittwoch und den Me Made May wurde mir sehr bewusst, wie ich aussehe und was ich aktuell gerne an mir mag. Die Lust zu experimentieren wurde mit den Jahren des Nähens immer größer. Alles ist möglich! Und durch die große Auswahl im Kleiderschrank, die durch das kontinuierliche Nähen über mehrere Jahre entstand, hatte ich wirklich die Wahl, nur das anzuziehen, was ich wirklich mag und plötzlich trug ich wieder einfarbige Kleider, Hosen und dann auch noch Maxiröcke. Sehr seltsam.

Noch seltsamer allerdings, als die Vorliebe für bestimmte Kleidungsstücke, ist die Veränderung der Silhouette und der konkreten Details. Während ich in den letzten Jahren, nach langem Kampf endlich Gürtel trug und postulierte, dass unten weit gebauscht Obenrum vorteilhaft ist, bin ich in den letzten Monaten lockerer geworden und verzichte auf stark akzentuierte Formgebung. Ich mag Kleider, die die Figur nachzeichnen, aber ich brauche weder Petticoat noch Gürtel, die quasi laut schreiend darauf verweisen. Es reicht, wenn es irgendwie stimmt, wenn Figur erkennbar ist, wenn die Kleidung der Figur schmeichelt, aber es ist ein bisschen so, als hätte ich wirklich kapiert, dass es sowieso egal ist, was ich anhabe, man und frau sieht einfach, dass ich dick bin - da braucht es auch keinen trotzigen Gürtel der laut behauptet, dass das geht "trotzdem".

Vielleicht ist es auch die aktuelle Mode, die ohnehin wenig figurbetonend ist, die mich letztes Jahr noch irritierte und an die ich mich jetzt gewöhnt habe, vielleicht ist es aber auch ein Gefühl des Angekommen seins. In den letzten Monaten trug mich das Gefühl, niemanden mehr etwas beweisen zu müssen. Ich mache Dinge, die ich gerne mag, ich lerne Neues, weil es mich interessiert und ich gehe viel gelassener durch die Welt in dem Bewusstsein, dass ich etwas zu bieten habe. Diese Gelassenheit mag ich auch gerne in Kleidung ausdrücken. Wenn ein Kleid eine kompetente Gelassenheit ausdrückt, dann fühle ich mich zur Zeit wohl darin. Es darf lässig sein, aber es muss etwas Erwachsenes haben. Nur wenige Muster sind in der Lage, dieses Gefühl zu transportieren, also darf es auch gerne einfarbig sein. Ich erlaube mir Hosen zu tragen, wenn es für das Wetter vorteilhaft ist, denn ich muss nicht jeden Tag was hermachen. Ich denke nach wie vor, dass es vorteilhaftere Kleidungsstücke für mich gibt, als Hosen oder Maxiröcke, aber sie erfüllen Bedürfnisse und wenn das Drumherum stimmt, sind sie ok. Hosen sind prima bei Übergangsjahreszeittemperaturen und Maxirröcke gut bei Hitze - also dürfen sie Teil meines Lebens sein. Ich kokettiere mit Tussiaccessoires wie meiner silbernen Tasche oder Fußnägeln in der Farbe von Barbie und ich genieße das Flower-Power-Gefühl, wenn der Stoff des Maxirocks um meine Beine streicht. Peace! Alles wird gut!

Ich mag diese neue Gelassenheit an mir. Ohne das Nähen nach Lust und Laune aufgeben zu wollen, fühlt es sich doch an, als wäre ich angekommen, wo ich hinwollte. Ich habe nicht das Gefühl, dass das ein bestimmter Stil wäre und schon gar nicht das Ende. Aber es ist Ruhe ins Fahrwasser gekommen. Der Kleiderschrank ist voll, ich habe die Wahl und ich muss nicht hektisch nähen. Ich habe genug, auch wenn ich nach wie vor daran arbeite, die abgenudelten Shirts ersetzen zu wollen. Ich fühle mich frei, Trends mitzumachen, spleenige Moden wie Waxprints und Tücher-stricken-bis-zum-Umfallen mit den Freundinnen zu teilen und gleichzeitig zu behaupten, "was kümmert mich mein Geschwätz von letzter Woche". Irgendwann habe ich wieder Lust auf Blümchenkleider und Gürtel. Vielleicht in ein paar Jahren, Monaten oder schon nächste Woche. Ist doch egal! Und bis dahin steht es mir frei, noch vieles auszuprobieren, sei es nun vorteilhaft oder weniger. Ist doch auch egal! Hauptsache, ich fühle mich wohl.

Dienstag, 5. Juli 2016

Save the Date! Am 13.8. 2016: Lesung in der Schweiz - nahe der deutschen Grenze

Bildquelle: StoffArt
Ich freue mich sehr, euch von meinem nächsten Lesungstermin berichten zu können: Am 13.August 2016 lese ich bei StoffArt in Feuerthalen.

Als ich die Einladung bekam, musste ich erst einmal nachschauen, wo das ist und entdeckte, dass das ganz nah am Rheinfall in Schaffhausen ist, wo ich als Kind schon mal war. Wie schön, das ist ganz nah der deutschen Grenze und deshalb vielleicht auch für manche von euch aus dem Süden Deutschlands interessant!

Ich lese dort aus meinem Buch "Nählust statt Shoppingfrust", plaudere mit euch über das Nähen, beantworte Fragen und signiere Bücher. Kommt alle! Ich freue mich auf Euch!

Anmeldung bitte an stoffart ät shinternet.ch  - der Eintritt ist frei!

Dienstag, 28. Juni 2016

WERBUNG Gastpost: Retroschnittmuster aus England eine Urlaubsentdeckung (Gewinnspiel)

Vor einiger Zeit bekam ich eine Mail von Andrea, dir mir begeistert erzählte, dass sie eine tolle Schnittmusterfirma in England entdeckt hatte und diese gerne in Deutschland bekannter machen würde. Da sie selbst nicht bloggt, fragte sich mich, ob sie nicht darüber auf meinem Blog berichten dürfe. Ich habe ein Herz für Existenzgründerinnen und Menschen, die von Dingen wirklich begeistert sind und da mir die Idee gefällt, dass es sich hier um Schnittmuster für "echte Menschen" handelt, stimmte ich zu. 






Also, die Geschichte ist etwas länger, ich versuch mich kurz zu halten: Letztens im Sommerurlaub … Südengland, Dorset, Lyme Regis … ein absolut malerisches kleines Örtchen, das interessanterweise nie mehr als 5000 Einwohner hatte. Dennoch, (oder gerade deswegen?) so viel Charme und Energie versprüht, das Rosamunde P. glatt zum Stift greifen würde …




Mittendrin zwischen Cafes mit „home made scones“ und „cream team“, einem schnuckeligem Museum und „Fossil Hunts“ (hier kann man Dinosaurierknochen finden!!!) ist die „Old Town Mill“ vor einigen Jahren wieder zum Leben erweckt worden.


 

Neben dem Mühlenbetrieb gibt es hier noch eine Brauerei, eine Käserei, eine Töpferei und eben eine Schneiderei.


Die Leute sind freundlich, offen und spontan, eben wahre „Südländer“… Caroline, die Inhaberin der Schneiderwerkstatt ist dafür ein fantastisches Bespiel.

So hatte ich innerhalb weniger Sätze einen ganzen Stapel ihrer Papierschnittmuster in der Hand, mit der Bitte sie hier in Deutschland „unters Volk“ bzw. in der deutschen Näh- und Bloggerwelt bekannt zu machen … hmmm, da stand ich nun mit „ohne Blog“ und nur der vagen Idee, wo und wie ich in der Bloggerwelt so ein Schnittmuster bekannt machen würde.



Ich habe dann für mich auch noch Stoff aus England mitgebracht … von „Livingstone Textiles, einem Laden, der sich nahtlos ins „Englanderlebnis“ einreiht … eigenwillig, freundlich, offen … „special“ und eine ganz eigen Geschichte.



Aber zurück zu den Schnittmustern: Caroline hat großen Wert darauf gelegt, dass sie die Maße von „realen Frauen“ berücksichtigt, also durchaus auch Oberweite reinpassen darf ... hierzu hat sie extra einen Anpassungsschritt in der Rückennaht vorgesehen. Ich selbst war sehr gespannt darauf, da hier mein Problem bei den üblichen Schnittmustern liegt.

Jetzt ist wieder Sommer, das Kleid (Sweetheart) ist fertig und ich bin begeistert. Aber seht selbst:



Tatsächlich habe ich meine ganz "normale Größe" genäht - gemessen an Schultern und Taille und mußte nix anpassen.

Überzeugt euch selbst! Unter allen Kommentaren darf ich 3 Schnittmuster von Sewladida verlosen: Sweetheart, 1950´s Rose und Miss Maguire... wenn ihr dazu schreibt, welches ihr möchtet, kann ich versuchen das zu berücksichtigen.

LG
Andrea

Die Gewinnerinnen der Schnittmuster stehen fest:

Rose geht an Dana
Miss McGuire an Katrin
und Sweetheart an Sara

Die Gewinnerinnen werden von Andrea benachrichtigt. 

Montag, 27. Juni 2016

Nach dem Sew Along-Gedanken

Ich genieße es sehr, mir die schönen fertigen Röcke des Rock-Sew-Alongs anzuschauen. Ab gesehen davon, dass ich ungefähr die Hälfte dieser Röcke auch haben will, bin ich begeistert von diesen vielen schönen Frauen in ihren Röcken, die sich so wohltuend von dem abheben, was ich oft Langweiliges auf den Straßen sehe. Und ich bin sehr amüsiert und gerührt davon zu lesen, was sich im Laufe der Wochen in den Köpfen der Näherinnen abspielt. Das ist doch das, was wir sonst nachts oder in Tagträumen tun. Wenn wir ein fertiges, neues Kleidungsstück präsentieren, ging dem doch so oft doch eine längere Phase des Träumens und Denkens voraus. Wie oft liege ich vor dem Einschlafen abends im Bett und grübele, welches Schnittmuster zu welchem Stoff passt, wie ich das Ganze umsetze und ob ich verdammt noch mal die passenden Shirts und Accessoires dazu habe? Und brauche ich nicht noch ein neues Strickjäckchen? Wie lang soll ich die Falten absteppen und ohjeee, die Rocklänge nimmt mir den Schlaf.

Ich finde es so toll, dass so ein Sew-Along diese Gedanken sichtbar macht. Wieviel wertvoller ist doch ein Kleidungsstück, wenn wir es selbst genäht haben. Es steckt nicht nur die Nähzeit drin sondern so viele begleitende Gedanken. Dieses Auf- und Ab der Gefühle - die Texte in den Sew-Along-Beiträgen mache es sichtbar!

Wie gut kenne ich dieses Gefühl der Verliebtheit bei Projektstart, wenn ich einen wunderbaren Stoff gejagt habe oder ein faszinierendes Schnittmuster in den Händen halte. Dann diese furchtbare Projektphase, wenn bei der ersten Anprobe nichts, wirklich gar nichts so aussieht, wie in meinen Träumen. Und dann dieses Aufraffen, dieses noch-mal-zur-Hand-nehmen-obwohl-alles-furchbar-ist! Und irgendwann schlüpft wie ein zauberhaufter Schmetterling das fertige Kleidungsstück. Wir ziehen es an und wir finden es so lálá. Wir wählen die passenden Schuhe, suchen nach den passenen Accessoires und trauen uns das erste Mal damit auf die Straße, immer darauf wartend, einen ersten positiven Kommentar zu bekommen oder im perfekten Moment im lauen Wind an einem Schaufenster vorbei zu kommen und einen ganz anderen Blick auf uns im neuen Outfit zu erhaschen, als frontal vor dem Spiegel. Dieses Gefühl der Erleichterung, wenn das Schaufenster etwas Schönes zeigt, die Kollegin anerkennend schaut und die Kommentare im Blog sagen "alles richtig" gemacht. Und dann wandelt sich die Verliebtheit nach den ersten Zweifeln hoffentlich in Liebe und wir haben ein neues Lieblingsstück mit unseren eigenen Händen und Träumen erschaffen. Wie schön, auch bei anderen an diesem Prozess teilhaben zu dürfen und einen Blick hinter die Kulissen zu erhaschen. Danke!

Sonntag, 26. Juni 2016

Rock Sew Along: Finale



Juchhu, einen  fertigenRock habe ich im Rahmen des Rock-Sew-Alongs genäht. Wenn auch nicht der, den ich mal bei den ersten Treffen plante. Aber immerhin so ähnlich. Projekt B, der Blumenstoff sollte ein Maxirock werden, aber leider hatte ich zu wenig Stoff. Also kaufte ich kurzerhand einen Ersatz et voilá. Hier ist er, mein Maxirock Nr. 2. 





Nach meinem spontanen ersten Versuch mit einem Maxirock war ich von dem positiven Feedback so motiviert, dass ich sofort noch einen weiteren Maxirock nähen musste. 




Zu diese Rock fehlt mir allerdings noch ein passendes Shirt. Weder mit weiß noch mit dunkelblau bin ich wirklich zufrieden, aber der Rock ist nett und trägt sich wunderbar und ein Shirt sollte auch kein Problem sein, nachdem ich endlich einen guten Schnitt gefunden habe. 



Und was ist aus Plan A geworden? Für den Streifenrock kaufte ich nach langem Nachdenken einen passenden grünen Stoff, um daraus eine Art Sattel zu nähen, an den ich die Falten annähen wollte, damit der Rock um die Hüften eher anliegend ist. Leider war der Stoffkauf ein Reinfall. Ich habe den grünen Stoff 4 x gewaschen und er färbte immer noch aus. Das wäre mit dem Streifenstoff zusammen nicht gegangen. Irgendwie war der Wurm drin in dem Projekt. 



Aber Sew-Along ist Sew-Along und ich wollte mich auch nicht lumpen lassen. Also habe ich den Rock zumindest irgendwann angefangen und zugegebenermaßen eher schlampig vorläufig zusammengenäht, um zu schauen, ob der Stoff und ich doch noch irgendwas werden. Der Stoff war sehr günstig aus dem Ausverkauf, ich war unsicher, ob so ein Streifenrock für mich ne gute Idee ist, also musste ich es wenigstens versuchen. Ich raffte mich auf, schnitt den Stoff waagrecht entlang eines Streifens durch und fügte ihn zu einem langen Band zusammen. Dann rechnete ich Pi mal Daumen aus, wieviele Falten es werden könnten, legte die Falten in eine Richtung, nähte sie einfach fest, bügelte einen halben Streifen Bundeinlage darauf (halb, weil der Bund durch die Falten ohnehin schon sehr fest wurde), schlug ihn einmal um und steppte ihn fest. Das ist die schlampigste aller möglichen Bundlösungen, ich gebe es zu, aber sonst hätte ich es, in unserer in den letzten Tagen 30 Grad warmen Dachbude gar nicht hinbekommen. 



Und ehrlich gesagt ist der Rock auch noch gar nicht fertig. Es fehlt noch ein Reißverschluss und der Saum, aber ich dachte, ich stecke ihn mal zusammen, lasse mich fotografieren und frage euch, ob euch die Länge so gefällt oder ob ich ihn noch etwas kürzen sollte. Und was mache ich mit den Falten. Bügele ich die bis nach unten?



Ohne den Sew-Along gäbe es weder diesen halbfertigen Rock noch das gelungene Experiment Maxirock. Es hat mich gefreut, den Rock-Sew-Along auf dem Me Made Mittwoch-Blog zu betreuen und zu sehen, wieviele Teilnehmerinnen fleissig mitgenäht und mit gefiebert haben und jetzt freue ich mich darauf, in den nächsten Tagen die vielen schönen neuen Röcke zu bewundern!

Freitag, 24. Juni 2016

Sehgewohnheiten ändern!

"Alles richtig gemacht" lautete einer der vielen netten Kommentare zu meinem gestern gezeigten Outfit mit Maxidrock und drapiertem Shirt. Das hat mich natürlich sehr gefreut, dass ich nicht nur ganz subjektiv das Gefühl hatte, ein gelungenes Outfit, in dem ich mich wohlfühle produziert zu haben, sondern dass es auch von anderen als schön und stimmig empfunden wird. 

Was mich besonders freut - und dafür liebe ich das Bloggen und meine Leserinnen - ist das Gespräch, das sich in den Kommentaren ergab. Gemeinsam suchten wir nach Antworten darauf, warum diese neue Silhouette, die ich zeigte, funktioniert. Gerade weil dieses Outfit ganz viel Potential zum "falschmachen" hat. Stopp, was heißt eigentlich "falschmachen"? Wenn wir von "falschmachen" reden gehen wir davon aus, dass es Regeln gibt, dass etwas richtig sein kann und das im schlimmsten Fall die Stilpolizei kommt und uns darauf hinweist, dass das so nicht geht, Fräulein!

Das passt eigentlich gar nicht in mein Denken, versuche ich mich doch zu akzeptieren, wie ich bin und die Vielfalt der Körperformen anzuerkennen. Warum denke ich dann in Kategorien wie richtig und falsch?

Weil ich es gewohnt bin. 

Ich bin es gewohnt, bewertet zu werden. Wir leben schließlich in einer Leistungsgesellschaft. Wo kämen wir denn da hin, wenn nicht bewertet werden würde. Kinder lernen das früh, dass es ganz normal ist, bewertet zu werden, das geht vom stolzen Elternspruch "das hast du super gemacht", über die Noten bis hin zu dem komischen Gefühl, dass es anscheinend heutzutage Farben gibt, die angeblich einem Geschlecht zugeordnet werden. 

Ich denke auch deswegen in Kategorien wie richtig und falsch, weil mir immer wieder eingebläut wurde, zu kaschieren, was nicht optimal ist. Wenn schon nicht richtig, dann belästige wenigstens die Augen deiner Mitmenschen nicht damit. "Gott sei dank" gibt es Stilratgeber, die uns sagen, was geht und was nicht und wie wir schummeln können, bis kein Mensch mehr erkennt, dass er einen Elefant statt einer Fliege vor sich hat. 

Eigentlich versuche ich mich davon frei zu schwimmen. Ich werde nicht müde zu betonen, dass es gar nichts nützt, schwarz zu tragen, denn dass ich dick bin, erkennen sowieso alle, auch wenn ich ein schwarzes Kleid trage. Ich erzähle allen, dass jeder Körper perfekt ist, so wie er ist und einfach schön ist - ohne das zu begründen. Ich behaupte das einfach mal so, weil es zu meinem Wertesystem passt. Die andere Fraktion, die das Gegenteil behauptet, macht das schließlich genau so. 

Und trotzdem versuche ich, mich möglichst schön zu kleiden und freue mich, wenn mir das gelingt. Ich freue mich, wenn ein Outfit nicht nur für mich schön ist, sondern auch von anderen schön gefunden wir. Und da hilft es mir in der Tat, gewisse "Regeln" zu entwickeln, die mir Orientierung geben, damit mein Nähen auch von Erfolgserlebnissen gekrönt ist und ich meine selbstgemachte Kleidung auch gerne trage. Insofern freue ich mich, wenn wir auch gemeinsam auf die Suche nach dem gehen, was schön macht und danke euch fürs mitdenken. 

Als Erfolgsgeheimnisse meines gestrigen Outfits wurden genannt:
  • der Wasserfall am Shirt + die Drapierung unterhalb der Brust (die nur wenig sichtbar ist), weil die Aufmerksamkeit auf "oben" gelenkt wird. Möglicherweise durch die Kette verstärkt. 
  • der "schöne Rücken". Der Kontrast der Rückseite des Shirts, zur Vorderseite, die Taillierung und die überhängenden Ärmelchen.
  • Oberteil ist "geformt" eher kurz und figurbetont aber nicht eng. 
  • Das diagonale Muster des Rockes
  • die dunklen Farben

Gut zu wissen und trotzdem frage ich mich, ob das reproduzierbar ist oder ein Glücksfall, der tatsächlich mit den Worten "alles richtig gemacht" beschrieben werden kann. 

Reproduzierbar könnte auch bedeuten, dass sich die Sehgewohnheiten ändern und vielleicht ist ein besonders gelungenes Outfit auch etwas, was sozusagen einen "kick-off" für neue Sehgewohnheiten bieten kann. Vielleicht empfinden die Menschen mein Silhouettenwechseln von gestern deswegen auch als angenehm, weil ich ihn dezent in dunklen Farben genäht habe. Was wäre passiert, wenn ich auf einmal in pink oder türkis so aufgetaucht wäre? Was würde passieren, wenn ich als nächstes in pink oder türkis auftauchen würde? 

Ich glaube, die Frage der Sehgewohnheiten ist ganz entscheidend. Wir sind so unglaublich bildmanipuliert durch das, was uns medial vorgesetzt wird und es ist so verdammt schwer, sich davon frei zu machen. Unsere Nähblogcomunity und der Me Made Mittwoch sind ein wunderbarer aufmüpfiger Akt dagegen und ich finde es nach wie vor bestärkend und schön, echte Frauen in dem zu sehen, was sie sich für sich ausgedacht und gemacht haben. Immer und immer wieder, Woche für Woche, denn Sehgewohnheiten ändern sich nur sehr langsam. Genau deswegen, gibt es in meinem Kopf immer noch dieses Vergleichen, dieses "das ist nicht für meine Figur"-Zensieren und die vielen inneren Stimmen, die mir immer noch Vorschriften machen. 

Insofern ist es wichtig, mir frech anzueignen, wonach mir das Herz begehrt. Nicht darauf zu warten, dass "es das auch für Dicke gibt", sondern mir ein Retrokleid zu nähen, wenn mir nach retro ist, mit Hosenformen rumzuexperimentieren oder eben ein Maxirock auch noch mit Gummizug (wo doch alle wissen, wie schlimm das ist!) zu produzieren und sich damit auch noch gut zu fühlen. Innere Stimmen sind nicht immer Freundinnen, denn wer weiß, wo her ich sie haben. Dank des Nähens ist es mir möglich, den Stimmen zumindest zu versuchen, das Gegenteil zu beweisen. 

Wahrscheinlich werde ich diese inneren Stimmen nur ganz langsam los. Zwischenzeitlich kann ich mich weiter darüber freuen, dass es mir durch das Nähen möglich ist, zu experimentieren. Ich muss nicht warten, bis irgendeine "Autorität" entschieden hat, das ein bestimmter Style auch für Dicke käuflich zu erwerben ist, sondern ich kann mir einfach das nähen, was ich will und wann es für mich der richtige Zeitpunkt ist. Während Miss Bartoz sagt "ich darf das!" setze ich noch einen drauf und sage "ich kann das!" - yeah! Mit der Silhouette und dem Stil zu experimentieren ist auf einmal möglich und gibt mir ein Gefühl der Freiheit. In dem ich es trage und zeige ist es noch mehr, denn es ist auch eine Erweiterung des Möglichkeitenraumes für andere. Und letztlich ist diese erweiterte Bandbreite an Silhouetten und Stilen auch eine Erweiterung der Sehgewohnheiten für uns und für alle, die uns begegnen. Indem wir immer mehr sehen, was möglich ist, werden wir stärker. Und das ist schön!