Sonntag, 20. April 2014

Frühlingjäckchen Finale #FJKA2014



Hallo und herzlich willkommen zum großen Frühlingsjäckchen 2014 Finale. Heute bin ich mal wieder Gastgeberin drüben auf dem Me Made Mittwoch Blog. Aber der Vollständigkeit halber, gibt es diesen Beitrag auch hier.



Ich bin schon unglaublich gespannt, die Ergebnisse des gemeinsamen Strickens zu sehen, auch wenn ich mich noch etwas gedulden muss, weil ich die nächsten Tage maßgeblich auf der Autobahn zubringen werde. Wie viele Teilnehmerinnen des Frühlingsjäckchen Knit Alongs wohl durchgehalten haben und am Ziel angekommen sind? Und noch viel wichtiger: Seid ihr glücklich mit Euren Jäckchen?




Für mich war es auf jeden Fall eine aufregende Erfahrung, gemeinsam mit euch zu stricken. Ich hatte ganz schön Bammel davor, als "Vorstrickerin" nicht pünktlich fertig zu werden oder ein fürchterliches Ergebnis zu produzieren! Es war knapp, sehr knapp. Gestern Abend um halb Eins hatte ich endlich die Ärmel ein- und die letzten Fäden vernäht und als ich heute morgen die Fotos schießen wollte, war dies nur unter erschwerten familiären Bedingungen möglich. Aber Kneifen war nicht! Also habe ich tapfer in die Kamera gelächelt und die besten Fotos ausgesucht.






Mit meiner Jacke bin ich so "mittel" zufrieden. Die Farbe finde ich immer noch den Hammer und habe mich beim Stricken nicht daran satt gesehen. Doof finde ich, dass sie aufgeknöpft nicht wirklich schick ist, aber eigentlich wusste ich das schon vorher, denn sie ist dem (zugenähten) Frühlingsjäckchen 2012 doch sehr ähnlich. Die Ärmel finde ich auch etwas kurz geraten. Während des Strickens hatte ich schon befürchtet, dass sie zu eng wären, wahrscheinlich haben sie sich nun die Weite geholt und etwas an Länge dadurch verloren. Die Brustabnäher sitzen viel zu hoch, keine Ahnung wie das geschehen konnte. Aber ich vermute, dass die Jacke insgesamt noch etwas länger und weiter wird (Drops Baby Merino, das kenne ich schon von dir) und dass sich das vielleicht noch etwas ausgleicht.

Aber im Grunde ist sie genau so geworden, wie ich sie mir vorgestellt habe - und das ist schon mal was. Das ist super! Ich liebe die Farbe, ich liebe die vielen schönen Knöpfe vom Nähkontor, ich liebe die Rundungen, das Schößchen, den Ausschnitt und die feine Wolle. Und ich bin glücklich, noch ein neues, fertiges Jäckchen-nach-Wunsch zu haben. Davon bekomme ich nie genug; die nächste wird himbeerrot!





Und ihr? Seid ihr motiviert, gleich weiter zur stricken?

Allen, die am Knit Along teilgenommen haben, gratuliere ich schon jetzt, zum fertigen Jäckchen! Und alle, die bisher nur auf den Zuschauerplätzen saßen, rufe ich zu: lasst euch von unserer Begeisterung, unserem Mut und unserem Durchhaltevermögen anstecken und inspirieren. Es lohnt sich! Strickjäckchen kann frau nie genug haben! Alle Beiträge, inklusive Linksammlung der Teilnehmerinnen, findet ihr auf dem Me Made Mittwoch Blog unter dem Label FJKA2014.

Donnerstag, 17. April 2014

"Untendrunter" Sew Along - Bedarfsanalyse



Erst dachte ich "och nö, schon wieder nen Sew Along..." aber ich glaube, ich werde mich auch aufraffen und am "Untendrunter" Sew Along teilnehmen. Im Gegensatz zB. zum Weihnachtskleid Sew Along, habe ich tatsächlich Bedarf. Allerdings war ich bisher schlichtweg zu faul, mich dieser Bedarfslücke zu widmen. Ein Sew Along ist ein guter Anlass, das mal zu tun.

Thema heute 

Was brauchen wir wirklich? Kleiderschrankinspektion und Lästerrunde: Was soll das Kleidungsindustrie?

Mit dem Thema Unterrock bin ich das erste Mal in Berührung gekommen, als meine Mutter meinte, ich solle doch mal in den Sachen meiner Oma schauen, ob ich etwas gebrauchen könnte; meine Oma war bereits im Altersheim und hatte einen Großteil ihrer Sache nicht mitgenommen. Ich fand einen flutschigen, elastischen Unterrock von Nina C, den ich irgendwie gar nicht so schlecht fand. Nach ein paar Wochen der Nutzung, nahm ich den Zweiten, den es dort noch gab, auch in meine Obhut.



Es handelt sich um einen schwarzen, schlichten Unterrock aus - oben mit schlichtem Gummi und unten mit Schlitzen für die Bewegungsfreiheit. Damals trug ich noch kurze enge Röcke und fand es gar nicht so schlecht, diese hin und wieder mit einem Unterrock zu ergänzen, damit ein ungefütterter Rock nicht an der Strumpfhose klebt. Den kleinen Schlitz an den Seiten fand ich praktisch, allerdings zeichnete sich dadurch der Unterrock bei manchen Röcken ab. Für einige Röcke waren mir diese Unterröcke schlichtweg zu kurz, als ich aber einmal in einer großen Wäscheabteilung eines Kaufhauses nach vergleichbaren Modellen in länger schaute, wurde ich nicht fündig. Das Material meiner Unterröcke ist prima (flutschig, elastisch aber nicht schwitzig, 81% Viscose, 19 % Modal), das, was ich dort fand, war es nicht.



Ich gebe allerdings zu, dass ich nur selten nach Untendrunter geschaut habe. Meine Erfahrung mit Kaufkleidung ist so schlecht, dass ich keinen Spaß daran habe, mich in Läden zu begeben. Ich weiß einfach, dass das, was mir gefällt nicht in meiner Größe zu haben ist und das, was es in meiner Größe gibt trutschig ist. Gut, beim Untendrunter ist trutschig nicht immer schlimm, weiß ich doch z.B. auch die wollenen Bermesenzer im Oma-Style zu schätzen, aber ich kann mich erinnern, dass ich ein, zweimal nach Unterkleidern forschte und nicht bestellte bzw. nichts mit nach Hause brachte.

Als ich anfing Jerseykleider zu tragen, wollte ich zunächst auch die Unterröcke dafür nutzen, aber die Wulst um die Taille, die durch den Unterrock mit Gummizug entstand, fand ich eher subotimal. Ich unternahm einmal den Versuch, ein Unterkleid zu nähen, der ziemlich misslang: zum einen war ich noch weniger versiert als heute, mit flutschigem Futterstoff umzugehen, zum anderen war das verflixte Ding einfach einen Tick zu eng und zu unbequem. Ganz abgesehen davon, ist mir die Versäuberung des Ausschnitts nicht besonders schön gelungen. Das das Foto des Unterkleides in diesem Blogpost heute nicht mehr zu sehen ist, ist kein Verlust für die Welt.

Die nächste Beschäftigung mit dem Thema Untendrunter begann ziemlich genau vor einem Jahr, als der Petticoat in Nähnerd-Kreisen gesellschaftsfähig wurde. Zunächst zögerte ich, mir einen Petticoat zu kaufen. Schließlich wünschte ich ihn mir zum Geburtstag. Ich wollte ihn einfach besitzen und fand, dass das finanzielle Risiko zu verkraften wäre, wäre er geschenkt, selbst wenn er nur im Schrank hängen würde, um ihn hin und wieder zu streicheln. Ich war überrascht, dass sich der Petticoat und ich als Liebe auf den ersten Blick herausstellten, die ungebrochen ist. Mittlerweile besitze ich zweimal den "Soft Lace" von Petticoats.de: einmal in schwarz und einmal in weiß. Der Schwarze ist für den Winter und die dunklen Strumpfhosen, der Weiße für den Sommer. Im Winter begann ich die Wärme, die durch mehrere Lagen Unterrock und Luft dazwischen entsteht, sehr zu schätzen und ich freue mich schon darauf, an mittelwarmen Frühlingstagen und kühlen Sommernächsten, den Petticoat ohne Strümpfe zu tragen, da er untenrum so schön wärmt.

Mein Bedarf

Zum einen fände ich ein Unterkleid für Jerseykleider eine super Sache. Dabei hätte ich gar nicht so gerne üppige Verzierungen aus Spitze, die sich doch nur abzeichnen, sondern wirklich eine ganz schlichte Version, die ausgleicht, was auszugleichen ist und den Jersey schöner fallen lässt. Wichtig wäre es, dass es ein elastisches Unterkleid ist. Da Jerseykleider die Jogginghosen unter den Kleidern sind, wäre es doch sehr schade, wenn die Bequemlichkeit dank Unterkleid nachließe!

Mein zweiter Wunsch wäre ein Sommer-Petticoat. Der Soft Lace Petticoat ist toll, aber ab 22 Grad Celsius für mich zu warm. Trotzdem ist das raschelnde Gefühl von Untendrunter herrlich an den Beinen und mancher Sommerstoff sehr durchsichtig. Ich wünsche mir also einen Unterrock mit etwas Stand aus dünner Baumwolle. So ein Voile habe ich bereits in Creme hier liegen, denn der etwas durchsichtige helle Blumenstoff liegt schon seit meinem letzten Ausflug auf den Markt am Maybachufer bereit, ein wunderbarer halber Teller zu werden. Bei diesem Projekt stellt sich mir die Frage, ob ich den Voile als Unterrock in den halben Teller einnähe, einen schlichten Unterrock nähe oder einen Unterrock mit Rüsche und Stand produziere, der einem Petticoat ähnelt. Ich bin unsicher und schwanke zwischen Lösung 1 oder 3.

Hin und wieder denke ich darüber nach, aus Jerseyresten Unterhosen zu nähen. Richtig gute Unterhosen gibt es irgendwie selten und wenn ich mal welche gefunden und ins Herz geschlossen habe, gibt es sie in der nächsten Saison nicht mehr. Und der Jersey liegt rum. Aber so richtig begeistert bin ich von der Idee nicht, obwohl ich schon schickes Unterhosengummi gekauft habe.

Ob ich beim Sew Along tatsächlich zum Nähen komme, steht noch in den Sternen. Derzeit habe ich mir etwas zu viele Projekte aufgehalst, so dass ich dauernd mit hängender Zunge durchs Leben laufe. Aber ich werde ihn auf jeden Fall mit großem Interesse verfolgen. Insbesondere die verwendeten Materialien und die Einkaufsquellen interessieren mich. Da ich das Material für den Blumen-Tellerrock und den dazugehörigen Voile schon hier habe, wird das erstmal mein ersten konkretes Projekt. Ansonsten lasse ich mich sehr gerne von euch inspirieren und verführen.



Ein Schnittmuster für ein Unterkleid besitze ich. Das ist natürlich auch zu klein für mich. Ich habe es trotzdem mitgenommen, weil ich sehen wollte, wie so ein Ding konstruiert ist. Der Schnitt gefällt mir eigentlich ganz gut und kommt dem, was ich mir unter einem schlichten Unterkleid vorstelle schon sehr nahe. Aber noch habe ich eure Ideen nicht gesehen!

Ganz herzlichen Dank an Catherine für die Idee und die Organisation des Sew Alongs. Die Frau hat einfach ein Näschen für Nähnerd-Bedürfnisse! Danke!


Mittwoch, 16. April 2014

MMM - letzter MMM vor dem großen FJKA Frühlingsjäckchen Knit Along Finale am Sonntag



Puh, heute ist tatsächlich der letzte Mittwoch vor dem großen Defilee der Frühlingsjäckchen am Sonntag. Seid ihr fertig? Ich noch nicht. Bisher habe ich noch eine Weste mit baumelnden Fäden und die Ärmel trocknen gespannt vor sich hin.




Aber der Rock zum Jäckchen ist fertig. Wie war das noch mal mit den Prioritäten? Ich finde ihn wunderbar, auch wenn ich ihn aus Versehen beim Länge püstern (das Kind kann das nun gut und liebt es, dabei"Feuer frei" zu skandieren) den Reißverschluß nach hinten statt in die Seite machte und somit in der vorderen Mitte nun eine Naht habe. Dank Muster und Faltenwurf sieht das aber nur ein sehr kritisches Auge. Auf den Bildern trage ich ihn übrigens ohne Petticoat, aber bei der relativ festen Baumwoll-Webware sieht man eigentlich auch kaum einen Unterschied, ob mit oder ohne. Ich finde es zur Zeit "ohne" nur ungewohnt luftig-kühl. 

Schnitt: halber Teller(rock) selbst gemacht
Stoff: Baumwoll Webware von Stoff und Stil - gibts aber nur im Laden in Hamburg, also nicht online und liegt auch nur 1m breit



Wir sehen uns am Sonntag im MMM-Blog. Ich bin sehr gespannt, wie eure Jäckchen aussehen werden. Wer noch nicht fertig ist, legt wie ich noch einen Zahn zu!



Heute gibt es aber schon fertiggestellte Kleidungsstücke an echten Menschen auf dem Me Made Mittwoch Blog zu sehen. Heute mit der wunderbaren, aber sehr kritischen Frau Nahtzugabe als Gastgeberin, deren Outfit ich eigentlich viel schöner finde, als den kitschigen Hintergrund. Bei mir sind die Hintergründe ja öde, da ich meist mit Stativ und Selbstauslöser fotografiere und mir die neutralste Stelle in der Wohnung suche. Mich stresst das meist zu sehr, in der Öffentlichkeit fotografiert zu werden und wenn an einem Dienstag oder Mittwoch gerade keine Freundin in der Nähe ist, mag ich es auch nicht so, irgendjemand zu bitten. Außerdem kann ich zuhause verschiedene Schuhe zu dem Outfit probieren oder wie heute zwei verschiedene (extra zum Rock gekaufte) Shirts. 


Freitag, 11. April 2014

Schnittkonstruktionsunterricht 10: der Jackett-Grundschnitt

Huch, ich hatte noch gar nichts zu letzte Woche geschrieben. Viel habe ich nicht zu erzählen, aber bevor ich es ganz vergesse, krame ich noch mal was fürs Poesiealbum zusammen.

Natürlich war der Jackengrundschnitt noch nicht perfekt. Das hatte ich zwar gehofft, aber leider vollbringt Konstruktion noch keine Wunder. Das, was wir an Erkenntnissen aus dem Kleidergrundschnitt übernommen hatten, funktionierte auch bei der Jacke. Trotzdem bedurfte es bei dem neuen Grundschnitt - aufgrund des veränderten Materials und der veränderten Zugaben - noch Finetuning.

Interessant fand ich, dass zwar klar war, dass ich im Hüftbereich etwas mehr Weite brauche, dass es aber nicht egal ist wo. Wenn ich den Schnitt verändert hätte, hätte ich einfach in den Seitennähten den Hüftbogen weiter geschwungen. Als wir uns das Probemodell aber genau anschauten, wurde deutlich, dass hinten am Po mehr Weite rein muß und dass für einen Grundschnitt aber die Seitennähte ganz ok waren. Als wir die hinteren Abnäher öffneten und an der hinteren Mitte korrigierten, verstärkte sich mein Eindruck, dass eine Blazerform mit Schößchen für mich vorteilhaft ist. Glücklicherweise sind Schößchen ja zur Zeit eher modern - was mache ich dann nur, wenn es wieder mehr in Richtung boyfriend geht? Nicht mitmachen, vermutlich.

Wir korrigierten noch ein bißchen am Armausschnitt und ergänzten nachträglich den Kneifbetrag, an der hinteren Schulter, den wir zunächst weggelassen hatten, um ein wenig Platz für Schulterpolster zu lassen. Da ich dann doch nicht aussehen will, wie beim Denver-Clan, braucht es für kleine Polster nicht so arg viel Platz und der hintere Abnäher macht dann doch einen schöneren Rücken.

Als wir also so am Rücken korrigieren waren und sowohl oben als auch unten am Abnäher rumspielten, ergab es sich, dass es ein hübsches Einschneide-Aufzieh-Zusammenspiel ergab. Wir konnten im Nachhinein den Schulterabnäher schließen und unten mehr Weite reingeben, denn als wir oben schlossen, ergab sich natürlich unten mehr Weite. Im Schnitt sieht es nach einer vernünftigen Lösung aus, ich bin gespannt, wie das nächste Probemodell aussieht.

Als Hausaufgabe fing ich an den Ärmel auf Packpapier zu konstruieren - bis kurz vor dem Zwei-Naht-Ärmel. So können wir heute im Unterricht sofort loslegen und müssen nicht ganz von vorne anfangen. Das Zeichnen "in groß" dauert bei mir, mangels Übung, noch sehr lange. Ich hoffe, ich habe alles richtig gemacht.

Heute dann also der neue Ärmel dran und ein Reverskragen. Es wäre toll, wenn noch etwas Zeit bliebe, um ein wenig Modellentwicklung fürs Jackett zu machen, denn dann könnte ich - falls nach Ostern sich ein überraschendes Zeitfenster öffnen sollte - mit dem Probe-Jeans-für-1,50€ ein Probejackett nähen, was vielleicht sogar tragbar wäre. Jeans verhält sich noch mal ganz anders, als der Anzugstoff, aus dem ich die erste Probe nähte, aber mein roter Stoff für das Kostüm ist dem Jeans ähnlicher. Außerdem trage ich, erstaunlicherweise, meinen lila Jeansmantel gerne und häufig, obwohl ich ihn gar nicht so schön finde. Die Idee, ein Jeansjäckchen zu nähen, ist also gar nicht so absurd. Ich bin gespannt!

Donnerstag, 10. April 2014

Ausflug in der Hamburger Wollfabrik



Natürlich hätte ich auf den Rat des Gatten hören sollen, der mich schon vor Monaten auf die Existenz der Wollfabrik hingewiesen hatte und natürlich hätte ich dem beswingten Fräulein glauben können, dass vor wenigen Tagen noch die Sonderangebotstage in der Wollfabrik waren, aber manchmal bin ich ein wenig stur und mache Dinge erst, wenn der Zeitpunkt reif ist. Als der Mann davon erzählte, schaute ich auf die unvollendete graue Strickjacke, den unvollendeten blauen Pullover und hatte das grüne Jäckchen noch nicht mal begonnen. Na, da "braucht" frau auch keine Wolle. Aber jetzt ist natürlich alles anders! Das Frühlingsjäckchen ist so gut wie fertig gestrickt und obwohl die Schulter schmerzt (und die Häkeldecke auch noch nicht fertig ist), war mir sonnenklar, dass ich in den nächsten Wochen unbedingt noch eine rote Strickjacke brauche und stricken muß. Brauche!

Was bietet sich da mehr an, als einen beruflichen Termin in Hammerbrook zu nutzen, um doch mal in der direkt um die Ecke gelegenen, vielgepriesenen Wollfabrik vorbei zu schauen. Das Kind erwähnte doch auch, dass es eine gelbe Strickweste braucht und das Drops Baby Merino Gelb ist nicht knallig genug und rot am Computer zu bestellen geht eigentlich gar nicht. Also mußte ich da doch mal hin!

Ab gesehen davon, dass der Wollkauf dort nicht ganz einfach ist, war es einfach herrlich. Ich betrat den Laden und war im Farbrausch. Insbesondere in Merino und Baumwolle gab es alle Farben des Regenbogens in allen Schattierungen. Herrlich!

Etwas kompliziert ist das Kaufen dort, weil die Wolle nicht in fertigen Knäul dort liegt. Letztlich kann aus jeder Qualität ein Faden jeglicher gewünschter Stärke zusammen gestellt werden, je nachdem, mit welchen Nadeln frau stricken will. Die ganz Mutigen können sogar verschiedene Garnqualitäten oder Farben mischen; aber so weit bin ich noch nicht. Der Wollbedarf wird in Lauflänge gedacht, die Stärke anhand der persönlichen Vorliebe gewählt und dann werden mehrere Fäden zusammen auf eine Kone gewickelt. Ich bin gespannt, wie sich das mehrfädige Dings verstricken lassen wird. Die Kone hat den Vorteil, dass sich vermutlich nichts verknoddelt, weil sie - insbesondere am Anfang, wenn sie noch schwer ist, ordentlich am Boden steht. Allerdings mag ich es ja nicht so, wenn sich Garn spleist, weil ich beim blindstricken manchmal nicht alle Fädchen erwische. Es wird also spannend. Aber für 32 Euro ein Erwachsenenjäckchen und eine Kinderjacke stricken, reichlich auf Sicherheit kalkulierte Lauflänge, ist eigentlich kein Risiko!



Eigentlich wollte ich ja mal etwas anderes als Merino stricken, mir mal was gönnen und die Kaschmir-Seide-Mischungen fühlten sich auch so wunderbar an, aber das perfekte Rot fand sich dann doch in Merino. Was solls. Es ist das allerschönste himbeerliche Rot von der Welt, genau so ein Rot wie ich es erträumt und gesucht hatte. Einfach perfekt. Ich kann es kaum abwarten, die grüne Jacke fertig zu haben!

* Ich war im Laden der Hamburger Wollfabrik so aufgeregt, dass ich ganz vergessen habe, Fotos zu machen, also habe ich - oben - ein Screenshot von des Onlineshops gemacht. Ist es nicht herrlich eine Startseite zu sehen, auf der "bitte lesen" steht?!

Mittwoch, 9. April 2014

FJKA: Neuer Mut



Das Frühlingsjäckchen macht mich glücklich, wenn ich es so sehe (auch wenn die Farbkombination von Handtuch und Jäckchen ganz und gar scheußlich ist). Das Frühlingsjäckchen ist , wenn auch noch ohne Ärmel, frisch gewaschen und gespannt. Immer wieder verfolgten mich diese doofen Zweifeln, ob es denn auch passen wird. Hoffnungsvoll glatt rechts zu stricken ist eine Herausforderung, weil sich das Strickstück immer so furchtbar einrollt und die Beurteilung, ob es passen könnte, wirklich schwer macht. Also habe ich, noch vor dem Fäden vernähen und weiter Sorgen machen, jetzt einfach mal gewaschen, meinen Zettel mit der Maß-Zeichnung und das Zentimetermaß zur Hand genommen und das Ding so auf den Boden gespannt, wie ich es gerne haben möchte. Und, oh Wunder, es funktionierte!

Ich kann das Waschen und Spannen nur empfehlen. Bei meinem Jäckchen ist das zum Beispiel so, dass der unterer kraus gestrickte Rand sich wunderbar in Form klopfen lässt, damit er anschließend so fällt, wie ich ihn haben will. Das sah vorher wirklich ganz anders aus. Auch den vorderen Ausschnitt habe ich mit schieben und klopfen so gebogen, wie ich ihn mir vorgestellt habe. Nach meiner Erfahrung, bleibt das weitesgehend beim Tragen dann auch so.

Die Ärmel stricken sich erstaunlich schnell und angenehm, da ich die sehr simple Zunahmemethode habe, einfach alle 5 Reihen links und rechts eine Masche zuzunehmen. Im Gegensatz zu den Vorderteilen, bei denen mehr Denkarbeit angesagt waren, kann ich so etwas Simples wirklich immer und überall stricken. Herrlich. Ich erinnere mich an vergangene Strickabenteuer, dass ich Ärmel am Schluß immer sehr lästig fand. Dieses Mal finde ich es - bis auf die Zweifel, ob die Ärmel weit genug sind - sehr angenehm. Hach, ich bin guter Dinge, dass ich es bis Karfreitag schaffe! Und dann gibt es hoffentlich, im üblicherweise im Mai stattfindenden, Super-Sale bei Lanade das vielgelobte Cotton Merino im Angebot....

Dienstag, 8. April 2014

FJKA: Knöpfe



Jetzt haben ich den Salat. Nun habe ich die Qual der Wahl. Welche Knöpfe sind die schönsten? Welche passen am besten zur Jacke, zu meinem Kleiderschrank zu meinem Bild, dass ich im Kopf von der Jacke habe? Immer wieder lege ich eine Reihe gleicher Knöpfe auf das Jackenteil und überlege. Noch habe ich zwar Favoriten, aber noch keine Entscheidung. Was meint ihr? Gibt es welche, die gar nicht gehen oder die sich besonders eigenen?

Knopfquellen:
Knöpfe aus dem wunderbaren Nähkontor (Berlin im Bötzow-Viertel bzw. Onlineknopfparadies) und der eigenen Sammlung.

Montag, 7. April 2014

Ne Menge Murks


In den letzten Tagen habe ich eine Menge Zeit mit dem Nähhobby verbracht. Aber so recht glücklich bin ich nicht damit. Kann es sein, dass meine Ansprüche plötzlich höher werden und ich mir die Latte etwas zu hoch hänge?



Nach den mich immer noch glücklich machenden, halbfertig auf dem Balkon aushängenden Tellerröcken, nähte ich am Samstag eher erfolglos für Kind und Karma. Das Kind hat seine Mütze verloren, also mußte ich eine neue Jerseymütze nähen. Dooferweise hatte ich dafür einen teuren Jersey mit Fotoprint gekauft, der zudem noch einseitig bedruckt und damit auf der anderen Seite weiß ist. Ein T-Shirt und eine Mütze sollten es werden, aber so recht wurde das nichts. Die Mütze nähte ich doppellagig, damit der Umschlag hübsch wird. Hübsch war sie, aber zu groß, zu fest und zu warm.

Das Shirt konnte ich nicht nähen, weil zu wenig Stoff für die Ärmel übrig war. Also beschloß ich zwei weitere Kinderjerseys anzuschneiden, um Shirt nähen zu üben - bevor der Kind endgültig zu cool für hübsche Jerseys ist. Mir geht das sowas von auf die Nerven, dass es nur noch T-Shirts mit Aufdruck (so Lizenzkram) trägt, die ich 4 Jahre geschafft hatte zu vermeiden. Unser Kompromiss waren bis vor wenigen Monaten noch Kauf-Ringelshirts, denn meine bisherigen Kinder-Shirts wurden vom Kind nur unter Androhung von Strafe getragen. Sie waren einfach schlecht genäht. Die Ausschnitte passten nicht über den Kopf und unförmig wurden sie auch. Das muß doch besser gehen, dachte ich, jetzt habe ich doch schon unzählige Jerseykleider genäht, da können doch Kinder-Shirts nicht so schwer sein!

Ich erinnerte mich an ein Tutorial für schmale Bündchen im Hamburger Liebe Blog. Vielleicht war das ja eine Lösung, Bündchen einmal anders zu nähen. Die Anleitung ist gut, meine Halsbündchen wurden fast super, allerdings habe ich wohl die Nahtzugabe zu groß zugeschnitten, so dass der Halsausschnitt wieder zu klein wurde. Der Kopf passt zwar durch, aber die Shirt sitzen labbrig, weil viel zu weit und das sieht merkwürdig aus mit dem kleinen Halsausschnitt. Als der Halsausschnitt schön wurde (und ich das unförmige Shirt noch nicht am Kind gesehen hatte), wurde ich ehrgeizig und wollte so kleine Bündchen auch an den Ärmeln. Dass ich das ein paar Mal falsch annähte schadete nicht, sind doch bei Kaufshirts die Ärmel stets zu lang - diese passen zumindest von der Länge. Damit ich es - falls es ein nächstes Mal geben sollte - noch mal hinbekomme, habe ich es fotografiert.



Als die Familie nachhause kam, weigerte sich das Kind die Shirts anzuprobieren und schmiß die Mützen nach 2 Sekunden - noch eher ich genau sehen konnte, was das Problem ist - in die Ecke. Das war also das Werk meines freien Samstags. Hrmmpf. Sonntag schnitt ich die Mütze in zwei Teile und nähte daraus zwei neue einlagige Mützen: eine mit Bündchen, wie diese merkwürdigen Beanies, eine mit doppeltem Umschlag. Mit der Erpressung, sonst keine Gute-Nacht-Geschichte vorzulesen, probierte das Kind beide Mützen und entschied sich für die mit dem doppelten Bündchen. Na immerhin.

Gestern abend versuchte ich B 6018 mit meinem Grundschnitt anzupassen. Das war schwieriger als vermutet. Das Problem: B 6018 sieht deshalb so bezaubernd aus, weil es unter dem Busen eine Naht gibt, an die die Rockteile angenäht werden. Theoretisch dachte ich, ach, das wird einfach anzupassen sein, sind doch Bahnen immer vorteilhaft für Änderungen. Doch ich hatte nicht mit der Schwerkraft gerechnet. Da mein Brustpunkt wesentlich tiefer liegt als im Schnittmuster vorgesehen, ist es eine schwierige Entscheidung, wo diese Teilungsnaht sitzen soll. Liegt sie vorne geschwungen unter dem Busen, ist sie hinten zu tief. Entweder ich lege sie auf den Busen, also knapp unter den Brustpunkt oder aber ich muß das Design ändern und statt vorne einen Bogen nach oben und hinten einen Bogen nach unteren zu nähen, es so machen wie beim Frau-Kirschekleid, bei dem vorne und hinten die Bögen nach unten laufen. Schwierig! Gestern abend konnte ich mich nicht entscheiden und packte enttäuscht wieder ein.



Heute morgen beschloß ich, dass ich durchaus noch etwas mehr Zeit für mich gebrauchen und mir erlauben kann, um den Erholungseffekt zu verstärken. Ich schaute eine Folge Great British Sewing Bee auf Youtube und nahm mir das Frau-Kirsche-Kleid vor, dass ich in Berlin begonnen hatte. Wir erinnern uns. Den Reißverschluß hatte ich schon einmal herausgetrennt und wieder eingenäht - er sah immer noch bekloppt aus. Von wegen: das Kleid muß nur noch gesäumt werden, wie es mir meine Erinnerung vorgaukelte. Ich trennt den Reißverschluß noch mal raus, steckte das Kleid taillierter und nähte den Reißverschluß wieder ein. Es rächte sich, dass ich, beim Nähkränzchen plaudern vergessen hatte,  ihn in der hinteren Mitte einzunähen - ihn tailliert zu stecken und in die Seitennaht zu nähen, war nicht banal. Mit einem kürzeren Reißverschluß ging es dann auch besser. Allerdings kann ich das Kleid trotz Taillierung auch ohne den Reißverschluß zu öffnen, über den Kopf ziehen. Hmmmpf. Ich beschloß auf die linke Tasche zu verzichten, denn die rechte Tasche beult ohnehin doof, nähte den Rücken noch ein bißchen enger und knüllte das Kleid in die Ecke, weil es mir eigentlich sowieso nicht gefällt. Lohnt es dann, noch meterweise Schrägband in den Saum zu investieren?

Irgendwie ist das alles doof. Jetzt nähe ich schon so lange und habe auch zum Thema Schnitte eine Menge in den letzten Wochen gelernt, aber ich ich produziere eigentlich nur Murks. Dauernd träume ich von grandiosen Projekten, aber so recht bekomme ich nichts Zufriedenstellendes fertig. Ganz abgesehen davon, dass ich immer noch befürchte, dass das Frühlingsjäckchen zu eng wird und am Jackettgrundschnitt auch noch so viel zu tun ist, dass mein rotes Kostüm nicht in greifbarer Nähe ist.

Freitag, 4. April 2014

Webware nähen ist toll!



Ich habe mal wieder genäht und musste feststellen, wie toll das ist. Baumwoll-Webware zu nähen ist einfach toll. Wenn es dann auch noch auf der eigenen Nähmaschine ist, die Overlock nicht zickt, beim versäubern ratzfatz ist und schöne Nahtzugaben macht, wenn es kein warmer, dunkler Wintermantel ist, kein flutschiger Jersey, keine Hausaufgabe, kein Schnitt, bei dem Unsicherheiten bestehen oder der erst mühseelig angepasst werden muß, dann ist Nähen wirklich die wahre Freude. Das hatte ich mir, nach den anstrengenden letzten Wochen und Tagen auch verdient.

Zwei halbe Tellerröcke habe ich "soweit fertig gemacht". Das heißt, sie können jetzt ein paar Tage auf dem Balkon immer wieder nass werden und trocknen, um sich, mit Wäscheklammern beschwert, auszuhängen. Nächste Woche muß dann nur noch mit Schrägband gesäumt werden und Knopflöcher und Knopf ergänzt werden, dann habe ich zwei Frühlingsröcke.

Der Rote ist Teil meines roten Kostüms, von dem ich seit dem Herbst träume. Eigentlich ist der Stoff etwas an einem Tellerrock verschwendet, weil er hübsch elastisch ist. Aber in meinen Träumen gibt es nun mal einen Tellerrock zum Kostüm und außerdem habe ich insgesamt 8 m von dem wunderbaren Stoff. Da ist nach dem Tellerock und dem Jäckchen sicherlich noch ein enger Rock drin. Mir wird immer klarer, dass das rote Kostüm unbedingt pink gefüttert werden muß. Da geht kein Weg dran vorbei! Wenn ich die beiden Röcke so zusammen sehe, dann kann ich mir die rote Jacke auch sehr gut zu den Blümchen vorstellen. Hach.

Und nochmal hach, weil das Jäckchen auch immer greifbarer wird. Nachher habe ich wieder Schnittkonstruktionskurs und wenn alles gut läuft, bzw. meine Lehrerin mit meinem Vorderteil und Rückenteil zufrieden ist, dann machen wir heute den Ärmel und einem Gertie-Jäckchen-nach-Grundschnitt steht nichts mehr im Wege!

Falls nicht, nähe ich am Samstag ein Kleid. Baumwoll-Webware habe ich in großer Auswahl, so dass ich mich kaum entscheiden kann, was als nächstes genäht werden MUSS! Das Tolle ist: morgen habe ich frei, die Männer sind unterwegs und ich kann machen was ich will. Hach!

Sonntag, 30. März 2014

Frühlingjäckchen Knit Along 2014 - zweiter Zwischenstand

Heute bin ich mal wieder drüben, auf dem Me Made Mittwoch Blog, Gastgeberin für den Frühlingsjäckchen Knit Along. Dort findet ihr auch die Linksammlung aller tapferen Frühlingsjäckchen-Strickerinnen. Ich bin gespannt, wie es den anderen geht.

Das Thema heute:
Zweiter Zwischenstand: Ermüdungserscheinungen, Passformmängel, die leidigen Ärmel und Motivation zur Zeitumstellung auf die Sommerzeit

Ich bin zwiegespalten. Auf der einen Seite denke ich "ach, das wird schon, sind ja noch drei Wochen" auf der anderen Seite komme ich in gefühlte Hektik, weil doch immer alles länger dauert, als ich es mir ausgedacht habe und mein Post mit Bildern an der Frau auch schon Karfreitag fertig haben muss. Vor dem Post stehen noch fertig stricken, waschen, spannenzusammen nähen, Knöpfe annähen und fotografieren. Puh!



Immer wieder fange ich an, mich zu bemitleiden, dass meine Wolle so viel dünner und mein Körper so viel größer ist, dass ich bestimmt die größte Anzahl von Maschen stricken muss und ein ganz armes Würstchen bin. Ganz abgesehen vom richtigen Leben, dass zur Zeit so viel Zeit frisst und mich abends oft sogar zu müde zum Stricken macht. Dann tröste ich mich aber damit, dass jedes Projekt anders ist und dass Vergleichen nichts bringt. Einfach stur weiter stricken ist die einzig vernünftige Lösung, Masche für Masche. Das wird schon.

Immerhin habe ich jetzt fast nur noch die Ärmel vor mir. Der Rest vom zweiten Vorderteil ist vermutlich heute Abend geschafft. Doof sehen sie aus, dieses beiden unförmigen Dinger. Die Hoffnung stirbt zuletzt, dass daraus ein hübsches Jäckchen wird! Beim ersten Ärmel muß ich noch ein bißchen denken, weil ich ihn ohne Anleitung stricke, aber der zweite geht dann bestimmt schnell. Zum Finale 2012 hatte ich auch erst einen Ärmel - vielleicht setzt sich diese Mode durch?



Zur Motivation habe ich mir einen Stoff für einen Tellerrock gekauft und stelle mir vor, wie wunderbar dieser Rock zu dem Jäckchen aussehen wird. Ich sollte nur noch Zeit finden, ihn zu nähen. Ach Mist und Knöpfe für das Jäckchenhabe ich ja auch noch keine ....