Donnerstag, 26. Februar 2015

SPOILER Great British Sewing Bee: Staffel 3 Folge 4

############ACHTUNG SPOILER############

Wer die 3. Folge der 3. Staffel der GBSB noch sehen möchte und nichts darüber wissen möchte, darf diesen Post noch nicht lesen!

############ACHTUNG SPOILER############

Donnerstag, Sewing Bee-Tag. Zur Einstimmung auf die heutige Folge blätterte ich durch "Ändern &Aufwerten von Kleidungsstücken" von Tersa Gilewska, dass ich aus der Bücherhalle ausgeliehen hatte. Kurz vor der Tagesschau, als das Kind gerade im Bett lag, überlegte ich, ob ich die Jeans zuschneiden soll, aber das wäre zu aufregend gewesen. Oder war ich aufgeregt, wie es bei der Sewing Bee weiter geht? Nein, ich muß zugeben, die Aufregung ist dahin. Die technischen Probleme sind gelöst und die Staffel bannt mich weitaus weniger, als die erste Staffel (die Zweite sah ich nur zum Teil).

Und nach der Sewing Bee gings schnurstracks aufs Klo. Ich vermute, es wäre sogar möglich, die Sendung mit ipad und Filmon-App pausieren zu lassen, aber das Risiko ist zu groß. Es könnte ja auch schief gehen, mir vertraue ich mehr, als der Technik. Also eine kurze Pause, bevor ich schnurstracks, ohne Konzept, aber mit ein paar Notizen diesen schnellen Post schreibe. Auf dem Klo fragte ich mich, wie nahe oder distanziert ich eigentlich diese Sendung sehe. Fühle ich mit den KandidatInnen mit, versetze ich mich in die rein, sind meine Lieblinge meine Lieblinge, weil ich mich mit ihnen am Besten identifizieren kann?

Irgendwie schon. Irgendwie stelle ich mir vor, wie ich reagieren würde, wenn ich die Aufgabe präsentiert bekommen würde. Ein Korsett! Krass! Ich weiß nicht, ob ich die Ruhe hätte, genau zuzuhören, wie die Aufgabe erklärt wird. Ob sie den TeilnehmerInnen überhaupt so erklärt wird, wie den ZuschauerInnen? Wir bekamen zu hören, dass es um Präzision geht. Als Teilnehmerin würde ich erstmal schockiert zusammenbrechen, wenn ich sähe, um wie viele Schnitteile es sich handelt. Als ich aber verstand, dass mal wieder mit Schrägband gearbeitet wird, entspannte ich mich merklich. Schrägband ist ein Freund! Und wenn ich richtig gesehen habe, dann war das Schnittmuster eines mit Nahtzugabe - das macht das präzise Arbeiten an so einem Stück leichter. Vermutlich war die Stoffwahl entscheidend für die Schwierigkeit und das Ergebnis. Rundungen zusammen nähen, bei Stoff, der nachgibt ist die Hölle. Trotzdem, ich wäre unsicher, welcher Stoff die beste Wahl wäre - aber ich habe ja auch noch kein Korsett genäht. Als ich das so sah, bekam ich allerdings durchaus Lust, mich auch mal an einem zu versuchen.

Gut gefallen hat mir bei der Aufgabe das strukturierte Vorgehen von Amanda am Anfang. Alle Teile schön an der Rückseite markieren und die Teilenummer drauf schreiben. Rückseite markieren mache ich auch oft, aber Teilenummer ist clever - das muss ich mir merken. Etwas irritierend fand ich Ryans Stoffwahl. Dass Streifen nicht banal sind, ist einleuchtend, da war wohl etwas Hybris mit im Spiel. Bei der anschließenden Jury-Bewertung, fand ich aber Platz 6 für Ryan doch etwas merkwürdig. Mir leuchtete nicht ein, wieso dieses Korsett so viel schlechter sein sollte, als zum Beispiel das von Paul. Pauls Korsett hatte eine schlechte Passform, es warf lauter Querfalten, was von der Jury mit keinem Wort erwähnt wurde. Stattdessen gab es sehr viel Lob und Platz 3. Lag es an meinen Englischkenntnissen, dass ich das merkwürdig fand?

Den Einspieler fand ich zunächst nett, weil ich Einspieler nett finde. Trotzdem finde ich ihn weitaus weniger interessant, als die Einspieler der ersten Staffeln. Und wieder frage ich mich, wer Zielgruppe für die Sendung ist. Eine richtige Nähnerd interessiert sich vermutlich viel mehr für Techniken und Materialkunde als für Fashion History. Na gut, es ist nicht uninteressant, aber ich vermute, zum Thema Korsett wäre es auch möglich gewesen, etwas handwerkliches zu erzählen. Andererseits war die Sichtweise auf das Korsett durchaus kritisch - es hätte ja schlimmer können und in die Richtung von unzähligen Facetten grau gehen können. Also, ich fand den Einspieler so lala, war aber dankbar, dass er für Abwechslung sorgte.

Bei der Kreativübung fiel mir wieder auf, dass reichlich Material zur Verfügung stand. Die 80er geizten ja auch nicht an Stoff. So recht warm wurde ich weder mit der Aufgabe noch mit den Ergebnissen. Aber vielleicht bin ich einfach auch nur abgeschreckt von dieser fürchterlichen Zeitvorgabe 90 Minuten. Vielleicht sollte ich, um mich zu beruhigen, einfach daran denken, dass es sich immerhin um 1,5 Stunden handelt, um etwas zu zaubern. Und zaubern können sie, die Damen und Herren, wenn ich bedenke Konzept überlegen und dann auch noch das Zeug zusammentackern und was weg ist ist weg. Das ist schon nen Ding!

Als Ryans Tränen gezeigt wurden dachte ich "ach, die ersten Tränen - erst jetzt?" Ich meine Hut ab vor den KandidatInnen. Wenn die Zeitvorgaben stimmen, dann stehen die doch bei jeder Aufgabe unter immensem Zeitstress und ich kenne nicht wenige Menschen, bei denen, zur Regulierung des überlaufenden Fasses Tränen laufen. Mein Mann findet das immer furchtbar, wenn ich ihm erkläre, dass das von meiner Seite aus oft erstmal ein Druckausgleich ist, weil er immer gleich das Schlimmste befürchtet. Also ich wäre vermutlich bei jeder Aufgabe extrem nahe am Wasser gebaut. In sofern empfand ich Ryans Tränen eher erleichternd zu sehen. Absolut menschlich und verständlich - endlich Tränen, es ist doch fast unheimlich, wie wenig geflucht und geweint wird! Damit meine ich absolut nicht, dass ich Tränen und unflätiges Zeug sehen will, das wäre ja voyeuristisch und auch der Sendung nicht angemessen. Ich bin einfach erstaunt, wie straight die KandidatInnen sich an diese wirklich schwierigen Aufgaben in Hinblick auf die sehr eng bemessene Zeit in Hinblick auf die Stresssituation machen.

Auch bei dieser Aufgabe war ich mit der Reihenfolge der Juryergebnisse nur mäßig einverstanden. Deborah wurde nur 5. - dabei trug sie by the way ein hinreißendes Kleid, dass ich die ganze Sendung über anschmachtete und ihre moderne Jacke fand ich klasse.

Nach der zweiten Aufgabe, schrieb ich eine Liste, wie es weitergeht und war mir 100% sicher, dass ich recht habe. Das führte allerdings dazu, dass ich dachte "ach wie langweilig" und hoffte, dass ich mich irren könnte. Meine Prophezeiung nach der zweiten Aufgabe war: Amanda und Paul müssen gehen. Neil, Lorna und Ryan kommen ins Finale --> Neil gewinnt und Matt und Deborah spielen weiter Mittelfeld, bevor sie nächste Woche gehen müssen.

Die dritte Aufgabe, einen Kilt zu nähen, hasste ich am Anfang sehr. Ich gebe allerdings zu, dass ich am Ende dachte, dass es vielleicht doch durchaus schick sein könnte, einen Frauen-Kilt zu nähen und zu tragen, aber das könnte auch einfach daran liegen, dass ich Karos liebe und Faltenröcke spannend finde. Bei Frauen. Vielleicht habe ich einfach keine Ahnung, was ein Kilt eigentlich genau ist und was dahinter steckt. Vielleicht ist ein Kilt so etwas, wie bei uns das Dirndl? Vermutlich müssen in der deutschen dritten Staffel - möge uns das Universum mindestens drei Staffeln einer deutschen Nähsendung schenken, amen - die KandidatInnen Dirndl nähen. Und sagt nicht, ich hätte es euch nicht prophezeit.

Erst im Laufe der Aufgabe verstand ich, dass bis auf Ryan alle KandidatInnen den Kilt selbst konstruierten. Deswegen sagte Neil auch "Pure Engineering" und als ich das verstand, fand ich die Aufgabe auf einmal sehr reizvoll. Immerhin haben sie das geübt und immerhin sind die Karos, die ich sonst so absurd schwer finde, bei dieser Aufgabe durchaus eine Hilfestellung. Insofern habe ich auch nicht verstanden, wie der Glitzerjeanskilt da rein passte. Irgendwie fand ich es auch komisch, dass sowohl für Frauen als auch für Männer genäht wurde, denn das waren irgendwie zwei komplett andere Aufgaben, wenn ich das richtig verstanden habe: bei den Männerkilts kam es darauf an, dass alles richtig gemacht wird, richtige Länge etc.. Bei den Frauenkilts gab es zwar gestalterischen Freiraum, aber dafür war, aufgrund der Hüftrundung die Passform sensibler. So richtig vergleichbar war das nicht.

Als Neils Kleid zum "garment of the week" gewählt wurde, gähnte ich nur. Jaja, was soll dieser "Nähmaschine" noch passieren auf dem Weg zum Siegertreppchen, wo doch alles, was er macht so extremly super ist. Öde! Ich möchte am liebsten dauernd Lorna anfeuern. Lorna! Lorna! Und Deborah natürlich auch, vermutlich ist sowieso klar, dass sie meine Lieblingskandidatin ist, obwohl ich das nicht wirklich begründen kann! Warum Ryan statt Paul gehen musste, ist mir ein Rätsel. Ich weiß nicht, warum ich das immer denke, aber bei Paul habe ich immer das Gefühl, dass er großzügige Männerbonuspunkte bekommt, denn so richtig überzeugen mich seine Sachen nicht, auch wenn er bestimmt ein liebenswerter Kerl ist. Oder mußte Ryan gehen, weil sie Angst um ihn und seine Nerven hatten?

Na, diese Folge lädt doch wieder herrlich ein, Verschwörungstheorien zu entwickeln? Was schoss euch so durch den Kopf beim Sehen? Wie nah oder wie distanziert seid ihr zu den KandidatInnen? Wie hättet ihr die einzelnen Aufgaben angegangen, was hätten sie besser machen können? Mögt ihr die dritte Staffel? Fragen über Fragen - ich lade euch herzlich ein, auf meinem virtuellen Sofa Platz zu nehmen, und zu Fachsimpeln.

Mittwoch, 25. Februar 2015

Es gibt sie gar nicht

Meine Güte, da habe ich ja mal wieder ein Fass voller Gedanken aufgemacht mit meinem frommen Wunsch, es möge doch eine Messe für Nähnerd-Stoffe geben. Denn das geht gar nicht. Oder zumindest nur schwer.

Als ich heute morgen im Stoffladen arbeitete und die Regale mit Damenstoffe aufräumte, fiel mir wieder auf, wie heterogen dieses Regal einsortiert ist. Es gibt Regale, die sind wesentlich übersichtlicher. Kinderjerseys sind Kinderjerseys, aber bei den Damen gibt es mit Glitzer und ohne, uni und gemustert, große Muster und Kleine, mit Struktur und ganz glatt, verschiedenste Materialien und und und. Und dann gibt es die unterschiedlichsten Frauen, die die unterschiedlichsten Stoffe kaufen.

Wenn ich mir meine kleine Ecke des Internets ansehe, dann gibt es da durchaus Moden. Karostoffe, sind manchmal sehr beliebt und Stoffe mit Schwalben sowieso. Aber sonst? Sonst geht es auch dort bunt durcheinander. Ich kann mich noch gut an den Herbst vor zwei Jahren erinnern, als auf einmal Romanit das heiße Thema war - diesen Winter sprach da eigentlich kaum jemand drüber, aber vernäht wurde er schon hier und da. Es gibt schon ein paar Stoffe, wo die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass die Peer Group kreischt, aber es gibt auch ganz viele Stoffe, die der einen gefallen und der anderen nicht so dolle.

Und überhaupt. Frauenstoffe können ja auch wahnsinnig unspektakulär scheinen. Uni Stoffe aus was auch immer können tolle Basisklamotten für den Kleiderschrank erzeugen oder aber interessante Schnitte erst richtig zur Geltung bringen. Auf den ersten Blick sehen sie möglicherweise langweilig aus, aber sie überzeugen durch Materialeigenschaften und Anfass-Gefühl.

Ich kann kaum online kaufen, weil ich vor dem Kauf gerne mit der Hand über die Stoffe streichele. Meine Hand wandert fast schneller, als die Augen und prüft zuerst, ob ein Stoff den Blick wert ist. Und dann wird er ausgiebigst gestreichelt und mit feuchten Händen geknüllt, gezogen, die Hand darunter gehalten, um zu sehen, wie durchsichtig er ist, ein Stück aufgewickelt um zu sehen, wie er fällt, ob er knistert. Das alles hat nur am Rande mit Farbe und Muster zu tun und ich kann nicht sagen, ob ich manchmal schneller mit den Augen oder den Händen erkenne, ob ein Stoff zu mir passt.

Als Nähanfängerin war ich ganz heiß auf laute Stoffe. Ich wollte Sachen nähen, denen der Laie ansieht, dass es selbst gemacht ist, dass es das so nirgendwo zu kaufen gibt - gibt es natürlich doch, bei Dawanda und Konsorten, aber eben nicht auf der Einkaufsmeile. Irgendwann wurde das Selbstgenähte so viel in meinem Kleiderschrank, dass es gar nicht mehr wichtig war, laut zu schreien. Plötzlich trat die Frage in den Vordergrund, was ich eigentlich wirklich mag - und diese Frage ist bei weitem noch nicht beantwortet.

Neue Schnitte, neue Moden bringen neue Ansprüche an Stoffe. Eine Zeit lang mochte ich feste Webware, um mit Schnitten zu experimentieren und genau zu nähen, eine andere Zeit lang, konnten die Jerseys nicht großgemustert genug sein. Ich habe schon gewisse Vorlieben und bilde mir ein, zu wissen, wo FrauCrafteln drauf steht - aber die Hand lege ich dafür nicht ins Feuer.

Und dann dieses Markkäufe, die mich verdorben haben. Stoff kaufen auf dem Maybachufermarkt ist natürlich ein großes Vergnügen für das Portemonnaie, aber es verführt dazu, planlos vorzugehen. Auf dem Markt findet frau nie das, was sie sucht, dafür unzählige andere Schätze. Intuitiv und schnell muß frau sich da entscheiden, was mit nach Hause darf, oft, ohne schon einen konkreten Plan für den Stoff zu haben. Mir gefällt das, es ist kreativ - aber es ist nicht immer vernünftig.

Alle diese Gedanken machen es so schwer zu definieren, was "Nähnerd-Stoffe" oder "Erwachsenenstoffe" eigentlich sind. Kindern dürfen bunt, aber wir erwachsenen sind auch vielfältig. Diese Vielfalt, dieser Reichtum an Lebenssituationen und Geschmäckern, machen es so schwierig, alle Vorlieben zu bedienen. In der Konfektion ist es einfach, da gibt es die Moden. Bestimmte, Formen, Materialien und Farben sind in Mode - das begrenzt das Angebot, aber wir Hobbynäherinnen wollen ja mehr - wir wollen jederzeit alle unsere verrückten Träume verwirklichen. Das Angebot darf ruhig unendlich sein!

Fortsetzung folgt.

Montag, 23. Februar 2015

Es fliesst wieder


Es ist so banal: Krisen begegnet frau am Besten damit, einfach mal einen ersten Schritt zu tun. Aber in der Krise darauf zu kommen, ist so verdammt schwer. Irgendwie hatte ich eine Nähkrise in den letzten Wochen. Nach Bielefeld war ich so frustriert, was den zuppelnden Blazer betraf. Ich hatte 2014 so viel Energie in das Lernen von Schnittkonstruktion gesteckt und jetzt habe ich schon den zweiten halb fertigen Blazer im Schrank hängen, der nicht so aussieht, nicht so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt habe. Das ist echt ätzend!

Zwischendurch habe ich trotz Nähkrise zwar genäht, aber das war nicht dasselbe. Ein Faschingskostüm für das Kind zu nähen, ist eben Muddiverpflichtung und die Schlübber waren irgendwie einfach Ausdruck meiner Verzweiflung. Immer wieder musste ich daran denken, wie schwierig das Nähjahr 2014 gewesen war: die Blazer, der verdammte Badeanzug und dann noch die Frustration rund um das Thema Hosen. Ich weiß nicht so recht, wo es mit mir und dem Thema Nähen hingehen soll. Der Schrank ist ja relativ voll, die nächste Qualitätsstufe zu erreichen (Stichwort: Blazer mit guter Passform) ist einfach so verdammt schwierig.

Erstaunlicherweise fand ich ja durchaus Freude daran, meine Nähfertigkeiten auf ein anderes Niveau zu heben. Während ich eigentlich ja eher zur Nähschlamperei neige, hatte ich auf einmal eine Befriedigung beim Nähen mit der Hand und dem wunderbaren Saum, der dabei entstand. Das hätte ich tatsächlich niemals vermutet, dass mir Schnell-schnell-Mädchen so etwas gefällt. Ich bin verwundert.
Gestern, auf der Rückfahrt von der Stoffmesse beschloss ich, wieder ins Nähen zurück zu finden, in dem ich mein Erfolgsprojekt des Jahres 2014, der rote Rock, versuche zu duplizieren. Ich beschloss, einen grünen und einen dunkelblauen halben Tellerrock zu nähen. Einfache Projekte, ohne Herausforderung, mit relativ hoher Erfolgsgarantie und schnellem Ergebnis. Aber als ich so nähte, merkte ich, dass ich doch die Herausforderung suchte. Anfang Juni letzen Jahres bekam ich den Original-Reißverschlußfuß für nahtverdeckte Reißverschlüsse für meine Maschine geschenkt und nähte trotzdem alle weiteren Reißverschlüsse mit dem komischen YKK-Plastik-Reißverschlußding, weil ich zu faul war, ohne Anleitung, zu überlegen, wie ich den Spezialfuß nutzen könnte. Gestern überwand ich die Faulheit und es war ganz leicht! Davon motiviert beschloss ich, noch einen weiteren qualitativen Schritt zu tun: im Nahtschatten nähen. Ich hatte davon gehört und erstarrte regelmäßig in Ehrfurcht, nähte meine Rockbünde aber schnellschnell an und drückte sie mit einer sichtbaren Steppnaht in Form. Gestern Abend, beschloß ich es, auch mal anders zu versuchen und dank der hilfreichen Unterstützung auf twitter bekam ich es auch hin.


Ich muß sagen, das macht mich wirklich froh! Ich habe zwar das Blazerproblem noch nicht bezwungen, aber im Tun kam die Freude am Nähen wieder. Es war schön, die Herausforderungen angegangen und stolz auf das Ergebnis zu sein. Nähkrise überwunden, yeah!







Videotipp heute von Frau @Mizoal bekommen. Das probiere ich so auch noch mal aus! Danke!

Sonntag, 22. Februar 2015

Stoffmesse - Nähnerds sind vermutlich nicht die Zielgruppe



Die Plakate für die Stoffmesse hatte ich gesehen, aber angesprochen fühlte ich mich nicht wirklich. Eine Stoffmesse, die stelle ich mir eigentlich als richtige Messe für EinkäuferInnen vor: großer Standort, der neuste heiße Scheiß, Trends vom übernächsten Jahr. Aber so eine Endverbraucherinnenmesse? Vielleicht bin ich da etwas großstadtverwöhnt, vielleicht fahre ich einfach zu oft nach Berlin zum Maybachufer (niemals!) und zugegebenermaßen sind die Lager voll. Hätte Christine von stoffe.de mir nicht eine Einladung geschickt und hätte ich heute nicht das Gefühl gehabt, ich habe mir schon ewig nichts mehr gegönnt, wäre ich bestimmt nicht auf der Stoffmesse gewesen.

Und? Hat es sich gelohnt? Also meine zwei Streichelstöffchen haben mein Herz sehr erobert, insofern hat es sich gelohnt und unter Oberteilschwäche leide ich bekanntlich ja auch. Doch das beste ist, dass meine drängende Frage damit beantwortet ist: ich weiß jetzt, wo es schöne Erwachsenenjerseys gibt - bei der Glücksmarie! Das hätte ich mir eigentlich auch denken können, aber obwohl ich die reizende Nina alias Frau Glücksmarie sehr mag, ist der Weg doch recht weit von mir nach Winterhude und ich mache mich viel zu selten zu ihr auf. Wahrscheinlich, weil ich nur zu gut weiß, was für schöne Stoffe sie hat!

Doch trotz meiner Begeisterung für die allerliebsten Jerseys, aus denen ich mir hübsche Oberteile und Schlübber nähen werde, Stoffmesse ist nix für Nähnerds. Katarina schrieb ja bereits letztes Jahr darüber, dass sie mit leeren Händen nach Hause fuhr.  Aber sie war auch heute noch mal da - die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt - und sie habe ich leider nicht getroffen. In Wirklichkeit ist es nämlich eine Patchworkmesse. Ich hätte nie gedacht, dass der Markt für Patchworkstoffe und -Materialien so groß ist. Da waren echt viele AnbieterInnen da. Patchwork, wohin frau schaute. Und Kinderstoffe gab es natürlich auch reichlich. 

Ist es nicht seltsam? Auf der Stoffmesse kommt es einer fast so vor, als wäre Nähen oder Selbermachen nur etwas für die Mütter kleiner Kinder oder Frauen, weit hinter den Wechseljahren mit Vorliebe für wallende Kleider aus Naturmaterialien und Patchwork. Die Nähnerds, die ich kenne, wurden auf dieser Messe eigentlich kaum angesprochen. Stoffe für erwachsene, ganz normale schöne Alltagskleidung sind anscheinend ein wenig interessanterer Markt, als Material für farbenfrohe Kinderkleidung und kunstvolles Patchwork.  

Nähnerds, es gibt noch viel zu tun! 

Ich freue mich, dass wir immer zahlreicher werden und mit unserer selbstgemachten Garderobe uns und die Welt verschönern, aber ich fürchte, wir sind immer noch sehr Wenige! Wir suchen verzweifelt nach schlichten Rockstoffen, nach erwachsenen Baumwolljerseys, nach interessanten Mustern, nach erwachsenen Stoffen, nicht nur für die Anlässe als Hochzeitsgast. Wir wollen doch eigentlich nur ganz normale Sachen für den ganz normalen Alltag, erwachsener Frauen. Eine Stoffmesse mit solchen ganz normalen Stoffen - das wäre was! 


Freitag, 20. Februar 2015

Funkstille?

Liebe LeserInnen, ich habe in den letzten Wochen einige nette Mails nicht beantwortet. Das tut mir leid und ich finde sie in dem Wust von Mails und Spam nicht wieder. Bei mir ist in den letzten Wochen dank viel Arbeit und dauerndem Kampf aller Familienmitglieder gegen Viren und Bakterien landunter.

Donnerstag, 19. Februar 2015

SPOILER: Great British Sewing Bee: Staffel 3 Folge 3

############ACHTUNG SPOILER############

Wer die 3. Folge der 3. Staffel der GBSB noch sehen möchte und nichts darüber wissen möchte, darf diesen Post noch nicht lesen!

############ACHTUNG SPOILER############


Ich bin sehr müde, ich habe ein anstrengende Woche noch nicht hinter mir, aber Tradition ist Tradition. Hier ist sie wieder, der schnellste deutsche Rückblick auf die aktuelle Folge der Great British Sewing Bee.

Na, wie hat euch die heutige Folge gefallen? Ich fand sie TOLL! Das einzige, was ich zu bemeckern habe ist das kleine, fragende Achselzucken, was ich bekomme, wenn ich an die ollen Nähmaschinen denke. Musste das sein? Klar, sieht authentisch 50er aus und ist ja noch ne Herausforderung. Aber ist das nicht ne Nummer zu hart? Wir alle können uns doch denken, dass es an Stress für die KandidatInnen bei so einem Format nicht mangelt - muss es da noch mal die Umgewöhnung an eine andere Maschine sein? Nun gut, ist halt Fernsehen, macht schöne Bilder.

Aber zurück zum Anfang. Natürlich bekommt man mich mit einem Walk-Away-Dress. Ich bin zwar keine passionierte Retronäherin und nichts liegt mir ferner, als irgendein Authentizitätsanspruch, aber ich liebe mittlerweile diese Kleider. Ich liebe Hemdblusenkleider, ich liebe weite Röcke und I am desperately fallen in love mit diesem Schnittmuster. Dabei kenne ich es schon. Wer von euch hatte es schon mal genäht? Ich habe das Ding schon mal gesehen, aber ich komme gerade nicht darauf, welche meiner Lieblingsnähnerds es war. Wer auch immer du bist, Nähfreundin, ich würde mich sehr über ein Foto der Schnitteile der Oberteile freuen und schamlos selbst konstruieren. Falls ich jemals wieder Zeit habe, aber das ist ein anderes Thema.

Aber zurück zur Sendung. Die Aufgabe war NETT. Ja, ich fand sie wirklich nett. Ein übersichtliches Kleidprojekt - ich sage nur Bias-Band. Versäumen mit Schrägband ist die einzige Möglichkeit, so ein Ding unter Zeitdruck fertig zu bekommen und hier war es ausdrücklich erwünscht. Bingo! Finde ich gut! Die Kleider waren hübsch anzusehen, da blieb der Jury gar nichts anderes übrig als sich über zu große Knöpfe und unfertige Knopfschlaufen zu mokieren. Ich hatte nix zu meckern an der Aufgabe und finde es absolut gut, dass es auch lösbare Aufgaben gibt. Mir hat wahnsinnig gut gefallen, dass die Schnitteile so unkonventionell sind und damit kleine Verwirrungen auslösten, was wohin gehört. Das war reizend und schließlich haben es doch alle hinbekommen. Also 10 von 10 Punkte von mir für diese Aufgabe.

Die Kreativaufgabe mit dem Vorhang fand ich auch gar nicht so schlecht. Ich mag es ja, wenn genügend Material zur Verfügung steht und eigentlich ist es doch auch gar nicht so schwer, etwas 50ermäßiges aus nem Vorhang zu machen. Aber mir wäre nur der Tellerrock eingefallen, DENN: anscheinend nähen die diese Challenge stets ohne Schnittmuster. Ganz ehrlich Nähnerds, könnt ihr dann so freihändig zuschneiden und irgendetwas zaubern? Ich glaube, ich könnte das nicht oder zumindest hätte ich vermutlich unter Zeitdruck nen Blackout für kompliziertere Dinge. Da ist so nen Teller noch ne einfache Lösung. Ich hätte bei der Aufgabe dann nur die Sorge, dass alle nen Teller nähen. Haben sie aber nicht, denn wer einmal auf Neckholder setzt, tut das auch ein zweites Mal. Mir hat der Siegerrock auch am besten gefallen. Schlicht und gut gemacht. Well done!

Die dritte Aufgabe war natürlich ätzend. Endlich bin ich auch mal einer Meinung mit Neil, die Nähkampfmaschine, den ich ja eigentlich gar nicht mag. Chiffon! Keine 10 Pferde haben mich bisher dazu gebracht, mit diesem Teufelszeug zu arbeiten. Trotzdem fand ich die Ergebnisse nicht übel und fand es vor allen Dingen interessant, welche Schnitte die Kandidatinnen ausgesucht hatten. Das war interessant anzusehen und ich hatte schwer Mitleid. Chiffon! Bäh!

Jetzt habe ich auch endlich Lieblinge. Deborah und wie heißt noch mal der Jungsche, der die erste Challenge gewonnen hat. Ihr wisst schon, der mit den roten nervösen Bäckchen. Der kann was und irgendwie mag ich ihn. Warum ich Deborah mag, weiß ich eigentlich gar nicht so genau, ich glaube, ich finde sie einfach so nett normal von nebenan. Ich glaube, ich würde nen Kaffee mit ihr trinken gehen. Außerdem finde ich es wahnsinnig sympathisch, dass sie so mittelmäßig näht. Amanda wird mir auch von Folge zu Folge sympathischer. Die ist ja nen bisschen schräg und schrullig, das mag. Naja, und Lorna ist einfach cool.

Aber am ALLERALLERSCHÖNSTEN waren die reizenden alten nähnerdischen Ladys. Das war doch wunderbar. Davon könnte ich noch viel viel mehr sehen. Der Einspieler zum New Look war auch schön, wenn auch nichts neues. Aber schön anzusehen.

Also Daumen hoch von mir für diese Folge. Es ist wirklich nett anzusehen, auch wenn mir die Moderatorin und die Musik manchmal den Puls in die Höhe treiben, aber das ist ja auch gewollt. Dass alles nur so thematisch angerissen wird, stört mich nach wie vor. Ich würde gerne mehr sehen, mehr wissen, dabei sein, mit allen ein Schwätzchen halten, aber das ist nun mal Fernsehen und kein nettes Nähnerdland im Internet.

Also freuen wir uns, dass dem Mainstream mal gezeigt wird, wie schön Nähen ist und halten unser Schwätzchen hier bei mir aufm Sofa. Internet ist interaktiv, echt Fernsehen, das geht! You're welcome. Ich bin gespannt, wie euch die Folge gefallen hat und was euch noch so aufgefallen ist.

Donnerstag, 12. Februar 2015

SPOILER Great British Sewing Bee - Staffel 3 Folge 2

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VORSICHT wer nichts über die 2. Folge der 3. Staffel der Sewing Bee noch schauen will, ohne vorher etwas darüber zu wissen, darf diesen Text jetzt noch nicht lesen.
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Die Tatsache, dass es die erste Folge der 3. Staffel Sewing Bee in den letzten Tagen unproblematisch, z.B. auf Youtube, ansehbar war, hält mich nicht davon ab, doch schnell ein erstes Resümee der Live-Sendung, die eben zu Ende ging, zu ziehen. Ritual ist Ritual - auch unter erschwerten Bedingungen. und auch, wenn es erst einmal dran war. Live sehen war heute zumindest technisch kein Problem, die App filmon funktionierte störungsfrei, allerdings mein erkältungsvernebelter Kopf machte einige Probleme: verstopfte Ohren, Kopfschmerzen und ständiges Husten und Niesen trübten schon den Seh- und Hörgenuß. Aber was ein echter Nähnerd ist, lässt sich von keiner Schwierigkeit stoppen.

"Schwierigkeit" ist eigentlich auch das Stichwort, was ich als Überschrift hätte wählen können. Ich fand das alles ganz schön schwer! Ist das nicht ein bisschen zu schwer, solche Sachen in so kurzer Zeit und vor allen Dingen unter Zeitdruck zu nähen? Geht das überhaupt? Geht das überhaupt mit rechten Dingen zu? Wenn ich an das gemeinsame Nähen in Bielefeld nähe, staunte ich schon, was ich, in konzentrierter Arbeitssituation in kurzer Zeit erreichen konnte, aber nur um noch mal ein Gefühl dafür zu geben: dort habe ich in 20 Stunden es nicht geschafft, einen Blazer, den ich vorher schon einmal genäht habe, fertig zu nähen. 20 Stunden! In den Challenges der Sewing Bee geht es um 3 oder 5 Stunden!

Das erste Kleidungsstück war eine Weste. Ok, ohne Arme und kleine Schnitteile, weil eben für ein Kind. Die Taschen waren die Herausforderung, aber ich nehme an, das war in der Anleitung ausführlich beschrieben. Die größte Schwierigkeit bei solchen Taschen ist immer der Angstfaktor, in das fertige Stück zu schneiden. Da aber die Seitenteile getrennt vom Rest vorbereitet wurden, hätte im Zweifelsfall - den Zeitdruck außer acht lassend - das Teil auch noch mal begonnen werden. So eine Aufgabe hätte mir durchaus gefallen. Wenn ich an die Shorts für meinen Mann denke, fand ich ja auch in diesem Fall die kurzen Beine nett und unkompliziert. Da ich ja fast nur egoistisch für mich nähe und dann auch noch mit Vorliebe weite Kleider, habe ich es ja dauernd mit sehr großen Schnittteilen zu tun, ich weiß schon, dass es viel übersichtlicher ist, an kleinen Teilen zu nähen, insofern wäre die Kinderweste nach meinem Geschmack. Paspelknopflöcher, Paspeltaschen oder so nen Schnickschnack finde ich ja extrem toll, weil sie so viel hermachen und es sich einfach verdammt gut anfühlt, über den eigenen Schatten gesprungen zu sein und dieses aufwendige Accessoire zu machen.

Die zweite Aufgabe, wie immer Re-Fashion-Kreativgedöns ist ja theoretisch nicht so meins, aber vielleicht muß man da einfach cooler ran gehen und von den Ursprungs-Kleidungsstücken absehen und es als Material, als Stoff sehen. In dieser Hinsicht fand ich die Kombination aus elastischem Shirt und Kleid aus Webware irgendwie nett. Also da muss doch was gehen, in dem frau auf die Vorteile beider Materialien abzielt und diese nutzt. Ob ich allerdings binnen 90 Minuten eine gute Idee hätte und diese auch umsetzen könnte? Im Gegensatz zu der Jeanshemdengeschichte aus Folge 1 waren die Ergebnisse unterschiedlicher, das fand ich interessant. Ich frage mich allerdings, wie man auf die Idee kommt, Jersey in ungefähr 10 Bahnen zu smoken und dann unter Zeitdruck auch noch schafft, dass das gut aussieht. Krass!

Als dritte Aufgabe mussten die KandidatInnen ein dreidimensionales Faschingskostüm nähen. Helau! Das muss man aber auch mögen! Ich finde ja solchen Ehrgeizigenmuttiaufwand etwas überzogen und habe dank dieser Einstellung wenig Übung mit so etwas. Für einmal Tragen so ein Bohai! Nun ja, in der Sendung geht es ja nicht ums Tragen sondern ums Nähen und die damit verbundenen Herausforderungen. Interessant an der Aufgabe finde ich die Wahl der Materialien und die dreidimensionale Konstruktion. Letzteres finde ich extrem schwierig, aber ich nehme an, dass die KandidatInnen das im Vorfeld schon mal geübt haben.

Schwierig, schwierig, also ich weiß nicht, wie die das hinbekommen. Wenn ich die Jurykommentare (durch die Ohrenschmerzen) korrekt mitbekommen habe, wurde schon sehr genau auf Details geachtet. Was sollen die Kandidatinnen dann machen, um nicht rauszufliegen? Auf Nummer sicher gehen, den einfachen Weg mit Material und Modell wählen oder Beeindruckendes leisten?

In der zweiten Folge blieb mir auch etwas mehr Zeit, mich mehr in die KandidatInnen zu verlieben, Lieblinge zu wählen. Habt ihr schon Lieblinge? Mein Eindruck ist, dass Neil schon ein ziemlicher Favorit der Jury ist, aber mein Liebling ist er nicht. Ich kann einfach das hässliche Kleid mit den Fenstern am Bauch aus der ersten Folge, das auch noch "Garment of the week" wurde, nicht verzeihen. Ich mag Lorna, sie hat einfach viel Näherfahrung. Ich glaube, sie kann sich sehr gut einschätzen, was sie wie schnell kann und das macht sie ruhig und ihre Arbeit qualitativ hochwertig. Ob sie allerdings überraschen kann? Am sympathischsten finde ich die junge Näherin mit dem roten Bob, deren Namen ich gerade nicht erinnere. Aber vielleicht mag ich auch einfach ihre Klamotten und ihren Geschmack. Habt ihr auch das Gefühl, dass die Männer ein bisschen zu sehr gefeiert werden? Es gibt auch noch viele Kandidatinnen, die ein bißchen farblos rüber kommen, über die es schwierig ist, etwas zu sagen. Amanda zum Beispiel oder Neela. Und Paul kann ich überhaupt nicht einschätzen. Wieder ein "Garment of the week", dass ich im Gegensatz zur Jury furchtbar fand, ein Mädchen-Elefant mit Tütü. Nun ja, das Herzchen im Rüssel war nett, aber sonst?! Ich kann überhaupt nicht einschätzen, ob Paul wirklich gut nähen kann - aber kann ich das überhaupt bei den anderen? Wir bekommen immer nur so kurze Sequenzen zu sehen...

Trotzdem ich bin amüsiert! Ich bin erfreut! Ich finde es einfach großartig, dass es eine Nähsendung im Fernsehen gibt. Es wäre einfach wunderbar, wenn noch mehr Menschen sich inspiriert fühlen und ermutigt werden, es auch mal mit diesem so bereicherndem Hobby zu versuchen!

Während der Livesendung zu twittern, finde ich ganz schön anstrengend. Deswegen meine Einladung an euch: macht es euch hier gemütlich und lasst uns ein wenig über die aktuelle Folge plaudern. Ich bin gespannt, was euch noch so aufgefallen ist. 


Donnerstag, 5. Februar 2015

Sewing Bee auf BBCtwo - 3. Staffel, erste Folge ACHTUNG SPOILER

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ACHTUNG SPOILER

Wer die erste Folge der dritten Staffel der Sewing Bee noch schauen will und nichts vorher wissen will, darf diesen Text jetzt noch nicht lesen!


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Meine Güte, war das aufregend! Ich war voller Vorfreude, die 3. Staffel Sewing Bee dieses mal schon live sehen zu können. Dank Frau Füßchenbreit kannte ich die App "filmon" und dank appletv überträgt das ipad sogar auf den großen Fernseher. Und da Donnerstags etwas auf anderem Programm läuft, was der Gatte im Gegensatz zu mir liebt, haben wir sowieso getrennte Räume. Die Chancen standen also gut.

Ich nähte ein wenig an Schlübber3 herum, ließ im Hintergrund die Antiquitätensendung auf BBC2 laufen, die vor der Sewing Bee kommt und erfreute mich am British English. Dann ging es los. Da die #nähnerds dabei live twitterten, fand ich es nicht ganz so erholsam, aber dafür unterhaltsam. Mein Stream hing auch ein paar Sekunden hinterher, aber das fand ich nicht so schlimm. Leider konnte ich die zweite Aufgabe nicht sehen. Exakt nach 30 Minuten live fernsehen, konnten wir Nähnerds in Deutschland auf einmal BBC2 nicht mehr empfangen und erst 10 Minuten vor Schluß ging es wieder.

Die erste Aufgabe war eine einfache Hose aus Baumwolle mit nahtverdecktem Seitenreißverschluß und einem mit Schrägband verstürztem Bund. Drei Stunden Zeit fand ich jetzt als Einstieg auch ok, aber wahrscheinlich unterschätzt man als Zuschauerin auch den empfunden Zeitdruck während so einer Prüfungssituation. Ich fand es spannend, was die Jury bewertete und stellte fest, dass auch andere den Reißverschluß nicht immer 100% oben an den Bund bekommen. Oben der Bund sollte nicht leiern - wie bekommt man das hin? Ordentlich zuschneiden? Oder nachträglich anpassen an der Puppe? Ich glaube, der hätte bei mir auch ein bißchen geleiert. Was genau bezüglich des Bügelns kritisiert wurde, habe ich nicht verstanden, aber anscheinend ist es wichtig :-) Das ist ja auch eher etwas, was ich gerne mal vernachlässige oder schludrig erledige. Aber wenn ich jetzt schon handsaumaffin bin, könnte ich ja auch mal ordentlicher bügeln üben....

Wie gesagt, die zweite Aufgabe habe ich nicht sehen können. Da ging es um die Veränderung eines Jeanshemdes. Am Schluß sah ich, dass da irgendjemand nen Tüllrock drangenäht hat. Naja, kann man machen. Aber diese "kreativen" Aufgaben finde ich ohnehin nur mäßig spannend.

Die dritte Aufgabe hätte ich gerne genauer gesehen. Wenn ich es richtig verstanden habe, haben die KandidatInnen einen eigenen Kleiderschnitt mitgebracht und ihn dann auf das Modell angepasst. Das finde ich ja am spannendsten. Ich glaube, wir können alle einigermaßen auf unseren Körper anpassen, aber es ist ja total aufregend, so eine Anpassung auch mal für jemand anderen zu machen. Für eine andere Frau habe ich noch nie ein Kleid genäht (warum auch?!), aber so zum Lernen stelle ich mir das schon spannend vor, den anderen Körper genau zu studieren und zu überlegen, was da gemacht werden muß. Ich hätte vermutlich nur nicht die Motivation, dies dann auch zu nähen. Sowas fände ich für ein Nähkränzchen mal spannend im Sinne von "ich schneide dir ein Kleid zu und mache dir die Änderungen, aber du nähst es" und dann gegenseitig. Da kann frau bestimmt ne Menge lernen.

Die Jurykommentare fand ich ok. Erstaunlich fand ich, dass fast alle Kleideroberteile am hinteren Rücken zu lang waren!

Erstaunlicherweise gab es 4 Männer. Wo haben die die nur aufgetrieben? Die KandidatInnen sind eine bunte Mischung, das ist schön. Ich finde es nur ein bißchen aufdringlich, dass die eine so als extrem ehrgeizig dargestellt wird. Ist das gescriptet? Vermutlich.

Ach, es wäre zu schön, wenn es die dritte Staffel wieder auf Youtube gäbe, um sie in Ruhe anzusehen. Das live Schauen und dabei twittern hat zwar auch was (wenn es denn geht), aber ich würde die Sendung gerne mehr genießen und mehr nebenher lernen. Da es auf englisch ist, muß ich schon genau hinhören, um möglichst viel zu verstehen.

Aber grundsätzlich "tolltolltoll" ich finde es unheimlich super, dass es eine Nähsendung im Fernsehen gibt und das in der dritten Staffel. Großartig! Und nach dem Casting-Aufruf im Sommer, haben wir ja berechtige Hoffnungen, dass es das vielleicht auch irgendwann in Deutschland geben wird. Hach! <3

Was ist euch aufgefallen? Wie hat euch der Beginn der dritten Staffel gefallen? Hättet ihr auch Lust, mal bei sowas mit zu machen? Und die allerwichtigste Frage: wie findet ihr den Schnorres von Patrick Grant?

Der HosenHerbst



Etwas verschämt komme ich jetzt zu einem Thema, auf das ihr bestimmt schon länger wartet. Der HosenHerbst. Was ist eigentlich mit dem noch ausstehenden HosenHerbst-Finale?

Wir ihr euch denken könnt, ist meine Leidenschaft und Neugierde zum Thema Hosen abgekühlt, nur so erklärt sich, warum mir das Thema in den letzten Woche durchrutschte. Die Hose, die ich nähte, mag ich nicht tragen und die Jeans, von der ich träumte, mag ich nicht nähen. Dies ist ein privater Blog, insofern erlaube ich mir das Bloggen nach dem Lustprinzip. Aber doof ist es trotzdem!

Ich entschuldige mich dafür, dass ich euch hängen gelassen habe! Es tut mir leid. Das war doof von mir.

Aber erstens gehört sich das nicht, was anzufangen - und dann auch noch mit Leuten zusammen - und es nicht ordentlich zu Ende zu bringen, zweitens haben mir für das Finale noch zwei Leute einen Gefallen getan und es wäre schäbig, das nicht zu veröffentlichen und drittens wird es bestimmt irgendwann Frühling und die Übergangszeiten sind bekanntlich Hosenzeiten, wenn wir alle irgendwann partout keine Lust mehr auf Strumpfhosen haben.

Was tun? 

Höflich und logisch wäre es, wenn ich das Thema schon anspreche, möglichst schnell einen Finaltermin anzuberaumen, damit alle stolzen Hosennäherinnen ENDLICH ihre Ergebnisse zeigen können.

Doch ich werde es anders machen. Ich bin ja immer sehr an Trageerfahrungen interessiert. Neue Sachen zu zeigen ist ne schöne Sache, aber rückblickend zu sagen "ja, das Ding mochte ich weil..." oder "öhhmmm, irgendwie habe ich das Ding nie angezogen, vermutlich weil...." ist eigentlich viel spannender. In diesem Sinne und in Hinblick auf die Übergangsjahreszeit, ernenne ich nun heute ganz offiziell den

                               21. März zum "HosenFinale"

Der Frühlingsanfang soll unser Finaltag sein - mit oder ohne Strümpfe! Von der Übergangsjahreszeit in die Übergangsjahreszeit!

Alle, die Lust haben, noch in den nächsten Wochen eine Hose zu nähen sind herzlich eingeladen diese zu zeigen und alle anderen, die im Laufe des Hosenherbstes mitgenäht und mitgebloggt haben, sind herzlich eingeladen, nicht nur ihre Werke zu zeigen, sondern auch von den Tragerfahrungen zu berichten und ein (vorläufiges) Resumee zum Hosenähen zu ziehen. Die Linkliste vom 1. Dezember werde ich am 1. März noch mal reaktivieren, so dass eure Beiträge dort weiterhin enthalten sind. Solltet ihr Neues ergänzen wollen, verlinkt euch gerne noch einmal. Die Linkliste wird dann vom 1. bis 5. März geöffnet sein.

Und ich gelobe hoch und heilig, die Jeans, die ich erträumte, wenigstens versuchen zu nähen, auch wenn ich von deren Erfolg (im Sinne von steht mir, mag ich tragen und kann mich noch gut genug an den Traum erinnern) nach bisherigen Erkenntnissen nicht überzeugt bin.

Ich hoffe, ihr seid gnädig mit mir, verzeiht mir und seid zum Frühlingsanfang mit Hosenstories dabei. Ich freu mich drauf!

Mittwoch, 4. Februar 2015

MMM schon etwas frühlingshaft




Endlich ist mein Blümchen-Shirt vom Nähkränzchen Anfang des Jahres fertig. Ich Intelligenzbestie hatte den Halsausschnitt, den ich beim Ringelshirt größer schnitt, nicht am Schnittmuster geändert und dementsprechend mußte ich auch beim Blümchenshirt den Halsausschnitt noch mal machen. So gefällt er mir jetzt aber. Ich bin wirklich erstaunt, was ein etwas fraulicherer, größerer Ausschnitt mit einem Shirt aus "Kindermuster" macht.



Ob das Shirt und ich Freundinnen werden hängt maßgeblich davon ab, ob mir einfällt, was ich dazu anziehen könnte. Ich stelle fest: wenn ich mich für gemusterte Oberteile interessiere, dann sollte ich vielleicht ein paar einfarbige Röcke dazu nähen. Aber der Rote geht ja immer.

Das Experiment "Baumwolljersey" finde ich immer noch immens spannend. Dieser Jersey fühlt sich sehr schön an, ich bin allerdings immer wieder in Versuchung zu sagen, dass ich ihn "zu kindlich" finde. Letztlich denke ich aber, dass es von Kombination mit anderen Kleidungsstücken und Styling abhängt, ob so ein Muster geht - oder von der Stimmung. Ich bin gespannt, wie sich mein Experiment weiter entwickelt.



Da es noch etwas kühl ist, trage ich eigentlich die meiste Zeit darüber die rote Kauf-Strickjacke. Aber so fällt das Kennenlernen von mir und dem Shirt leichter.

Schnitt: Stoff und Stil
Änderungen: Ausschnitt vergrößert und mit Jerseystreifen genäht.
Stoff: Baumwolljersey von Stoff und Stil

Das pikante am Outfit: selbstgemacht ist nicht nur das neue Shirt, der rote Rock, sowie der Unterrock, sondern auch noch ein zum Shirt passender Schlübber.



Das Schöne: Da ich letztens auf den Geschmack zum Handnähen gekommen bin, habe ich die Ärmel und den Saum mit der Overlock gesäumt und den Säume per Handnaht befestigt und finde das wunderbar!

Mehr selbstgemachte Outfits an echten Menschen, findet ihr wie immer Mittwochs auf dem Me Made Mittwoch Blog, heute mit der wunderbar winterlichen Wiebke als Gastgeberin, mit einem seitennahtmusterperfekten Reisekleid, dass mich vom Schnitt her sehr an mein Anlasskleid erinnert, dass ich unbedingt auch mal wieder anziehen sollte.