Donnerstag, 27. November 2014

Die HosenHerbst Linkliste ist noch mal geöffnet

Hallo allerseits. Eben fiel es mir siedendheiß ein, dass ich euch ja versprach, jeweils am Ende des Monats, noch mal die Linklisten zu öffnen. "Aus Gründen" wie es oft so schön auf Twitter heißt, bin ich heute geizig und es gibt nur eine Linkliste. Das muß reichen. Und für alle, die jetzt auch hektisch werden: das große Finale ist erst Ende Dezember!

Montag, 24. November 2014

Nur Text

Eigentlich, ja eigentlich bin ich derzeit sehr fleissig am Nähen und nutze jedes kleine Zeitfenster, das sich ergibt. Nur mit den Fotos zum zeigen ist es um diese Jahrzeit schwierig, ihr kennt das ja.

Aber irgendwann, dann zeige ich euch den Hosenrock, der nur noch gesäumt werden muß (wenn ich jemand gefunden habe, der mit mir die Länge bespricht und absteckt), oder die Hose, die ich für  meinen Mann genäht habe. Und irgendwann wird vielleicht auch meine HosenHerbstHose fertig sein.

Der Grundschnitt hatte ewig gedauert, weil ich dauernd den Kurs verschieben mußte. Erst hatte ich keine Zeit für die Hausaufgaben, dann keine Zeit für den Unterricht. Aber jetzt ist der Grundschnitt, nach zwei Probehosen, fertig und ich habe schon eine richtige Hose aus feinem Wollstoff zugeschnitten und angefangen zu Nähen. Ob ich es bis zum 1.12. schaffe, steht noch in den Sternen. Aber der HosenHerbst geht ja bis Ende Dezember. Bis dahin schaffe ich es ganz bestimmt. Und dann muß ich auf jeden Fall endlich mal wieder ein Kleid nähen. Ich weiß ja schon gar nicht mehr, wie das geht! 

Montag, 17. November 2014

Weihachtskleid Sew Along - Teil 1



Ich rang mit mir, bezüglich des Weihnachtskleid Sew Alongs, aber das gehört vermutlich dazu. Eigentlich habe ich keine Zeit, denn zum Beispiel die Hose für den HosenHerbst ist noch nicht mal begonnen! Aber andererseits kann ich mich schon gar nichtmehr daran erinnern, wann ich überhaupt das letzte Kleid genäht habe und finde, es ist mal wieder an der Zeit.

Geplant sind konkret zwei Kleider, die ich zumindest diesen Winter nähen will, ohne mir jetzt schon all zu viel Zeitdruck zu machen: das "Bürokleid" B6018 aus grauem Tweed und ein Frau-Kirsche-Kleid aus der rotkarierten Version des Stoffes, aus dem ich schon mal ein blaukariertes Hemdblusenkleid nähte. Vermutlich wird das rotkarierte Kirschenkleid das Weihnachtskleid, weil es


  • ein überschaubares Projekt ist, das in der Zeit zu schaffen ist
  • ich froh bin, dass ich endlich weiß, was ich aus dem Streichelstoff nähen will. 
  • der Stoff nicht ganz so wärmt, wie der Tweed und es Weihnachten immer so heiß her geht. 
  • und rot so schön weihnachtlich ist. 


Aus Zeitmangel werde ich also vermutlich die nächsten Sew Along Termine schwänzen und bei Gelegenheit wieder einsteigen. Stoff habe ich schon und die einzige Herausforderung ist nur "nur noch", einen neuen Kleidergrundschnitt zu erstellen, bei dem der Brustpunkt 4 cm weiter oben liegt, damit ich mit dem neuen Untendrunter neue Kleider nähen kann.

Mehr Weihnachtskleidprojekte gibt es auf dem Me Made Mittwoch Blog, auf dem den diesjährigen Weihnachtskleid Sew Along die liebreizenden Nähfreundinnen Dodo und Frau Kirsche anführen.

Achsoooo, die alten Weihnachtskleider fehlen ja noch!

Weihnachten

2013


2012 musste ich vorzeige aufgeben und habe das Kleid dann erst Anfang des Jahres genäht



2011


Alles uni und aus Jersey. Da wird es Zeit, dass ich mal ein gemustertes Weihnachtskleid aus Webware nähe!

Donnerstag, 13. November 2014

Neuigkeiten aus der Nähnerd-Welt: der Weihnachtskleid Sew Along und der neue Nähpodcast



In der Nähnerd-Welt wird es einfach nicht langeweilig. Ich bin extrem entzückt, dass immer wieder neue gute Ideen das Tageslicht erblicken und mache auch gerne ein bißchen Werbung dafür.

Gestern habe ich schon darauf hingewiesen dass die Frau mit der wirklich eindrucksvollen Nahtzugabe, Muriel von Nahtzugabe_5cm, auf die grandiose Idee gekommen ist, einen Nähpodcast zu initieren. Aber nicht nur das! Sie hat sich in die bestimmt verzwickten technischen Voraussetzungen eingearbeitet, verschiedene Nähnerds kontaktiert und sich auch mit interessanten Fragen gründlich auf die Interviews, die sie mit wechselnden Partnerinnen führen wird, vorbereitet. Hut ab! Ich finde es großartig und sage DANKE!

Was ist eigentlich ein Podcast? Ein Podcast ist so ähnlich wie eine Radiosendung oder Fernsehsendung, in diesem Falle "nur" Ton, kann aber zu jedem beliebigen Zeitpunkt gehört werden. Ihr könnt ihn direkt vom Blog von Frau Nahtzugabe5cm starten oder aber auch herunterladen. Wenn ich es recht verstanden habe, bedeutet Podcast auch, dass es sich nicht nur um einmalige Gelegenheit handelt, sondern dass eine lockere Reihe von Interviews geplant ist - sollten sich genügend Menschen dafür interessieren - die dann auch abonniert werden können. Und das ganze ist gratis!

Ich war sehr berührt davon, den ersten Podcast anzuhören, in dem Frau Nahtzugabe5cm Frau drehumdiebolzeningieur interviewt. Es fühlt sich an, als würden wir zusammen Kaffee trinken (nur, dass ich nicht meinen Senf dazu geben kann) oder zusammen nähen. Sie sitzen neben mir und erzählen mir etwas. Obwohl ich beide Blogs schon seit Ewigkeiten lese, habe ich eine ganze Menge Dinge erfahren, die ich noch nicht von den beiden wusste. Mein Bild der Menschen hinter den Blogs ist präziser geworden, es fühlt sich gleich noch ein bisschen vertrauter an - obwohl wir uns noch nicht "in echt" getroffen haben.

Früher, als ich noch nicht genäht habe, waren mir Menschen mit einem Hobby etwas suspekt. Diese extreme Faszination für ein Thema! Ich hatte Menschen vor Augen, die in ihrem Hobbykeller für Stunden und Tage verschwanden und nichts Interessantes zu erzählen haben, weil ihnen außer ihrem Hobby nichts einfällt. Für Außenstehende ist natürlich etwas strange - aber wer im Thema drin ist, kann sich eigentlich nichts schöneres vorstellen, als über das Thema mit Gleichgesinnten zu reden. Da das, aufgrund unserer räumlichen Distanzen nicht immer so einfach möglich ist, ist ein Podcast ein nette Möglichkeit, das Flauschgefühl heraufzubeschwören, obwohl diverse Kilometer zwischen und liegen.  Hört auf jeden Fall mal in den ersten deutschen Nähpodcast rein - es lohnt sich!

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Oben seht ihr das Logo des diesjährigen Weihnachtskleid Sew Alongs. Das ist ja mittlerweile schon eine schöne Tradition in der Nähnerd-Welt, sich etwas besonders schönes zum Jahresende zu nähen. Ein Anliegen der Me Made Mittwoch Crew ist ja, Frauen dazu zu ermuntern,  mehr zur "selfish seamstress" zu werden, also "für euch" statt nur für andere (meist die Kinder) zu nähen und das ohne ein schlechtes Gewissen dabei zu haben - daher auch der Name "Me Made Mittwoch". Gerade in der Vorweihnachtszeit sind viele von uns extrem gestresst, weil sie für andere ein schönes Weihnachtsfest organisieren wollen. Das ist eigentlich ein schöner Plan, aber gerade dann, wenn die Wellen besonders hoch sind, finde ich es nützlich, immer mal ein paar Minuten freizuschaufeln, um etwas "für mich" zu machen. Sich selbst ein Weihnachtskleid - oder auch ein Weihnachtsnachthemd etc.., Hauptsache in "besonders schön" - ist eine schöne Jahres-End-Belohnung und schafft kontemplative Ruhe und Entspannung.

Für mich war mein erstes Weihnachtskleid damals 2011 auch gefühlt der Anfang meiner Kleidernäherei, die mittlerweile zur Gewohnheit geworden ist. Ich bin aber dankbar für den Schubs, denn ich durch den Sew Along bekommen habe. Jedes Jahr überlege ich, ob ich nicht auf den #WKSA verzichten sollte, weil ich ja ohnehin dauernd Kleider nähe. Aber wahrscheinlich wird es auch dieses Jahr so sein, dass ich zögere und dann doch mit mache, weil es einfach eine schöne Aktion ist und es so wunderbar ist, an Weihnachten die virtuelle Modenschau zu bestaunen und sich damit ein wenig aus der familiären Aufregung zurück zu ziehen. In sofern kann ich nur jede ermuntern, sich ein Weihnachtskleid zu nähen - gerade auch diejenigen, die vielleicht sonst wenig Kleider tragen oder nähen. Gönnt euch was! Am Sonntag geht es los!

Mittwoch, 12. November 2014

Rosaroter MMM - ich darf das!



Heute gibts bei mir wieder nix neu genähtes am Me Made Mittwoch zu sehen, aber neben viel Links ein Outfit, was ich sehr mag und euch zeigen möchte. Als ich gestern die Plus Size-Bloggerin missBartoz auf einen ausführlichen und inspirierenden Plausch traf, trug ich Rosarot. Nicht jeder Tag ist ein Tag für Rosarot, aber als ich mich morgens im Spiegel betrachtete und mich fragte, ob ich es gerade ok finde, als "erdbeerroter Feuermelder" das Haus zu verlassen, dachte ich "ich darf das" und fand, dass das passt; denn "ich darf das" ist das Motto der lesenswerten Beiträge zum Thema Selbstermächtigung von missBartoz.

Von mir gibts nur heute nur noch die Auskunft, dass der rote Lieblings-halber-Teller-Rock (nach eigenem Schnitt) selbstgenäht ist, aber das wisst ihr ja schon, weil ihr ihn schon oft gesehen habt. Das rosarote Shirt und der Rest ist gekauft. Für alle, die auf der Suche nach guten Strumpfhosen, auch für dicke Frauen, sind - die gibts bei ZE und AA. Mehr wunderbare selbstgemachte Outfits an echten Menschen gibt es wie immer Mittwochs auf dem MMM-Blog, heute mit der gar nicht biederen Gastbloggerin Nastjusha von minervas Pool. Selbst zu nähen macht eben aus jeden Kleidungsstück etwas ganz Besonderes!

Und sonst so? Gestern hatte ich einen interessanten Beitrag zum  Thema BHs geschrieben, aber der allerneuste Schrei im Näh-Bloggerinnen-Land ist der Näh-Podcast von Muriel von Nahtzugabe5cm mit einem Interview mit Miriam drehumdiebolzeningenieur. Hören!

Dienstag, 11. November 2014

Untendrunter



Seit ein paar Wochen habe ich neue BHs. Darüber wollte ich schon länger mal schreiben, aber irgendwie hatte ich noch kein Resümee. Heute versuche ich es mal.

Das Vorhaben, in ein gutes Wäschegeschäft zu  geben und mich beraten zu lassen, hatte ich schon länger. Mir wurde über twitter von der bh-lounge aus Hannover der hamburger Laden "Curvy Shapes" am anderen Ende der Stadt empfohlen und es brauchte einige Zeit, bis ich mir ein Zeitfenster freischaufeln konnte, um dort hinzufahren und mich möglichst ohne Zeitdruck beraten zu lassen. Die Beratung anstrengend aber toll! Ich probierte ca. 15 BHs an und kaufte anschließend zwei Modelle. Meine neuen BHs haben eine komplett andere Größe als die Alten: Der Brustumfang ist zwei Nummern kleiner und die Körbchengröße drei Größen größer.

Obwohl ich toll finde, was diese Größen- und Modelländerung bewirkt, trugt ich die BHs in den vergangenen Wochen nur wenig. Zwei Größen kleiner im Brustumfang bedeutet, dass der BH alles andere als ein komfortables Kleidungsstück ist. Es drückt, es fühlt sich sehr ungewohnt an und es gibt Striemen. Aber es sieht toll aus! An das Gefühl, die Brüste quasi unter dem Kinn stehen zu haben, gewöhnt frau sich schnell. Der Blick in den Spiegel bestätigt, dass der Körper wesentlich besser proportioniert ist und einfach besser aussieht. Ich vermeide es eigentlich von "schlank" zu sprechen, weil ich das als Schönheitsziel ablehne, aber ich sehe in der Tat schlanker aus. Meine Taille ist besser zu erkennen und der Körper wirkt gestreckt und eben wohlproportioniert. Auf dem Bild mit dem T-Shirt könnt ihr das gut erkennen. Oben seht ihr den Vergleich das gleiche T-Shirt - allerdings von den Änderungen - mit einem alten, bequemen BH links und mit neuem BH und geändertem Ausschnitt rechts. Ok, ich gebe zu, Pose und Licht sind rechts auch besser, aber man sieht den Unterschied, finde ich. Welten, oder?

Ich trug die neuen BHs auch deswegen erst einmal wenig, weil ich sie nur mit Jersey tragen konnte. Alle schönen Kleider, die ich mir in den letzten Monaten aus Webware genäht habe, passen nicht mehr, weil mit den neuen BHs der Brustpunkt höher liegt und dementsprechend kein Platz für die Brüste in der entsprechenden Höhe vorgesehen ist. Unter Jerseykleidern sieht es super gut aus, allerdings trage ich Jerseykleider oft dann, wenn ich "in schicker Jogginghose unterwegs sein will" - dann neige ich auch dazu, mich für den bequemen BH zu entscheiden.

Mittlerweile besitze ich noch zwei weitere BHs in der neuen Größe und bin daran, einen neuen Grundschnitt zu konstruieren. Von den vier neuen BHs sind zwei einigermaßen bequem zu tragen, die andern beiden Modelle machen allerdings eine noch bessere Figur. Ich nutze jetzt die zwei Mittelbequemen, um mich das neue Tragegefühl zu gewöhnen und denke, dass die anderen beiden einfach noch ein bisschen Zeit brauchen. Und ich brauche nun Zeit, um mir neue Kleider zu nähen!

Obwohl das natürlich total doof ist, wenn die alten Kleider nicht mehr passen, kann ich jeder Frau nur empfehlen, sich immer mal gut beraten zu lassen. Dieses Darunter kostet einen Haufen Geld, aber ich finde die Wirkung wirklich unglaublich. Und genau, wie ich nun schicke BHs und bequeme BHs habe, besitze ich auch Klamotten für solche und solche Tage. Das passt schon.

edit:
Mehr Infos zum Thema findet ihr übrigens im Forum Busenfreundinnen.net

edit:
Haben eben erfahren, dass es im Auktionshaus auch BH-Verlängerungen mit 3 Haken gibt und natürlich sofort bestellt.



Donnerstag, 6. November 2014

FrauCrafteln denkt über Shirts und Größen nach

Als ich vorgestern meinen Me Made Mittwoch Post schrieb erwähnte ich, dass ich "das Shirt eine Größe kleiner zuschnitt, als es die Maßtabelle vorgab". Ich glaube, dazu muß ich noch mal was schreiben.

Ich war schon ewig nicht mehr in dicke-Frauen-Läden und kann insofern nicht beurteilen, was missBartoz schreibt, dass sich das Angebot an Plus-Size-Klamotten in den letzten Jahren signifikant verbessert hätte. Ich kann mich nur noch daran erinnern, dass ich die Klamotten, die ich früher dort kaufte, nie mochte. Mein wichtigster Kritikpunkt, das was mir am meisten Unwohlsein verschaffte, waren noch nicht mal der Style, die frischen Farben und die flotten Muster. Was mich am meisten störte war, dass die wenigsten Modell nicht richtig, also richtig-richtig tailliert waren. Wenn ein Oberteil obenrum am Busen passte, dann hing der Stoff senkrecht runter bis zu Bauch und Hüften. Genau das sah dann so "litfasssäulig" aus.

Obwohl ich seit früher Kindheit von "Wespentaillen" und Dirndlschnitten träume, geht es mir gar nicht um die Wespe. Ich finde, es ist gar nicht nötig, dass eine Taille ein Idealmaß hat. Aber ich mag eben ein bißchen Sanduhr. Ich mag es, wenn bei wenn-schon-Busen und wenn-schon-Po dazwischen eine Unterbrechung ist. Dass dicke Frauen dann irgendwie auch wenig Gürtel-Vorbilder haben macht es nicht besser. Liegt es daran, dass es zu wenig schöne, längere Gürtel gibt? Oder liegt es daran, dass wir jahrelang dachten, dass uns Frauen mit Format nicht steht. Wahrscheinlich liegt es daran, dass es immer um das verdammte Kaschieren geht. Nur nicht sichtbar werden, nur nichts betonen! Das einzige, was dicke Frauen betonen dürfen, ist das Decoltée - aber ehrlich gesagt, mag ich gar nicht dauernd ausladendes, nacktes Fleisch sehen und tragen. Das ist mir zu sexualisiert. Ich mag auch manchmal einfach gut aussehen, ohne sexy zu sein.

Zurück zum Shirt. Irgendwann in den letzten Jahren habe ich damit begonnen, T-Shirts nicht mehr im Große Größen Sortiment zu kaufen, sondern bei den normalen Klamotten. In diesem Fall entschied nur noch die Größe des Armloches und die Länge des Shirts, ob ich mich darin wohl fühlte oder nicht. Aber endlich gefiel ich mir in Shirts! Natürlich durften sie nicht zu eng sein und wie ich schon schrieb, empfinde ich bei engen Shirts Viscosejersey als zu röllchenbetonend, aber so lange das Shirt gut geschnitten ist, darf es in meinen Augen auch eng sein, wenn es zum Gesamtoutfit passt. Untenrum weit, also weite Röcke und weite Hosen gehen einfach nicht mit einem weiten Oberteil - sonst Littfasssäule.

Entgegen der aktuellen Mode weigere ich mich, große Shirts anzuziehen, weil ich der Meinung bin, dass mir die engen Shirts einfach besser stehen. Wie gut, dass ich nähen kann und wie schön, dass ich das Shirt nähen letztens für mich entdeckte und mich damit unabhängig von Kaufshirts machen kann, die unter den Achseln kneifen. Ich weiß, es gehört ein bißchen Mut dazu, zu engen Klamotten zu greifen, wenn frau mehr auf den Rippen hat, aber ich kann allen nur Mut machen, mal mit engeren Shirts zu experimentieren und die Courage aufzubringen, einfach mal ne Nummer kleiner zu kaufen oder zu nähen.

Mittwoch, 5. November 2014

Privat MMM als Modell



Letztens sprach ich noch von Baumwolljerseyliebe, jetzt zeige ich euch das Shirt. Ich brauche zwei Anläufe, um es zu nähen, doch jetzt bin ich sehr zufrieden und gelobe hoch und heilig, aus Viscosejersey nur noch Kleider statt Shirts zu nähen. Baumwolljersey geht viel einfacher und sieht viel besser aus (wenn es nicht gerade ein Pyjamadesign ist), als  röllchenbetonender Viscosejersey.

Beim ersten Anlauf war das Shirt zu kurz, denn ich hatte schlichtweg zu wenig Stoff gekauft und der Ausschnitt gefiel mir nicht. Da ich aber die Qualität dieses Rippenjerseys so angenehm finde und die roten Ringel genau zu meinen Stiefeln passen, gab ich dem Shirt eine zweite Chance, kaufte Stoff nach, verlängerte es unauffällig (es fehlten nur die paar Zentimeter in der Hose, die es angenehm machen), schnitt den Ausschnitt gefälliger und nähte einen Jereystreifen an den Ausschnitt, statt wie im Schnitt vorgeschlagen, den Saum nur einmal umzudrehen.




Schnitt: Stoff und Stil
Stoff: Baumwolljersey Stoff und Stil
geändert: Ausschnitt vergrößert, andere Saumabschluß am Ausschnitt und Schnitt eine Größe kleiner genommen als es die Maßtabelle vorschlug
interessant finde ich, dass der Brustabnäher - auch mit Streifen - gut funktioniert.
Ansteckblume: aus dem Jeansjersey nach dieser Anleitung

Warum ich euch dieses Outfit heute auch zeige? Am Sonntag findet bei Stoff und Stil in Halstenbek ein verkaufsoffener Sonntag statt, inklusive Modenschau um 13 Uhr. "Modells" sind Angestellte der Filiale und da ich dazu auch stundenweise gehöre, war ich doch etwas irritiert, über den ursprünglichen Plan, nur Outfits in Größe 38 zu zeigen. Ich hatte wirklich nicht vor, mich auf dem Laufsteg zum Affen zu machen unbedingt bei der Modenschau mitlaufen zu wollen, aber ich finde, ich muß es einfach, weil es wichtig ist, dass die Vielfalt an Ausdrucksformen des menschlichen Körpers auch bei der Modenschau sichtbar ist.


Ich finde es klasse, dass die Dekorateurin der hamburger Filiale (die liebe Claudia, mit der ich bei der Arbeit immer ganz viel ratschen muß bei der ich mich immer so freue, sie zu sehen) auch Plus-Size-Puppen anzieht und im Eingangsbereich ein großes Bild eines Plus-Size-Modells hängt, also nahm ich allen Mut zusammen und sagte "ja" zur Teilnahme an der Modenschau (und bequatsche Claudia, es für den guten Zweck auch zu tun). Da die Auswahl an Großen-Größen-Schnitten im Stoff und Stil Repertoire noch begrenzt ist, habe ich noch nicht allzu viel nach diesen Schnitten genäht. Deswegen trage ich mein einziges stoffundstilechtes Outfit: das Große-Größen-Shirt und dazu die Haremshose. die so wenig Passformansprüche hat, dass sie allen passt. Mir geht es nicht darum, Werbung für den Laden zu machen, denn kennt sowieso jede Nähnerd, mir ist es nur wichtig, dass Große Größen ganz normal bei Modenschauen mitlaufen, statt wenn überhaupt, eine eine Veranstaltung zu bekommen. Ich laufe für alle Frauen, die nicht in eine 38 hineinpassen. Falls ihr kommt, sprecht mich ruhig an. Ich freue mich immer, Leserinnen zu treffen.

Die Modenschau nahm ich auch als Anlass, die krasse Bux, die ich Ende September schon mal beim MMM zeigte,  noch mal zu ändern. Ich schnitt den Bund noch einmal ab und verteilte die Kräusel etwas schöner. Statt über den ganzen Bundverlauf zu kräuseln, sparte ich an den Seiten jeweils 16 cm aus, so dass die Kräuselung nun nur an Bauch und Po ist. Ich finde es besser so: 1. muß ich mich nicht noch zusätzlich seitlich verbreitern und 2. ist es ja nur weniger Kräuselung, weil ich den Bund der Hose verbreitert hatte. So ist es viel mehr so geworden, wie es im Schnittmuster vorgesehen ist.

Schnitt: Haremshose Stoff und Stil
Stoff: Jersey, der wie Jeans aussieht von Stoff und Stil
Änderungen: 12 cm verlängert, Bund verbreitert, Kräusel an den Seitennähten ausgespart und Gummi in den Bund eingezogen.

Zurück zum Me Made Mittwoch. Ich verlinke mich heute nicht in der Linksammlung echter Menschen in selbstgemachter Kleidung, weil mein Beitrag heute Werbung enthält. Dodo zeigt als heutige Gastbegerin auf dem MMM- Blog sowieso ein viel schöneres Outfit als ich. Aber schauen, was ihr so tragt, mache ich natürlich heute Abend und freue mich schon drauf.

Samstag, 1. November 2014

HosenHerbst - Passform II: Mängel erkennen (und beheben)



Und schon ist es November! Zeit für ein neues Monatsmotto unseres gemeinsamen HosenHerbstes:

November
1. November 2014: Passform II - Mängel erkennen und beheben

Wie sitzt die neue Hose? Wo gefällt sie mir noch nicht? Was könnte ich an dieser Hose noch ändern? Was muß ich machen, damit das nächste Modell besser wird?

Das erneute Aufgreifen des Themas Passform hat für mich folgenden Grund: ich vermute mal stark, dass es das eine oder andere Passformproblem aufgetreten sein könnte, die eine oder andere etwas Zuspruch braucht und es Zeit ist, euch darin zu bestärken nicht aufzugeben. Aber was tun? Ich bin wirklich und absolut keine Hosen-Expertin und wundersamer Weise fand sich auch keine Gastbloggerin, die euch mit 1,2,3 Zaubertricks zum Ziel der perfekten Hose bringen könnte. Schade! Aber vielleicht ist genau das das Problem! Versuche ich es also, auf meinem Weg zu lösen.

Praktisch bin ich noch nicht sehr weit gekommen, im Hosenthema. Das liegt daran, dass ich nicht unbeschwert, frisch und fröhlich an das Thema herangegangen bin, sondern mir der Schwere und Kompliziertheit bewusst war. Nein, so ganz stimmt das nicht, denn ich habe ja zwei Hosen genäht, die ich tatsächlich auch trage. Genau genommen, habe ich mir einen Schleichweg aus der Hosen-Passform-Problematik genommen, in dem ich weite Jerseyhosen nähte. Das sind zwar Hosen, aber eben ohne Passform.

Aber theoretisch habe ich mich mit dem Thema Hosen und Passform beschäftigt. Ich habe gelernt, einen Grundschnitt für Hosen zu erstellen und mich auch damit beschäftigt, was bei großen Größen im Speziellen zu beachten ist. Ich habe die betreffenden Kapitel in "Maßschnitte und Passform" von Guido Hofenbitzer und "Perfekte Passform" von Sarah Veblen gelesen und seufzte. Das ist ne Menge Theorie und ne Menge Stoff - ist das wirklich für Nähnerds, die als Hobby und nicht als Wissenschaft nähen, überhaupt zu bewältigen? Ich sah Bilder von Körperformen und vorgeschlagene Möglichkeiten, diese bei Konstruktion oder Änderungen zu berücksichtigen: ihr wisst schon flacher Hintern, dicker Bauch etc....

In Sarah Veblens "Der große Fotoguide für die Perfekte Passform" fand ich dann einen Absatz, der meine Gedanken gut in Worte fasst.

"Ein Kompromiss zwischen Aussehen und Bequemlichkeit wird durch die unterschiedlichen Körpermerkmale im Stehen oder Sitzen bedingt. Im Sitzen ist die Körperrückseite von der Taille bis zu den Knien deutlich länger als im Stehen, die Körpervorderseite von der Taille zu den Knien ist hingegen viel kürzer. Um diese Längenveränderung am Rücken Rechnung zu tragen, muss die Passform am Oberschenkel, unter dem Gesäß und im Schrittt etwas locker sein. Möchten Sie diese Bereiche recht eng haben, besteht der Kompromiss darin, dass Sie unterhalb vom Gesäß einige waagrechte Stofffalten haben werden, die den zusätzlichen Stoff liefern, damit Sie sich hinsetzen können."

Ich glaube, genau darum geht es. Hosen sind immer ein Kompromiss, mal mehr und mal weniger. Vielleicht gibt es die perfekte Hose gar nicht, vielleicht erreicht oder findet frau sie durch Zufall, aber sobald ein neues Material ins Spiel kommt, ist sie möglicherweise nur schwer reproduzierbar.

Als ich über diesen Gedanken nachdachte, fiel mir auf, wie wir uns für Bilder im Nähblog mit unseren Kleidungsstücken fotografieren. In der Regel stellen wir uns irgendwo hin, versuchen unser schönstes Gesicht, ziehen vielleicht noch den Bauch ein wenig ein und hoffen auf ein gutes Foto. Stimmt doch, oder? Anschließend genießen wir das positive Feedback, dass netterweise in der Nähnerdszene üblich ist, obwohl wir wissen, dass wir nur einen Teil der Wahrheit gezeigt haben. Ob ein Kleidungsstück wirklich bequem, schön und praktikabel ist, stellt sich meist erst während längeren Tragens heraus. Bei mir zum Beispiel, gibt es manches enges Kleid oder engen Rock, die auf Fotos zwar super aussahen, die ich aber nicht mehr gerne trage, seitdem ich Fotos von mir in diesem Kleidungsstück sah, auf denen ich im Sitzen fotografiert wurde. Eine Zeitlang machte ich deswegen Me Made Mittwoch-Fotos zusätzlich im Sitzen, weil darauf aber meine Klamotten und ich nur maximal halb so schön aussahen wie auf den Fotos, bei denen ich vor der Klotür stehe, veröffentliche ich nur die Steh-Fotos.

Wenn wir uns nun diesen Monat mit Passformproblemen bei Hosen beschäftigen, hoffe ich, dass wir immer im Hinterkopf haben, dass es ein Kompromiss ist: ein Kompromiss zwischen Schönheit und Bequemlichkeit. Wenn ihr Hosen nähen wollt, in denen ihr auch sitzen oder fahrradfahren oder einfach leben wollt, dann kann es durchaus sein, dass ihr im Stehen eben nicht die perfekte Hose auf dem Foto seht. Es kann durchaus sein, dass es Falten gibt. Nun meine Frage: ist das ein Weltuntergang?

Jede für sich muss für sich ausloten, wo sie Kompromisse macht. Mir ist wichtig, euch Mut zur "nicht 100%igen Perfektion" zu machen. Ich bin sicher, dass eure Hosen (vielleicht auch erst die zweite oder dritte selbstgenähte) viel besser sind, als irgendwelche Kaufhosen! Das, was ihr mal als "die perfekte Hose" in der Erinnerung verklärt abgespeichert hattet, war vielleicht auch nur eine gefühlt perfekte Hose, weil sie eben einigermaßen gut war. Und wenn das schon ein paar Jahre her ist, dann fragt euch, ob ihr auch heute noch, mit dem, was ihr mittlerweile über Körperform, Passform, Material und Verarbeitung im Laufe des selber Nähens gelernt habt, diese Hose immer noch das Prädikat "die perfekte Hose" bekommen würdet.

Solltet ihr eine Hose genäht haben, die euch noch nicht glücklich macht, stellt euch mal folgende Frage: ist die selbst genähte Hose nicht perfekt oder möglicherweise euer Anspruch zu hoch oder gar unrealistisch? Ich vermute einfach, dass es keine Perfektion gibt und wenn, dann ist sie vermutlich ein Zufallsprodukt. Machen wir es einfach so gut wie möglich und freuen uns daran, dass das schon verdammt gut ist. Vielleicht denken wir auch noch mal an das Monats-Motto im August, in dem es um unsere Ansprüche ging und nähen uns zwei Hosen: eine die bei Steh-Empfängen super aussieht und eine zum sitzen. Die Eierlegendewollmilchsau ist wirklich schwierig zu erreichen - wenn wir uns das klar machen, können wir wieder ein bisschen gelassener werden.

Ich will euch nicht davon abhalten, ehrgeizig zu sein und euer Bestes zu geben, aber ich will euch die Hand halten und euch ermuntern, nicht aufzugeben. Hilft das? Wenn nein, dann kauft oder leiht euch Bücher zum Thema Passform (hervorragende Hinweise zum Thema Hosenliteratur findet ihr bei mema), lest den Artikel zum Thema "Hosenanpassungen - die häufigsten Korrekturen" von sewing galaxy, studiert euren Körper und ändert die Schnitte gemäß der vorgeschlagenen Lösungsmöglichkeiten, näht Probehosen und werdet zu Expertinnen. Oder ihr sucht mal nach Stoffen mit Elasthan - diese könnten die Dilemmata rund um den Kompromiss auch ein bisschen kleiner machen.

Aber jetzt zu euch: welche neuen Erkenntnisse konnte ihr im Laufe des HosenHerbstes zum Thema Passform gewinnen?







Mehr Informationen zum HosenHerbst Sew Along (Ablauf, Inhalte und Teilnahmeregeln) findest du hier.


Die bisherigen und nächsten Monatsthemen:

August: Hosenformen, Hosenmoden, Hosenschnitte
September: Passform I - Ansprüche
Oktober: Im Detail liegen die Tücken
November: Passform II - Mängel erkennen und beheben
Dezember: Defilée und Resumée




Donnerstag, 30. Oktober 2014

Schnittkurs - Hosengrundschnitt die erste Probehose



Ich glaube, meine aktuelle Schnittkursstunde habe ich 3 oder 4x verschoben. Ich hatte einfach keine Zeit, mich konzentriert um die Hausaufgaben zu kümmern und vormittags zwei Stunden für den Unterricht zu erübrigen. Vielleicht war aber auch ein bisschen Sorge dabei, mich mit dem Wunsch nach einer tollen Hose übernommen zu haben. Mich beschlichen ganz konkrete Zweifel, ob der Plan, eine Hose zu nähen, wirklich eine so gute Idee ist.

Aber jetzt habe ich begonnen und mich zum nächsten Schritt durchgebissen. Meine Unterrichtsaufzeichnungen sind schön aufgeschrieben, ich habe die Theorie noch mal nachgelesen und in den letzten Tagen schaffte ich es sogar, den Hosen-Grundschnitt nach meinen Maßen in Groß zu zeichnen. Dieses "in groß konstruieren" finde ich gar nicht so leicht. Wenn ich 1:4 auf DIN A 4 Papier konstruiere, ist es schon schwierig, die Schritte, nach zu vollziehen. Auf dem großen Papier ist es dann noch schwieriger, den Überblick zu erhalten. Ab gesehen davon fand ich das, was ich da zu Papier brachte schon ganz schön groß.

Für die Probehose habe ich einen feinen viscosehaltigen Anzug-Hosenstoff im Ausverkauf günstig erstanden - immer im Hinterkopf, dass ich es durchaus ok fände, die Probehose auch anziehen zu können. Dabei hatte ich mir geschworen, mir nicht all zu viel Hoffnungen zu machen, weiß ich doch vom Kleidergrundschnitt und vom Jackenschnitt, dass die ersten zwei Proberunden im Mülleimer landen. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt und mir fehlte die Zeit, einen anderen Stoff zu besorgen, also schnitt ich beherzt in den schönen, fließenden Nadelstreifen und nähte eine Probehose.

Ich war überrascht. Ab gesehen davon, dass mir bei den Bildern schnell klar wurde, dass eine besser sitzende Unterhose, doch zu einem schickeren Gesamteindruck führen könnte (und schwups war der Bestellfinger über Marylin), fand ich doch das, was ich sah gar nicht mal so schlecht. Die Hose ist zu weit - das mag ich immer, schmeichelhafter, als zu eng. Vorne an den Abnähern geht noch was, aber dass vorne nicht ganz einfach werden würde, war mir klar. Auch an der "Rundung" im Schritt muss noch ein kleines bisschen was getan werden, aber hinten finde ich sie, für ne Probehose schon gar nicht so schlecht. Auf dem Foto sieht man nicht viel, weil leider dunkle Hose, aber ich bin ganz optimistisch, denn sie fühlt sich richtig an. Kennt ihr das? Dass ihr schon beim Anprobieren fühlt, ob das mit der Hose und euch geht oder eben nicht? Ich habe schon ewig keine Hose mehr anprobiert, aber ich kann mich noch sehr gut an das "geht nicht"-Gefühl erinnern. Diese Hose fühlt sich nach "das könnte ganz gut gehen" an und das finde ich für das erste Probemodell schon verdammt gut.