Sonntag, 28. Juni 2015

Mein Stoffwechsel-Stoff



Ich bin begeistert, von meinem #Stoffwechsel Stoff! Er ist wie für mich gemacht. Muster, Farbe alles prima! Das Muster ist schön und ausgefallen - und vor allen Dingen schön groß.

Aber Viscose!

Ihr erinnert euch? Das Viscoseproblem ist zwar durchaus angedacht, aber noch nicht gelöst.

Das bedeutet, jetzt muss ich mich der Herausforderung stellen. Irgendwie wird mir es schon gelingen, aus diesen Viscose-Webwaren, die sich so herrlich sommerlich anfühlen, ein überzeugendes Kleidungsstück zu nähen! Und irgendwann wird auch der Sommer nach Norddeutschland kommen.

Welcher Schnitt sich für so fliessende Stoffe eignet und trotzdem meiner Silhouette schmeichelt, ist mir immer noch ein Rätsel. Meine Stoffwechselpatin schwämte mir von Yaletown Dress /Blouse von Sewaholic, dem 1940's Tea Dress von Sew Over It oder auch vom Betty Dress vor. Mmmh Yaletown-Geflatter-und-Gewickel sehe ich nicht wirklich an mir. Auch das Tea Dress fällt mir schwer, mir an meiner Figur vorzustellen. Das Betty Dress mit vorne hochgeschossen und hinten ausgeschnitten wäre am ehesten meine Linie, aber in fliessender Viscose?

Noch habe ich das Dahlia-Projekt nicht weiter verwirklicht, als den Schnitt abzupausen und irgendwie juckt es mich in den Fingern, mal etwas ganz verrücktes auszuprobieren: Einen Maxi-Rock? Eine Hose? Mit großzügigen 3m steht mir ja alles offen!


Es ist ja noch ein bisschen Zeit, den schönen Stoff vor dem Spiegel anzuhalten und mit ihm in Zwiesprache zu gehen, was er werden möchte. Ich freue mich jedenfalls über Farbe und Muster, die sind absolut FrauCrafteln - ganz herzlichen Dank jetzt schon mal, an meine unbekannte Stoffpatin!

Wer könnte meine Stoffpatin sein? Ehrlich gesagt weiß ich das überhaupt ganz und gar nicht. Sie schrieb nur, dass sie Viscose für sich entdeckt hätte (Chrissy ist es also schon mal nicht), aber das sie die o.g. Schnitte auch noch nicht ausprobiert hat. Diese Schnitte könnten einigen Nähnerds gefallen, das hilft auch nicht weiter. Wer könnte das nur sein?

Vielen Dank Frau Siebenhundertsachen und Frau Katzkowski für die Organisation der Aktion #Stoffwechsel! Ich bin schon sehr gespannt, die anderen Stoffe zu sehen, die gewechselt wurden, habe aber auch in den nächsten Tagen auch keine Gelegenheit für gutes Internet, so dass ich mich wohl noch ein bisschen gedulden muss.


Montag, 22. Juni 2015

Das geht vermutlich besser!



Letztens entdeckte ich ein Buch auf dem "Mit kostenloser App und Videos zu allen Grundtechniken" stand. Ich bin ein neugieriger Mensch, mag Bücher, das Internet und modernes Zeugs - das interessierte mich und schwups hatte ich es zuhause.

Was soll ich sagen. Das Buch ist so, wie ich es für den Preis erwartet hatte; auch wenn ich gefühlt, einen Preis von 6,99 € erwartet hatte, statt 8.99€, aber es wird ja nix billiger. Ein paar nette Projekte und  ein paar an den Haaren herbeigezogene Projekte mit absurden Materialvorschlägen. Ich sagte nur "Porzellanschüssel besticken", aber manche mögen es ja originell. Doch ich finde das Buch wirklich hilfreich für Anfängerinnen, die wie ich beim Urknall anfangen, weil Material gut erklärt wird und die Grundstiche. Für Stickanfängerinnen ist es ein nettes Büchlein. Es ist modern, das hatte ich bei der Autorin auch so erwartet, und es startet die Anfängerin mit allem aus, um einfach mal loszulegen und ich kann mir vorstellen, dass die große Bandbreite der vorgestellten Anleitungen, obwohl es nur 15 Stück sind, für jede etwas bereit hält. Ich fand mehre Sachen, auf die ich Lust hätte.




Aber wie gesagt, mir ging es um die App, den die Grundstiche kann ich in jedem anderen Buch oder im Internet auch nachschlagen. Die App ist grausig! Da hilft es auch nicht, dass sie "kostenlos" ist - oder habe ich sie vielleicht mit dem Buchpreis mitbezahlt? Das ist bestimmt nur eine verrückte Idee, ich Schelm!

Ab gesehen davon, dass es eine App für mehrere Bücher ist, aus der erstmal das relevante Buch ausgewählt werden muß, bevor sie geht, ist sie alles andere als intuitiv. Ja, die Videos zu den Grundstichen waren leicht zu finden: einfach das Smartphone über die Stelle im Buch mit dem Smartphonesymbol und dem gewünschten Grundstich halten und schon kam ein Zwischenbildschirm, der Hoffnung auf das Video machte. Wieso dieser Zwischenschritt ohne Mehrwert?




Aber ok, ich glaube, das diese Vormach-Videos schon eine Funktion der App sind, die einen Mehrwert zum Buch bietet: Ich glaube, das ist schon hilfreich für Einige, jemanden beim Sticken zuzuschauen und nicht nur die Zeichnung im Buch zu sehen. Aber vermutlich gibt es so etwas auch bei Youtube mit ähnlich vielen Zwischenklicks.





Der Rest der versprochenen Funktionen war nur schwer aufzufinden. Nach einer Weile fand ich heraus, dass wenn ich mein Smartphone über das Start-Bild eines Projektes im Buch halte, als wollte ich es fotografieren, eine Auswahl bekomme. Da musst du erstmal darauf kommen, denn laut Bedienungsanleitung soll ich mein Smartphone über Bilder mit Smartphonesymbol halten, aber genau dieses Symbol haben die Bilder im Buch, auf denen die Projekte gezeigt werden nicht. Ach doch, jetzt sehe ich es. Das Symbol ist im Knick! Erst wenn ich das Buch brutal aufbiege, damit es zum Fotografieren liegen bleibt, finde ich das Symbol, wenn ich weiß, wo ich es suchen muss!

Nun gut, weiter gehts. Drei Auswahlmöglichkeiten, drei Abenteuer, fange ich also oben an.

Wenn ich auf "Projekt speichern" klicke, dann landet es bei "Meine Projekte" mit exakt den gleichen Inhalten, wie im Buch. Ich habe dann also den entsprechenden Buchteil immer mobil und digital dabei.




Klicke ich auf "Material bei Dawanda", werde ich mitnichten auf das Dawanda-Angebot geleitet, auf der es die exotische bestickbare Porzellanschüssel gibt, sondern nur auf eine Dawanda-Auswahl zum Thema Sticken. Das ist doch bescheuert, wenn ich schon den ganzen Kram mache und mich durch die App hangele, dann doch um eine bestickbare Schüssel zu finden, die es vermutlich nicht überall gibt, dann will ich doch auch direkt darauf landen!

"Vorlage schicken" kreirt eine Werbemail, mit der ich Freundinnen schreiben kann, wie toll ich das Buch und das Projekt finde. Dafür muss ich mir noch nicht mal einen Text ausdenken, netterweise hält diesen die App schon für mich bereit. Ob die Mailadressen meiner Freundinnen dann irgendwo gespeichert werden, damit ihnen schön Werbung zugeschickt werden kann oder nicht, bleibt mir als unerfahrene Benutzerin ein Rätsel.

Um dies alles rauszufinden, brauchte ich drei Anläufe. Beim ersten Versuche, mit der App herumzuspielen, kam ich immer nur wieder auf eine Seite, die mir anbot, eben jenes Stick-Buch als E-Book zu kaufen. WTF?




Unter "meine Projekte" kann ich leider keine eigenen Fotos "meiner Projekte" speichern, sondern nur die Projekte, die ich aus dem Buch abfotografiert habe. Immerhin bekomme ich dadurch eine Materialliste, die ich zum Offline-Einkaufen praktisch finde und die Anleitung, damit ich sie auf dem Smartphone immer dabei haben kann. Diese Materialliste kann ich dann zu meiner "Einkaufsliste" hinzufügen. Dort kann ich abhaken, was ich bereits habe oder brauche und, haltet euch fest, ich kann diese Einkaufsliste mit meinen Freundinnen teilen und ihnen so sagen, dass ich ein ganz tolles neues Buch habe - da werden sie sich bestimmt freuen!

Jemand wie ich würde allerdings lieber meinen ganz konkreten Projektfortschritt direkt aus der App twittern oder sogar bloggen - mit allen Dramen und Erfolgserlebnissen.

Als weitere Funktion kann ich noch weiter Bücher als E-Books kaufen, die vermutlich auch mit der App funktionieren. Ob ich das will? Das wage ich zu bezweifeln.




Ich bin echt enttäuscht von dieser Buch-App-Kombination. Das geht vermutlich besser! Ich fühle mich für dumm verkauft, denn ich sehe wirklich kaum Mehrwert durch die App und alle Funktionen, die es gibt, sind schwer zu finden. Ok, eine Einkaufsliste zum Mitnehmen und die Anleitungen aus dem Buch, die ich unterwegs brauche auf dem Smartphone sind ok, aber das Büchlein an sich ist so klein und dünn, dass ich auch nicht viel zu tragen hätte, würde ich es mitnehmen. Die Videos sind ganz gut gemacht, aber ich denke, da geht doch eigentlich noch viel mehr?

Was meint ihr? Wie findet ihr die Idee, ein Buch um eine App zu erweitern? Spricht euch das an? Hättet ihr Verwendung dafür. Was müsste die App bieten? 

(Vermutlich besser wäre es auch gewesen, hätte ich schon vorher gewußt, wie man Bildschirmfotos vom iphone machen kann, aber das hat mir Beate erst nach Veröffentlichung meines Posts twitternd verraten. Danke! )

Donnerstag, 18. Juni 2015

Ich hab's!



Vielen Dank für eure Antworten auf meine Frage, was ich denn nun aus den neuen Stoffen nähen könnte. Mir schwebte ja ein luftiges, schnell genähtes Sommerkleidchen vor und vorhin hatte ich auf einmal eine Idee! Ich hatte doch mal Dalia von Colette gekauft! Ach stimmt ja! Das wäre doch die Gelegenheit, um den Schnitt mal auszuprobieren! Die Vorstellung eines Taillenbandes mit schrägen Karos macht mich ganz glücklich, nur den Rock könnte ich mir vorstellen, etwas auszustellen.... <3

Jetzt muss ich nur noch überlegen, ob ich dringend den Karostoff verarbeitet "brauche" oder ob ich aus der grünen Viscose eine Probe nähe. Ich glaube, ich neige dazu, ein Probekleid zu machen, weil ich die Karos so sehr liebe und bei dem Grünen Bedenken habe. Dalia sieht aber aus, als wäre es - im Gegensatz zu einem Hemdblusenkleid - schnell genäht, da geht dann vermutlich auch nen Probekleid.  Aber das kann ich mir ja auch noch während der Schnittvorbereitungen - pausen, ausmessen und denken, ob es hinkommen könnte - überlegen. Meine üblen Spannungskopfschmerzen sind jedenfalls schon viel besser, seit dem ich diese Idee hatte.

Sonntag, 14. Juni 2015

Was tun mit ....?



Was tun mit Viscose?

Ich habe zwei schöne, fliessende Viscosestoffe und ich möchte sie benutzen. Das eine ist der wunderschöne-magisch-grüne Stoff auf dem Foto, von dem ich gestern 3 m im Stoff und Stil Sale kaufte und der andere ist geblümt und da ich gerade nicht weiß, wo ich in hingelegt habe, kann ich nur vermuten, dass es 2 m sind. Hier ist er oben rechts zu sehen


Früher, als ich noch kaschierende Dinge trug, hatte ich aus so wunderbar anfühlenden Stoffen weite Hemdblusen, schlabbrige Gummibundhosen oder wallende Kleider. Zu gerne würde ich auch heutzutage etwas daraus nähen, weiß aber nicht, nach welchem Schnitt. Wie muß ein Schnitt aussehen, dass er zu mir passt und aus derart fliessenden Material ist? Ein Kleid? Ein Rock?

Was tun mit dünnen Baumwollkaros?

Den rosarotkarierten Baumwollstoff mußte ich gestern auch unbedingt kaufen. Er ist sehr dünn und weich, ohne allzu durchsichtig zu sein. Ich finde ihn so schön, dass ich am liebsten noch heute etwas daraus nähen würde, weiß aber leider nicht was. Obwohl ich gerade großer Hemdblusenkleidfan bin, habe ich wenig Lust, daraus ein aufwendiges Hemdblusenkleid mit vielen Teilungsnähten zu nähen. Das ist ja auch herausfordernd, wenn es sich auch noch um Karos handelt. Bei meinem letzten Karo-Frau-Kirsche-Kleid war ich anschließend etwas unglücklich über den Karoverlauf. Mir schwebt ein leichtes, einfach zu nähendes Sommerkleid vor, das tailliert ist und einen weiten Rock hat. Habt ihr eine Idee?

Freitag, 12. Juni 2015

Die perfekte Rocklänge?

Seit ein paar Tagen mache ich mir nun Gedanken, über die perfekte Rocklänge. Mir ist schon klar, dass es diese - als allgemeine Aussage nicht gibt. Aber wie bestimme ich für mich und das jeweilige Kleidungsstück eine gute Länge?

Ich bin absolut überzeugte Püsterin, d.h. ich nähe Röcke und Kleider fast fertig und püstere dann die Saumlinie mit dem Rockabrunder ab, damit der Saum von allen Seiten den gleichen Abstand vom Boden ab. Natürlich versuche ich das schon in den richtigen Schuhen für diesen Rock, weil sich bei unterschiedlichen Absatzhöhen die Haltung ändert.

Auf dem Püster habe ich seit ungefähr zwei Jahren eine Markierung für "meine Rocklänge". Diese Rocklänge wurde einmal auf einem Nähkränzchen, nach ausführlicher Beratung mehrere Nähnerds bestimmt und von mir seit dem nicht mehr verändert. Bis zu der letzten Woche.

Als ich letzte Woche das "nebenan-Kleid" nähte, war mir nach etwas Neuem. Das Kleid ist im Original sehr kurz und sehr mädchenhaft. Ich wollte gerne diesen mädchenhaften Look, aber doch auch irgendwie angepasst für mich, eine Frau mittlereren Alters mit unpopulären Formats. Keine leichte Aufgabe! Ich stand also eine Weile vor dem Spiegel und steckte den Rock so, wie ich ihn mir ungefähr vorstellte. Statt knapp auf dem Knie oder unter dem Knie entschied ich, dass meine Knie mal zu sehen sein sollten, aber nicht viel mehr, denn einen Mini wollte ich auch nicht. Angesichts der Breite des Kleides, hätte das irgendwie unförmig ausgesehen. Als ich meinen Mann zu püstern bat, meinte er "süß", was mich sehr erstaunte, denn das hatte er noch nie zu mir gesagt. Süß? Ich? Möchte ich süß aussehen? Ja, doch! Ja, etwas süß finde ich gar nicht so schlecht, wenn es nicht zu süß wird. Wer sagt denn, dass ältere Frauen oder dicke Frauen nicht süß sein dürfen. Ist süß-sein nur jungen Mädchen vorbehalten? Das ist doch alles eine Frage der Kombination von Schnitt, Material und Kompetenz der Rockträgerin.

Diese kurze Rocklänge gefiel mir so gut, dass ich das nächste Kleid, das ich von meinem UFO-Stapel rettete, kurzerhand (sic!) auch in der neuen Länge machte. Und ich liebe es! Habe ich am Ende in den letzten Jahren eine falsche Rocklänge gehabt? War das Urteil meiner Nähfreundinnen falsch? Wie gesagt, falsch und richtig sind schwer zu bestimmen, ich kann nur sagen, dass sich die Kleider ein bisschen falsch anfühlten. Ich fühlte mich immer etwas matronenhaft in meinen Hemdblusenkleidern und erklärte mir das mit den Mustern und dem Schnitt und natürlich mit meiner Figur, die in den Filmen nur den den Müttern der erwachsenen Hauptdarstellerinnen vorbehalten ist. Obwohl mir die Kleider gefielen, fühlte ich mich irgendwie unwohl.



In den letzten Tagen bin ich nun zu dem Schluss gekommen, dass dünne Sommerkleider für mich durchaus ein bisschen kürzer sein dürfen. Bei meinen kurzärmeligen Ajaccios hatte ich das intuitiv auch schon gemacht. Wenn das Material dünn und flatterig ist, mag ich es "kurz über dem Knie". Wie das mit wärmeren Kleidungsstücken und mit Petticoat ist, muss ich mir noch mal überlegen, bzw. beobachten.

Spannend, das mit der Rocklänge. Wie macht ihr das? Habt ihr eine Standardlänge und wenn ja, warum? Steht ihr bei jedem Kleidungsstück neu vor dem Spiegel, steckt ab und grübelt? Von was hängen eure Überlegungen zur Rocklänge ab?

Mittwoch, 10. Juni 2015

MMM - im #nebenan - Kleid



Für meinen ersten Vortrag seit langer, langer Zeit, habe ich mir ein Kleid genäht. Da es sich um einen Vortrag über Nähblogs auf einer Internetkonferenz (vor Menschen, die mit Nähen noch nie was am Hut hatten) handelte, war es natürlich Ehrensache, im selbstgenähten Kleid zu erscheinen. Mehr zu meinem Vortrag findet ihr in meinem letzten Post. Heute, am Me Made Mittwoch geht es aber ums Kleid!

Das Vortragsangebot nahm ich ungefähr zur gleichen Zeit an, als Marlene ihr Dress Bleuet von Deer and Doe auf dem Me Made Mittwoch Blog zeigte. Für mich war sofort sonnenklar: wenn ich den Vortrag halte, dann nur in diesem Kleid. Ich finde ja den, in unseren Kreisen oftmals belächelten, "Lemmingeffekt" super. Warum sollte ich nicht ein schönes Kleidungsstück, dass ich beim MMM vielleicht sogar mehrfach sehe, auch haben wollen? Funktioniert Mode nicht eigentlich genauso? Der Unterschied ist doch nur, dass Mode willkürlich gemacht wird: Designer überlegen sich was, Medien wählen aus, was sie zeigen und Stylisten überlegen, wie sie Berühmtheiten kleiden. Wenn in unserer #Nähnerd-Nische eine Mode entsteht, dann passiert das, weil etwas gut aussieht. Ist es dann nicht wahnsinnig faszinierend zu sehen, wie ein geliebtes Kleidungsstück nun an den unterschiedlichsten Frauen aussieht?



Obwohl ich den Schnitt rechtzeitig bestellte, habe ich ihn immer noch nicht geliefert bekommen. Letztlich nahm ich meinen Kleidergrundschnitt und konstruierte die Details nach Foto und technischer Zeichnung nach. Ich lernte: das ist gar nicht so schwer und ich kann euch nur ermuntern, es auch so zu machen. Das heißt nicht, dass ihr keine Schnittmuster mehr kaufen sollt, aber bevor ihr ewig mit Änderungen an der Passform herumdoktort, könnt ihr auch die Schnittdetails an den Grundschnitt basteln.

Die Schnittform finde ich super. Teilungsnähte sind schön, Puffärmelchen auch. Ich mag die vielen kleinen Köpfe. Aber am allerliebsten mag ich die Schleife am Rücken (auch wenn ich an der Rückansicht nach Rumhampeln vielleicht öfter mal zuppeln sollte). Ich mag zwar taillierte Kleider und die Petticoatsilhouette, aber im Alltag trage ich am allerliebsten Kleider, die ihre taillierte Form durch den Schnitt statt durch Hilfsmittel wie Gürtel und Petticoat bekommen. Ich glaube, dieser Schnitt wird mein neuer Lieblingskleidschnitt und noch ein paar mal genäht. Ich mag auch, dass das Kleid ein paar Zentimeter kürzer ist, als meine anderen Hemdblusenkleider. Ich finde, das nimmt dem ganzen ein wenig den Matroneneindruck. Der Gatte sagte "süß" und ich war erstaunt, denn das sagt er sonst nie!

Schnitt: selbstgemacht - stark angelehnt an Dress Bleuet von Deer and Doe
Stoff: Viscose sandgewaschen von Stoff und Stil - NICHT empfehlenswert.Trägt sich gut, darf aber nicht gebügelt werden.
Knöpfe: selbst bezogen



Obwohl ich lieber einen Jeans-Chambrey vernäht hätte, wählte ich eine Viscose-Polyestermischung (70%, 30%) und das war ein großer Fehler. Der Chambrey passte farblich nicht optimal zu den Schuhen, aber ich hätte ihn trotzdem wählen sollen, denn er wäre luftiger und vor allen Dingen bügelgeeignet. Wie konnte ich nur so dumm sein und einen Stoff kaufen, bei dem schon auf dem Etikett steht, dass er nicht gebügelt werden darf. NIE MEHR! Glücklicherweise blieben die glänzenden Stellen, die sich trotz sehr vorsichtigen Bügelns ergaben nicht so sichtbar. Aber ich hätte die Nähte gerne noch schöner ausgebügelt. Die Tascheneingriffe habe ich dann abgesteppt, weil es einfach furchtbar aussah. Arme hochheben geht auch - für euch im Bus an der oberen Stange getestet.



Obwohl ich erst unsicher war - ich bin sehr zufrieden mit dem Kleid und träume schon von einer gemusterten Variante und einer Grauen und natürlich einer aus Jeden-Tag-Jeans-Chambrey - obwohl so ein Hemdblusenkleid doch eine Menge Arbeit macht, bis es genäht ist. Aber ich muß ja auch nicht jeden Saum mit der Hand nähen und Köpfe dafür beziehen, wie bei dieser besonderen Ausgabe für den besonderen Anlass.

Auf dem Me Made Mittwoch Blog gibt es heute wie jeden Mittwoch wieder unzählige selbstgemachte schöne Kleidungsstücke an echten Menschen - heute mit Karin als Gastgeberin, in einem Kleid, das ich trotz Waxprints, mit denen ich einfach nicht warm werde, sehr mag. Das liegt bestimmt an dem schönen Schnitt, den Taillenbänder entlocken mir immer noch ein seufzendes Hach!  Zu schön!


Dienstag, 9. Juni 2015

"Sneak Preview" - mein Vortrag über Nähblogs auf der #nebenan Internetkonferenz



Tja, das Kleid ist tatsächlich fertig geworden, ich habe es getragen und das war gut so. Als ich im Vorfeld meiner Vorbereitungen für meinen Vortrag auf der Internetkonferenz nebenan mehr Zeit in das Nähen meines Kleides investierte, als in meine Präsentation, war mein Mann mehr als irritiert. Vielleicht lag es daran, dass mir Präsentationswerkzeuge nicht wirklich liegen, aber mehr noch, war es mir einfach wichtig, an diesem aufregenden Tag genau so auszusehen, wie ich mir das vorgestellt hatte. Es ist so unglaublich toll, dass wir Nähnerds so großen Einfluss darauf haben, wie wir aussehen und wie wir wahrgenommen werden, da konnte ich mir doch nicht die Chance entgehen lassen, mein Bild von mir, so wie ich es mir vorgenommen hatte, zu verwirklichen!

Auf den letzten Drücker wurde ich fertig. Um kurz nach 9 Uhr, am Sonntag morgen, legte ich die Nadel aus der Hand, nachdem ich in der Nacht schon - ganz Dramaqueen - befürchtete, dass alles im Eimer wäre.


Es war mir sehr wichtig, gut auszusehen, auf der Konferenz, war es doch das erste Mal, dass ich mit meinem Herzensthema an die analoge Öffentlichkeit gegangen bin. Obwohl wir zwar öffentlich und für jeden Mensch zugänglich bloggen, war es doch ein großer Schritt für mich, die Nähnerd-Nische ins Rampenlicht zu holen und anderen vorzustellen. Ganz abgesehen davon hatte ich die Sorge, dass das, was ich erzählen wollte, auf wenig Interesse oder Ablehnung stoßen würde, denn schließlich erzählte ich von "Frauenkram", der nicht überall ein gutes Image hat. In der Woche vorher, hatte meine Familie eine sehr nervöse und angespannte Frau zu ertragen und trug dies glücklicherweise mit Fassung.

Und es hatte sich gelohnt. Mein Vortrag wurde unheimlich freundlich und begeistert aufgenommen. Das hätte ich niemals erwartet! Nach dem Applaus, war ich freudig überrascht; von der Reaktion auf twitter überwältigt!

Was habe ich erzählt? Nun, den Vortrag wird es - sollte die Bildqualität trotz suboptimaler Lichtverhältnisse - ausreichend sein, demnächst online geben. Aber für alle diejenigen, die neugierig sind, berichte ich vorab.

Um für das, für andere exotische Thema "Näh-Blogs", zu werben, begann ich mit einer Anekdote über eine Reise, auf der ich schrullige Menschen kennenlernte, die mich mit ihren - in meinen Augen exotischen - Hobbys begeisterten, einfach, weil ich mich darauf einliess. Das lehrte mich, wie attraktiv Menschen werden, wenn sie leidenschaftlich erzählen und wie sehr es den eigenen Horizont erweitert, wenn frau die Chance nutzt, über den Tellerrand zu blicken. Ich erzählte dann von meiner Begeisterung für Blogs. Auch wenn immer mal behauptet wird, dass das Bloggen seinen Zenit überschritten habe ich die Hypothese, dass das nicht stimmt. Ich formuliere das so: Bloggen ist ist Mainstream angekommen, es gibt unzählige Themenblogs in unzähligen Nischen. Wer die Nase rümpft und dieses "Hobbythemen" als "Cat Content" abtut, der nimmt diese rege Nutzung der Chance, dass wirklich jede und jeder die Chance hat, im Internet zu publizieren, nicht war. Ich finde das großartig, deswegen bezeichne ich mich auch als Internetoptimistin.

Ich beschloss davon zu berichten, worüber ich mich auskenne: unsere gemütliche Nähnerd-Nische im Internets. Ich erzählte, dass wir eine Teilmenge der DIY-Blogs sind und dass es viele andere Nähblogs gibt, die andere Dinge nähen - ungeplant entwickelte sich in meiner Rede der running Gag, dass "Kissen nähen" eben keine Nähnerdaufgabe ist. Vielleicht hätte ich erwähnen sollen, dass wir natürlich doch auch immer mal so Sachen wie Kissen nähen, aber das ist eben nicht der zentrale Punkt, über den wir bloggen. Mir ging es darum, von unserer Ecke des Internets zu berichten, wo sich Frauen gut vernetzt und mit konstruktivem Miteinander bloggen, die ihre eigene Kleidung nähen. Ich erzählte, dass ich es wichtig finde, dass wir nett miteinander umgehen, ohne Oberflächlich zu sein, dass wir voneinander lernen und dass wir uns alle ständig weiterentwickeln. Ich berichtete von dem Mut, den es die Einzelne kostet, Bilder von sich und dem Werk ins Internet zu stellen. Ich bin der festen Überzeugung, dass dieser Mut nur aufgebracht wird, weil wir einen wertschätzenden Umgang pflegen und uns gegenseitig ernst nehmen - auch wenn wir alle unterschiedlich sind und uns im "echten" Leben möglicherweise nie begegnen würden, weil wir so unterschiedliche Leben leben.

Als ich davon erzählte, dass es uns verändert, täglich oder wöchentlich über Monate oder Jahre echte - gut angezogene - Menschen zu sehen, die sich von den gefotoshopten Bildern in den Medien unterscheiden merkte ich, wie das das Publikum sichtlich berührte. Viele kannten sicherlich #609060,  (einer großartigen Aktion von Journelle, bei der sich regelmäßig Menschen in ihren Outfits fotografieren und die Bilder veröffentlichen), aber ich glaube mit den Zahlen, die ich von unserer Nische des Internets berichtete, über Blogs, den Me Made Mittwoch, die Besuche, die aus der Verlinkung dort folgen und die Kommentare, die wir uns Mittwoch für Mittwoch schenken, habe ich gezeigt, dass wir zwar eine Nische sind, aber durchaus immens Wirkung erzielen. Die Zahlen waren grob geschätzt und die Einzelne wird möglicherweise denken "ach, so viel, das ist bei mir aber noch nicht" - das mag sein, aber über den Daumen gepeilt kommt es hin und ist wirklich beeindruckend, sich zu überlegen, dass Woche für Woche 25.000 Menschen den aktuellen Me Made Mittwoch Post lesen und von dort aus weitersurfen. Doch wen kümmert die Zahlen?! Mich nicht wirklich? Viel mehr, als die Quantität dessen, was wir tun, interessiert mich die Qualität!

Als ich von mir erzählte, dass es für mich relevant ist, so oft "echte Menschen" im Internet zu sehen und zu lesen, wie sie an sich, ihren handwerklichen Fähigkeiten arbeiten, wenn ich beobachte, welche Werke entstehen und wie sich die einzelnen weiter entwickeln und dass das alles mir half, ganz klar "ich bin ok, so wie ich bin" zu sagen, gab es Szenenapplaus. Das freut mich total, denn eigentlich ist ja genau das der Punkt, der mein Herz erwärmt. Ich finde es einfach wunderbar, wie sich meine Sehgewohnheiten durch die intensive Beschäftigung mit Nähnerd-Blogs verändert hat und wie ich mich dadurch verändert habe. Mein Bild, wie eine Frau zu sein hat, hat sich verändert und ich habe mich verändert - wie großartig! Und ebenso großartig ist es, dass ich damit nicht alleine bin!

Das alles ist möglich, weil wir einen konstruktiven Umgang miteinander haben, weil Lernen im Vordergrund steht und persönliche Entwicklung damit einher geht. Ich weiß, dass es nicht überall in den Weiten des Internets so flauschig ist  - umso wichtiger finde ich, das was wir machen, mit Wertschätzung zu betrachten. Und genau deswegen nannte ich meinen Vortrag: Die schöne(n) Seiten des Internets - Wertschätzung ist unsere Währung.

Ich könnte noch viel mehr erzählen, aber mittlerweile gehen meine Eindrücke ganz schön durcheinander. Ich würde euch noch gerne erzählen, wie inspirierend ich die anderen Vorträge auf der nebenan fand, aber das würde diesen Beitrag dann doch zu lang machen. Schaut euch die Videos an, wenn sie online sind und lasst euch ruhig von Vorträgen überraschen, auch wenn euch das Thema erst einmal von der Überschrift her kalt lässt. Genau das machte den Charme dieser  - wie versprochen - freundlichen Konferenz aus, dass sich Leute auf eine bunte Themenvielfalt ein- und inspirieren liessen. Es war wirklich toll, ein Teil davon zu sein!

Ich freut mich wirklich sehr, dass meine Begeisterung für das, was ich hier, in unserer Nische erlebe, auch andere interessierte, die bisher mit dem Nähen und Nähblogs noch nie etwas zu tun hatten. Wenn das Video online ist, dann sage ich hier bescheid. Einen schnellen Bericht über meinen Vortrag könnt ihr hier lesen und auf twitter findet ihr ein paar Bilder und die überwältigenden Rückmeldungen, wenn ihr diesem Link folgt. Meine "Folien" zum Vortrag seht ihr unten. Und das Kleid, das stellte ich bei Gelegenheit noch mal genauer vor - wenn ich es schaffe, dann schon morgen beim Me Made Mittwoch.



Montag, 1. Juni 2015

Neue textile Leidenschaft: das Sticken




Jetzt stickt sie auch noch! Ja, ich dachte, ich probiere es mal. Mir ist abends oft langweilig, Fernsehen alleine lastet mich nicht aus, aber mangels Näh- oder Arbeitszimmer, ist es auch nicht immer möglich, abends zu nähen oder zu arbeiten. Deswegen mache ich gerne etwas mit den Händen nebenbei, während wir Lieblingsserien schauen. Stricken mag ich irgendwie seit Monaten überhaupt nicht, obwohl ein gewisser Strickjackenbedarf nicht von der Hand zu weisen wäre. Ich scheue mich mal wieder dabei, die Denkarbeit zu machen und einen "Strickschnitt" bzw. eine Anleitung zu basteln. Häkeln mache ich sehr gerne, aber irgendwie ist das so wenig nützlich - etwas zum Anziehen für mich zu häkeln, ist mir bisher leider noch nicht gelungen.Also sticke ich.






Nützlich? Werdet ihr euch fragen? Gestern telefonierte ich mit Frau Nahtzugabe und wie immer, entstanden aus dem Gespräch interessante Gedanken. Ja, ich finde Sticken nützlich. Und zwar nützlich im Sinne von "es hilft mir, mein Gesamtbild von mir aktiv zu gestalten". Ich sticke natürlich nicht einfach nur so: Dieses Probestück habe ich gestickt, weil ich den kühnen Traum habe, für den Vortrag am Samstag nicht nur mein Kleid fertig zu nähen, sondern auch noch zwei Vögelchen auf das Rockteil zu sticken. Das würde das Kleid in meinen Augen perfekt für den Anlass machen und aufs Herrlichste mit Tasche und Schuhen korrelieren.




Im Gespräch mit Frau Nahtzugabe wurde mir klar, dass es mir tatsächlich beim Selbermachen nicht nur um den Nähflow oder die sinnliche Freude geht, schöne Materialien mit den Händen zu fühlen. Meine textile Leidenschaft ist mehr als nur eine Material- oder Tätigkeitsbegeisterung. Manche finde ich meine Ergebnisfixierung beim Nähen etwas kleingeistig, aber gestern wurde mir klar, dass es mir in Hinblick auf die Ergebnisse tatsächlich immer um das große Ganze geht: ich will mein Schicksal in die Hand nehmen und selbst entscheiden, was ich anziehe, wie ich auf andere wirke. Ich will autark sein von dem, was mir der Markt an Bekleidung bietet. Ich will meine Träume umsetzen, meinen Kopfkleiderschrank verwirklichen und immer mehr auch äußerlich zu der werden, die ich eigentlich bin oder die ich sein will. Jedes fertige Kleidungsstück ist ein Schritt in diese Richtung. Manchmal sind es Irrungen und Wirrungen und ich stelle fest, dass etwas doch nicht so geworden ist, so aussieht, wie ich es mir erhofft habe. Manchmal habe ich den falschen Schnitt oder den falschen Stoff gewählt und mein Bild von mir und das, was ich im Spiegel sehe, stimmt nicht überein. Aber stets lerne ich etwas dabei und rückblickend habe ich schon eine Menge gelernt und freue mich mehr und mehr über das, was ich im Spiegel sehe.




Das Sticken ist ein weiterer Schritt in die Unabhängigkeit. Vielleicht muss ich irgendwann Baumwolle anpflanzen und Schafe züchten, um auch Einfluss auf das Material zu haben, das ich bearbeite. Im Moment finde ich das absurd, aber frau weiß ja nicht, wohin sie die textile Leidenschaft irgendwann bringt. Sticken bedeutet für mich, dem Material Akzente zu setzen und ich war erstaunt darüber, dass es gar nicht so schwer war, wie vermutet. (Dank meiner seit Herbst neuen Lesebrille, war es nahezu ein Kinderspiel). Ich habe das Bild von Urban Threads gekauft, mit Kopierpapier und einem Kuli zum Durchdrücken auf den Stoff übertragen und dann mit Hilfe eine Stickanleitungsbuchs aus der Bücherhalle einfach losgelegt. Es gäbe noch einiges zu verbessern: nicht so viel Geknoddel auf der Rückseite, bessere Kombination von Garn und Stoff (Das Garn war zu dreifädig zu zu dick!), mal ohne Stickvlies, besseres Garn, gleichmäßigere Stiche und und und. Aber ich finde, für den ersten Versuch darf ich stolz sein. Und ganz lächelnd denke ich diesen beglückenden Gedanken: was bin ich für ein mächtiger Menschen, wenn ich jetzt auch noch auf dem Weg bin, Sticken zu können.

Donnerstag, 28. Mai 2015

Püh, dann mache ich mir den Schnitt eben selbst!



Ich weiß nicht, ob es am Poststreik lag oder woran auch immer. Jedenfalls warte ich jetzt schon seit gefühlten Ewigkeiten auf dem Dress Bleuet Schnitt von Deer and Doe. Ich hatte dieses Kleid vor Ewigkeiten bei Sinje gesehen (finde aber den Link nicht mehr) und war damals sehr verliebt und dann tauchte es beim Me Made Mittwoch von Marlene genäht noch mal auf und ich wusste: das wird mein nächstes Anlasskleid!

Tja, der Anlass rückt näher, denn ich brauche das Kleid am 6.6. und der Schnitt ist immer noch nicht da. Also habe ich am Wochenende damit begonnen, mir den Schnitt selbst aus meinem Grundschnitt zu basteln. Eigentlich ist das ja sowieso die beste Idee, denn die Wahrscheinlichkeit, dass es passt ist so viel größer, als einen Schnitt anzupassen bzw. wie in meinem Fall, ihn zu vergrößern. Außerdem hatte ich schon länger vor, mal meinen Grundschnitt um Teilungsnähte statt Abnäher zu variieren, weil ich diese Schnittform immer bei Ella Mara, der Queen of Teilungsnähte, bewundere. Gesagt, getan, siehe Bild oben.

Ich weiß, das Bild ist aus einer komischen Perspektive fotografiert und eigentlich sieht man nicht viel. Es handelt sich um meinen Oberteilgrundschnitt. Dieser hat einen sehr großen Abnäher (bei Grundschnitten ist der immer nach oben), weil ich viel Platz für die Brust brauche. Bevor ich den Bogen für die Teilungsnähte malte, verlegte ich den Brustpunkt nach oben (ihr wisst schon, die neuen BHs). Dann schnitt ich an den beiden Abnähern den Schnitt auf und an der neu gemalten Teilungsnahtlinie und schob anschließend die beiden Abnäher zusammen. Das ganze war praktisch ein wenig fummeliger, als ich mir das theoretisch dachte und ich bin gespannt, ob und wie es mit Stoff funktionieren wird.



Den Kragen selbst zu konstruieren, fand ich ziemlich schwierig und ich bin auch absolut noch nicht sicher, ob die Kragenform, wie ich sie mir ausgedacht habe, eigentlich das ist, was ich eigentlich will. Ich werde den Kragen also noch mal mit einem anderen Kragen, den ich schon genäht habe, vergleichen. Auf den Fotos und der technischen Zeichnung konnte ich auch nicht so recht erkennen, ob der Kragen einen Steg hat und wie die Schleife konstruiert ist, aber Sinje hielt mich den Tag über immer wieder mit Detailfotos auf dem Laufenden.



Ich habe also nun einen selbstgebastelten Schnitt: Ich habe Teilungsnähte und das Rockteil an das Oberteil gemacht, unsicher, ob die Art und Weise, wie ich es ausgestellt habe, irgendwie sinnvoll ist. Die Puffärmel, die ich konstruierte sind vermutlich viel zu gepufft und ob die Schleife an mir im Kleid hinten auch nur annähernd so aussieht, wie an den schlanken Frauen, an denen ich das Kleid bisher sah, ist auch ungewiss. Ich fürchte, ich komme also nicht darum, ein Probekleid zuzuschneiden und wenigstens an den relevanten Stellen zusammen zu nähen. Die Zeit wird knapp, es bleibt spannend! Ich mag ja diese Näh-Krimis eigentlich ganz gerne.


Freitag, 22. Mai 2015

Schluppen-Shirt



Ich wollte schon länger mal testen, ob ich Schluppenblusen mag und dieser Vögelchen-Jersey sprach mich auch schon seit ein paar Wochen an. Ich war ein wenig unsicher, ob er mir nicht doch zu kindlich ist und dachte, dass wenn ich ihn vernähe, es wenigstens ein damenhafter Schnitt sein muss.
Da traf es sich gut, dass mein Arbeitgeber Stoff und Stil mir hin und wieder Stoff sponsort, wenn ich ihn vernähe und dann beim Stoffverkaufen trage, so konnte ich ungehemmt experimentieren. Nun gut, eine Schluppenbluse ist es nicht wirklich geworden, aber ihr kennt ja meine Abneigung gegen blusige Oberteile.

Ich nahm einfach den bewährten Shirt-Schnitt (Schnittbesprechung hier) und kombinierte ihn mit der Anleitung für ein Schluppen-Shirt des Curvy Sewing Collectives. Das ist überhaupt eine tolle Website und es lohnt, dort bei "Tutorials" zu schauen.



Der Trick bei diesem Schluppendings ist, das Vorderteil senkrecht in der vorderen Mitte zu teilen, damit das komplette Shirt durch die Schluppe gezogen wird. Das hat den Vorteil, dass die Naht, mit der Schluppe und Ausschnitt verbunden werden, IN der Schluppe liegt. So ist es schöner und die Schluppe klappt nicht so leicht um. Vermutlich sieht so eine Naht in der vorderen Mitte nicht bei jeden Stoff schön aus, aber in meinem Fall fällt es eigentlich gar nicht auf.

Einziges Problem bei diesem Shirt: Der Vögelchenjersey ist aus Baumwolle, die Schluppe aus Viscose, beide Stoffe dehnen sich sehr unterschiedlich. Ich fand den Viscosejersey jetzt nicht so super geeignet, weil er sich zu doll gedehnt hat und damit auch eher wellig und schief angenäht ist  zur schönen Schleife lässt er sich leider auch nicht binden. Auch an den Armbündchen wirkt es mir ein bisschen zu sehr wie Schlafanzug, aber ansonsten finde ich das Oberteil gar nicht so schlecht. Ich glaube aber, ich probiere diese Schluppenidee noch mal "Ton in Ton", also Schluppe und Shirt aus dem gleichen Stoff.


* Dies ist kein gesponserter Post, aber der Stoff wurde mir von Stoff und Stil gratis zur Verfügung gestellt.