Mittwoch, 27. August 2014

HosenHerbst - die Linkliste ist noch mal geöffnet

Wie versprochen, hat die Linkliste für den HosenHerbst auch am Ende des Monats noch mal geöffnet. Dieses Mal steht die Tür für euch ab jetzt bis Sonntag Abend offen, um Beiträge zum

Monatsthema August:

Hosenformen, Hosenmoden, Hosenschnitte 
Was für eine Hose möchte ich nähen? Welche Hosen habe ich bisher gerne oder ungerne getragen? Was sind meine Ansprüche an eine Hose? Welcher Hosentyp passt zu meinem Körper und zu meinem Leben? Aus welchem Material möchte ich meine Hose nähen? Welche Materialien eigenen sich für welchen Hosenschnitt? Welche Schnittmuster habe ich bereits ausgesucht? Was für ein Schnittmuster suche ich noch?

zu veröffentlichen.

Diese Linkliste, die ihr unten seht, ist genau die gleiche, wie im ersten Beitrag zum August-Thema. Ihr könnt euch also genauso gut hier verlinken. Ihr dürft euch auch mit einem zweiten Blogpost verlinken, falls dieser neue Erkenntnisse zum August-Thema bietet.

Was der HosenHerbst ist und wie die Teilnahme geht, habe ich hier beschrieben. 

Am 1. September geht es weiter. Lasst euch überraschen.

Die nächsten Monatsthemen:

September: Passform I - Ansprüche
Oktober: Im Detail liegen die Tücken
November: Passform II - Mängel erkennen und beheben
Dezember: Defilée und Resumée



Dienstag, 26. August 2014

Sind Kaufschnittmuster Problemlöser?

Haha, mein Loben und Lästern gestern, hat euch also gefallen. Danke für die Kommentare. Ein Kommentar ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Frau Fishkopp sagte: "Welche Plus-Size trägt denn das Trachtenmodell?" - das führte dazu, dass ich das Burda plus Heft noch einmal in die Hand nahm und feststellte, dass Frau Fishkopp mit der Vermutung, dass es sich um eine 38 handeln könnte, vermutlich gar nicht mal so falsch lag. Ich blätterte noch ein bisschen weiter und machte das kleine Größen-Rate-Spiel und glaubt mir, ich konnte nicht wirklich sagen, welche Größen die Models haben könnten. Ich vermute, zwischen 38 und 46 war alles dabei. Sehen so echte Plus-Size-Frauen aus?

Nur, um das Gedankenexperiment etwas weiter zu spinnen. Das wunderschöne Titelmodell, wie sieht das wohl an einer Größe 54 aus? Haben Frauen mit Größe 54 den Mut und die Gelegenheiten so ein Kleid zu tragen? Ich weiß, ich weiß, Models sollen nicht von dieser Welt sein, sollen uns zum Träumen bringen, uns verführen. Aber ist das bei einer Näh-Zeitschrift wirklich sinnvoll? Die Zufriedenheit von Selbermacherinnen hängt doch maßgeblich davon ab, ob das erträumte Kleidungsstück maßgeblich mit dem getragenen Ergebnis überein stimmt. Verführen uns die Models da nicht ein Stück zu weit?*

Mir geht es mittlerweile so, dass ich kaum in der Lage bin, meine Figur in ein Ranking einzuordnen. Ab gesehen davon, dass ich wirklich nur sehr ungefähr weiß, welche Konfektionsgröße ich habe, schaue ich mir immer wieder wohlgerundete oder dicke Frauen an und versuche mich einzuordnen, ob ich wohl so dick bin wie sie, dicker oder dünner - das finde ich fast unmöglich. Zum einen liegt es daran, dass die Varianz so hoch ist: die eine hat den Speck am Po hat und die andere am Bauch. Damit sind quasi identische Figurzwillinge nur schwer zu finden sind. Zum anderen habe ich aber durch meine selbstgenähte Garderobe der letzten Monate/Jahre auch modisch die klassische Große-Größen-Mode hinter mir gelassen. Natürlich habe ich Schwierigkeiten, mich mit einer Frau in Hose und Tunika zu vergleichen, wenn ich daneben ein Kleid mit Petticoat trage. Am ehesten würde das vielleicht in der Seitenansicht gehen - das ist die unvorteilhafte Seite meiner Outfits, die ich zwar für mich, zur Passformkontrolle fotografiere, aber nicht hier auf dem Blog zeige. Aber die Seitenansicht kann ich nun mal von mir sehr selten sehen. Wenn ich an mich denke, dann denke ich an das, was ich frontal im Spiegel sehe oder an die Fotos aus meinem Blog. Und da sehe ich natürlich super aus :-)

Schon vor längerer Zeit habe ich deswegen herausgefunden und frech behauptet, dass ich nicht mehr dick sei. Damit meinte ich, dass für mich "Dicksein als Problem" nicht mehr existiert, weil ich nähe. Allerdings stimmt das natürlich nicht allumfassend, denn vor der genähten Garderobe, die mich schön macht, steht die Schnittauswahl und da muss ich mich mit den Tatsachen, sprich meinen Maßen und den Konfektionsgrößen befassen. Und wenn ich dann nähe, dann trägt mich die Hoffnung, dass mein Traum sich erfüllt und das neue Kleidungsstück auch tatsächlich an mir gut aussehen wird. Bei jedem Experiment, wenn ich einen neuen Look, eine ganz neue Schnittführung probiere (z.B. bei der krassen Bux), geht mein Puls in die Höhe und ich werde komplett auf die alten Ängste zurückgeworfen. Dann bin ich "dick-als-Problem" und habe Angst in den Spiegel zu schauen und frage mich, ob ich so auf die Straße gehen kann.

Gestern kritisierte ich (und andere) an den Burda-Fotos, dass es für mich unmöglich ist, herauszufinden, was ich zu der gezeigten Hosen kombinieren könnte, weil das Modell sitzt. Das ist für mich eine offen und sehr interessante Frage, denn Tunika und weites Drüberhängen kommen für mich, mit meinem aktuellen Geschmack und Bedürfnissen, derzeit nicht in Frage, weil sonst Litfasssäule. Was würde aber passieren, wenn diese Hose an einer echten großen Größe gezeigt werden würde, vorne, hinten und von der Seite mit engem Oberteil. Würde es die Menschen abschrecken oder motivieren? Die einzigen, konstruktiv ehrlichen Fotos zu diesem Problem habe ich bei Frau Sewing Galaxy gesehen. Mich schreckt das nicht ab, ich finde es gut, den Tatsachen ins Auge zu sehen. Auch wenn große Größe nicht gleich große Größe ist - das Fett sitzt bei jeder wo anders - es gibt schon ein paar typische Probleme großer Größen und die sind schon abbildbar.

Anscheinend versteht sich die Burda-Plus nur begrenzt als Problemlöserin. Oder zumindest versteht sie das nicht in meinem Sinne. Sie spricht zwar von optischen Beineverlängern und kaschieren, aber ich finde nicht, dass sie die Probleme großer Größen tatsächlich löst. Die Schnitte sind ganz gut, vermute ich, die Präsentation hat leider mit dem echten Leben der wenigsten Frauen etwas zu tun. Das eine Kleid, dass ich nach Burda genäht habe, passt für meine damaligen Ansprüche tadellos. Wenn ich auf einem Foto nicht erkennen kann, wie ein Modell tatsächlich aussieht, dann ist es schwer, die Entscheidung zu treffen, ob ich es nähen will. Der Blick auf die technischen Zeichnungen hilft nur weiter, wenn ich schon eine gewisse Erfahrung darin habe, mich zu sehen, meine Qualitäten und Quantitäten einzuschätzen und weiß, welche Schnittlinien für mich vorteilhaft sind. Natürlich sehe ich auf der technischen Zeichnung, ob etwas durch Abnäher tailliert ist, aber um wirklich für einordnen zu können, ob das Kleidungsstück zu meinem Leben passt, müsste ich Kombinationsmöglichkeiten sehen - und wenn schon Sitz-Fotos, dann Schonungslose, so, wie Frauen wirklich aussehen, wenn sie sitzen. Habt ihr schon mal Fotos im Sitzen von Euren Kleidungsstücken gemacht? Ha, ihr werdet überrascht sein, falls nicht!

Manchmal werde ich gefragt, was ich für Plus-Size-Schnitt empfehlen kann und bin dann wirklich sehr überfordert. Ich nähe ja kaum derartige Schnitte und - ich kann mich nur wiederholen - jede Frau unpopulären Formats ist anders. Mein Weg ist ja, eigene Schnitte zu erstellen bzw. Schnitte in kleineren Größen zu vergrößern. Aber ich vermute, dass ich Größen- und-Mutmäßig auch in den noch einfacheren Teil der großen Größen 44-52 passe. Mein Verdacht ist, dass es ab 54 aufwärts noch mal richtig komplex wird. Und diese großen Größen gibt es ja auch noch!

Den einzigen Tipp, den ich zu Kauf-Schnittmustern habe ist: sucht per Suchmaschine nach Fotos von genähten Kleidungsstücken dieses Schnittmusterts. Dann seht ihr, ob Frauen, mit einer vergleichbaren Figur das Ding schon mal genäht haben. (Das Gleiche gilt natürlich auch für Strickanleitungen.) Wenn nein, dann ist das Schnittmuster entweder neu oder es funktioniert nicht für eure Größe - oder ihr seid eben die ersten. Mir hilft diese Bildersuche, manch verrückte Idee von mir einzuordnen und abzuwägen, ob ich das Experiment wage. Das ist einer der Gründe, wieso ich blogge und mich zeige.

Ich liebe das Internet dafür, dass es Bilder von echten Frauen gibt, die uns unabhängig davon machen, was die Medien - inklusive Schnittmusterzeitschriften und SchnittherstellerInnen - zeigen.

* Ich weiß, auch die "Normalgrößen" tun sich mit Models und Mode- bzw. Schnittabbildungen schwer. Ich spreche einfach nur über das, was ich besser kenne.

Montag, 25. August 2014

Loben und Lästern*: burda plus HW 2014

Bildquelle: Heft von mir fotografiert, wie man sieht


Ich kaufe ja sonst keine Burda. Aber am Samstag hatte ich das Gefühl, ich könnte mir mal so nen Frauendings gönnen und da erinnerte ich mich, bei Frau Nahtzugabe einen Link zu einer burda plus-Vorschau angeklickt zu haben, die mir gar nicht so schlecht gefiel. Ich hatte schon ewig keinen freien Samstag Vormittag mehr gehabt und schlenderte genussvoll durch die Welt. Flohmarkt, Kaffeetrinken und im Bioladen genug Zeit, um all das Kleingedruckte auf den Verpackungen zu lesen, auf der Suche nach Material für veganen Kuchen. Im Bioladen liess ich sehr sehr viel Geld - da fand ich es mehr als ok, mir mal ne Zeitung zu gönnen.

Meine Schnittlehrerin meint zwar, ich brauche keine Schnittmuster mehr zu kaufen, aber so ganz traue ich dem Braten noch nicht. Meine Vorgehensweise ist ja eher Grundschnitt mit Fertigschnitt zu kombinieren. Alles, vom Revers bis zur Linienführung selbst zu konstruieren, so vermessen bin ich noch nicht. Also werde ich schon immer mal schwach, wenn es um Schnittmuster geht. Zeitschriften scheinen da ja sehr effizient. So viele Schnitte für nur 5,60€. Ein Schnäppchen. Leider ist es aber mit den Schnitten und den Schnittmusterzeitschriften meist so, das viel eben auch nicht viel bringt. Es werden mehrere Schnitte zusammen bestellt, um Porto zu sparen und in einem Heft ist dann doch nicht so viel drin, was sofort umgesetzt wird.

Nachdem ich mir im ersten Durchlauf die Bildchen in der burda plus angesehen habe, war ich etwas ratlos. War das nun ein sinnvoller Kauf oder nicht? Ich blättere mal durch: Den Anfang macht die Rubrik "führungsstil". Es beginnt mit einer wild schauen Frau im schönen, eher mädchenhaften Kleid. Aha, so wünscht man sich ne Chefin. Ich bin nicht sicher, ob die tiefergelegte Taille wirklich vorteilhaft ist, aber ganz hübsch ist das Kleid schon. Die Dame auf dem nächsten Bild knubbelt die Unterkante ihres Spitzenpullovers zusammen, damit man nicht sieht, dass es nen Wallewalleding ist. Schönes Knotendetail (achneeeee, Knooooooten? Das habe ich mir schon IMMMER gewünscht, so originell!) Den dazughörigen Rock finde ich auch ganz nett. An hinten länger und Godets gewöhne ich mich langsam. Aber dieser Rock lässt genau die Frage offen "was ziehe ich obenrum an". Keine Ahnung, jedenfalls kein Wallewalleshirt, dass ich immer zusammenknubbeln muß, um damit eine gute Figur zu haben. Etuikleid und Schößchenjacke, die nun kommen sind ok bis schön, aber diesen Chefinnenblick muß ich noch üben. Dann kommt ein Kleid mit interessantem Kragen und französischen Effekt "der aussieht, als hätte frau einen Pullover über der Schulter". Ich bin fast sicher, dass das nicht wörtlich übersetzt ist. Glücklicherweise ist auch hier die Taille nicht zu sehen, um den Schnitt besser beurteilen zu können. Die Hose auf der nächsten Seite ist vermutlich schön, aber auch hier beantwortet das Bild nicht die Frage, was man obenrum dazu anziehen könnte, dass es GUT aussieht. Den Mantelkragen finde ich nicht schlecht und super finde ich, dass der Mantel von der Seite aus echt unvorteilhaft aussieht, wenn man wie ich es nicht mag, dass es unter dem Busen einfach gerade runterhängt. Ein dickes Lob an Burda für die Seitenansicht.

Als nächstes kommt das Titelmodell. Ein Traum von einem Kleid - aber ich weiß nicht, wann ich so einen Ausschnitt tragen könnte. Mir geht das sowas von auf den Zeiger, dass bei dicken Frauen immer gesagt wird "aber du hast doch ein schönes Decoltée". Stimmt, aber deswegen brauchen sie sich doch nicht bis zum Bauchnabel frei machen! Und ganz ehrlich Burda, mein Leben besteht wirklich nur zu ganz kleinen Teilen aus "führungsstil, abend, folklore und wohlfühlen".

Auf die nächsten Modelle, mag ich gar nicht näher eingehen. Das Übliche: Fotos auf denen man nicht viel erkennt und absurde Materialien. Aber vielleicht bin ich einfach nicht modern genug. Das schöne Kleid von der Frau mit dem wilden Blick kommt "für abends" noch mal, auf diesem Foto sieht man, dass die tiefergelegte, gekräuselte Taille vermutlich nur für wenige Frauen vorteilhaft ist. Schade, obenrum sieht das Kleid gut aus. Gekauft habe ich das Heft auch, weil es zwei Trachtenmodelle gibt, aber da mag ich eigentlich nur die Blusen. Hinten gibt es einen Hausmantel - allerdings ungefüttert und eine Tunika, die ich nähen würde, würde ich Tunikas tragen.

Das Schreiben dieses Blogspostes, hat länger gedauert, als das zweimalige gründliche, mit genauem Hinsehen, Durchblättern des Heftes. Haben sich die 5,60 € jetzt schon bezahlt gemacht? Nein! Erst als ich die Texte las, war ich vollkommen überzeugt. Wie gut, dass ich die Knip Mode im Abo habe! Vermutlich steht da genauso ein Quatsch mit Kaschieren und "Weiblichkeit feiern", aber das verstehe ich wenigstens nicht. Wenn ich das lese "dank des Gummis an den Flügelärmeln passen sich diese den Oberarmen an", dann kann ich nur mit den Augen rollen. Unter mein nächstes Foto zitiere ich dann "inspirierend ist hier nicht nur das Model, sondern auch ihre Tunika".

Ich weiß, ich weiß, es ist nicht originell, in das übliche Burda-Bashing einzustimmen. Aber ich hoffe, dieser Post erinnert mich daran, keine Zeitschriften mehr zu kaufen und das Geld lieber für Schnittunterricht zu sparen.

* Artikelüberschrift schamlos geklaut bei Frau Nahtzugabe.

Freitag, 22. August 2014

Dies und Das

Meine Lieben, ich bin ein wenig in Plauderlaune, weil ich ein paar Aufgaben vor mir her schiebe. Da ist es bestimmt eine gute Idee, einen Blogeintrag "zum Warmschreiben" zu schreiben.



Gestern kribbelte es mich schon in den Fingern, das Zwillings-Frau-Kirsche-Schwalben-Kleid zu beginnen, nachdem der Entschluss endlich gefasst und noch Nachschub an hellblauer Paspel besorgt war. Die Familie sabotierte allerdings mein erhofftes Nähzeitfenster und abends war ich dann doch zu faul, den familiär kunstvoll dekorierten Esstisch soweit aufzuräumen, dass darauf ein Kleid zugeschnitten werden kann. Ich bin mit der Wahl des Frau Kirsche Kleides aus Schwalbenstoff aber nun sehr zufrieden. Eure Argumente überzeugten mich, dass das schon alles schön und gut so ist. Ich hoffe ja, dass ein Fitzelchen Stoff übrig bleibt, um den Gatten eine passende Fliege zu nähen. Nicht erschrecken, keine Fliege wie der Fliegenhuber, sondern einen richtigen Binder. Immer, wenn der Gatte in einem Film sieht, dass der Held nach einer Abendveranstaltung das Jackett auszieht, die Fliege öffnet und diese dann lose über das Hemd baumeln lässt, seufzt er. Ich fände das schon auch sehr schick an ihm und stelle mir eine Fliege, die auf der einen Seite Schwalben hat, sehr schön vor. Aber auf die andere Seite? Und überhaupt, was zieht er dann an. Er hat ein neues, ungetragenes Bundestrainerhemd in marine. Darf man dazu heutzutage eine schwarze Hose und eine offene Fliege mit Schwalben tragen. Ich erinnere nur daran, dass es eine bunte Hochzeit wird, wir können ja sowieso machen was wir wollen. Mir würde das auf jeden Fall gefallen.

Webware für Tellerröcke

Ansonsten drängt es mich wirklich sehr, die beiden geplanten Tellerröcke zu nähen. An sich kein größeres Projekt nur, dass ich mir vorgenommen hatte, mal einen 3/4-Teller auszuprobieren. Das heißt, vor dem einen Nähen steht das Denken und bekanntlich schiebe ich solche Projekte gerne mal vor mir her.

Jerseys für weitere Vichy-Kleider

Auf Vichy-Kleider-nähen habe ich trotz großem Jerseyvorrat keine Lust. Das Tiramisu hat mir ein bißchen die Lust auf Vichy verdorben. Ich bin zur Zeit ziemlich taillenbandsüchtig. Jetzt bin ich allerdings wenig wickeloberteilsüchtig, so dass es mich auch irgendwie wenig reizt, Tiramisu mit langen Ärmeln zu nähen. Ich lasse das mal noch ein bißchen wirken. Vielleicht bekomme ich noch die zündende Idee, was beim Tiramisu über dem Taillenband passieren könnte. Hinderlich für diese Vorhaben ist auch, dass ich Jerseymengen passend für Vichy gekauft habe, dass es also mit den gekauften Jerseys sowieso nicht funktionieren könnte. Also, Projekt erst mal auf die Seite.

Apropos Wickel: Frau Nahtzugabe erwähnte gestern die Möglichkeit einer Wickelbluse als Oberteil für Tellerröcke. Die Idee finde ich gar nicht schlecht. Ich mag ja Kragen sehr gerne. Das Einzige, was mich an Blusen stört ist, wenn sie zu blusig unter dem Busen werden. Das ist ja sehr unvorteilhaft für mich. Vielleicht wäre so ne Wickelbluse etwas für mich. Ganz gewagt denke ich sogar darüber nach, ob das nicht sogar mal ein Jerseyblusenprojekt werden könnte, was ich auch schon länger mal angehen wollte. Das wäre dann zwar auch ein Shirt über dem Rock - also nicht als HGO gemeint - aber durch den Kragen wäre es etwas feiner.

Das führt mich zu meinen nächsten Überlegungen: Ich habe hier noch einen wunderschönen dunkelblauen Viscosejersey liegen, aus dem ich eigentlich ein Shirt zur krassen Bux nähen wollte. Dann ist mir aber eingefallen, dass Shirts aus Viscosejersey in der Regel subotimal sind, weil sie, wenn sie eng vernäht werden, wirklich jedes Röllchen in den Vordergrund heben. Es ist wirklich komisch. Ich habe keinerlei Hemmungen, Kleider aus Viscosejersey zu nähen, aber alle Oberteile, die ich bisher aus Viscosejersey und alle Kleider, die ich aus uni-Viscosejersey genäht habe, wanderten letztendlich in die Tonne. Also doch ne Wickelbluse? Wie ist das bei euch? Stelle ich mich an oder ist das bei euch und dem Viscosejersey auch so?

Noch zu erwähnen wären das fast fertige Jeansjackett und den fast fertigen dunkelblauen Wintermantel. Bei beiden müsste "nur noch" Futter und Oberteil verbunden werden. Sollte ich mal machen. Ganz abgesehen davon, dass ich ja eigentlich unbedingt noch ein rotes Jackett zum roten Teller nähen wollte. Aber das Jeansjackett ist leider nur so lala geworden. Ich hatte davon geträumt, einen tollen fertigen Jackettschnitt nach dem Schnittkurs zu haben. Leider ist es bisher nur ein langweiliger Grundschnitt und noch nicht das, was ich mir erträumte. Da muß ich also auch noch Gehirnschmalz reinstecken.

Ach und zu guter Letzt habe ich mir natürlich noch eine Aufgabe organisiert. Passend zum HosenHerbst, werde ich meinen Schnittkurs wieder aufnehmen. Am nächsten Freitag geht es los mit dem Hosengrundschnitt. Ich freu mich drauf.

Tja, ihr seht, ich betreibe Nähnerd-Prokrastination vom allerfeinsten. Das liegt auch daran, dass zum Ende des Monats die Steuererklärung abgegeben werden muß und ich ziemlich viel Zukunftsprojekte auf dem Schreibtisch liegen habe.... Aber immerhin, ich bin wenigstens nicht vom Jahreszeitenwechsel nähgelähmt. Ist ja auch schön!

Mittwoch, 20. August 2014

HGO Hochzeitsgastoutfit - eines der liebsten Nähnerdprobleme

Huch, die Zeit rast. Die Hochzeit, zu der wir eingeladen sind, wähnte ich noch lange hin, aber ein Blick auf den Kalender verrät mir, dass sie schon in gut zwei Wochen ist (und vorher muß noch die Steuererklärung gemacht werden, hachjee...). Was ziehe ich nur an?!

Auf der Einladung steht zur Kleiderordnung "kommt so, wie ihr Euch wohl fühlt" und von der Braut weiß ich, dass sie auf jeden Fall farbenfroh,  gekleidet und in bequemen (Pädagoginnen-)Schuhen  unterwegs sein wird. Also theoretisch habe ich kein Problem. Praktisch ist es aber so, dass ich es schon schön finde, mir ein neues Kleid zu nähen, wenn ich endlich mal wieder einen Anlass habe, um mit meinem Mann auszugehen. Ich fände es schick, ihn wieder mal in schick zu sehen - da brauche ich ein adäquates Kleid dazu.




Also was tun? Ein glänzendes Taftkleid muß es natürlich nicht sein, das wäre wirklich overdressed, wenn die Braut in buntgemusterter Baumwolle tanzt. Die einfachste Möglichkeit, wäre ein Frau-Kirsche-Kleid und die Schwalben würden sich dafür anbieten. Wo habe ich nur die hellblaue Paspel hingelegt, die ich schon mal zur Umsetzung dieses Planes kaufte? Was meint ihr? Eine gute Idee oder habt ihr eine Bessere?

Schick fände ich auch einen Tellerrock aus dem gepunkteten Stoff, dessen Textur ist sehr besonders und irgendwie festlich. Aber was für ein Oberteil dazu? Normalerweise trage ich zu Tellerröcken T-Shirts, aber das geht wohl eher nicht. Was könnte ich obenrum anziehen, was schick und eng und trotzdem nicht Shirt ist? Für einen Blazer reicht der Stoff nicht und für ein Kleid ist er relativ knapp und mir eigentlich auch zu steif.




Oder gibt es irgendein Argument gegen schwarze Kleider auf einer Hochzeit? Nicht, dass ich Unglück bringe! Wenn schwarz zu so einem Anlass Unheil bringt, müsste ich mich vielleicht dazu aufraffen, die blauen Pagoden anzuschneiden. Aber neee, das ist noch zu früh! Der Stoff wartet noch auf den perfekten Schnitt!

Komisch! Denk ich an schwarz, weil der Sommer gerade so wenig sommerlich ist? Theoretisch müsste es doch möglich sein, zu einer Hochzeit Anfang September im Sommerkleid zu kommen! Ich hätte da noch den einen oder anderen bunten Kleiderstoff im Vorrat (gelb, rot, rosa) Aber ich weiß noch, letztes Jahr war ich im Ming-Vasen-Kleid auf einer Hochzeit mit ähnlicher Ansage und fühlte mich unwohl im hellgrundigen Kleid, obwohl ich es sehr mochte.

Gedanken

"Ist jetzt alles anders?", dachte ich gestern, "muß ich jetzt mein Motto ändern?" Ihr wisst schon, das mit den Outdoorjacken und den Jeans und den Röcken und den Kleidern? Darf das da jetzt noch sein?

Alles darf sein! Amen! Ein bißchen Toleranz schadet niemals. Naja, theoretisch. Ich finde Pärchen ins Zwillingsoutdoorjacken immer noch wenig schön anzusehen und langweile mich, bei der Standartbekleidungsvereinfachungsnummer "Jeans an" schon sehr. Aber deswegen darf ich trotzdem über Hosen nachdenken und sie auch mal tragen. Keine Regel ohne Ausnahme! Und überhaupt, Regeln brechen ist schön.

1,5 Tage trug ich nun die krasse Bux. Es hatte Vor- und Nachteile. Ein Vorteil war ganz klar, dass sie zum Wetter passt. Trotz Petticoat finde ich es untenrum heute ein wenig fröstelich. Aber hübsch fühle ich mich. Ich schaute erfreut auf die Spiegelung in einem großen Fenster, als ich im Kleid mit Petticoat daran vorbei rüschte. Gestern schaute ich eher skeptisch.

Ist schon klar, die Sindbad-Hose ist nicht der Weisheit letzter Schluß - danke für Eure Anregungen, Feedback und Kommentare! Mit den Kleidern und Röcken ist es noch lange nicht vorbei im Hause Crafteln. Vermutlich wird die Jeans, die ich mir nähen will, auch keine Jeans im üblichen Sinne. Mein Blick für Proportionen hat sich verschoben, meine Sehgewohnheiten verändert. Eine Nullachtfünfzehnjeans könnte ich mir (vielleicht) auch kaufen. Vielleicht ähnelt meine Traumjeans meinen Kleidern mehr, als ich jetzt denke und vielleicht war das Experiment mit der Sindbadhose auch zu extrem. Aus der Komfortzone heraus, bedeutet ja nicht automatisch und zwangsläufig mit Karacho ins andere Extrem. Es bleibt spannend. Vielleicht sollte ich einfach mal wieder ein paar Tellerröcke zwischendurch nähen.

Dienstag, 19. August 2014

Krasse Bux



Seit dem #Stoffwechsel habe ich Lust, hin und wieder meine Komfortzone zu verlassen, und wieder öfter "den Quatsch ernst zu nehmen". Dafür ist das Nähen können doch da: wer kann sich schon spontan einen verrückten Wunsch erfüllen und einfach etwas ausprobieren, wenn nicht wir Näherinnen! Der #HosenHerbst kam auch genau so zustande - diese krasse Bux ebenso.

Ich sah diese Hose bei einer schlanken Kollegin und irgendwie fand ich sie gut. Jetzt war mir klar, dass ich nicht so aussehe, wie sie, aber wer sagt, dass es nicht einen Versuch wert wäre, es trotzdem mal mit der Hose zu probieren. Im Zweifelsfall wird es eben eine Rumlümmelhose, dachte ich.




Und dann nähte ich das Ding, gespannt, wie es wohl bei mir aussehen würde. Immerhin hatte ich nun schon seit Ewigkeiten keine Hose mehr getragen. Meine Sehgewohnheiten haben sich sehr verändert. Zumindest war mir klar, dass ich ein enges Shirt dazu tragen wollte, statt wie früher es auch obenrum schlabbern lassen zu wollen.

Nun, ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Ich habe sie nun in der Öffentlichkeit getragen und nette Menschen sagten nette Dinge zu mir; aber das kann frau ja auch nicht immer glauben. Der Gatte sang "Sindbad, Sindbad, schau wie viel Glück dieses Kind hat" und fand nicht, dass ich damit aus dem Haus gehen sollte. Das Kind findet die Hose lustig. Ich finde es, mmmh sagen wir "ungewohnt". Es ist auf jeden Fall ganz anders, als das, was ich sonst so trage. Ich fühle mich wahnsinnig "dänisch" damit. Letztes Jahr im Sommerurlaub, trugen die Däninnen solche Hosen und so merkwürdige Overalls, an die mein Auge noch nicht gewöhnt ist. Ich schwanke, ob ich es jetzt dänisch/modern finden sollte oder ob ich das Ding doch lieber nur zuhause anziehe, weil es vielleicht ein schlanken, jungen Dingern gut aussieht, aber an mir mir etwas peinlich ist. Mal schauen, wie es sich entwickelt, mit mir und der krassen Bux. Ist ja nix Neues, dass ich neuen Kleidungsstücken gegenüber etwas skeptisch bin und das ist schon verdammt neu für mich.

Stoff: Blumenviscosejersey in naturweiß und marine von Stoff und Stil
Schnitt: Haremshose von Stoff und Stil


Freitag, 15. August 2014

HosenHerbst - das erste Treffen



Heute geht es los mit dem #HosenHerbst (mehr Informationen über den Sew Along findest du hier)

Das Monatsthema August:

Hosenformen, Hosenmoden, Hosenschnitte 
Was für eine Hose möchte ich nähen? Welche Hosen habe ich bisher gerne oder ungerne getragen? Was sind meine Ansprüche an eine Hose? Welcher Hosentyp passt zu meinem Körper und zu meinem Leben? Aus welchem Material möchte ich meine Hose nähen? Welche Materialien eigenen sich für welchen Hosenschnitt? Welche Schnittmuster habe ich bereits ausgesucht? Was für ein Schnittmuster suche ich noch?

Ich habe vor ein paar Tagen schon Einiges über meinen Hosenwunsch erzählt, deswegen an dieser Stelle nur noch die Kurzfassung

Was für eine Hose möchte ich nähen?
  • Ich möchte eine Retro-High-Waist-Hose nähen, also eine Hose mit hohem Bund, seitlichem Reißverschluss oder einem Reißverschluss in der hinteren Mitte und mit weiten Beinen. Ich könnte mir auch eine Schlaghose vorstellen. 
  • Starten möchte ich mit einer Jeans. 
  • Falls sich das Hosennähen als gut herausstellen sollte, könnte ich mir noch sehr gut eine "Arbeits-Hose" aus feinem Wollstoff vorstellen und eine Schlaghose aus Cord. 
  • Den Schnitt würde ich gerne selbst konstruieren, wenn meine Schnittkonstruktionslehrerin aus dem Urlaub zurück ist. Falls ich das nicht erwarten kann, versuche ich vielleicht dieses Schnittmuster, das Catherine schon mal genäht hat von dem das Bild stammt, denn dieses gibt es in zwei Größengruppen. 



Welche Hosen habe ich bisher gerne oder ungerne getragen?
  • Hosen sind gut, wenn der Bund nicht kneift, wenn sie Taschen haben, wenn das Material unkompliziert ist (also nicht so schmutz- und knitterempfindlich) und wenn sie zu vielen Oberteilen aus dem Schrank passen.
  • Hosen sehen an mir doof aus, wenn der Bund an der falschen Stelle sitzt. 

Das reicht erst mal von meiner Seite. Die vielen Fragen zum Monatsthema sind eher als Leitfaden gedacht und müssen nicht partout abgearbeitet werden. 

Was wollt ihr nähen? Welche Hose passt in Euren Kopfkleiderschrank und warum? Ich bin gespannt!





Die Linkliste wird bis Montag Abend geöffnet sein. Dann öffnet sie sich wieder vom 29. - 31. August. Wer nach dem 31. August noch einsteigen will und etwas zum Monatsthema August ergänzen möchte, schreibt einen Post und schickt mir den Link an meikehh ät gmx punkt de.
Mehr Informationen zum Sew Along (Ablauf, Teilnahmeregeln etc.) findest du hier. 

Die nächsten Monatsthemen:

September: Passform I - Ansprüche
Oktober: Im Detail liegen die Tücken
November: Passform II - Mängel erkennen und beheben
Dezember: Defilée und Resumée

Donnerstag, 14. August 2014

HosenHerbst - der etwas andere Hosen Sew Along 2014


HosenHerbst

Die Idee, eine Hose zu nähen, liegt in der Luft. Na, dann gehen wir es doch an! Alles ist erlaubt, so lange es Hosen für Erwachsene sind, die du für dich nähst (aber bitte keine Unterhosen und keine Hosen für Kinder). Morgen, am Freitag, den 15. August beginnt der HosenHerbst 2014. 

Wer mitmachen will, ist herzlich willkommen. Wir starten mit der Formulierung des persönlichen Ziels "Was für eine Hose möchte ich nähen?" und einem dreifachen Hipphipphurra für Chrissy, die das hübsche Logo designt hat, das ihr gerne mitnehmen dürft. Herzlichen Dank Chrissy!

Sew Along etwas anders

Der #HosenHerbst wird kein zackizacki Sew Along, sondern eine entschleunigte Wissenssammlung, die uns allen Spaß und Erkenntnisse liefern, aber keinen Stress machen soll.  Jede näht nach ihrer Geschwindigkeit! Wir nähen nicht gleichzeitig, nicht simultan im Gleichschritt, sondern jede näht soviel und in welchem Tempo es ihr gefällt Die einzelnen Termine organisieren nur den inhaltlich sortierten Austausch.

Ziel und Zeitraum für den Sew Along

Der HosenHerbst geht von August bis Dezember. Streng genommen ist das vorne und hinten nicht Herbst, aber wir machen uns die Welt, wie sie uns gefällt. Ziel ist es, zum Ende des Jahres (zumindest/mindestens) eine schöne Hose genäht und einen reichen Fundus an Wissen und Erfahrungen zusammengetragen zu haben.

Monats-Themen 

Am Monatsersten präsentiere ich das Monatsthema und eröffne eine Linksammlung für das jeweilige Thema. Die Linksammlung ist für 3 Tage am Anfang des Monats und 3 Tage am Ende des Monats geöffnet. Sollte im Nachhinein der Wunsch nach Verlinkung bestehen, schickt mir eine Mail an meikehh ät gmx punkt de und ich ergänze den Link. 

Teilnehmerinnen können sich auch mehrmals in einer Linkliste eintragen, wenn sie einen neuen Artikel mit neuen Erkenntnissen zum Thema geschrieben haben und verlinken wollen. 

Verlinkte Beiträge, die nicht zum Monatsthema passen, werden von mir gelöscht und müssen selbständig noch mal in der richtigen Linkliste verlinkt werden. (Ich weiß, oftmals können in einen Beitrag mehrere Themen auftauchen. Konzentration auf ein Thema und eine genau Verlinkung hilft anderen, euren Beitrag zu finden.). 

Jeder Beitrag von mir enthält die Links zu den Monatsterminen, damit auch nach dem Sew Along alles Wissen leicht abrufbar ist. 

Und das sind die Themen:


August
Hosenformen, Hosenmoden, Hosenschnitte 
Was für eine Hose möchte ich nähen? Welche Hosen habe ich bisher gerne oder ungerne getragen? Was sind meine Ansprüche an eine Hose? Welcher Hosentyp passt zu meinem Körper und zu meinem Leben? Aus welchem Material möchte ich meine Hose nähen? Welche Materialien eigenen sich für welchen Hosenschnitt? Welche Schnittmuster habe ich bereits ausgesucht? Was für ein Schnittmuster suche ich noch?


September
1. September 2014: Passform I - Ansprüche 
Welche Passformmängel kenne ich von Kaufhosen oder selbst genähten Hosen? Zeigt her eure ungeliebten Hosen! Welche Anpassungen habe ich schon mal versucht, um Passformmängel zu beheben. Wie erkenne ich überhaupt Passformmängel und wie heißt mein Problem? Wo gibt es Informationen über Anpassungen? Wovor habe ich den meisten Respekt? 


Oktober
1. Oktober 2014: Im Detail liegen die Tücken 
Geknöpfte Hose, Reißverschluss mit allem Drum und Dran oder einfach nur ein Gummibund? Wie verschließt ihr eure Hose? Wie säume ich meine Hose? Wie verstärke ich den Bund? Futter? Hat eure Hose Taschen und wenn ja welche (und wie macht man solche Taschen)? 


November
1. November 2014: Passform II - Mängel erkennen und beheben
Wie sitzt die neue Hose? Wo gefällt sie mir noch nicht? Was könnte ich an dieser Hose noch ändern? Was muß ich machen, damit das nächste Modell besser wird?

Dezember
1. Dezember 2014: Defilée und Resumée
Zeigt her eure Hosen? Seid ihr zufrieden? Tragt ihr eure Hosen? Mit was kombiniert ihre eure Hosen (Oberteile, Jacken, Schuhe)? Näht ihr noch weitere Hosen? Warum? Oder warum nicht?

Austausch

Blogs im Allgemeinen und ein Sew Along im Speziellen lebt vom Austausch in den Kommentaren. Ich schaue mir alle Beiträge an (auch wegen der Teilnahmebedingungen), aber ich werde es nicht schaffen, viel zu kommentieren. Also bitte ich euch, das für mich mit zu übernehmen, dafür biete ich euch die Plattform.

Auf twitter könnt ihr euch zwischendurch mit dem Hashtag #HosenHerbst austauschen.

* Ich schreibe im generischen Femininum. Männer sind selbstverständlich mit gemeint und willkommen. 
** Na, Herr Charming, du machst doch mit, oder?!

Morgen geht es los! Die Linkliste für August ist ab morgen bis Montag Abend (18.08.2014) geöffnet und dann noch einmal vom 29. - 31.08.2014

Dienstag, 12. August 2014

Plötzlich Lust auf Hosen!

Seit Wochen gehe ich mit dieser merkwürdigen Idee schwanger. Die Metapher passt ganz gut, hatte ich doch das Gefühl, ich darf es noch niemand erzählen, bevor ich mir nicht ganz sicher bin. Dann gestern das Geständnis:




Was folgte war kein Entsetzen, keine Verwunderung, keine Empörung (was hatte ich eigentlich erwartet?), sondern Interesse, die Hypthese, das ein Hosentrend in der Luft liegen könnte, die Idee eines Sew Alongs und Bekenntnisse, es auch gerne mal mit einer Hose zu versuchen. Ich versprach am nächsten Tag, also heute, darüber zu bloggen. Achtung, es wird lang.




Hosen und FrauCrafteln? Kommt euch das auch komisch vor? Wenn ja, dann liegt es daran, dass ich außer einer Rumlümmelhose (die, ganz nebenbei, auch furchtbar ist, aber man verzeihe mir bitte, ich war jung und unerfahren), niemals eine Hose im Blog gezeigt habe. Ich habe zu keinem Zeitpunkt bewußt entschieden, keine Hosen mehr tragen zu wollen, aber irgendwann hatte ich einfach so viel schönere Röcke und Kleider, dass es einfach passierte. Ich weiß gar nicht mehr genau wann, aber ich vermute, dass ich jetzt zwei oder drei Jahre keine Hose mehr getragen habe. Stopp, das stimmt so auch nicht, denn zuhause trage ich im Winter durchaus eine bequeme Hose aus dem Sportsegment, aber sobald ich das Haus verlasse oder Besuch bekomme, trage ich sie nicht mehr.

Ich kann allerdings sehr genau sagen, wann ich in den letzten Monaten das erste Mal das Bedürfnis nach einer Hose für die Welt da draußen hatte: am 26. März diesen Jahres. Es war, als Frau Kreuzberger Nähte beim MMM ihre Hose zeigt und absolut überzeugend argumentierte, dass im Frühling irgendwann so eine Abneigung gegen Strumpfhosen entsteht und an Tagen, an denen es mit Rock aber ohne Strümpfe zu kalt sein sollte, eine Hose einfach eine überzeugende Lösung wäre. Ich fand ihre Hose hübsch, wusste aber, dass das absolut kein Modell für mich wäre und packte den Gedanken, FrauCrafteln vielleicht doch mal wieder in Hosen, weg.

Aufgehört hatte es für mich mit den Hosen, als ich mich vor ein paar Jahren in einer Busfensterscheibentür gespiegelt sah. Ich trug Jeans und ein ordentliches weißes T-Shirt. Das war meine "geht eigentlich immer und fast überall"-Kleidung über viele Jahre. Ich sah mein Spiegelbild und wusste "das geht ganz und gar nicht". Die Porportionen stimmten nicht. Mein Körper sah merkwürdig unterteilt aus. Über dem Hosenbund sah ich deutlich meinen nach der Schwangerschaft erworbenen Zweitbauch durch das weiße Shirt, das natürlich über der Hose hing, dann kam der Hosenbund und anschließend noch mal Bauch. Es war nicht schön. In allen daraufhin neu genähten Röcken und Kleidern sah ich besser aus. Zunächst versuchte ich es mit Tuniken, der Klassiker. Tuniken waren schon etwas besser, verlängerten sie doch meinen Oberkörper und brachten mit Prinzessnähten etwas Form in meinen Körper. Zu diesem Zeitpunkt meines Nähkönnens, fand ich passformgenau Tuniken extrem herausfordernd. Heute würde ich das hinbekommen, aber es reizt mich nicht mehr - vielleicht, weil es so ein klassisches Dicke-Frauen-Kleidungsstück ist.

In den vergangenen Näh-Blog-Jahren beschäftigte mich immer wieder die Themen Taille und Gürtel und viele, die mich schon länger lesen, werden sich daran erinnern. Das Schöne am Nähen ist, dass es möglich ist, nach Lust und Laune zu experimentieren. Lange Zeit lehnte ich Gürtel für mich komplett ab, dann traute ich mich, es mal mit Gürteln zu probieren, derzeit liebe ich in Kleider integrierte Taillenbänder als dezente aber bequeme Taillenbetonung. Bei all der Experimentiererei stellte sich für mich aber stets die Frage: wo ist denn genau meine Taille bzw. welche Stelle möchte ich betonen, um die Silhouette zu modellieren. Als ich in den letzten Wochen über Hosen nachdachte, fiel mir auf, dass ich im Laufe des Lebens schon an sehr unterschiedlichen Stellen den Hosenbund trug. Irgendwie hängt die Frage nach der Taille also auch mit Hosenformen und Hosenmoden zusammen.

Eine Assoziation, die ich zu Hosen habe, sind ältere Damen, die sehr hoch geschnittene Hosen tragen und dadurch einen merkwürdig verkürzten kurzen Oberkörper haben. Als Frau mittleren Jahrens, schaue ich mir junge Frauen, mittelalte Frauen, ältere Frauen und alte Frauen an, versuche mich zu verorten und überlege, wohin die Reise noch hin geht. Diese älteren Damen mit den ungewohnt kurzen Oberkörpern fielen mir auf. Das konnte ich mir für mich zunächst ganz und gar nicht vorstellen. Aber warum tragen sie das so? Ist es bequem? Sind sie es so gewohnt? Mag ich es nur nicht, weil es für mich so ungewohnt ist?

Aber auch tiefer geschnittene Hosenbünde sind nichts für mich. Soll der Bund zwischen Bauch I und Bauch II? Soll ein tiefgeschnittener Bund Bauch I noch mal teilen? Wo soll der Bund hin? Und warum ist das so ein Problem. Wenn ich Röcke trage, dann geht das doch irgendwie auch. Geht es? Auch bei Röcken und Kleidern habe ich das Problem, dass ich nicht immer weiß, wohin der Gürtel soll. Durch meinen Schnittkurs weiß ich nun, dass das Problem Taillensenkung heißt: bei dicken Frauen sitzt die Taille hinten höher als vorne zwischen Bauch I und Bauch II. Wenn ich Röcke nähe, dann löse ich das Problem mit dem Rockabrunder. Ich ziehe den fast fertigen Rock an und markiere mit dem Rockabrunder vom Boden die gleiche Höhe, was dazu führt, dass meine Röcke hinten länger sind als vorne. Beim Hosennähen muß das auch irgendwie berücksichtigt werden, es erscheint mir aber komplizierter - geht es bei Hosen nicht nur um "Platz für den Po", sondern auch noch um eine schöne Passform und Bewegungsfreiheit.

Wie ich oben schrieb, war Frau Kreuzberger Nähte der erste Anstoß, über Hosen in meinem Leben erneut nachzudenken. Der zweite Anstoß kam durch den Badenixen-Sew Along. Im Zuge des Badenixen-Sew-Alongs wurde ich auf hochgeschnittene Bikinihosen aufmerksam. Letztes Jahr las ich bereits über den "Fatkini" und wunderte mich über die Hosenform. Dieses Jahr gewöhnte ich mich an den Anblick - alles eine Frage der Sehgewohnheiten und der Häufigkeit! - und überlegte, ob ich aus dem misslungenen Bombshell nicht lieber einen Bikini mit hoher Hose zaubern sollte.




Ohne es ausprobiert zu haben, vermute ich, dass so hoch geschnittene (Unter-)hosen, sollten sie denn gut passen, super bequem sind. Wahrscheinlich müssen wir uns auch noch an den Anblick auf der Wäscheleine von solchen Hosen mit königlich viel Stoff gewöhnen. Ich habe noch die Stimme meiner Mutter im Ohr, die etwas sagt wie "damit kannst du 10 Pfund Kartoffeln holen". Will ich aber nicht.

Als ich über derartig hochgeschnittene Unterhosen nachdachte, fiel mir auf, dass "Shapewear" sich auch dieser Form bedient und dass früher Hosen auch viel höher geschnitten waren. Interessant dachte ich. Vielleicht wäre das eine Lösung für mein Problem mit Bauch I und Baum II.

Und dann sah ich sie!

Anfang Juli saß ich in Berlin in der Tram und fuhr an einer Frau mit einer Jeans vorbei, die fast bis unter den Busen reichte. Es war ein sehr hoher Bund. Ich konnte nur kurz sehen und leider nicht genauer studieren, was das für eine Hose war, was ich erkannte, waren dekorativ aufgesetzte Taschen vorne und eine wunderbare Figur von Hinten. Ich vermute, der Reißverschluß war in der Seitennaht. Ich war entzückt. Das Bild dieser Frau in dieser Hose ließ mich nicht mehr los. Ich mußte immer wieder an diese Hose denken. Mir schwante, dass zwei Dinge absolut ausprobierenswert wären: ein hoher Bund und der Reißverschluß in der Seitennaht.... und es dauerte nicht lange, als auf twitter genau diese zwei Ideen nach meinem Geständnis geäußert wurden.

Kurz und gut: ich habe Lust, so eine Retro-hochgeschnittene-Hose-mit-Reißverschluß-in-der-Seite zu nähen.

Aber ich habe keine Lust auf einen klassischen Sew Along.

Ich komme mit den Zeitvorgaben eines Sew Alongs nicht zurecht. Für die einen müssen die Termine recht zügig beieinander liegen, damit sie motiviert sind, für die anderen (wie für mich) artet das in Stress aus, zu einem bestimmten Zeitpunkt fertig werden zu müssen, um dabei zu sein.

Da aber mehrere Nähnerds auf twitter Interesse an Hosen bekundet haben, rufe ich jetzt mal den Hosen-Näh-Herbst aus. Oder hat eine ne bessere Idee, wie wir das nennen können? Wir nähen nicht gemeinsam, aber ich sammele unsere Erkenntnisse. Das heißt, ich stelle ein Linktool an bestimmten Tagen zur Verfügung und ich schreibe auch Posts zum Thema, aber es geht nicht darum, sich an einem bestimmten Tag mit einem bestimmten Nähfortschritt zu verlinken, sondern nur zu einem bestimmten Thema. Wie ich das mit den Terminen, der Öffnungsdauer des Linktools lösen will, weiß ich noch nicht. Dazu - und in welche Themenblöcke ich das Thema unterteile - mache ich mir noch Gedanken. Mir geht es um einen langen Zeitraum ohne Stress und um eine Ideen und Quellensammlung - motivieren müsst ihr euch selbst. Mir schwebt ein langer Zeitraum von August bis Ende des Jahres vor, denn ich will auf jeden Fall Stress vermeiden. Habt ihr auch Lust auf Hosen und Lust gemeinsam darüber nachzudenken, Hosen zu nähen und euch darüber auszutauschen?

Mir kommt das alles so verrückt vor. Hosen? Ich? Aber ich habe Blut geleckt und will es zumindest ausprobieren. Ich habe mir fest vorgenommen, wieder häufiger "den Quatsch ernst zu nehmen" und deshalb nähe ich jetzt (also irgendwann in den nächsten Wochen) so eine Hose. Verrückt!