Freitag, 12. Februar 2016

Schnittmuster anpassen - wir tun es!

Ach, das ist toll, das Euch das Thema Schnitte ändern, oder besser gesagt Schnittmuster (auf den Körper) anpassen, ebenso interessiert wie mich! Zusammen bekommen wir da bestimmt etwas ganz Tolles hin! Da ist Musik drin, in dem Thema!

Allerdings bekomme ich schon ein wenig Respekt, wenn ich sehe, was Ihr alles an Änderungen vornehmt bzw welche Probleme ihr (besser) lösen wollt. Dabei ist das natürlich theoretisch klar, denn jeder Körper ist anders. Aber wenn ich die Kommentare zum letzten Post hintereinander lese, dann wird mir ein wenig schwindelig und ich frage mich schon, ob wir diese Probleme alle lösen können und wenn ja wie.

Vermutlich ist es alles eine Frage der Ordnung und der Systematik. Dafür fühle ich mich jetzt einfach mal, nachdem ich den Stein ins Rollen gebracht habe, verantwortlich. Ohne einen kompletten Plan zu haben was wir machen werden, werde ich versuchen, immer die Vogelperspektive zu haben und mit Fragen und Themen das große Ganze zu strukturieren. Und nebenher werde ich, genau wie ihr, einfach erzählen, was ich so mache. Außerdem werde ich ein Linktool zu den Beiträgen einbauen, so dass ihr dazu eure Artikel verlinken könnt, falls ihr ausführlicher antworten wollt, als es in einen Kommentar passt. Ich lade euch jetzt schon ganz herzlich dazu ein, bei Änderungen und Problemen Fotos zu machen und diese schon mal aufzubewahren oder besser noch einen Blogpost dazu zu schreiben, den ihr dann beim jeweiligen Thema verlinken könnt.

Ein fester Wochentag gibt Struktur, allerdings weiß ich noch nicht, ob es wirklich sinnvoll ist, wöchentlich etwas zu machen, weil manches Thema möglicherweise mehr Vorbereitung braucht. Andererseits ist es immer gut, größere Probleme in kleine Häppchen zu zerlegen. Weil sich beim Näh-Fragezeichen der Dienstag bewährte, schlage ich vor, es erst einmal mit dem Dienstag zu versuchen. Wenn es wöchentlich zu viel wird, machen wir die Abstände zwischen den "Treffen" einfach größer.

Am nächsten Dienstag legen wir los, ganz sanft mit den Längenänderungen. Ich freue mich und bin gespannt.

Mittwoch, 10. Februar 2016

Schnittmuster anpassen

Schon seit einiger Zeit, geistert eine Idee bei mir im Kopf herum. Es gibt ein Thema, das quasi darauf lauert, von mir in Angriff genommen zu werden und heute ist ein Tag, an dem es sich gut anfühlt, etwas Neues zu beginnen. Mein neues Projekt heißt "Schnittmuster ändern". Ich habe unheimlich Lust darauf, mein implizites Wissen hervorzuholen und zu teilen, Neues - gemeinsam mit Euch - zu lernen und auf die unterschiedlichste Art und Weise darüber zu bloggen: Ich möchte darüber schreiben, mich an Zeichnungen versuchen, Tutorials erstellen und Videos drehen. Ich weiß noch nicht genau wie, aber ich finde es spannend, das Thema erst einmal so offen anzugehen.

Ausgangspunkt ist die These, nein, meine Überzeugung, dass vermutlich alle Frauen Schnittmuster ändern müssen, um ein wirklich gut sitzendes, selbstgenähtes Kleidungsstück zu erhalten. Schnittmuster basieren auf Konfektionsgrößen und Konfektionsgrößen basieren auf Durchschnittswerten. Wenn ein Körper nicht an allen Punkten diesen Durchschnittswerten entspricht, muss eben etwas geändert werden. Letztlich ist die Größe eines Schnittmusters, die wir wählen, nur ein Ausgangspunkt und ab da müssen wir schauen, dass wir das Kleidungsstück richtig für unseren Körper machen.

Trotzdem starten wir immer wieder mit dem Nähen nach Schnittmuster und habe die Hoffnung, dass es schon irgendwie passen wird. Ich weiß nicht, ob es euch auch so ging, aber ich war am Anfang meiner Nähkarriere schwer verwundert davon, dass es so viel anzupassen gibt, bis ein Kleidungsstück wirklich Meines ist. Das ist natürlich abhängig davon, was genäht wird: Ein Rock hat nicht so viel kritische Punkte, wie ein Oberteil und sobald der Stoff elastisch ist, sucht sich das Material schon seinen Weg und irgendwie passt es schon. Vielleicht sind wir auch manchmal großzügig und schauen über nicht so toll passende Details hinweg, denn genau das sind wir von Kaufklamotten ja auch gewöhnt, dass nicht immer alles optimal passt. Bei mir traten die Schnitt-muß-angepasst-werden-Probleme erst richtig auf, als ich Kleider (also mit Oberteil) aus Webware (also nicht elastisch) nähte. Vorher war es eigentlich so, dass ein genähtes Kleidungsstück so einigermaßen passte und damit gut für mich war.

Ich fand es gar nicht so leicht zu lernen, wie das nun mit dem Schnittmusteranpassen geht. Es dauerte eine Weile, bis ich die für meinen Körper neuralgischen Punkte kannte. Dass ich Schnitte von verschiedenen Schnittmusterfirmen benutzte und mit unterschiedlichen Stoffqualitäten nähte, machte es nicht leichter. Aber das ist natürlich die typische Vorgehensweise einer Hobbynäherin, immer wieder etwas Neues, sonst wird es ja langweilig. Vieles ist mehr ein Ausprobieren und schrittweises Rantasten als systematisches Vorgehen und Lernen. Ich habe nun Lust darauf, ein wenig Systematik in das Ganze zu bringen, und bewusster zu schauen, was ich da eigentlich mache. Und ich hoffe, ihr habt da auch Lust drauf, denn unsere Körper sind verschieden und es gibt wohl die verschiedenartigsten Probleme, mit denen wir uns herumschlagen. Idealerweise tragen wir eine umfassende Wissenssammlung zusammen bei der jede das beisteuert, was sie für sich gelernt hat.

Auf den Blogs lese ich oft Formulierungen wie "ich musste die typischen Anpassungen machen" oder "wie immer habe ich die Schultern 2 cm schmaler gemacht". Das ist gut zu lesen, weil ich dann sehen kann, dass ich mit der Notwendigkeit, etwas Ändern zu müssen, nicht allein bin, aber es reicht nicht aus, um etwas zu lernen. Warum wurden die Schultern enger gemacht? Ach wie toll wäre es, Vorher/Nachher-Fotos zu sehen! Und wie wurden die Schultern enger gemacht? Wie wirkte sich das auf das Armloch und den Ärmel aus? Gab es anschließend noch etwas, das sich am Kleidungsstück veränderte und ggf. angepasst werden musste? Was für ein Stoff wurde verwendet. Gab es das Problem schon mal bei einem anderen Kleidungsstück? Was würde die Näherin machen, wenn sie einen anderen Stoff verwenden würde? Alles sowas würde ich gerne wissen. Ihr auch?

Erst einmal will ich sammeln und dann ordnen und systematisieren. Vielleicht ist es zuviel, wirklich alle Körperformen im Blick zu haben. Vielleicht wird das zu unübersichtlich. Keine Ahnung, das werden wir sehen. Aber vielleicht hilft uns ja die Vielfalt, Systematiken zu entdecken, um daraus zu lernen. Das hoffe ich doch sehr.

"Schnittmuster anpassen" soll eine Reihe werden, ähnlich wie früher das "Nähfragezeichen". Vielleicht brauchen wir dafür auch einen festen Wochentag? Vielleicht brauchen wir dafür auch noch einen schickeren Namen und ein Logo? Was meint ihr?

Meine ersten zwei Fragen lauten: 

  1. Habt Ihr Lust auf das Thema?
  2. Welche Änderungen nehmt ihr häufiger an Schnittmustern vor bzw. was passt ihr regelmäßig an, damit Eure Kleidungsstücke gut an Euren Körper passen. 
Über zahlreiche Antworten in den Kommentaren würde ich mich freuen!

Sonntag, 7. Februar 2016

Dies ist ein Nähblog!


Ach, was hatte ich wenig Lust zu Nähen in den letzten Wochen. Das Kleid, das ich in Bielefeld nähte, ist noch nicht fertig, weil immer noch Knöpfe und Saum fehlen und neue Inspirationen waren nicht da. In Bielefeld probierte ich zwei Strickjacken von Mema und bestellte die Schnittmuster in Australien. Das wäre das Einzige, was mich reizte. Also warte ich und wartete und wartete und bereute, nicht auf etsy nach der Downloadmöglichkeit geschaut zu haben. Aber gestern waren die Schnittmuster in der Post und heute schneide ich zwei Probejacken zu. Das wäre doch gelacht, das ist doch schließlich ein Nähblog hier!

Summer Shawl Knit Along - Material und Anleitung



Dieser Knit Along ist gerade sehr passend zu meinem allgemeinem Geisteszustand: ich bekomme wenig auf die Reihe, freue mich aber an kleinen Schritten nach dem Motto "mühsam ernährt sich das Eichhörnchen". Aber immerhin habe ich das Lacetuch fertig gestrickt und mich somit brav an mein Versprechen mir gegenüber gehalten, erst mit dem Knit Along zu beginnen, wenn das andere Tuch fertig ist.

Während ich mit der Musterauswahl durch einfaches Lemmingverhalten sehr schnell war - ich stricke Smooth von Stepehen West - tat ich mich mit dem Online-Bestellen der Wolle sehr schwer. Absurderweise kam ich gar nicht auf die Idee, aus dem Haus zu gehen. Das mag aber auch daran liegen, dass mir schon schwante, dass ich extrem verführbar sein könnte, bei dem Wunsch nach Seide oder so mich von einer Wollhändlerin einlullen zu lassen und dann zu viel ausgebe. Das wäre mir online allerdings auch fast ein paar Mal passiert, hatte ich doch partout keine Lust auf Drops sondern wollte etwas besonders. Frau Nahzugabe rettete mich mit der simplen Idee, es doch einmal in einem ganz normalem Wollladen zu versuchen, der weitab entfernt von den Routen der Kinderwagenschiebenden Eppendorfer Muttis liegt. In dem skurrilen kleinem Lädchen in Ottensen mit der Inhaberin, vor der ich seit Jahren ein wenig Angst habe, wurde ich dann aber doch fündig, nachdem ich sagte, ich wolle eine Wolle verstricken bei der ich lustvoll stöhne, verstand sie endlich meine Bedürfnisse, schaute verständnisvoll und reichte mir Babykamelflaum in Merino. Erst dachte ich "zu dick", aber 180 m auf 25 g ist vermutlich schon ok. Die Tüte war auf jeden Fall so verdächtig leicht, dass ich dauernd die Knäul auf dem Nachhauseweg nachzählte.




Nova von Lang Yarns ist es und ich bin auch noch im angedachten Budgetrahmen geblieben, obwohl ich 2 Knäul eines mittleren Graus nachbestellte, das es in dem Laden nicht gab, mir aber online noch mal ganz "zufällig" über den Weg lief. Das Babykamelflaum ein Problem sein könnte, dachte ich nicht, denn der zarte Flausch ist sicherlich ganz sanft herausgestreichelt. Was mich irritierte war der starke Kontrast von hellgrau zu anthrazit. Ich freue mich jetzt über das nachträglich zugekaufte mittlere Grau und denke, mit das Schwarz, was ich nun zuviel habe, wird sicherlich zu Stulpen oder so.

Nun habe ich also die Farben hellgrau, mittelgrau, anthrazit und schwarz und stricke ein völlig fantasieloses nachgemachtes Smooth. Zu meiner Entschuldigung kann ich nur anführen, dass ich grau zur Zeit sehr mag und das grau auch gut zu dem Himbeermantel und zu Hartmut passt. Das Tuch bekommt am Schluß noch eine leuchtende Farbe als Umrandung. Die Entscheidung, welche das sein könnte, ist noch offen. Ich neige zu himbeerrosa, vermute aber, dass das Tuch das selbst entscheiden wird und dass die Vorräte dafür noch etwas hergeben werden. Das hat noch Zeit.




Natürlich habe ich schon begonnen zu stricken: 4 Mal! Erst strickte ich mit 4er Nadeln und falsch, dann mit 160 Maschen, weil ich die Anleitung nicht ordentlich las und anschließend mit 120 Maschen und 5er Nadeln. Dann kam ich auf die Idee, dass ich ja eine Maschenprobe gestrickt hatte und das auch mit 4er und 5er Nadeln und entschied, dass wahrscheinlich 100 Startmaschen auch reichen werden. Nun denn, ein weiterer Anlauf. Ich finde, der Preis der Wolle relativiert sich kräftig, wenn ich alles mehrfach stricke. Ich wollte ja unbedingt etwas, zum stumpf-vor-mich-hinstricken.

Mich plagt ein wenig die Befürchtung, dass das Tuch doch zu warm werden könnte, trotz federleichtem Kamelbabyflausch. Aber jetzt bleibe ich dran. Immerhin habe ich jetzt exakt so viel verstrickt, wie ich nach dem ersten Versucht aufgeribbelt habe.


Mittwoch, 3. Februar 2016

Neue Wörter für neue Kleidungsstücke



Das ist es, was mich in letzter Zeit sehr oft beschäftigt.

Ich erfinde gerne Wörter und ich liebe den kreativen Umgang mit Wörtern. Manchmal fliegen sie einer zu, oftmals ist es harte Arbeit, sie zu entwickeln. Oder das Zufliegen kommt nach der harten Voarbeit, wer weiß. Jedenfalls ist es immer schön, wenn die neuen Wörter da sind und präzise beschreiben, worum es geht oder ein Bild im Kopf entstehen lassen.

"Kopfkleiderschrank" ist eines meiner erfolgreichsten Wörter. Viele wissen sofort, was ich damit meine; andere meinen möglicherweise etwas ganz anderes, benutzen es aber auch. Mir gefällt dieses Wort, ist es doch mehr als ein Wort. Es ist vielmehr ein Phänomen, das ein Wort bekommen hat - das gibt uns die Möglichkeit das Bedürfnis, genau die Kleider zu realisieren, von den wir Träumen, ernst zu nehmen. Meine Unterscheidung in Bauch1 und Bauch2 gehört auch in den Bereich der Wortschöpfungen. Bauch 1 ist das übliche zuviel um die Körpermitte. Die Entstehung von Bauch2, der über Bauch 1 und unter dem Busen liegt, verwunderte mich allerdings zunehmend (was in diesem Zusammenhang ja auch sehr schön gesagt ist). Bauch2 bekam ich nach der Schwangerschaft, allerdings ist bei einer Schwangerschaft Anfang 40 nicht mehr ganz so klar, ob Bauch2 eher dem Kind zu verdanken ist oder schon den beginnenden Wechseljahren. Ursache egal, das Phänomen ist da und hat einen Namen.

Wechseljahre sind das Stichwort, auf das ich eigentlich hinaus will. Ich empfinde die Veränderungen meines Körpers plötzlich fast wieder so heftig, wie in der Pubertät. Ich werde eine andere. Ich bin im Wechsel. Im Gegensatz zur Pubertät weiß ich aber nicht, wohin es geht beziehungsweise gehen soll. In der Pubertät weiß das Mädchen, dass es zur Frau wird. Wie eine Frau aussehen soll, bekommt sie überall gezeigt: schlanker, makelloser, unbehaarter Körper und ordentlichen Brüsten. So soll das sein. Das ist ein Ziel auch wenn es für die allermeisten unerreichbar oder nur mit großen Mühen und Abstrichen zu verwirklichen ist, weil die Wirklichkeit doch eine andere ist, als das, was uns auf Plakatwänden gezeigt wird. Wie eine Frau nach den Wechseljahren aussehen wird (oder soll?), darüber wird geschwiegen; dazu gibt es kaum Bilder. Wir können nur ahnen, was mit uns passieren und im Schwimmbad verstohlen zu den alten Frauen herüberschauen.

Natürlich gib und gab es schon immer mittelalte, ältere und alte Frauen um mich herum, aber ich habe sie mir nicht genauer angesehen. Er in letzter Zeit studiere ich ältere Gesichter, verändernde Körperformen und Haltungen. Entweder habe ich mich früher nicht dafür interessiert, oder sie haben sich verschämt weggedreht oder oder oder. Erwachsene, normale, ältere Frauenkörper sind irgendwie kein Thema. Selbst in den Frauenzeitschriften für die Frau über 40 sehe ich eher die tollen grauen Strähnen, aber nicht den Buckel oder die Taillensenkung. Wahrscheinlich macht jede Frau das mit sich selbst aus, wundert, schämt sich über die Veränderungen ihres Körpers, nimmt sie hin, grämt sich darüber - was weiß ich. Es wird ja auch wenig darüber gesprochen.

Wir Näherinnen, die wir unseren Körper schmücken wollen, statt zu Kaschieren, müssen uns mit dem was ist auseinandersetzen, denn wir nähen für uns, für unseren eigenen Körper. Wir brauchen nicht nach den anderen zu schauen und nicht nach den Normfiguren. Aber damit wir uns darüber austauschen können, welche Herausforderungen auf uns zukommen, um für echte Körper zu nähen, brauchen wir Wörter.  Wir müssen beschreiben, was wir sehen und wir müssen Lösungen finden, damit umzugehen. Wir brauchen Schnitte, die einen Bauch mehr umhüllen, die mit tiefergelegten Brustpunkten umgehen können und keinen geraden Rücken verlangen. Wir brauchen Schnitte, die bei Taillensenkung gut aussehen und Schnitte, die keine Wespentaille brauchen, um zu überzeugen. Und das sind nur die Erkenntnisse, die ich bis jetzt mit meinen 47 Jahren gewonnen habe, ich ahne, dass da noch Einiges auf mich zukommen wird.

Mode wird vorzugsweise an jungen Frauen präsentiert. Kein Mensch möchte vermutlich so werden, die die älteren Damen aus den Versandhauskatalogen. Doch wenn ich mich und einige meiner Freundinnen so anschaue, dann gehen wir strikt darauf zu. Glücklicherweise müssen wir nicht so werden wie die Katalogdamen, denn wir haben die Chance, uns Kleidung zu nähen, in der wir uns schön finden und gerne zeigen, Kleidung die uns sichtbar macht und zu unserem Leben passt. Aber das ist ein Haufen Arbeit! Es gibt Schnitte, von denen wir uns verabschieden müssen, weil sie einfach nicht funktionieren (z.B. B 6018 oder ein Halterneck sind ein No-go für mich *schluchz* ) und es gilt nach Schnittführungen und Linien zu suchen, die für uns funktionieren. Dazu braucht es Vorstellungskraft und Traute, etwas auszuprobieren. Wir brauchen Wörter, um das zu benennen, was uns beschäftigt, wir Brauchen Mut um Hinzugucken und Gelassenheit um Anzunehmen, was ist und eine Prise Humor zusätzlich, schadet sicher auch nicht.

Dienstag, 2. Februar 2016

Jetzt malt sie auch noch!


Einkaufszettel

Wer mir auf Instagram folgt, kennt schon meine neuste Leidenschaft. Seit Donnerstag hat mich das Stiftefieber gepackt. Obwohl ich mein Leben lang dachte, nicht malen zu können, kritzele ich seit dem wie eine Besessene. Und das Schöne ist: die ganze Familie hat Spaß daran. Selbst das Kind, das bei den U-Untersuchungen beim Kinderarzt stets effizient mit drei Strichen eine deutsche Fahne malte, weil es sich partout nicht überreden lassen wollte überhaupt zu malen, ist begeistert.


Was ist vom Kind, was von mir?

Angesteckt hat mich meine Stoff und Stil Kollegin die_froschprinzessin, die an der #Letterattack-Challenge von Frau Hoelle teilgenommen hat und jeden Tag ein Bild auf Instagram postete. Die ersten Tage fand ich es nur toll und am Donnerstag konnte ich gar nicht mehr anders, als zu recherchieren, was das denn nun genau ist und mir Stifte zu kaufen.

allererster Versuch mit neuen Stiften
Mittlerweile weiß ich, dass es sich um "Sketchnotes", also eine Mischung aus Zeichnungen und Handschrift handelt, die gerne zur Mitschrift bei Vorträgen genutzt werden und dann noch um "Lettering", eine Schönschreib-Handschrift mit speziellem Pinselstift. Gerade die Sketchnotes-Bildchen machen mir irre Spaß, aber die Schönschrift ist die größere Herausforderung für mich, bin ich doch mein Leben lang eher von der Husch-Husch-Fraktion und habe Schwierigkeiten mit Liebe-und-Sorgfalt. Als mir aber aufgefallen ist, dass mein neues crafteln-Logo genau aus dieser Schrift ist, dachte ich "ach, da geht noch was, bleib mal dran!".

erster Erkenntnis: der Schatten machts!


Gestern abend entdeckte ich überrascht, dass es im Februar schon wieder eine Letterattack-Challenge gibt und dieses Mal will ich auch daran teilnehmen, auch wenn ich den Begriff von heute gleich schwierig finde "Himmel". Mmmh mir wird im Laufe des Tages bestimmt noch etwas dazu einfallen. Vielleicht kann ich noch jemand vom Mitmachen begeistern?




Ab gesehen von der Handschrift, finde ich es gar nicht so leicht, die Bilder zu strukturieren. Stur von links oben nach rechts unten geht zwar auch, aber das Gehirn wird ja doch noch mehr stimuliert, wenn diese Tradition aufgebrochen wird. Ich bin da noch am Experimentieren, versuche aber die Sketchnotes einzusetzen, wo immer es passt. Zum Beispiel: statt mir ein Rezept aus dem Internet abzuschreiben, habe ich es gemalt und den Zettel an den Küchenschrank gehängt. So kocht es sich viel leichter, als mit dem Ipad.

Im Moment finde ich es großartig, jeden Tag ein bißchen zu üben und mal was ganz anderes zu tun und ich finde es toll, dass sich Mann und Kind auch dafür begeistern. Angeblich wird man das Denken in Bildern nie mehr los, wenn frau mal damit angefangen hat. Ich bin gespannt!

Sonntag, 31. Januar 2016

Summer Shawl Knit Along - Inspiration



Ach, ich freue mich, dass Monika zum Summer Shawl Knit Along einlädt, da bin ich gerne dabei. Ich stricke zwar gerade noch an einem Lacetuch, merke aber, dass ich eigentlich gerade etwas ganz anderes will. Zu dem Tuch bin ich am verkaufsoffenen Sonntag Anfang Januar sozusagen aus Verlegenheit gekommen. Es wurde auf einmal winterlich kalt, die Stricklust, die mehr als ein Jahr verschwunden war, kam, meine Schals waren irgendwie zu klein und ich stand im Stoffladen, der auch Wolle führt und nahm Wolle und Anleitung mit nach Hause. Aber glücklich macht mich das Stricken nicht. Das Muster ist zwar hübsch, aber es brauchte ewig, bis ich es einigermaßen auswendig konnte.

Ich will auch ein Stephen West-Tuch, ich Lemming

Und dann sah ich auf der Annäherung die tollen Stephen West-Tücher von Frau Nahtzugabe, Sy Bille und Monika und dachte, die passen viel besser zu dem, was ich gerade mag. Von meiner Vorliebe für Kleider aus einfarbigem Stoff hatte ich schon berichtet. Ich mag derzeit lieber einen guten Schnitt mit einem dezenten Stoff. Muster sind schön und machen Spaß beim Stoffkaufen und nähen, aber nicht jeder Tag ist gefühlt ein Mustertag. Zur Zeit finde ich einen cleanen Look toll. Damit dieser aber nicht zu langweilig wird, wäre ein aufregendes Tuch, mehrfarbig aber mit dem Fokus auf Design und cleanen Look genau das, worauf ich richtig Lust hätte. 

So gut mir das Fransentuch von Frau Nahtzugabe gefällt, ist es doch eher die Form die mich anspricht, als die Fransen. Trotzdem habe ich mich in den Designs von Stephen West bei Ravelry erst einmal verloren und kann mich nicht entscheiden, was ich stricken mag. Der Einfachheit halber schaue ich jetzt auch mal nur bei Stephen West, sonst verliere ich mich noch in Ravelry. Bilder verlinke ich hier nicht, weil ich nicht sicher bin, ob das urheberrechtlich ok wäre, ohne nachzufragen.

Eines von Diesen werde ich stricken, nur welches?

Das ist das Tuch mit dem cleansten Look. Die Farben sind nicht meins, aber ich mag sie zu schwarz. Was wären dann meine Farben? Ich glaube, die Farbauswahl wird das Schwierigste!

Das ist auch schön und clean. Der Kontrastfarbene Rand ist toll und die Flächen und die Form mag ich auch sehr. 

Das Tuch mag ich auch, es ist mehrfarbig aber dennoch raffiniert durch die Löcher. Ich habe noch nie  mit einem Garn mit Farbverlauf gestrickt und stelle mir das auch sehr aufregend vor, auf die nächste Farbe zu warten. 

An diesem Tuch mag ich die wellige Unterkante, diesen weichen Fall, den es durch die Mehrweite bekommt. Und ich mag die Streifen, weil so etwas immer abwechslungsreich beim Stricken ist ("noch ein paar Minuten durchhalten, gleich kommt die nächste Farbe")

Auch hier wieder die Streifen. Das Muster erscheint mir etwas komplizierter, also auf der einen Seite abwechslungsreicher, aber auch mehr Nachdenken von Nöten. Das Tuch ist schön, aber ich glaube für das derzeitige Bedürfnis nicht 1a geeignet. 

Also, mehrfarbig, clean und flächig - das ist das, was ich will. Obwohl ich weiß, dass grau total langweilig zu stricken ist, neige ich zu einem "Smooth" in Grautönen mit einem Randkontrast. Alternativ könnte ich mir beerige Töne in Richtung rosa oder aber auch rot vorstellen. Das macht mehr Spaß beim Stricken, ist aber nicht so kombinationsfreudig. Blau und grün spricht mich gerade weniger an. Gelb und Braun ist gar nix für mich.

Und aus welcher Wolle?

In den letzten Tagen habe ich nicht nur das Lacetuch fast fertig bekommen, sondern auch nach Wolle geschaut. Beides war nicht ganz einfach. Beim Lacetuch ging mir 5 Reihen vor Schluss die Stricknadel kaputt, so dass mir die 800 Maschen am Ende des Tuches zum Teil von der Schnur rutschten und ich seit Freitag Abend mit Retten beschäftigt bin. Aber die Wolle für das Stephen West-Tuch ist ein noch viel größeres Problem:

Ich träume von Seide oder Kaschmir, denn so ein schlichtes Tuch in dezenten Farben wäre ja wohl was "fürs Leben" und soll schlicht und edel sein. Allerdings wäre meine Schmerzgenze so was wie 70 Euro fürs Material. Entscheidend ist ja auch die Lauflänge der Wolle, denn ich träume von einem federleichten Ding, dass ich mir elegant um die Schultern schwinge.

Zuerst dachte ich an Baby Alpaca Silk von Drops, denn da hätte ich noch grau im Lager und müsste nur zwei Farben dazu bestellen. Da aber Alpaca Silk nur eine Lauflänge von 167 m hat, fürchte ich, dass das Tuch zu schwer wird. Eine Traum wäre eine Mischung aus Alpaca, Maulbeerseide, Kamelhaar und Kaschmir, aber das kann ich einfach nicht bezahlen. Oder genauer gesagt: ich bin mir nicht sicher, ob ich so ein Tuch wirklich nutze, dafür ist es dann zu teuer, so viel Geld für Material auszugeben. Die günstigere Alternative des Luxusladens wäre ein Alpaka-Garn, das es in vielen schönen Farben gibt und vielleicht trotzdem schöner als das von Drops ist. Dieses Lace-Garn könnte ich mir auch vorstellen. Ich bin allerdings sehr unsicher, ob Lace nicht zu dünn für das Projekt ist. Oder genauer gesagt: ich befürchte, dass es zu dünn ist.

Genauer gesagt, habe ich eigentlich gar keine Ahnung davon, welche Wolle ich nehmen könnte und bin extrem erstaunt über meine Unsicherheit. Das kenne ich sonst gar nicht von mir. Normalerweise habe ich klare Vorstellungen nach dem Motto "ein Strickjäckchen stricke ich gerne mit dünnen Nadeln" und finde recht schnell die passende Wolle dafür. Warum bin ich jetzt so zögerlich?

Strickt noch jemand Stephen West und hat eine Wolle-Empfehlung für mich, die etwas edler ist, als meine übliches Drops-Marke-günstig, aber dennoch bezahlbar?

Dienstag, 26. Januar 2016

Bücherflohmarkt



Frau dreikah macht es vor, ich mache es nach. Ich muss auch mal wieder aussortieren. Folgende Bücher habe ich geschenkt bekommen, ein paar mal durchgeblättert, aber ansonsten sind sie so gut wie neu. Die Interessen ändern sich und ich brauche ich Platz - vielleicht findet ihr sie toll und könnt sie gebrauchen?

Wenn ihr mehrere Bücher haben wollt, fällt natürlich weniger Porto an. Ihr findet die Buchpreise zu hoch? Dann sagt, was ihr dafür zahlen möchtet. Das klären wir dann per Mail.

Bei Interesse Mail an meikehh ät gmx punkt de

Anja Brinkmann "Alles was Fräulein so braucht" Neupreis 16,95 € bei mir für 7 € + Porto 3 €
Nur 2 -3 mal durchgeblättert. CD mit Vorlagen. So Kleinkram wie Becherpulli, Werkzeuggürtel, Briellenetui, Stiftemäppchen, Buchhülle, Dokumententasche, Handytasche... Gut für Töcher und Nachwuchsnähnerds.




Poppy Teffry "Free & Easy stich style" Neupreis 17.25 € bei mir 7 € + Porto 3 €
Nur 2 - 3 mal durchgeblättert. Mich faszinierte dieses "Malen mit der Nähmaschine" durch Freihandnähen und Applikationen, aber irgendwie ist es doch nicht mein Ding. Das Flugzeug hatte ich allerdings mal gemacht.





Schon weg: Shelly Figueroa and Karen LePage "Sewing for Boys" Neupreis 24,34 € bei mir 11 € + Porto 3 €
Nur 2 - 3 mal durchgeblättert. Die Schnittmuster sind für Babys bis ca. 7 Jahre.





Schon weg:
Martena Duss & Sissi Holleis "Sweat Shop The Book" Neupreis 29,44 € bei mir 10 € + Porto 3 €
Sehr cooles Buch mit interessanten Projekten - eine wilde Mischung aus Upcycling, Nähen, basteln, Rezepten. Kommt zwar aus Frankreich ist aber auf englisch. Nur ein paar Mal durchgeblättert.







Schon weg: Lia Lam "The Bag Making Bible" Neupreis Neupreis 20,79 € bei mir 10 € + Porto 3 €
Einmal durchgeblättert. Schöne Taschen drin. Einziges Problem: ich nähe keine Taschen.




Schon weg: Nanxy J.S. Langdon & Sabine Pollehn "Sewing Clothes Kids Love" Neupreis auf deutsch 29,90 € für diese erste Auflage gibt es Fantasiepreise. Hier könnt ihr es für 15 € + Porto 3 € bekommen. Buch hat  einen Kaffeefleck innen und ein Schnittmuster wurde auseinandergefaltet und kopiert.







Montag, 25. Januar 2016

Lesung am 13.2. in Hannover/Langenhagen bei Lillestoff



Ich freue mich, am 13. Februar bei Lillestoff in Hannover/Langenhagen aus meinem Buch "Nählust statt Shoppingfrust" zu lesen und mit Euch über meine Leidenschaft das Nähen von Bekleidung zu plaudern.

Ihr lest schon länger hier mit, wollt mich mal treffen und schauen, wie die Bloggerin in echt ist. Herzlich willkommen!

Wenn Ihr Freundinnen/Kolleginnen habt, die immer sagen "dafür hätte ich die Zeit nicht" bringt sie mit!

Oder traut Ihr Euch noch nicht an das Nähen von Bekleidung, obwohl Ihr schon dies und das näht - dann kommt und ich erzähle Euch, warum es sich lohnt und mache Euch und Euren Freundinnen/Kolleginnen Mut.

Die Lesung findet um 14 Uhr in den Räumlichkeiten des Lagerverkaufes (Bayernstraße3, 30855 Langenhagen) statt. Der Eintritt ist kostenlos, jedoch bitte Voranmeldung per Mail (siehe unten), da nur eine begrenzte Menge an Plätzen zur Verfügung steht. 

Der Lagerverkauf ist vorher geöffnet, falls ihr was braucht. :-)

Voranmeldung an: katharina.weides (ät) lillestoff (punkt) com
Am: 13.2.2016
Um: 14 Uhr



Freitag, 22. Januar 2016

Was tun?



Gestern bekam ich ein Paket und dachte "Huch, ich habe doch gar nichts bestellt". Mit merkwürdig gemischten Gefühlen packte ich die Kleidungsstücke aus, die ich während der Sendung "Geschickt eingefädelt" genäht hatte. Und nun? Was mache ich nun damit? Ich habe diese Kleidungsstücke für die Puppe in Größe 38 und das "Schlankmacherkleid" für mein "Plus Size-Model" (Brustumfang Größe 38, Taille 40, Hüfte 42) genäht. Mir passen sie nicht.

Am liebsten würde ich die Sachen für einen guten Zweck versteigere. Bestünde da überhaupt Interesse? Oder gibt es eine bessere Idee?

Auf dem Foto fehlen natürlich noch ein paar Sachen. Es gibt:
  • aus Folge 1 den Bleistiftrock und die Bluse-aus-Hemden-mit-Partyknopf. 
  • aus Folge 2 die Bubikragenpluse und das graue Refashionkleid mit dem asymmetrischen Ausschnitt
  • aus Folge 3 die Männer-Party-Jogginghose und die Jeans-Weste
  • aus Folge 4 das "Schlankmacherkleid" und das Synchronschwimmerinnenbustier.